Narzissmus

 

 

 

Narziss - Plastik im Innenhof von Schloss Cecilienhof, Potsdam

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut (DGSF

07.07.2010

 

 

 

 

 

 

Schlüsselwörter:

Bewunderung, Des Kaisers neue Kleider, Komplementärnarzisst, männlicher Narzissmus, Mimose, Narzissmus,  Narzisst, Narzisstin, narzisstisch, Selbstliebe,  selbstverliebt, Spiegelbild, weiblicher Narzissmus

 

 

 

 

Narcissus (Narziß) 

Gestalt der griechischen Mythologie. Ein schöner Jäger, der die Liebe der Nymphe Echo verschmäht und von Aphrodite derart bestraft wird, dass er sich in sein Spiegelbild verliebt, bis die Verwandlung in die Blume gleichen Namens seinen Qualen ein Ende macht.

Die gute Nachricht zuerst, ein wenig narzisstisch sind wir alle und das ist auch gut so.

 

Narcissus sieht nicht sich selbst im Wasser der Quelle, sondern nur sein Spiegelbild, das ein Bild von ihm ist, nicht er selbst. Vor dem gleichen Problem stehen Männer, die nicht sich selbst sehen, sondern Bilder von sich haben, die sie selbst nicht sind. So dass Bild des erfolgreichen Geschäftsmannes, des tollen Liebhabers, des stets perfekten Mannes, des angstlosen Mannes usw. 

Der narzisstische Mann kann lernen, sich selbst in seine Realität lieben und schätzen zu lernen und nicht Bilder, die ihm von anderen übergestülpt wurden oder noch werden.

Der männliche Narzisst ist vereinfacht gesagt ein Mensch, der viel nehmen will und nichts gibt. Gleichzeitig ist der Narzisst unersättlich, weil er das was er bekommt nicht wirklich nimmt und integriert. Daher ist er immer hungrig und niemand kann seinen Hunger stillen. Der Narzisst ist ein Suppenkasper, der laut nach Essen schreit und wenn er es bekommt, es gleich in den Ausguss schüttet um sich hinterher lauthals zu beklagen, dass er nichts bekäme. 

 

Der männliche Narzisst ist oft ein übermäßig verwöhnter und missbrauchter Muttersohn. Muttersöhne sind Menschen, die es nicht gelernt haben, sich etwas zu erkämpfen, sondern statt dessen bekommen haben, worum sie nicht gebeten haben, sei es die Brust der Mutter oder die Rolle als deren Ersatzmann und Bettgenosse. Gleichzeitig wurden sie mit einer Anspruchhaltung durch ihre Mutter konfrontiert, sei es der Anspruch ihr Ersatzpartner oder ihr Bettgenosse zu sein oder später ein erfolgreicher Student oder Mediziner zu sein.

Muttersöhne sind gefangen in ihrer übersteigerten Anspruchs- und Erwartungshaltung und einer enormen Wut, die aus der mütterlichen Fixierung und Benutzung des Sohnes resultiert. Die aufgespeicherte Wut des Muttersohnes kann sich bei relativ geringfügigen Anlässen gegenüber Menschen entladen, die sich der Anspruchshaltung des Muttersohnes widersetzen. Die ist bei Muttersöhnen oft die Freundin oder Partnerin oder wie womöglich in dem folgenden Fall, auch die Stiefschwester, die der Muttersohn für sein Unglück verantwortlich macht. Wir bräuchten sicher nur noch die Hälfte der Plätze in Frauenhäusern, wenn Mütter ihre Söhne nicht zu den "Monstern" machen würden, über die sich die Frauenbewegung anschließend vorwurfsvoll beklagt. 

 

 

 

Mysteriöser Doppelmord

26-Jähriger tötet zwei Frauen und sich selbst

Erst ermordet er zwei Frauen, anschließend nimmt er sich selbst das Leben. Ein junger Mann hatte die Morde offenbar von langer Hand vorbereitet. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er sein Motiv darlegt. Aufgrund ermittlungstaktischer Gründe, hält die Polizei nähere Informationen zum Tathergang noch zurück.

 

FRANKFURT(ODER)/ DRESDEN - Ein Doppelmord in der brandenburgischen Gemeinde Neureetz und in Dresden stellt die Ermittler in beiden Bundesländern vor ein Rätsel. Ein 26-jähriger Mann aus Brandenburg hat offenbar zwei junge Frauen getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen. Alle drei Leichen wurden am Karfreitag entdeckt. In einem später gefundenen Abschiedsbrief macht der Mann die beiden Frauen für sein persönliches Versagen verantwortlich.

Wie die Polizeibehörden in Frankfurt (Oder) und Dresden am Samstag mitteilten, war die Leiche einer 19-jährigen Frau am Freitagnachmittag in der Dresdner Nebenwohnung des in Brandenburg gemeldeten 26-Jährigen gefunden worden. Bei ihren Ermittlungen stieß die Polizei auf die Adresse einer Wohnung in Neureetz nahe der Stadt Bad Freienwalde. Dort wurde am Abend eine 20-jährige Frau ebenfalls tot aufgefunden. In der Nähe dieser Wohnung entdeckten die Beamten wenig später das Fahrzeug des mutmaßlichen Täters, der darin Suizid verübt hatte.

Der mutmaßliche Täter wohnte bei seinen Großeltern

Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass die 19-Jährige die Stiefschwester des Mannes sei, der in Dresden studierte, sagte ein Sprecher. Sie sei bei ihm zu Besuch gewesen. Die Brandenburger Polizei hatte um die Überprüfung der Wohnung in Dresden-Plauen gebeten, da die junge Frau von ihren Eltern vermisst wurde. Nachdem die Polizei die Leiche entdeckte, leitete sie eine Fahndung nach dem 26-Jährigen ein.

In den Abendstunden überprüfte die Brandenburger Polizei dann auch die Hauptwohnung des Mannes, der in Neureetz bei seinen Großeltern lebte. Dort fanden sie die Leiche der anderen jungen Frau, bei der es sich um die Tochter eines Nachbarn handelt. Es werde vermutet, dass sie eine frühere Freundin des Mannes war, sagte ein Polizeisprecher. Eine Bestätigung gebe es dafür aber bisher nicht.

Alle drei Leichen werden am Dienstag obduziert

Im Laufe der Ermittlungen wurde auf dem Computer des Mannes in der Dresdner Wohnung ein Abschiedsbrief entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Darin habe sich der 26-Jährige der Verbrechen bezichtigt. Als Motiv habe er angegeben, dass er die beiden Frauen für sein Versagen beim Studium verantwortlich mache. Wie die Frauen zu Tode gekommen sind, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben. Alle drei Leichen sollen nach Ostern obduziert werden. Vor Dienstag sei nicht mit neuen Erkenntnissen zu rechnen. (ml/sba/ddp/dpa)

22.3.2008

www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg-Doppelmord;art128,2499030

 

 

 

Die Vermutung liegt nahe, dass diesem Mann ein verlässlicher Vater fehlte, sei es dass sich dieser selbst entzogen hat oder der bundesdeutsche Staat mit seinen willigen Handlangern für die Ausgrenzung des Vaters sorgte, eine Praxis die in der Vergangenheit in Deutschland offizielle Regel darstellte und und bis heute immer noch zum heimlichen Regierungsprogramm gehört (vergleiche hierzu z.B. den männerdiskriminierenden Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgericht vom 29. Januar 2003 - 1 BvL 20/99 und 1 BvR 933/01 -).

 

 

 

Männliche Narzissten lassen sich hinsichtlich der Zielpersonen ihrer Fütterungswünsche grob in drei Gruppen einteilen. 

Der Narzisst will gefüttert werden:

a) nur von Frauen

b) nur von Männern

c) von Frauen und Männern

 

 

In den häufigsten Fällen dürfte es sich um Fütterungswünsche an Frauen handeln. Dieser Fall liegt z.B. beim Muttersohn vor. Der Muttersohn, den wir auch häufig in Parteien und höheren Besoldungsgruppen im Beamtentum finden, sucht seine narzisstische Befriedigung von Frauen zu erlangen. Diese Frauen bleiben natürlich im direkten Kontakt unbefriedigt, da der Narzisst ihnen persönlich nichts geben will. Die Frau muss daher mit dem Status und dem Geld des Mannes vorlieb nehmen. 

"Scheiß Frau Professor

ein richtiger Mann wär mir lieber"

 

ist dann in ehrlichen Momenten von solchen Frauen zu hören, die gleichwohl am nächsten Tag in infantiler Abhängigkeit zu ihrem Mann verharren. Häufig sterben die narzisstischen Männer früher als ihre Frauen und dann spricht die Frau in Gesellschaften noch jahrelang von ihrem Mann: "Harald hättet gesagt" oder "Wenn Harald noch leben würde".

 

 

 

 

 

Wenn narzisstische Männer töten

Narzisstische Männer verbinden sich gerne mit Frauen, die ihren Narzissmus bedienen und die man somit als Komplementärnarzissten bezeichnen kann. Dies kann durchaus eine relativ stabile Beziehung ergeben, denn auch die Frau als Komplementärnarzisstin erhält aus dieser speziellen Beziehungsform eine Gratifikation, also eine Belohnung. Die Gratifikation kann z.B. Status oder Schutz sein, so etwa der der Gattin eines narzisstischen Chefarztes oder der Partnerin eines Zuhälters.

Will die Frau sich allerdings ernsthaft treffen, bricht die Grundlage des bisherigen Vertrages (Kollusion - Jürg Willi) zusammen. Bei einem narzisstischen Mann mit geringem Selbstwertgefühl bei gleichzeitiger latenter Gewaltbereitschaft, führt eines solche Trennung leicht zu einer Tragödie wie der folgenden:

 

 

 

Schöne Vanessa Sie musste sterben, weil sie ihn nicht mehr küssen wollte

Von JÖRG BERGMANN und JAN SCHÜTZ

Zärtlich neigt der junge Mann den Kopf zu seiner Freundin, lächelt. Sie schmiegt sich an ihn, fühlt sich geborgen. JETZT SIND BEIDE TOT!

Der Freund brachte das süße Mädchen um, als es Schluss machen wollte. Danach erhängte er sich!

Das Drama geschah am Sonntag in der Menzelstraße (Friedenau): Um 20.45 Uhr rufen Nachbarn die Feuerwehr, weil aus der Wohnung im ersten Stock Wasser tropft. Als die Feuerwehrmänner die Wohnung betreten, liegt Polizistentochter Vanessa H. († 19) tot auf dem Bett. Dorian B. († 20), den Freund, finden sie im Bad – erhängt mit dem Duschschlauch. Die Obduktion ergibt: Zuerst hat Supermarkt-Aushilfe Dorian B. seine Freundin erwürgt. Dann nahm er sich selbst das Leben.

ES IST DAS FURCHTBARE ENDE EINER GROSSEN LIEBE.

Vor einem Jahr lernten sie sich kennen, küssten sich zum ersten Mal in einer Cocktail-Bar am Alex. Vier Monate später zog er zu ihr in die Ein-Zimmer-Wohnung. Vanessa liebte Bücher, machte in der Stadtbibliothek Neukölln eine Ausbildung zur Bibliothekarin.

