Beziehung

Ich bin Du
und Du bist ich.
Andras Wienands
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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF)
12.07.2010
Schlüsselwörter:
Abhängigkeit, Abweisung, Akzeptanz, Angst, Angst vor Nähe, Arbeitsbeziehung, Arrangement, Autismus, Autonomie, Abhängigkeit, Ärger, Asymmetrie, Balance, Beherrschung, Betrug, Beziehung, Beziehungsabbruch, Beziehungsclinch, Beziehungskampf, Beziehungsstörung, Bindung, Blickkontakt, Demütigung, Desillusion, Destruktivität, Dilemma, Dissonanz, Distanz, Doppelbindung, Dominanz, Double-Bind, Dynamik, Ehe, Ehekrach, Ehescheidung, Eheversprechen, Ehevertrag, Eifersucht, Einladung, Einsamkeit, emotionale Abhängigkeit, emotionale Erpressung, Ent-Bindung, Enttäuschung, Erstarrung, Erwartung, Exklusivität, Flexibilität, Flirten, Folie à deux, Fremdbestimmung, führen, Führung, Gefährte, Gefährtin, geführt werden, Gegenseitigkeit, Geschäftsbeziehung, Gleichgewicht, Grabenkampf, Grenzen, Harmonie, Heirat, Hierarchie, Homöostase, Illusion, Instabilität, Interpunktion, Kastrationsangst, Konflikt, Konfrontation, Kontakt, Kontrakt, Kontrollbedürfnis, Kontrolle, Langeweile, Liebe, Lösung, Kampf, Kommunikation, Kompromiss, Konflikt, Macht, Machtkampf, Misstrauen, Nähe, offene Beziehung, Offenheit, Ohnmacht, Partnerschaft, Priorität, proaktiv, reaktiv, Relation, Resonanz, Respekt, Respektlosigkeit, Schnittmenge, Selbstbestimmung, Selbstbetrug, Selbstwert, Selbstwertgefühl, Sicherheit, Stabilität, Stalking, Starrheit, Stellungskampf, Streit, Streit ohne Ende, Streitsucht, Subdominanz, Sucht, Symbiose, Symmetrie, symmetrische Eskalation, Täuschung, Teufelskreis, Trennung, Treue, Triangulierung, Unabhängigkeit, Unsicherheit, Unterordnung, Unterwerfung, Untreue, Verführung, Verliebtheit, Verstrickung, Vertrag, Vertrauen, Waffenstillstand, Wertschätzung, Wiederannäherung, Würde, Zweisamkeit, Zirkularität
Ein Mann kam an die Tür der Geliebten
Ein Mann kam an die Tür der Geliebten und klopfte. Eine Stimme fragte: "Wer ist da?" - "Ich bin es", antwortete er. Da sagte die Stimme: "Hier ist nicht genug Platz für mich und dich." Und die Tür blieb geschlossen.
Nach einem Jahr der Einsamkeit und Entbehrung kam der Mann wieder und klopfte. Von drinnen fragte eine Stimme: "Wer ist da?" - "Du bist es", sagte der Mann. Und die Tür wurde ihm geöffnet.
Rumi, islamischer Mystiker
zititiert nach Thorwald Dethlefsen; Rüdiger Dahlke: "Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder"; Goldmann Verlag, 1990
Beziehung als Grundelement des Lebens
Alles Leben ist Beziehung. Jeder Atemzug verbindet uns mit der Welt außerhalb und innerhalb unseres Körpers. Der Körper nimmt Sauerstoff auf und scheidet Kohlendioxid und Wasser aus.
Neben den biologisch determinierten Beziehungen, wie der Atmung, dem Essen und Trinken, der Ausscheidung, dem Sehen und Hören und sogar dem Gleichgewichtssinn, der sich an der Schwerkraft orientiert, leben wir in sozial determinierten Beziehungen, zu unserem Nachbarn, dem Lärm von der Straße, unserer Partner und Kinder. Selbst der Schizophrene und der Autist leben in sozialen Beziehungen, der Schizophrene versucht seine Beziehung zur Außenwelt über seine schizophrene Kommunikationstechnik zu regulieren, der Autist versucht sich der Außenwelt zu entziehen, was ihm natürlich nur ansatzweise gelingt, in dem er sich partiell desensibilisiert oder tot stellt.
Wollen wir also etwas über uns erfahren, dann müssen wir etwas über unsere Beziehungen erfahren, wie wir atmen, wie wir lieben, wie wir hassen, wie wir zerstören und wie wir aufbauen und uns dabei ständig in Beziehung setzen.
Beziehung versus Partnerschaft
Mann setzt Ehefrau an der Autobahn aus
Horn (ddp). Nach einem Streit hat ein Mann seine 33-jährige Ehefrau an der Autobahn 27 ausgesetzt. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten Beamte die Frau aus Rotenburg am Donnerstagnachmittag an der Autobahnauffahrt Horn im Gras sitzend entdeckt. Die Frau gab an, sich während einer Autofahrt derart mit ihrem Gatten gestritten zu haben, dass sie darauf bestanden habe, den Wagen sofort zu verlassen. Ungeachtet der Örtlichkeit kam der erboste Ehemann dem Wunsch nach. In Erwartung, ihr Gatte würde sie wieder abholen, setzte sie sich daraufhin ins Gras. «Durch die Erfahrungen des Alltagslebens geprägt», brachten die Polizisten die Frau "sehr behutsam in die Realität zurück». Die Frau wurde zum Bahnhof gebracht, um nicht vergeblich auf die Rückkehr des Ehemannes warten zu müssen.