Schon seit Wochen kriselte es. „Sie stritten sich um Kleinigkeiten“, sagt Vanessas beste Freundin Alexandra (19). „Er räumte zu Hause selten auf, hing die ganze Zeit vor der Glotze oder am Computer.“

Vor acht Tagen hatte Vanessa Geburtstag. Wieder gab es Streit! Wieder vertraute sich die Polizistentochter unter Tränen ihrer Freundin an. Alexandra: „Doch sie konnte sich nicht so richtig von ihm losreißen.“

Wenige Tage vor ihrem Tod soll Vanessa gesagt haben: „Es geht nicht darum, dass ich ihn glücklich mache, wenn ich selber dabei unglücklich bin. Ich weiß, dass ich ihm wehtue, wenn ich ihn verlasse. Aber es geht nicht anders.“

Am Sonntag um 0.08 Uhr das letzte Lebenszeichen. Vanessa schrieb im Internet-Chat: „Wenn ich jetzt mit ihm Schluss mache, dann wird er gehen wollen. Aber kann ich ihn mitten in der Nacht gehen lassen? Das ist ja auch mies.“ Wenige Stunden später war sie tot.

29.07.2008

www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/07/29/schoene-vanessa-sie-musste-sterben/weil-sie-ihn-nicht-mehr-kuessen-wollte.html

 

 

 

Die Trennung von Vanessa hat bei Dorian B., offenbar zu einer erheblichen narzisstischen Kränkung geführt. Zur Widererstellung seines von Implosion bedrohten Selbstbildes griff Dorian B. zu der radikalsten Methode, er tötete die Frau, die er vorgab grenzenlos zu lieben.

Um in unserem aktuellen kulturellen Kontext, der Gewalt oder gar einen Mord ächtet, verbietet und hart sanktioniert, bedarf es eines erheblichen Maßes an Vernichtungsenergie, die sich aus der Wut des Angreifers speist.

 

In der rotglühenden Wut ist das Gewahrsein etwas verschwommen. In der weißglühenden Raserei ist es oft sehr scharf, wenn es sich, bei Erstickung aller körperlichen Lust, doch von den lebhaften Bildern der verzögerten Befriedigung speist, während das Selbst sich seinem Objekt zuwendet, um es zu vernichten. Im purpurroten oder gestauten Rasen zerbirst das Selbst vor frustrierten Impulsen und verwischt sich ganz. Im schwarzen Zorn oder Haß hat das Selbst begonnen, sich im Interesse seiner Angriffsabsicht selbst zu zerstören; es sieht nicht mehr die Realität, sondern nur noch die eigene Idee."

Perls, Frederick S., Goodman, Paul; Hefferline, Ralph F.: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979, S.136

 

 

Angesichts solcher immer wieder auftretenden Tragödien bleibt die Frage, welche Beziehungschoreografien Frauen vermeiden sollten, um nicht zum Schluss Opfer ihres vernichtungswütigen Ex-Mannes zu werden. Überzeugende Antworten darauf hat die Frauenbewegung leider noch nicht geliefert.  

 

 

 

Dass auch Frauen narzisstisch sein können ist bekannt. Über die Hintergründe kann man in dem gut geschriebenen Buch "Weiblicher Narzissmus. Der Hunger nach Anerkennung" der Gestalttherapeutin Bärbel Wardetzki nachlesen.

 

Bärbel Wardetzki: "Weiblicher Narzissmus. Der Hunger nach Anerkennung"  Kösel 2001, ISBN 3-466-30320-6

 

 

Auch Männer haben allen Grund, stark narzisstischen Frauen möglichst aus dem Wege zu gehen, damit es nicht früher oder später zu einem Unglück kommt, wie es schon die Gebrüder Grimm im Märchen vom Dornröschen vorgestellt haben.

 

 

Gebrüder Grimm

Dornröschen

Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: "Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!" und kriegten immer keins. Da trug es sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, daß ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: "Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen."

Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, daß der König vor Freude sich nicht zu fassen wußte und ein großes Fest anstellte. Er ladete nicht bloß seine Verwandten, Freunde und Bekannten, sondern auch die weisen Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Es waren ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwölf goldene Teller hatte, von welchen sie essen sollten, so mußte eine von ihnen daheim bleiben.

Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: die eine mit Tugend, die andere mit Schönheit, die dritte mit Reichtum und so mit allem, was auf der Welt zu wünschen ist. Als elfe ihre Sprüche eben getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, daß sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: "Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen." Und ohne ein Wort weiter zu sprechen kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat die zwölfte hervor, die ihren Wunsch noch übrig hatte, und weil sie den bösen Spruch nicht aufheben, sondern ihn nur mildern konnte, so sagte sie: "Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt.

...

http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=66&cHash=b2042df08bdornroe#gb_found

 

 

 

 

 

 

Literatur: 

Bärbel Wardetzki: "Weiblicher Narzissmus. Der Hunger nach Anerkennung"  Kösel 2001, ISBN 3-466-30320-6

Andras Wienands: "Choreographien der Seele. Lösungsorientierte Systemische Psycho-Somatik"; Kösel, 2005

 

 

 

 

 

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-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 6. Juli 2010 13:15

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

 

Hallo liebes Team,

ich habe nur eine kurze Frage? Ich bin eine Frau und falle ständig auf diese Muttersöhnchen bzw. narzisstischen Männer rein - ich ziehe Sie magisch an. Danach werde ich zum Opfer, denn Sie können mir keine Liebe geben, ich werde unzufrieden und trenne mich. Kaum ist der eine weg, kommt der nächste. Sind 90% aller Männer Muttersöhne oder liegt das an mir bzw. was kann ich dagegen tun nicht wieder in diese Situation zu kommen sondern eine "gesunde" Beziehung mit geben und nehmen führen zu können? Würde mich um Rückmeldung freuen, Danke ...

 

 

 

 

Hallo ...,

wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. So ist das auch mit Muttersöhnen und ihrem weiblichen Pendant, der Komplementärnarzisstin.

Zum Glück brauchen Sie das nicht in alle Ewigkeit weiterzuführen, sondern können Ihr Muster erkennen, mit dem Sie den Muttersohn im Mann erwecken.

 

Muster erkannt, Gefahr noch nicht gebannt. Denn nun muss der zweite Schritt erfolgen, die Veränderung des eigenen Handlungsmusters. Dieser zweite Schritt ist wesentlich schwieriger als der erste, aber nicht unmöglich.

Gutes Gelingen auf diesem Weg

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 15. Juni 2010 18:43

An: info@maennerberatung.de

Betreff: ps. Noch ein Nachtrag

 

Lieber Herr Thiel,

noch ein Nachtrag zu einem ihrer vorangegangenen Antworten auf Ihrer Website. Hiermit geben Sie "uns Narzissten" das Todesurteil, indem sie sagen, dass man sich nicht aendern kann....

Wir haben doch auch ein Beduerfnis danach, ein gutes soziales Umfeld zu haben und eine Beziehung in der Naehe zu erfahren (ohne immer in die Distanz gehen zu muessen und diese quaelende Enge zu spueren).

Hier der Auszug aus Ihrer Antwort. Lohnt sich Therapie fuer uns ueberhaupt? Sie sagen nein! Was sollten wir Ihrer Meinung dann tun?

 

Sie fragen: "Meine Fragen an Sie: Heilt ein Narziss jemals?"

Sie kennen sicher die Kiefern, die direkt hinter den Dünen an der Ostsee stehen. Durch den jahrlangen vom Meer kommenden recht starken Wind haben diese sich ganz anders, als die Kiefern weiter im Hinterland entwickelt. Die Krone der am Meer stehenden Kiefer hat sich meerabgewandt entwickelt, der vom Meer kommende Wind hat gewissermaßen das Antlitz der Kiefer geprägt. Ganz neben bei bietet die meerabgewandte Krone dem Wind die wenigste Angriffsfläche. Es kann sein, dass andere Kiefern, die sich nicht vom Wind formen lassen wollten, bei einem Herbststurm entwurzelt wurden.

Kann man die an das Leben hinter der Düne gut angepasste Kiefer heilen? Kann man erreichen, dass die Krone sich aus ihrer Neigung aufrichtet und in die Höhe bewegt? Ich glaube nicht. Von daher ist die Idee und der Begriff der Psychotherapie also der Heilung der Psyche, irreführend und anmaßend. Doch leider hat sich der Begriff im gesellschaftlichen Bewusstsein so stark etabliert, dass die Leute glauben, sie könnten bei einem "Psychotherapeuten" geheilt werden - d.h. die Leute glauben, es könnte sich ein Zustand ideal gedachter psychischer Gesundheit einstellen, wenn man nur ausreichend lange, intensiv und wirksam "therapiert". Das ist aber ein übler Schmarren - geschürt auch vom medizinisch-industriellen Komplex mit seinen Eigeninteressen. Der Glaube weckt Illusionen, die notwendigerweise vom Leben enttäuscht werden müssen. Jede/r, der eine jahrelange Psychoanalyse auf sich genommen hat, die die anderen Beitragszahler Zehntausende von Euros kostet, kann sich in dem Glauben wiegen, nur noch ein Jahr auf der Couch und dann bin ich geheilt und es wird mir gut gehen. Die Desillusionierung kommt schneller als man denkt.

Zutreffend erscheint mir, dass wir immer mal mehr und mal weniger Möglichkeiten haben, in der einen oder anderen Form unser Leben zu verändern, so dass wir zufriedener und glücklicher leben.

Geduld brauchen Sie da sicher einige und auch die Fähigkeit bei Bedarf eine geeignete Distanz zu Ihrem Partner einnehmen zu können. Wenn er gerade wieder auf seinem narzisstischen Pfad ist, versuchen Sie ihm nicht zu helfen, sondern kümmern sich besser um sich selbst, treffen sich mit einer guten Freundin oder erledigen Ihre Steuererklärung, die schon überfällig ist

 

 

 

 

Hallo Frau ..., 

Um Gottes willen ich würde niemals Todesurteile aussprechen, im Gegenteil, ich stelle Lebensurteile aus.

Man kann sich immer ändern, aber man kann nie zu dem zurück, der man einmal war. In so fern ist auch keine Heilung möglich. 

Man kann sich aber durchaus in die Richtung bewegen, von der man meint, dass dort das Glück und die Lebensfreude beginnt.

 

Wegweisendes Lied "Entdecke Dich neu" anbei.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Freitag, 1. Mai 2009 08:39

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Narzissmus

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

 

Ich habe mich vor einem Jahr sehr in einen Narzissten verliebt. Als es ihm zu eng wurde hat er mich sehr stark zurückgewiesen durch verbale Beleidigungen und Demütigungen. Ich habe dadurch ein wenig zu mir selbst zurückgefunden, mich mehr zurückgezogen und ihm auch gesagt, daß ich ihn nicht mehr liebe. Habe ihm auch ein Abschiedsmail geschickt, worauf er sofort telefonisch reagiert hat und gefragt hat, was das soll. Jetzt sucht er häufig den Kontakt über seine Kinder, die ich sehr liebe. Aber er kränkt mich immer wieder. Erst gestern hat er mir von seiner großen Liebe erzählt, mit der er aber auch Probleme wegen ihrer Forderung nach einer Ehe hat. Merkwürdigerweise erwähnt er bei jedem Treffen, daß ich ja nun nicht mehr in ihn verliebt sei. Warum? Er wollte es ja so, oder nicht? Was will der Mann von mir? Was glauben Sie?

 

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus,

 

...

 

 

 

Hallo Frau ... ,

der Mann will, dass Sie ihn bedingungslos lieben. Das können Sie natürlich nicht, wie das überhaupt niemand machen kann.

Das Problem des Narzissten, wenn es denn einen solchen in Reinkultur gibt, ist, dass er mit Kränkungen und Zurückweisungen, die nun mal zum Leben dazu gehören, nicht konstruktiv umgehen kann oder will.

Aber das Problem des Narzissten sollte nun nicht ihr Problem sein, was es aber anscheinend ist, da sie ja mit ihm - warum auch immer - im Kontakt bleiben. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Gleichwohl kann jeder der es möchte an seiner Charakterstruktur arbeiten und diese auch verändern. Man darf nur nicht glauben, der andere würde sich schon verändern, wenn man nur eindringlich genug auf ihn einwirkt.

Womöglich ist es aber Ihre Aufgabe im Kontakt mit einem Narzissten die eigenen Lebensthemen zu bearbeiten und so könnten Sie dies auch als eine Chance zur Emanzipation und eigenen Entwicklung sehen.

In so fern kann man es mit Brecht als einen Glücksfall betrachten, dass Sie gerade auf diesen Mann gestoßen sind, der Ihnen Gelegenheit gibt, in der persönlichen Auseinandersetzung zu wachsen.

 

 

 

Aber rühmen wir nicht nur den Weisen,

Dessen Name auf dem Büchlein prangt!

Denn man muß dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.

Darum sei der Zöllner auch bedankt:

Er hat sie ihm abverlangt.

 

Bertolt Brecht

Legende von der Entstehung des Buches Taoteking

 

 

 

 

Beste Grüße

 

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Freitag, 15. Mai 2009 09:30

An: info@maennerberatung.de

Betreff: AW: Narzissmus

 

Lieber Herr Thiel!

Ich danke Ihnen sehr für Ihre ausführliche Antwort. Ihre Erklärung ist überraschend für mich. Ich halte immer noch Kontakt mit dem Mann, weil er für mich so faszinierend ist, obwohl ich sehr darunter leide, da er sehr viele Frauen anzieht und das auch sehr genießt.

Ja, Sie haben vermutlich recht, ich kann etwas über mich durch ihn lernen, z. B. ist mein Altes Thema Zurückweisung/Kränkung wieder zentral geworden. Er hat mich als Frau heftig zurückgewiesen, obwohl er soviel intime Beziehungen hat, aber ich kenne mittlerweile den Grund. Wir gehören beide einer religiösen Gruppe an, die sehr Wert darauf legt, dass alles moralisch korrekt zugeht. Der Mann ist verheiratet und er legt sehr Wert auf seine guten Ruf. Die Frauengeschichten sucht er geheim zu halten. Daher hat er es sich mit mir verboten. Das Thema Sexualität ist auch ungelöst bei mir. Durch den Mann habe ich das begriffen und weiß jetzt, dass ich es bei mir ernst nehmen soll. Leider aber nicht mit ihm. Darunter leide ich immer wieder sehr. Aber so was kann man nicht erzwingen, nicht wahr?

Danke für das Brecht-Zitat! Ich lese gerade im Taoteking und habe mir schon vorgenommen, das Werk von Brecht dazu anzuschauen. Lustig, diese "Zufälle".

Alles Gute!

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

erzwingen kann man einiges, wie man daran sieht, dass es Gerichte und Staatsanwaltschaften gibt, die ja häufig nur deshalb wirksam sind, weil sie bei Bedarf auch das Element des Zwanges benutzen.

In der Liebe ist das sicher etwas schwieriger, wenn nicht sogar kontraproduktiv. So hat der ganze Zwang in der DDR, die ja auch eine Utopie der Liebe war, dieser Utopie letztlich sicher mehr geschadet als genutzt.

 

Johannes R. Becher

1. Auferstanden aus Ruinen

Und der Zukunft zugewandt,

Laß uns dir zum Guten dienen,

Deutschland, einig Vaterland.

Alte Not gilt es zu zwingen,

Und wir zwingen sie vereint,

Denn es muß uns doch gelingen,

Daß die Sonne schön wie nie

|: Über Deutschland scheint. :|

 

Nationalhymne der DDR

Melodie - Melodie - Hanns Eisler, 1898-1962

 

 

 

Dem militanten Entwurf von Becher stand der Entwurf einer Nationalhymne des feinsinnigeren Brecht gegenüber.

 

Kinderhymne

Anmut sparet nicht noch Mühe,

Leidenschaft nicht noch Verstand,

daß ein gutes Deutschland blühe

wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen

wie vor einer Räuberin,

sondern ihre Hände reichen

uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter

andern Völkern woll'n wir sein

von der See bis zu den Alpen,

von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern,

lieben und beschirmen wir's.

Und das liebste mag's uns scheinen

so wie andern Völkern ihr's.

 

Bertold Brecht

 

 

Die sich konstituierende "Partei- und Staatsführung der DDR" entschied sich für die militante Fassung von Becher und so zog sich dass Element des Zwanges als Gründungskonstitution der DDR bis zur Implosion der DDR wegen mangelnder Liebe fort. Brecht starb 1956 im Alter von nur 58 Jahren, man kann sicher sagen, an Liebesleid.

 

Hinterlassen hat Brecht uns, neben einigen trivialen Sachen, gewichtige Werke. Von Becher, dessen Vater Richter am Bayrischen Obersten Landgericht war und der das Leben zwingen wollte und schon bei einem versuchten Doppelselbstmord 1910 seine Freundin erschoss und sich selbst scher verletzte, kann gleiches sicher nicht berichtet werden.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 -----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 10. Februar 2009 22:23

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Mein Bruder

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich fühle mich seelisch sehr belastet und erhoffe mir eine beratende email. Mein Bruder (27) und ich (23) haben seit circa 10 Jahren erhebliche zwischenmenschliche Probleme. Von meinem Vater weis ich, dass er stark narzisstische Züge hat, die letztendlich auch in einem Alkoholproblem resultierten, diese Probleme hat er jedoch zur Zeit zum Glück unter Kontrolle hat.

Seit mehreren Jahren, stelle ich nun auch extrem narzisstische Züge an meinem Bruder fest, die meiner Meinung nach immer stärker werden.

Er sieht sich selbst als den beste Größten, Besten und lässt auch keine Gelegenheit aus um sich darzustellen. Er arbeitet unangemessen viel und bis zur Erschöpfung, auch wenn er dies nicht muss. Er hat nahezu sämtliche Freunde aus seinem Leben mit der Begründung ausgeschlossen, dass sie neidisch auf ihn wären. Und auch über seinen einzigen Freund redet er abwertend. Es ist ihm fremd Gefühle zu zeigen. Seine Partnerinnen sind immer sehr still, schüchtern und himmeln ihn an.(co-abhängig?)

Bis hierhin wäre mir sein Verhalten relativ egal, da er nicht unglücklich damit wirkt. Was mich seelisch belastet ist, dass er mich ständig, ohne jegliche Gründe herabwürdigt. Er hat mir von klein auf immer gesagt, " was er schafft, würde ich sowieso nicht schaffen, dazu wäre ich nicht in der Lage" ( Abitur, Studium etc.) Ich habe mein Studium nun beinahe beendet, was natürlich einen noch größeren Hass in ihm auslöst...

Was mir außerdem Sorgen macht, ist seine Neigung Tieren unangenehme Gefühle zuzufügen ( Hamster immer wieder in die Luft werfen mit 17Jh.). Dies hat sich dahin gesteigert, dass er unserem Hund gerne Angst macht oder ihm absichtlich auf den Schwanz tritt. Natürlich gehen wir dagegen an, aber es ruft bei mir eine sehr große Besorgnis hervor.

Mein Bruder ist gerade in technischen Dingen sehr begabt und bietet meinen Eltern deswegen von sich aus oft seine Hilfe in diesem Bereich an. ( Autocheck, Laminat verlegen, Pc installieren) Sobald er einem jedoch hilft, wird einem dieses Monate lang, sogar Jahre lang vorgehalten. ( sowohl meinen Eltern als auch mir)

Seit neustem fokussiert er sich nun darauf, meinen Eltern zu erklären wie ungerecht behandelt er doch wäre und was für ein schlechter Mensch ich bin. Er versucht mir Schuldgefühle einzuflößen, da ich in technischen Dingen lediglich "normale" Kenntnisse besitze. Dafür helfe ich meinen Eltern natürlich mit anderen Sachen, die er nicht anerkennt. Er wertet mich unheimlich gerne ab um sich selbst aufzuwerten und redet seit einigen Jahren eigentlich nur mit mir wenn er etwas gefunden hat, was ich nicht perfekt mache. Sein favorisierter Satz ist: "Du kannst ja sowieso nichts, bist nicht lebensfähig." Besonders gerne versucht er mich vor meinen Eltern, seiner Freundin etc. schlecht zu machen bzw. zu demütigen.

All dies belastet mich seelisch sehr, da ich wirklich gerne ein besseres Verhältnis zu ihm hätte und ich schon sämtliche Verhaltenweisen ausprobiert habe um ihm seinen Neid und seine Aggressionen zu nehmen. Leider funktioniert nichts. Er brüllt und lässt nicht mit sich reden. Ja er steigert seinen Hass nach solchen Annäherungsversuchen sogar.

Es scheint mir auch als ob er seinem ganzen Umfeld zwar narzisstisch begegnet, sich aber mich als besonderes Hassobjekt auserwählt hat.( warum, steht in den Sternen) Ist dies bei einem Narzissten möglich? Sich auf einen bestimmten Menschen zu fokussieren? Mein Selbstwertgefühl leidet sehr unter seinen Angriffen und irgendwo tut er mir auch leid. In letzter Zeit reagiere ich auch stark körperlich auf diese Demütigungen ( Magenschmerzen, Ausschlag). Wie kann ich seinen Angriffen begegnen ohne sie zu verschlimmern?

Von einem Partner hätte ich mich schon längst getrennt. Bei einem Bruder ist das juristisch und auch familiär nicht möglich. ( Ich möchte es auch nicht, da er noch bei meinem Eltern wohnt und ich sie sonst kaum noch besuchen könnte)

Wie sollte ich meinem Bruder also begegnen, um ihn nicht noch mehr zu reizen und mich besser zu fühlen?

Vielen Dank für die Hilfe!

mfg

 

 

 

Hallo Frau ... ,

ich gehe davon aus, dass Sie und Ihr Bruder sich in einem unausgesprochenen Machtkampf befinden, dieser findet vor der Folie der Eltern (Vater und Mutter) statt. Der Machtkampf zwischen Ihnen und Ihrem Bruder ist ein Stellvertretermachtkampf der Eltern. Grad so wie die beiden Großmächte USA und Sowjetunion in den siebziger Jahren einen Stellvertreterkrieg durch Südvietnam und Nordvietnam führten.

Sollte dies so zutreffen, dann wäre die Lösung für Sie recht simpel. Sie müssten die Stellvertreterrolle die Sie für Ihre Mutter übernommen haben, beenden, dann bräuchte Ihr Bruder in Ihnen nicht - stellvertretend für den Vater - die Mutter bekämpfen.

Auch wenn die Lösung simpel ist, so ist sie nicht unbedingt einfach zu erreichen. So ähnlich wie in der Geschichte von dem Hungrigen:

 

"Da war mal einer, der war hungrig, und dann durfte er sich an einen reich gedeckten Tisch setzen. Doch er sagte: `Das kann doch nicht wahr sein!`, und hat weiter gehungert."

aus Bert Hellinger: "Ordnungen der Liebe", Knaur 2001, S. 56

 

 

Gleichzeitig ist der Kampf zwischen Ihnen und Ihrem Bruder aber auch ein Kampf um die Liebe von Vater und Mutter. Auch hier ist die Lösung simpel. Sie müssten davon ablassen, um die Liebe der Eltern zu kämpfen. Dies könnten Sie ganz einfach tun, wenn Sie erkennen würden, dass Sie alles, was Sie bekommen konnten, schon bekommen haben. Mehr wird nicht mehr dazu kommen und von daher gibt es keinen Grund sich anzustrengen, in der unsinnigen Hoffnung, mehr zu bekommen.  Wozu in die Ferne schweifen, sieh das gute liegt so nah, heißt es bei Goethe.

Auch wenn die Lösung auch hier simpel ist, so ist sie nicht unbedingt einfach zu erreichen, wie man in dem empfehlenswerten Film "Walk the line" über das Leben des Countrysängers Jonny Cash sehen kann. 

 

Ich bin guten Mutes, dass Sie einen guten Weg finden und gehen werden. 

 

Beste Grüße

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:

Gesendet: Montag, 9. Juni 2008 16:37

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

 

Guten Tag,

ich selbst (weiblich, 35 Jahre) bin wegen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung in psychotherapeutischer Behandlung. Leider geht die Therapie nun nach 2 Jahren zu Ende. Mittlerweile bin ich seit 8 Monaten in einer Beziehung zu einem jüngeren Mann ( er ist 26 Jahre).

Ich weiß mittlerweile um meine übertriebenen Forderungen an meine Partner und dass ich jedes wort auf die Goldwaage lege und gegen mich verwende. Mein Partner kommt mir jedoch auch sehr narzisstisch vor. Er ist ganz selten in der Lage, Positives, z.B. Lob oder Komplimente auszusprechen. Er kommt mir vor, als enthalte er mir absichtlich etwas vor, um mich zu verunsichern. Ich versuche aufgrund meiner Zweifel, meine Wahrnehmung mit seiner Wahrheit in Einklang zu bringen. Dadurch entstehen lange Diskussionen, bei denen ich am Ende immer eingestehe, zu viel zu interpretieren. Er von seiner Seite gesteht hingegen meist keinen Fehler ein und auch zeigt er sehr wenig Gefühle, sondern er argumentiert rational. Wenn ich ihn frage, wie er mich findet, meint er, dass er mich natürlich toll/ begehrenswert o.ä. findet, sonst wäre er doch nicht mit mir zusammen.

Wo hört mein Narzissmus auf und wo beginnt seiner? Ich habe auch das Gefühl, dass er sich gerne als mein Lustobjekt sehen würde. Er gibt mir oft zu verstehen, dass ich im Grunde zu viel Sex möchte. Er gibt mir immer wieder das Gefühl, nur er sei etwas besonderes und begehrenswert und macht sich rar mir gegenüber. Es kommt mir vor, als wolle er in der Frauenrolle sein, in der er erobert werden muss. Er möchte auch oft Bestätigung für die Größe seines Penis. Mir hingegen als Frau gibt er nur sehr dosiert positives Feedback. Er erkennt nicht an, was er mit mir hat. Jedenfalls kann er dies nicht verbal äußern. Auch zieht er sich sehr oft emotional vor mir zurück, wie aus heiterem Himmel. Ich frage mich ob das wirklich "verliebt sein" sein kann, oder ob ich zu viel erwarte.

Seine konstruktiv verpackte Kritik an mir kommt öfter vor, als Positives, was er mir gegenüber äußert. Das bringt mich immer wieder in Selbstzweifel, weswegen ich auch oft ausraste. Er hingegen ist mit nichts wirklich aus der Ruhe zu bringen. Hinterher entschuldige ich mich oft und gleichzeitig ärgere ich mich, weil ich doch nicht nur verkehrt sein kann. Kann es sein, dass sich hier zwei Narzissten gefunden haben? und wenn ja, macht eine solche Beziehung sinn?, hat sie Zukunft?

Viele Grüße

...

 

 

Hallo ...,

 

 

1. Dass die mehrjährige Therapie bald zu Ende geht ist nicht schlimm, denn Sie können das ganze Leben lang Therapie machen. Vielleicht nicht mehr bei diesem Krankenkassentherapeuten, aber dafür bei dem größten Therapeuten, den es überhaupt gibt, dem Leben.

 

2. Manche Völker leben schon seit Jahrhunderten in Erdbeben- oder Überschwemmungsgebieten. Macht das Sinn? Offenbar ja, sonst wären die Menschen dort schon weggezogen.

So ähnlich ist es bei Ihnen beiden vielleicht auch.

 

Selbstverständlich steht es jeden frei, "wegzuziehen" und woanders ein neues Leben zu beginnen. Doch woher soll man wissen, ob es an der Zeit ist und sich nicht doch weiteres Hoffen auszahlt?

 

Eine Alternative wäre es, wenn beide Partner ihre Beziehungsfähigkeit miteinander entwickeln, so dass das Zusammensein leichter und schöner wird.

Vielleicht laden Sie Ihren Freund dazu ein.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 22. März 2008 15:04

An: info@maennerberatung.de

Betreff: hilfe

 

Ich bin seid 1 ½ Jahren mit einem Mann zusammen der unter einer dissozialen, schizoiden, narzisstischen Störung leidet. Er ist außerdem alkoholkrank. Manchmal will er mich, liebt mich, will mich heiraten, küsst mich – dann stößt er mich weg und trennt sich. Er hat mich belogen, betrogen, ist aggressiv geworden. Er entschuldigt sich immer und wir versuchen es. Jetzt waren wir 8 Wochen getrennt und er kam zurück und sagte er würde mich lieben und wüsste das nur ich ihn so lieben könne und er nur mir trauen könne. Alles war schön. Für 2 Wochen. Dann trank er wieder mal und ich sagte ihm das ich Angst habe das er wieder ausbricht und mich fallen lässt. Er macht was er will ohne Rücksicht und entzieht sich mir immer wieder. Nun sagte er ich würde alles kaputt machen und trennte sich wieder. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Er war schon inhaftiert und ich habe angst das ich ihn ganz verliere. Aber es ist kein rankommen an ihn. Durch sein ständiges Bedürfnis an Bewunderung glaube ich auch das er wieder eine andere hat die ihm anfangs mehr geben kann als ich weil sie seine Macken noch nicht kennt. Aber dann kommt er zurück. Was soll ich tun?

 

 

 

 

Hallo ...,

was Sie tun "sollen", weiß ich nicht, denn ich bin ja nicht Ihr Chef, der Ihnen das zu sagen hätte.

 

Woher wollen Sie wissen, dass er "unter einer dissozialen, schizoiden, narzisstischen Störung leidet."? Hat er Ihnen das gesagt? Vielleicht leidet er gar nicht darunter, sondern denkt so wie es ist, ist es in Ordnung und das Leben ist schön.

 

Was Sie tun können:

Sich mal um Ihre eigenen ungeklärten Themen kümmern, die möglicherweise dazu führen, dass Sie als eine Art trockene Co-Alkoholikerin des Mannes auftreten wollen.

Das können Sie noch jahrelang so weiter machen. Und wenn nicht mit diesem Mann, dann eben mit einem anderen, der ähnliche Charakterstrukturen hat.

Einen ersten guten Anfang haben Sie gemacht, mit einer Mail um Rat gefragt. Im zweiten Schritt suchen Sie sich vielleicht eine fachlich gut angeleitete therapeutische Selbsterfahrungsgruppe, in der sie sich um Ihre eigenen Themen kümmern können. Ihren Mann dürfen Sie dabei gerne behalten, er wird sich über seine Frau wundern, die sich verändert und dadurch auch ihn verändert und sei es auch nur, dass er dann nicht mehr an ihnen interessiert ist, weil sie seine starken narzisstischen Bedürfnisse nicht mehr ausreichend befriedigen.

 

 

Gutes Gelingen

 

 

Peter Thiel

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Montag, 24. März 2008 11:55

An: 'Männerberatung'

Betreff: AW: hilfe

 

Er war in einer Therapie und dort ist es diagnostiziert worden. Ich kann einfach nicht mehr damit umgehen wenn er mich nicht an sich ranlässt. Und manchmal lässt er es zu und dann stößt er mich wieder weg und meldet sich nicht.

 

 

 

 

Hallo ...

Meine Frage war nicht, ob das diagnostiziert wurde, sondern ob er "unter einer dissozialen, schizoiden, narzisstischen Störung" leidet.

Möglicherweise leidet er gar nicht, aber Sie leiden. Dann ginge es gar nicht so sehr um den Mann, sondern um die Frau. Jedenfalls dann, wenn Sie nicht leiden wollen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 10. September 2007 20:57

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Ich bitte um einen Rat

 

Hallo, ich bin auf Ihre Seite gestoßen und sehe bei Ihnen eine Möglichkeit um meine Fragen und Zweifel beantwortet zu bekommen.

 

Ich habe einen Freund, der, medizinisch festgestellt, eine narzisstische Erkrankung hat. Die Folge dieser Erkrankung sind Depressionen, die in den Alkoholismus führten. Er hat alle seine Erkrankungen erkannt und steht dazu. Seit mehr als 20 Jahren ist er wegen der Folgeerkrankungen (Depressionen und Alkohol) in Behandlung. Er war z.B. 10 Jahre lang trocken aber dann kam ein Schub und die Depressionen und als Folge der Alkohol. Er ist darüber am meisten unglücklich. Jetzt ist er zum Entzug und wir kämpfen darum, daß seine Grunderkrankung therapiert wird. Wenn Sie in ... Spezialisten kennen, wär ich Ihnen sehr dankbar eine Adresse genannt zu bekommen. Gibt es überhaupt eine Therapie ? Wenn Sie helfen können, dann tun Sie es bitte.

 

Vielen Dank im Voraus, mit freundlichen Grüßen

 

...

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

Therapien gibt es jede Menge und einige sind sogar zu empfehlen.

 

Wegen einem guten Therapeuten in ...  fragen Sie mal hier an:

...

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 16. August 2007 13:50

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Frage

 

Geehrter herr thiel,

Habe auf ihrer homepage die fragen und antworten zum thema narzissmus gelesen.

Ich fühle mich nun betroffen und möchte folgende, für mich sehr schmerzhafte situation beschreiben:

Mein partner (58 jahre) kritisiert mich häufig in bezug auf meine fähigkeit zur hingabe.

Er stellt während des verkehrs auch “regeln” auf, z.b. In bezug auf meine atmung, meine beckenstellung und hört zeitweise währendessen einfach auf und beschuldigt mich eines mangelnden interesses. Ich empfinde allerdings anders.

Neulich hatten wir verkehr und knapp bevor ich zum orgasmus kam, zog er seinen penis heraus und stand einfach auf. Ob dies absichtlich geschah, kann ich nicht beurteilen.

Diese situation beschäftigt mich sehr und ich fühle mich verschlossen, verletzt und ängstlich in bezug auf unser nächstes treffen.

Wie kann ich mich verhalten?

Mit der bitte um eine antwort

Verbleibe ich mit herzlichen grüßen

...

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

da stellen Sie mir aber eine schwere Frage.

Eine einfache Antwort darauf verbietet sich eigentlich, doch Sie wollen ja erst mal irgendwie weiterkommen.

 

Vielleicht sagen Sie einfach beim nächsten Mal Ihrem Partner, dass er ein wirklich guter Liebhaber ist und Sie sich ihm aber einfach nicht gewachsen fühlen und darum soll er es Ihnen nachsehen, wenn Sie nicht so toll sind wie er.

 

Das kann Ihrem Partner schmeicheln. Wenn er tatsächlich narzisstisch ist, wird er darauf anspringen und er wird zu zeigen versuchen, dass er auch mit einer Partnerin, die nicht so gut ist wie er, so gut umgehen kann, dass auch sie Freude am Sex hat.

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 5. Juli 2007 00:05

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Narzismuss

 

Hallo Herr Thiel,

Folgende Situation: Ich habe mit meinem Partner seit 2 Jahren eine Beziehung. Wir sind beide ... Berater, sehr therapieerfahren und durchschauen unser Problem ganz gut, denke ich. Er ist ein Narzisst, der ca. 10 Beziehungen zwischen 1-2 Jahren hinter sich hat, in denen er Ko-abhängige Partnerinnen hatte, die er irgendwann verlies, weil es ihm „zu eng“ wurde. Er selber sagt, er habe die Frauen regelrecht psychisch „zerstört“ bzw. „ausgesaugt“, was ihm sehr sehr unangehem ist, aber „er habe immer das Beste gegeben, was er konnte“. Bei uns ist es so, daß er das erste Mal in den gleichen Räumen lebt, wie seine Partnerin, mein Kind aus erster Ehe ganz gut akzeptiert und mit ihr eine eigene Beziehung hat, die liebevoll ist. Regelmäßig jedoch bahnt sich sein Narzisst den Weg und er zweifelt dann an der „Enge“, seiner evtl. eingeschränkten Selbstverwirklichungsfähigkeit etc. Daraufhin bekomme ich Ängste, weil es im krassen Widerspruch seiner sonstigen Äußerungen und Handlungen (liebt mich sehr, will so leben) steht. Er bittet mich, ihn dann nicht so ernst zu nehmen. Dazu muss ich noch sagen, daß die Verbesserung seines Narzissmus durch unsere gemeinsamen, stundenlangen Reflexionen über seine Psyche in Kombination mit seinem Willen und seiner Intuition für Stimmigkeit überhaupt nur gelingt und mich irre viel Kraft kostet. Meine Fragen an Sie: Heilt ein Narziss jemals? Wieviel Geduld brauche ich? Soll ich ihn wirklich nicht so ernst nehmen, wenn er in diesen Phasen ist? Wie wirkt sich ein Kind aus? (Mein Partner intuiert, daß er daran sehr wachsen würde, weil er aus Verantwortung und Liebe zurückstecken müsste, fürchtet es aber auch gleichermaßen deshalb).

Danke sehr für Ihre Antworten.

Besten Gruss, ... 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

Sie fragen: "Meine Fragen an Sie: Heilt ein Narziss jemals?"

Sie kennen sicher die Kiefern, die direkt hinter den Dünen an der Ostsee stehen. Durch den jahrlangen vom Meer kommenden recht starken Wind haben diese sich ganz anders, als die Kiefern weiter im Hinterland entwickelt. Die Krone der am Meer stehenden Kiefer hat sich meerabgewandt entwickelt, der vom Meer kommende Wind hat gewissermaßen das Antlitz der Kiefer geprägt. Ganz neben bei bietet die meerabgewandte Krone dem Wind die wenigste Angriffsfläche. Es kann sein, dass andere Kiefern, die sich nicht vom Wind formen lassen wollten, bei einem Herbststurm entwurzelt wurden.

Kann man die an das Leben hinter der Düne gut angepasste Kiefer heilen? Kann man erreichen, dass die Krone sich aus ihrer Neigung aufrichtet und in die Höhe bewegt? Ich glaube nicht. Von daher ist die Idee und der Begriff der Psychotherapie also der Heilung der Psyche, irreführend und anmaßend. Doch leider hat sich der Begriff im gesellschaftlichen Bewusstsein so stark etabliert, dass die Leute glauben, sie könnten bei einem "Psychotherapeuten" geheilt werden - d.h. die Leute glauben, es könnte sich ein Zustand ideal gedachter psychischer Gesundheit einstellen, wenn man nur ausreichend lange, intensiv und wirksam "therapiert". Das ist aber ein übler Schmarren - geschürt auch vom medizinisch-industriellen Komplex mit seinen Eigeninteressen. Der Glaube weckt Illusionen, die notwendigerweise vom Leben enttäuscht werden müssen. Jede/r, der eine jahrelange Psychoanalyse auf sich genommen hat, die die anderen Beitragszahler Zehntausende von Euros kostet, kann sich in dem Glauben wiegen, nur noch ein Jahr auf der Couch und dann bin ich geheilt und es wird mir gut gehen. Die Desillusionierung kommt schneller als man denkt.

Zutreffend erscheint mir, dass wir immer mal mehr und mal weniger Möglichkeiten haben, in der einen oder anderen Form unser Leben zu verändern, so dass wir zufriedener und glücklicher leben.

Geduld brauchen Sie da sicher einige und auch die Fähigkeit bei Bedarf eine geeignete Distanz zu Ihrem Partner einnehmen zu können. Wenn er gerade wieder auf seinem narzisstischen Pfad ist, versuchen Sie ihm nicht zu helfen, sondern kümmern sich besser um sich selbst, treffen sich mit einer guten Freundin oder erledigen Ihre Steuererklärung, die schon überfällig ist.

 

Kind oder nicht Kind - das ist für mich hier nicht die entscheidende Frage. Das Kind ist nun mal Mitspieler im System - nur der liebe Gott weiß, ob das gut oder weniger gut ist.

 

 

Gruß

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 12. Juni 2007 10:48

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Stiefvater

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

 

Mein Stiefvater mit dem ich keinen Kontakt mehr habe, gibt mir für alles die schuld, er schwärzt mich bei allen Leuten an sogar bei meiner Frau unter anderem mit Aussagen wie, Ich kann ja sowieso nicht Rechnen, und mit Geld umgehen ( wir haben gebaut ), und bringe nichts fertig, er mir eine faust ins Gesicht schlägt wen ich es mit ihr wieder verbocke (bin geschieden). Er hat mich als Kind auch geschlagen wegen jedem kleinen Fehler und mich verbal erniedrigt. Meinen Schwiegereltern hat er an unserem Hochzeitstag gesagt das ich so eine Frau gar nicht verdient habe usw. Ich habe ihn mit seinen aussagen konfrontiert er streitet alles ab und sagt das stimme nicht. Ist das ein Narzisst.

 

mit freundlichen Grüssen

 

...

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

Ihr Stiefvater scheint mir recht intolerant zu sein. Das würde ich aber nicht als Narzissmus bezeichnen, sondern eben als Intoleranz.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Samstag, 24. März 2007 12:22

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

meine Mutter leidet seit nunmehr als 25 Jahren unter einem narzisstischen Ehemann. Wie kann ich ihr fortan helfen, das Leben mit meinem Vater erträglich zu machen?

 

Danke bereits im Voraus,

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

in dem Sie Ihre Mutter dabei unterstützen, besser als bisher auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und für sich selbst besser als bisher zu sorgen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 14. März 2007 16:51

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage über Fachliteratur

 

 

Guten Tag,

 

ich schreibe an Sie, weil ich mir große Sorgen um meinen Sohn mache. Sein Vater, von dem ich seit 12 Jahren getrennt bin, ist ganz offensichtlich stark narzisstisch. Er hat sich inzwischen eine große Firma aufgebaut. Aber mein Sohn , zu dem er nur spärlich Kontakt hatte war bisher nicht so interessant, bis er nun sein Abitur gemacht hat. Er soll Jura studieren, was er nachdem er nicht genau wusste was er lernen möchte, auch begonnen hatte. An dem Tag an dem er sich entschloss das Studium abzubrechen, war er ein Versager ein Taugenichts, wie seine Mutter und deren Familie…Er hat schon die dritte Frau, die Jura studiert hat. Er selbst allerdings hat nichts studiert. Es ging weiter, bis hin zur Enterbung usw. Können Sie mir ein Buch oder ähnliches empfehlen, aus dem ein Laie die Narzisstische Störung besser versteht und den Umgang mit einem solchen Menschen lernt?

 

Vielen Dank im Voraus

...

 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

Bücher zur sogenannten narzisstischen Störung gibt es wie Sand am Meer, aber ich wüsste keines, dass ich Ihnen empfehlen könnte.

 

Stellen Sie sich doch einmal vor, Ihr Ex-Mann wäre gehbehindert, warum sollten Sie dann die Gehbehinderung "besser verstehen" können, das änderte ja doch nichts daran, dass er gehbehindert wäre. Einem Gehbehinderten öffnet man am besten die Tür, hilft ihm beim Einsteigen in den Zug und erwartet von ihm nicht, dass er beim Marathonlauf unter die ersten 100 Läufer kommt.

 

Genau so ist das beim Narzissten. Schenken Sie dem Narzissten die Aufmerksamkeit, die er sich wünscht, dann wird er sich wohl fühlen. Sie dürfen dabei aber nie nachlassen, sonst ist der Narzisst ihnen für immer und ewig böse, will nichts mehr mit Ihnen zu tun haben und enterbt Sie. Wenn Sie kein Risiko eingehen wollen, vermeiden Sie den Kontakt mit einem Narzissten. Wenn er was von Ihnen will, verweisen Sie Ihn an die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas oder die Heilsarmee, die sind ja schließlich dazu da, sich selbstlos um Narzissten zu kümmern.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 28. Februar 2007 17:41

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Auskunft

 

 

Hallo!

 

Mein Freund ist Narzisst. Er nimmt sich extrem wichtig, hat ständig Bedürfnis nach Bestätigung, gibt nie und nimmt nur, ist nicht in der Lage, meine Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und wird zunehmend aggressiver mir gegenüber. Ich habe den Eindruck, er wird meiner langsam "satt".

 

Ich gehe nicht in dem Maße auf ihn eine, wie eine solche Person das wohl gern hätte oder bräuchte, und so glaube ich, daß er in mir nicht die Peron sieht, die er bedürfte, die ihm die geforderte Bestätigung gibt.

 

Wie kann ich mich im gegenüber verhalten.

 

Vielen Dank!

...

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

Sie können sich so oder so verhalten. Sie können ihm ganz viel Aufmerksamkeit schenken, dann wird er vielleicht zufrieden sein.

Oder Sie machen es nicht, dann hat er wohl ein Problem und wird Sie abstrafen wollen, was er ja offenbar auch schon tut.

Suchen Sie sich einfach aus, was Ihnen lieber ist. 

 

Verändern werden Sie ihn sicher nicht, denn das würde ja voraussetzen, dass Ihr Freund ein Interesse hätte, sich zu verändern.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 2. November 2006 09:54

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Penis

 

guten tag,

ich habe eine frage ist das schlimm wenn ich jeden tag mit der hand den sex verrichte d.h. ich mache das mit der hand wasandere in der scheide verrichten ist das schlimm oder nicht eine antwort wäre vielleicht hilfreich und mein penis sieht nicht wirklich schön aus ich lege ihnen ein bild im anhang bei mit einer erekektion und einmal ohne

gruß

euer ... ich hoffe auf eine schnelle antwort

 

 

 

 

Hallo ...,

 

das ist schlimm.

 

Sie sollten unbedingt diesbezüglich mal einen Arzt aufsuchen und sich behandeln lassen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 22. August 2006 09:30

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Fragen zum Thema "Narzisst"

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Ex ein Narzisst ist.

Bitte beantworten Sie mir folgende Fragen:

Wir haben ein gemeinsames Kind, da ich jedoch die Beziehung beendete, wollte er nie wieder etwas mit mir und seinem Kind zu tun haben. Und das obwohl sein Sohn sein 100%-iges Ebenbild (und Wunschkind!) ist.

Statt sich um sein Kind zu kümmern, hat er sich mit einer äußerst unattraktiven aber reichen Frau eingelassen, die ihn von morgens bis abends anhimmelt (er sieht sehr gut aus).

Ist dieses Verhalten narzisstisch? Und kann er noch "vernünftig" werden, und endlich Verantwortung übernehmen (Kindesunterhalt bezahlt seine Freundin)? Muss ich damit rechnen, dass mein Sohn seinen Vater nie kennen lernt?

Vielen Dank im Voraus!

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

Ihr Ex-Mann ist offenbar noch etwas infantil, also noch nicht erwachsen. Er will möglicherweise so wie ein Kind versorgt werden, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen, was dann auch ausschließt, dass er sich um andere, so z.B. seinen Sohn kümmert. Narzisstisch scheint er in Bezug auf seine neue Freundin zu sein, in Bezug auf seinen Sohn sehe ich das nicht so, denn im allgemeinen bewundern Kinder ihre Eltern auf eine gewisse Weise und ein narzisstischer Vater könnte sich hier einiges an Bewunderung abholen, was ihr Ex-Mann aber anscheinend nicht macht.

 

 

 

Man kann ihm in puncto Verantwortung für seinen Sohn auf die Sprünge helfen, in dem man ihn z.B. über das Jugendamt oder das Familiengericht einfordert, dass er sich auch persönlich um seinen Sohn kümmert.

 

 

 

 

§ 1626 BGB

(3) Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist.

 

 

§ 1684 BGB Umgang des Kindes mit den Eltern

(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.

(3) Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechts entscheiden und seine Ausübung, auch gegenüber Dritten regeln. Es kann die Beteiligten durch Anordnungen zur Erfüllung der in Absatz 2 geregelten Pflicht anhalten.

(4) ...

 

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 16. August 2006 20:15

An: info@maennerberatung.de

Betreff: (Kein Thema)

 

Hallo, Ich bin verzweifelt weil ich denke dass mein ex Freund ein Narzisst ist. wir haben einen Sohn zusammen. Ich habe das früher nicht gewußt und nicht gesehen. Erst nach der Geburt kamm alles raus. Gibt es hoffnung dass ein Narzisst sich Ändern wird? Er ist sehr schwierig. würde mich über eine antwort sehr freuen.

 

 

 

 

Hallo ...,

Narzissten können sich ändern. Aber meistens wollen sie das nicht und wenn sie sich nicht ändern wollen, dann ist es in der Tat schwierig, sie zu ändern. Da helfen dann nur noch kleine Tricks, über die man sich als betroffener Partner am besten bei einem guten systemischen (Familien)Therapeuten informieren kann.

So z.B. unter www.dgsf.org

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 8. August 2006 15:08

An: info@maennerberatung.de

 

Betreff: Weist mein ehemaliger Partner narzisstische Züge auf und wie gehe ich mit ihnen um?

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Sie werden sicherlich ein wenig verwundert über mein Alter sein, doch ich stieß zufällig auf ihre Website und dachte, es wäre sinnvoll eine subjektive ,fachmännische Meinung einzuholen, da einige aus meinem näheren Umfeld meinen Ex-Freund nach der Trennung als jemanden mit narzisstischen Zügen beschreiben, da er immer viel Aufmerksamkeit und Nähe brauchte, gerne redete, aber oft vergaß, was andere gesagt hatten, es nicht ernst nahm, wenn er einen Fehler gemacht hatte und Menschen, die er nicht mochte, teilweise respektlos behandelte. Ich weiß nun aber nicht, wie ich damit bei einer "Rückeroberung" umgehen soll oder ob diese Einschätzung überhaupt richtig ist, da er außerdem sehr fürsorglich, bemüht, verletzlich und beliebt ist. Ich versuche den Vorfall kurz zu umreißen.

Vor wenigen Tagen beendete mein Partner(18J.),der immer, sehr liebevoll gewesen war, nach über 3 schönen Monaten unsere Beziehung ,nachdem ich aus einem einwöchigen Urlaub zurückgekehrt war, während dem er sich zum Schluss kein einziges Mal auf mehrere Kontaktversuche meinerseits meldete. Zwar trafen wir uns danach noch einmal und es machte den Anschein, als wäre alles in Ordnung ,doch er ging frühzeitig, da er plötzlich "allein" sein wollte. Ich vermutete erst ,es hinge mit dem Erektionsproblem zusammen, das er während meiner Abwesenheit bekommen hatte. Doch am nächsten Tag folgte dann ein Gespräch und die Beziehung wurde von ihm beendet ,ohne dass etwas vorgefallen war und er mir vor meinem Abflug noch beteuerte er würde mich über alles lieben . Er wäre sich seiner Gefühle seit einiger Zeit nicht sicher, habe mir und sich selbst etwas vorgemacht, bräuchte Freiheit, obwohl er vorher immer sehr nähebedürftig war, und wüsste selber nicht was mit ihm los wäre. Ich mache mir natürlich viele Gedanken darüber ,was ein Auslöser für sein Handeln sein könnte, obwohl er beteuerte ,es habe nichts mit mir zu tun. Gehörte er wirklich zu den Narzissten, wäre es natürlich naheliegend, dass ich ihn in seinem Ego gekränkt habe, da ich ihn auf sexueller Ebene öfter abgewiesen hatte.

Ich würde mich freuen, wenn sie mir eine Antwort auf die Frage 1.Ob man das Verhalten meines Ex-Freundes als narzisstisch bezeichnen kann ,und 2.Wenn ja, wie ich am besten das Gespräch mit ihm suchen kann, ohne ihn zu bedrängen ,geben könnten.

Mit freundlichen Grüßen,

...  (17J.)

 

 

 

 

Hallo ... ,

wozu wollen Sie wissen, "Ob man das Verhalten meines Ex-Freundes als narzisstisch bezeichnen kann". Ob man es so bezeichnet oder nicht ändert doch am Menschen selber nichts.

Im übrigen hat jeder Mensch narzisstische Züge - und das ist auch in Ordnung so.

Das Gespräch mit ihm können Sie am besten so suchen, dass Sie von ihm nichts erwarten und sich statt dessen sich darüber freuen, wenn es zu einem schönen Kontakt mit ihm kommen sollte.

Wenn sich kein schöner Kontakt einstellt, warten Sie nicht zu lange. Es gibt auch noch andere interessante Männer, die der Mühe wert sind.

 

Viel Spaß dabei

 

 

Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 1. August 2006 12:23

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Liegt hier eine narzisstische Störung oder sonstige Persönlichkeitsstörung vor?

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch Zufall habe ich diese Internetseite entdeckt und verspreche mir hier vielleicht etwas Hilfe. Es geht um meinen Lebensgefährten, mit dem ich seit gut 4  Jahren zusammen bin.

Die ganze Geschichte hier zu erzählen, würde sicherlich den Rahmen sprengen. Ich versuche es mit einer verkürzten Version:

Die ersten Monate unserer Beziehung hat er mich auf Händen getragen, mir das Gefühl gegeben, noch nie hat mich jemand so geliebt wie er, hätte mir die Sterne vom Himmel geholt und hat mir beteuert und auch gezeigt, er habe noch nie jemanden so geliebt wie mich. Es war schon so extrem, dass ich eigentlich hätte darauf kommen müssen, dass da etwas nicht stimmt.

Bald merkte ich, dass er mich häufig angelogen hat, Post verschwinden ließ etc., eigentlich wegen finanzieller Dinge (Unterhaltsschulden, Privatkonkurs). Er erklärte es so, dass er natürlich nicht in einer frischen Beziehung gleich mit seinen privaten Problemen ins Haus fallen könnte, es sei ihm alles peinlich gewesen. Durch die vielen Lügen, Vertuschungen und Ungereimtheiten kam es immer häufiger zum Streit, woraufhin ich an der Handy-Rechnung feststellte, dass er immer wieder die selbe Nummer angerufen hatte. Es handelte sich um meine damalige Nachbarin. Er hat sich wieder und wieder mit ihr getroffen, das ganze jedoch verharmlost und sich gleichzeitig an mich geklammert. Mit ihr hat er angeblich nie was gehabt.

Nachdem das durchgestanden war, war eine Zeitlang Ruhe, bis ich wieder eine fremde Handy-Nummer auf der Rechnung feststellte, angeblich die eines Arbeitskollegen bzw. dessen Frau. Durch Nachforschungen ergab sich, dass es sich um eine Arbeitskollegin handelte. Erst im April diesen Jahres erfuhr ich, dass er auch mit ihr etwas hatte.

Es kam dann häufiger zu solchen Vorfällen, jedoch erst, nachdem ich langsam begann, ihm nicht mehr alles zu glauben, misstrauisch war und ihn ständig bearbeitete, mir die Wahrheit zu sagen. Ende letzten Jahres versuchte er sich das Leben zu nehmen, nachdem wieder einmal was herausgekommen war und er Angst hatte, mich zu verlieren. Trotz der ständigen Suche nach anderen Frauen, insbesondere, nachdem er Ende letzten Jahres auf meinen Wunsch hin in eine eigene Wohnung gezogen war, hat er aber weiterhin hartnäckig mir zu verstehen geben, dass nur ich seine wahre Liebe sei, er sich nicht für andere interessiere, solange er nur die Hoffnung habe, es wird wieder was zwischen uns, zeitgleich hielt er Kontakte zu anderen Frauen (angeblich nur Freundinnen zum reden) oder suchte weitere Kontakte in der Zeitung. Dies versuchte er natürlich zu verheimlichen und wegleugnen, da er ja gleichzeitig angeblich um mich und unsere Liebe kämpfte.

Er kann wahnsinnig charmant sein, vor allem gegenüber seinen "Eroberungen", so wie er es bei unserem Kennenlernen mir gegenüber war, ich kann da keinen großen Unterschied feststellen. Er machte Freunden und meine Familie dermaßen was vor, dass keiner auf die Idee kam, dass dieser Mann so lügen könne. Er manipulierte die angeblichen "Nur-Freundinnen" dermaßen, dass sie heute noch hinter ihm stehen, obwohl ich ihnen alles erzählt hatte. Er hatte sich nur Freunde gesucht, bei denen er gut dastehen konnte, da sie mit mir keinen Kontakt hatten und somit nur seine Version zu hören bekamen oder Frauen, die ihn als tollen Mann bewunderten.

Vor einigen Wochen, ich konnte einfach nicht mehr, haben wir eine "Auszeit" vereinbart, ich wollte nur meine Ruhe haben, zu mir finden und mir darüber klar werden, ob ich diesen Mann überhaupt noch will. Er erklärte, er sei damit einverstanden, würde aber weiter um mich kämpfen und auf mich warten, er würde mich nicht wieder enttäuschen. Er suchte immer wieder den Kontakt und wollte mit mir zusammen etwas unternehmen, was ich jedoch nicht wollte und ihn auf die Auszeit verwies. Diese "Abfuhr" nahm er dann zum Anlass, bei einer Veranstaltung mit einer Frau (nicht mal gut aussehend, eher Typ Mauerblümchen) Handy-Nummern auszutauschen und sich ihr gegenüber eine Woche lang zu bemühen, bis er sie im Bett hatte. Während der ganzen Zeit suchte er weiter den Kontakt zu mir und redete mit Engelszungen. Gerade an dem Tag, als ich den Kontakt langsam und vorsichtig wieder zuließ und geneigt war ihm zu glauben, kam am Abend eine SMS dieser Frau auf seinem Handy an, die er zuerst verleugnete, mich aber dann gezwungenermaßen lesen ließ. Er leugnete wieder bis zum bitteren Ende hartnäckig, die Frau zu kennen, das müsse ein Missverständnis sein. Als es nicht mehr anders ging, da sie mir seine Wohnung beschrieb, leugnete er, mit ihr Sex gehabt zu haben. Er rief sie sogar an und fragte, was ihr einfallen würde, so etwas zu behaupten, sie hätten doch nur geredet.

Mittlerweile ist er so weit, dass er zumindest mit zwei ausgewählten Freunden über sein Problem spricht, auch mit mir, ich weiß worum es geht. Dennoch bin ich überzeugt, er lässt weiterhin die "pikanten" Einzelheiten weg, obwohl er darauf hinweist, er habe doch nichts mehr zu verlieren, ich hätte ja sowieso für mich die Sache schon abgeschlossen. Ich weiß aber, dass er immer noch die Hoffnung hat, dass sich unsere Beziehung wieder festigt

Nun meine Frage: kann es sich hierbei um eine Form einer narzisstischen Störung handeln? Was nicht ganz passt, ist dass er mich definitiv nicht verlassen will, mich auch nicht direkt "schlecht" behandelt, mal abgesehen von den seelischen Schmerzen, die ich erleide, wenn er wieder fremdgegangen ist. Er sieht gut aus und hätte sicherlich keine Probleme, eine andere Frau zu finden, das sucht er jedoch definitiv nicht, sondern eher mal die kleinen Abenteuer, die man bei Bedarf auch schnell mal abschießen kann. Das gibt ihm wohl die Bestätigung, die er von mir in letzter Zeit nicht mehr bekommen hat. Läuft bei uns jedoch alles gut, ist er der beste zuvorkommenste Mann, den man sich vorstellen kann. Andererseits jedoch, wenn er erst mal eine "an der Angel" hat, zieht er es durch bis zum "bitteren Ende", ohne Rücksicht auf Verluste. Nach seiner Aussage fühlt er sich nicht gut dabei, aber er tut es trotzdem. Das ist alles so unglaublich und widersprüchlich, dass es kein Mensch nachvollziehen kann.

Er hat jetzt einen anderen Therapeuten gefunden (hatte im Dezember schon eine Therapie angefangen, jedoch wieder abgebrochen, auf meinen Rat hin, da er an den falschen Therapeuten geraten ist). Bestehen hier überhaupt Heilungschancen? Ich würde ihm ja gerne helfen, aber sobald ich spüre oder wieder herausgekommen ist, dass er wieder gelogen hat, sperrt sich alles innerlich und meine Gefühle und der Wunsch ihm zu helfen wandern in den Keller.

Ach ja, die Ursprünge der Störung liegen wohl in seiner Kindheit. Er war ein von der Mutter ungewolltes und ungeliebtes uneheliches Kind, der Vater war anderweit verheiratet, hat sich zwar gekümmert, ist jedoch ums Leben gekommen, als mein LG 7 Jahre alt war. Er hatte somit keine Bezugsperson.

Ich würde mich sehr freuen, Ihre Meinung darüber zu hören und vielleicht können Sie mir einige Tipps geben, wie ich mich verhalten kann.

Besten Dank im Voraus und freundliche Grüße

...

 

 

 

Hallo Frau ...,

 

man kann das Verhalten des Mannes sicherlich narzisstisch nennen. Aber damit ist ja nichts geholfen, denn es gibt keine Tabletten gegen Narzissmus und auch die Pharmaindustrie forscht noch nicht daran, weil man dort wahrscheinlich weiß, dass gegen solche Charakterzüge Tabletten nicht helfen.

 

Zum anderen scheint es mir aber auch so zu sein, dass Ihr Freund sich regelrecht aus ihrer gemeinsamen offenbar bisweilen auch anstrengenden Beziehung in Nebenbeziehungen flüchtet, andere Männer lösen das dadurch, dass sie in die Kneipe gehen und sich betrinken, wieder andere Männer ziehen sich an ihren Computer zurück und vergessen Frau und Kind.

 

Mein Tipp an Sie, hören Sie auf dem Mann helfen zu wollen. Er ist erwachsen und kann sich selber helfen, wenn er es will.

Wenn was zu tun ist, dann wahrscheinlich gemeinsam für sie beide, vielleicht mit Hilfe einer guten Paarberatung.

 

Nehmen Sie ihn ansonsten so wie er ist, genießen Sie die schönen Seiten mit ihm und halten Sie Abstand von den Seiten, die Ihnen nicht gut tun.

Und wenn Sie den Kontakt gar nicht aushalten, ohne ihn ständig verändern zu wollen oder sich selbst schlecht zu fühlen, dann lassen Sie ihn los und beenden die Beziehung.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 31. Juli 2006 13:01

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Narzissmus

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bin ich an einen Narzissten geraten?

Ich habe mich vor zwei Jahren von einem ... (46 J) getrennt und mich beschäftigt diese Trennung noch sehr. Für mich wäre es wichtig, ob ich an einen Narzissten geraten bin, um einfach für mich aufzuarbeiten:

Ich würde die Person wie folgt charakterisieren:

sehr ehrgeizig, höchste Ansprüche an sich selbst, äußerst gute Umgangsformen, Gentlemen, extrem nett, jedoch wenig Toleranz

extreme Körperhygiene, pedantisch, ruhelos, äußerst gut organisiert, alles wurde notiert: selbst eine Liste über seine Freundinnen mit Datum wurde erstellt. Sein Körpergewicht notierte er seit Jahren.

z.T. introvertiert, ständig Gesprächsinhalte mit Vorgesetzten aufarbeitend, ruhelos, was das Weiterkommen betraf.

zu Munde reden, Schauspieler, äußerst guter Smalltalker - dann aber auch wieder den Gesprächsinhalt vergessend

nicht viele Freunde

suchen nach ständiger Bestätigung beim weibl. Geschlecht (Blickkontakt suchen, Gespräch bei äußerst gutaussehenden Frau suchen)

z. T. cholerisch werdend, wenn jem. seine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

hat alles selbst übernommen, da es anschein. niemand besser kann (Einkaufen, Waesche waschen, Kochen u. u. u. - er konnte einfach alles u. dies war wirklich so!!!)

ungeduldig

sehr fürsorglich

und dann auch wieder sehr einfühlsam

hohe Erwartungen an seine Freundinnen:

ich war nicht ehrgeizig - trotz mehrerer Berufe und akad. Abschluss, eine andere Freundin durfte nicht sagen, wo sie arbeitet. Einmal konnte ich ihm auf dem Radweg nicht folgen und war somit nicht lebensfähig. Ich hatte das Gefühl, dass er immer mit seiner Freundin prahlen wollte. Ich sollte russisch sprechen, wenn er es wollte.Ich sollte so essen, wie er es wollte. Ich wurde ständig mit anderen Frauen verglichen und damit gedemütigt.

In einem Restaurant war das "reserviert"-Schildchen auf dem Tisch nicht sichtbar für ihn aufgestellt. Als die Kellnerin ihn darauf aufmerksam machte, dass dieser Tisch reserviert sei, machte er eine Riesenszene u. bestand darauf dort sitzenzubleiben. Fühlte er sich von jem. nicht genügend respektiert, so strafte er ihn mit Nichtachtung ab. Er entschuldigte sich nur sehr zaghaft.

Keinerlei Komprisse eingehen: er ist so wie er ist!!!!

Allerdings äußerst großzügig und kreativ und auch sehr sensibel - wenn er einem weh tat und man dies sagte, versuchte er es sofort durch Großzügigkeit zu kompensieren.

Zum Schluss sagte ich nur noch, such dir dein promov. Top-Model, da ich das Gefühl hatte, die Anford. nicht mehr erfüllen zu können. Mein Selbstwertgefühl sank sehr in dieser Beziehung. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass er um extreme Anerkennung bei anderen ring und dies durch estreme Extravaganz zum Ausdruck brachte, was alle beeindruckte. Er sagte mir, dass man einem Partner keine Anerkennung gibt.

Ich konnte nicht zu ihm ziehen, da ich das Gefühl hatte, mich dann gänzlich anpassen zu müssen und irgendwann mit ihm zu vereinsamen.

Nun hat er eine ... gefunden, die sofort bei ihm einzog. In ihrem ganzen Umfeld wimmelt es von ... . Er sagte mir, dass er jetzt glücklich sei.

Für mich wäre es wichtig zu wissen, ob es sich hier wirklich um eine narzisstische Störung handelt und was da in der Kindheit falsch gelaufen ist.

Vielen Dank.

....

 

 

 

 

 

Hallo Frau ...,

Ihr Ex-Freund ist offenbar eine Mischung aus verschiedenen Charakteren, dabei scheint er zwanghafte, perfektionistische und auch narzisstische Züge zu haben. Offenbar ist er auch von verschiedenen Ängsten und Ruhelosigkeit geplagt. Weil aber ein solcher Mensch nur auf Ablehnung bei anderen Menschen stoßen würde, hat er auch noch andere Eigenschaften entwickelt, so z.B. Großzügigkeit, Kreativität, extrem nett, äußerst guter Smalltalker, mit denen er Eindruck bei anderen Menschen, insbesondere auch bei Frauen machen kann. So einen kannte ich auch mal, die Frauen hingen an seinen Lippen und ich hätte ihn am liebsten auf den Mond geschossen, nur leider hatte ich nicht die passende Rakete da. Außerdem hätte ich dann Ärger mit den Frauen bekommen, die sich um ihr Lieblingsspielzeug mit dem sie ihre narzisstischen Bedürfnisse befriedigten, hätten betrogen gefühlt

 

Ihr Ex-Freund hat das Zeug für einen perfekten und erfolgreichen Politiker. Sie sollten ihm keine Träne nachweinen und auch nicht in seiner Vergangenheit oder Kindheit nachgraben, denn damit geben Sie ihm unnötige Aufmerksamkeit.

Sie können allerdings nachdenken, warum Sie sich immer noch für diesen Mann interessieren. Möglicherweise ist das zu irgend etwas gut für Sie.

Vielleicht finden Sie einmal heraus, wozu Sie sich mit diesem Mann beschäftigen, denn dann wüssten Sie, worum es Ihnen zur Zeit geht und was Sie zukünftig in Ihrem Leben verändern können, so dass Sie sich nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen müssen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ... 

Gesendet: Dienstag, 3. Januar 2006 20:49

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Auf der Suche nach Hilfe

 

Hallo Herr Thiel,

 

ich denke ich bin ein Narzisst. Mein Therapeut ist mit diesen Wort noch sehr vorsichtig; er spricht nur von narzisstischer Neigung. Je mehr ich mich aber mit diesem Thema beschäftige und dann, auf Grund des erworbenen Wissens, mein eigenes Verhalten beobachte, komme ich zu dieser Schlussfolgerung.

 

Ich bin nun 39 geboren in ... . Durch Wendejahre und 5 Jahre ...  war ich mehr oder weniger beschäftigt, mir ein materialistisches Zuhause aufzubauen. Seit nun 3 Jahren beschäftige ich mich mit mir, um ursprünglich die Frage zu beantworten: Warum tue ich Dinge so wie ich Sie tue? Die Frage habe ich mir einfach nach 2 gescheiterten Ehen, davon eine nur 5 Monate, keinem echtem Interesse an langjährigen Freundschaften, und nun insgesamt 5 verschiedene Jobs stellen müssen.

 

Die Antwort heißt wohl Narzissmus, aber ich weis nicht wie ich normal werden kann. Ich beneide Menschen, die sich einfach sozial treffen und so sein können wie Sie wollen. Ich beneide Menschen, die es geschafft haben, Ihre Fähigkeiten und Talente einfach zu leben, und einfach sich selbst zu sein. Mein Leben, speziell die letzten 10 Jahre, war immer ein Trieb nach Anpassung und Geld. Ich wollte einfach nur von Menschen akzeptiert werden, und habe dafür sehr viel getan, unermuetlich, wie ein Roboter, eher getrieben von etwas Unbekannten, als bewusst, und zielstrebig. Dabei gab es immer wieder Beziehungen, und 2 Ehen, aber das soziale Glück will sich nicht einstellen. Jetzt, im Alter, wird es noch schlimmer. Die Frauen genügen einfach nicht mehr. An jeder gibt es etwas auszusetzen und man trennt sich, bevor die Beziehung eigentlich erst richtig begann. Und sich jemanden anvertrauen kann man auch nicht, da man ja seine Maske hat und von Schwester eh als Problemchen betitelt wird.

 

Ich bin in Behandlung, privat, bei einem ... therapeuten. Aber bedingt durch seinen und meinen vollen Terminplan sehen wir uns nicht regelmassig, und dann nur für ein Stunde. Ich arbeite auch die Stunden nicht auf, sondern gehe eher als Pflicht dort hin. Manchmal trifft er meine Seele und es kommen Tränen oder Erkenntnisse. Hilfe im Inneren verspüre ich nicht dauerhaft, im Gegenteil, ich wünschte ich hätte mit dieser Selbstfindung nie angefangen und damit weiter gemacht, was ich die letzten Jahre getan habe. Anpassen, Karriere, Geld verdienen, und immer neu anfangen, 3 Länder, 5 Städte, damit man ja nicht Zeit für sich hat.

 

Ich bin auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe im Raum ... , kassenfinanziert, aber privat. Ich denke in einer Gruppe wird meine eigene Last, mein eigenes Inneres (leider jetzt bewusstes) Gefaengniss eher klein, und ich kann anderen helfen. Oder auch nicht...

 

Freue mich auf Ihre Antwort und auch auf diesem Weg ein erfolgreiches Jahr 2006.

 

Mit freundlichen Gruss,

 

...

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

Sie schreiben:

"ich denke ich bin ein Narzisst. ...

Die Antwort heißt wohl Narzissmus, aber ich weis nicht wie ich normal werden kann. Ich beneide Menschen, die sich einfach sozial treffen und so sein können wie Sie wollen. Ich beneide Menschen, die es geschafft haben, Ihre Fähigkeiten und Talente einfach zu leben, und einfach sich selbst zu sein."

 

Ist doch egal, ob Sie nun ein Narzisst sind, ein Autist oder ein Surrealist. Schauen Sie einfach, was Ihnen fehlt und tun Sie was dafür, dies in Ihr Leben zu integrieren.

Werden Sie dabei bloß nicht "normal", das wäre sicher sehr langweilig und ist überdies gar nicht zu schaffen, weil es "normal" nicht gibt.

 

Sie schreiben weiter:

 

"Ich bin auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe im Raum ... , kassenfinanziert, aber privat. Ich denke in einer Gruppe wird meine eigene Last, mein eigenes Inneres (leider jetzt bewusstes) Gefaengniss eher klein, und ich kann anderen helfen. Oder auch nicht..."

 

Vielleicht gründen Sie eine eigene Selbsthilfegruppe, dann brauchen Sie auch keine Krankenkassenfinanzierung, sondern nur einen Raum, wo sich die Gruppe trifft.

Wie kommen Sie denn auf die Idee, anderen helfen zu müssen. Helfen Sie lieber sich selbst. Schenken Sie sich schöne Erlebnisse, auch mit anderen Menschen. Dass können Sie in einer Selbsthilfe- oder auch Therapiegruppe ausprobieren und lernen.

 

Viel Spaß

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Mittwoch, 12. Oktober 2005 14:42

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Therapiegruppen für narzißtische Persönlichkeitsstörungen

 

Hallo,

bin 46 Jahre alt, mein Mann 44, seit 22 verheiratet haben ... und ... , die beide noch bei uns wohnen. Eigentlich wollte ich eine Mail mit meinem/unserem ganzen „Leidensweg“ schreiben. Aus momentanem Zeitmangel begnüge ich mich mit einer Antwort auf diese Frage:

Können Sie mir bitte Therapiegruppen für narzißtische Persönlichkeitsstörungen, in ... , nennen? Wenn möglich krankenkassenfinanzierte oder auch privat finanzierte.

Ich bin ziemlich sicher dass mein Mann dieses Problem hat, da er mir vor einem Jahr gestanden hat, dass er schon seit Anfang unserer Ehe fremdging. Damals zog er zu seiner Freundin um sein Leben genießen zu können. Nach einem halben Jahr kam er wieder zurück, weil es ihm (seelisch) schlecht ging. Wir machten erst eine Familienaufstellung, wo raus kam dass es an ... liegen würde.

Wir haben es mit Partnerberatung nach dem Verfahren der Integrativen Paartherapie und Paarsynthese versucht. So habe ich in dem Buch Lieben, Streiten und Versöhnen von Cöllen, Michael über Narzisst und Komplementärnarzisstin gelesen, war froh endlich was gefunden zu haben was auf das Wesen meines Mannes zutrifft. Habe dann noch folgende Bücher gelesen:

- von Alice Miller, «Das Drama des begabten Kindes»

- «Narzissmus, das innere Gefängnis» von Heinz Peter Röhr.

- << Weiblicher Narzissmus. Der Hunger nach Anerkennung» von Bärbel Wadetzki

Jetzt sind 8 Monate um seit er wieder bei uns wohnt und nun will er allein in eine Wohnung ziehen um „erwachsen zu werden“ und um angeblich mich nicht weiter zu belasten. Bin sicher dass er sich mit seiner letzten Freundin wieder ab und zu trifft. Er will es nicht direkt zugeben und ich bohre da auch nicht weiter nach. Jedenfalls kann ich jetzt alles verstehen. Habe mir so oft den Kopf darüber zerbrochen und konnte seine Denkweise nicht nachvollziehen, da seine Äußerungen oft so widersprüchlich sind. Konnte ihn bis noch nicht überreden wenigstens das Buch von H.P. Röhr zu lesen. Er verspricht zwar damit anzufangen, doch er kommt jeden Tag erst nach 20 Uhr heim und dann hockt er meist am PC bis 1 Uhr nachts. Jetzt muss ich aufhören da meine Mail nun doch etwas länger geworden ist.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank!

Liebe Grüße ... 

 

 

 

 

 

 

Hallo Frau ... ,

 

bitte versuchen Sie nicht, Ihren Mann zu verstehen oder ihn gar in eine Therapie zu schicken, in die er nicht geschickt werden will. Egal ob narzisstisch, exhibitionistisch, introvertiert oder sonst wie orientiert. Wenn Ihr Mann von Ihnen einen Tipp will, was Sie gut fänden, kann er Ihnen das sagen, er ist ja schon 44 Jahre alt.

Sie können aber etwas für sich selber tun, in dem Sie sich weniger abhängig von Ihrem Mann machen. Wie das geht - eine manchmal nicht leichte Frage. Vielleicht nehmen Sie mal einen Probetermin bei einem guten Therapeuten oder in einer Selbsterfahrungsgruppe wahr.

 

 

Kompetente Ansprechpartner finden Sie vielleicht hier:

 

... 

Sie können möglicherweise auch im Rahmen einer von Ihrer Krankenkasse finanzierten Psychotherapie um die Klärung der Ihnen wichtigen Themen kümmern. Dazu können Sie sich mit Ihrer Krankenkassenkarte direkt an einen niedergelassenen Psychotherapeuten wenden. Eine Überweisung durch einen Allgemeinmediziner ist nicht notwendig.

 

 

 

Gruß

 

Peter Thiel, Systemischer Berater und Therapeut/Familientherapeut (DGSF)

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Sonntag, 10. Juli 2005 12:41

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Narzißmus

 

Hallo,

Ich habe das Buch von Heinz Peter Röhr gelesen und ich suche nach einer Möglichkeit meine Narzißtische Persönlichkeitsstörung therapieren zu lassen. Wer kann mir da helfen und gibt es irgendwo Therapiegruppen?

Ich komme aus dem Raum ... .

Mit freundlichen Grüßen

... 

 

 

 

 

----- Original Message -----

From: "mb" <info@maennerberatung.de>

To: ... 

Sent: Monday, July 11, 2005 4:35 PM

Subject: AW: Narzißmus

 

 

Therapiegruppen gibt es jede Menge. suchen Sie krankenkassenfinanziert oder privat finanziert?

 

Gruß 

 

Peter Thiel

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: 

Gesendet: Montag, 11. Juli 2005 09:44

An: mb

Betreff: Re: Narzißmus

 

 

Hallo Herr Thiel,

Ich bin bei der ... Krankenkasse versichert.

Mfg: ... 

 

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

 

meine Frage war nicht, ob sie bei der ... krankenkasse versichert sind, sondern welche Art von Gruppe Sie suchen. Privatzahler oder krankenkassenfinanziert.

Mir scheint das scheint ja schon eine kleine Form "Narzisstischer Störung" zu sein, dass Sie den Text nicht lesen, sondern darauf antworten, was Sie meinen was die Frage wäre. 

 

 

 

Gruß 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 29. Juli 2004 13:37

An: webmaster@maennerberatung.de

Betreff: Narzissmus

 

 

Hallo,

ich habe einen Freund, auf den die Symptome von Narzissmus zutreffen,...

Er hat Depressionen, Panikattacken, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme...und ist nicht beziehungsfähig.

Er sagt, er braucht seine Freiheit, und trifft sich mit anderen Frauen zum Reden,...er möchte nicht festgehalten werden, sondern sich losgelassen fühlen.

Und er verhält sich auch so, er kann keine Gefühle zeigen und ist Selbstverliebt.

Bei mir, denke ich, so wie ich gelesen hab, könnte das mit dem narzisstisch auch zutreffen,...

Ich versuche zu helfen, wo ich kann, und ich versuche auch immer alles 100%,....

Habe auch Angst loszulassen und laufe ihm hinterher, obwohl er mir von Anfang an sagte, er könne noch keine Beziehung führen. Er muss seine letzte Beziehung erst verarbeiten (er hat sich vor ...  Jahren getrennt von seiner Freundin und ... ).

...

Wir hatten auch Sex, wobei ich denke er hat ein Potenzproblem und kommt auch immer sehr früh. Was sicher auch seelisch begründet ist. Er sagt, er hat kein Selbstwertgefühl, und ich versuchte ihn aufzubauen, ohne Erfolg.

Er zeigt keinerlei Gefühl für mich! Sagt sogar, wenn ich einen Mann treffen werde, sollte ich mir mit dem Anderen eine Beziehung aufbauen, da er noch nicht beziehungsfähig ist. Ich versteh das nicht! Wir haben viele Gemeinsamkeiten ... warum er mich so wegtritt.

Er wollte mich anfangs als einen lieben Freund, aber dann kam halt der Sex dazu,...ich bin wohl damit angefangen, aber er hat auch nicht nein gesagt, und so ging es jetzt 7 Wochen. Also er war 7x hier.

Dann schrieb er mir einen Text, dass wir ja Freunde seien, und nicht eifersüchtig sein könnten, weil wir ja nicht in einer Beziehung sind. Und er sich mit anderen Frauen trifft, zwar nicht mit dem Hintergrund mit einer im Bett zu landen, doch es könnte natürlich passieren und wir würden ja jeder unser eigenes Leben führen.

Eine Mail gab die Andere,....wir schrieben hin und her, und gestern schrieb er mir: leb wohl, ich sei ein netter Mensch und er wünscht mir alles Gute....

Seitdem versuche ich ein Gespräch mit ihm zu finden, aber er schrieb, dass es ihm zu anstrengend sei, ein Gespräch mit mir zu führen, da ich ja eine schlechte Meinung von ihm hätte.

Ich klammere und kann nicht loslassen, und hätte zumindest ein klärendes Gespräch mit ihm gewollt.

Es wäre schön, er könnte in meinem Leben als Freund bleiben. Wir haben beide verletzende Worte geschrieben.

Wie kann ich ihm helfen? Oder brauche ich Hilfe?

Mit freundlichen Grüßen

... 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

wenn überhaupt noch ein klärendes Gespräch möglich ist, so gehe ich davon aus, dass dies ohne einen gesprächsmoderierenden kompetenten Berater nichts bringt. Wenn dies nicht so wäre, so hätten sie es wohl vor der Trennungserklärung des Mannes geschafft.

Sie können dem Mann ein solches Gespräch vorschlagen, sprechen Sie es aber als Einladung aus, sonst geht er mit Sicherheit nicht mit Ihnen in eine solche Beratung, weil er denkt, er wird dort über den Tisch gezogen.

Wenn daraus nichts wird, nehmen Sie sich die Zeit innerlich Abschied zu nehmen, trauern Sie gegebenenfalls und wenn Ihnen danach ist, werfen Sie Kissen gegen die Wand. Und wenn das Leiden bei Ihnen länger anhält, können Sie für sich selbst Einzelberatung suchen.

 

Gutes Gelingen

 

 

Peter Thiel

 

 

 

 


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