05.05.2007 SR
http://www.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=81517
Wir verwenden nachfolgend den Begriff Beziehung teilweise synonym zu dem hier nicht definierten Begriff Partnerschaft. Allerdings geht der Begriff der Beziehung über den Begriff Partnerschaft hinaus, ist Partnerschaft mengentheoretisch eine Teilmenge von Beziehung. Beziehung oder Partnerschaft sind erst einmal weder gut noch schlecht, erst der Sinn und die Wertung die wir diesen geben, entscheidet über deren Qualität.
Alles Leben ist Beziehung, könnte man sagen. Oder wie es in einem alten Witz heißt, Beziehungen schaden nur dem, der keine hat. Allerdings muss man ehrlicherweise auch dazu fügen, dass Beziehungen mitunter auch denen schaden, die sie haben. Darum beschließen vielleicht auch manche Menschen gar keine Beziehungen mehr zu haben, was allerdings faktisch ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Beziehungen haben, wie Beziehungen nicht haben, verursachen nicht selten Leid. Wer eine Beziehung hat leidet womöglich, weil die Beziehung mit Wünschen verbunden sind , die oft nicht erfüllt werden oder erfüllt werden können. Wer keine Beziehung hat leidet, weil das Leben als Steppenwolf nur den wenigsten Freude bereitet. Ist man dann doch der Einsamkeit glücklich entronnen und meint den Traumprinzen oder die Traumprinzessin gewonnen zu haben, meint man nicht selten etwas später aus dem Regen in die Traufe gekommen zu sein.
Was da letztlich helfen kann, ist sicher eine gute Portion Ausdauer und die Fähigkeiten Geben und Nehmen, Angreifen und Loslassen zu entwickeln und immer wieder dem Praxistest auszusetzen.
Herr K. fährt Auto
Herr K. hatte gelernt, Auto zu fahren, fuhr aber zunächst noch nicht sehr gut. "Ich habe erst gelernt, ein Auto zu fahren", entschuldigte er sich. "Man muss aber zweie fahren können, nämlich auch noch das Auto vor dem eigenen. Nur wenn man beobachtet, welches die Fahrverhältnisse für das Auto sind, das vor einem fährt, und seine Hindernisse beurteilt, weiß man, wie man in bezug auf dieses Auto verfahren muss.
Bertold Brecht: Geschichten vom Herrn Keuner
Wer sich zu diesem Thema einen Spielfilm ansehen will, dem sei der Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" empfohlen.
Und täglich grüßt das Murmeltier ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 1993, in der Bill Murray als Phil Connors einen egozentrischen, zynischen TV-Wetteransager spielt, dem es davor graut, seiner alljährlichen Verpflichtung nachzugehen, von einem Wetter-Ritual in der Kleinstadt Punxsutawney zu berichten. Andie MacDowell spielt Rita, seine neue Aufnahmeleiterin. Regie führte Harold Ramis, der auch eine kleine Nebenrolle übernommen hat.
Die Möglichkeiten der Gestaltung der Beziehung zwischen Mann und Frau sind so vielfältig wie die Interaktion von Hoch- und Tiefdruckgebieten, die wir auf der Wetterkarte modellieren oder in ihren Auswirkungen erleben können. Vom politisch korrekten paritätischen Beziehungsmodell über das Modell weiblicher Dominanz wie im Märchen vom "Vom Fischer und seiner Frau" bis hin zu Nietzsches "Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“ - oft falsch zitiert als "Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht." alles ist möglich
Also sprach Zarathustra (Untertitel Ein Buch für Alle und Keinen, 1883–1885) ist ein dichterisch-philosophisches Werk des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, das von vielen als sein Hauptwerk angesehen wird.
Von alten und jungen Weiblein
Von alten und jungen Weiblein ist eine weitere Rede Zarathustras aus dem ersten Teil des Buches.
Beim abendlichen Spaziergang trifft Zarathustra ein altes Weiblein, welches von ihm verlangt vom Weibe zu erzählen. Also sprach Zarathustra:
„Alles am Weibe ist ein Rätsel, und Alles am Weibe hat Eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft. Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind. [1]“
„Ein Spielzeug sei das Weib, rein und fein, dem Edelsteine gleich, bestrahlt von den Tugenden einer Welt, welche noch nicht da ist. Der Strahl eines Sternes glänze in eurer Liebe! Eure Hoffnung heiße: ‚möge ich den Übermenschen gebären!‘ [1]“
Zum Dank bekommt er vom alten Weiblein eine „kleine“, aber oft missverstandene „Wahrheit“ geschenkt:
„Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht! [1]“
Um die „kleine Wahrheit“ zu verstehen, muss man zunächst einmal interpretativ annehmen, was Zarathustra in seiner Rede über das Weib zum Ausdruck bringen wollte. Einen möglichen Schlüssel dazu liefert Nietzsche in Menschliches Allzumenschliches:
„Aus der Zukunft der Ehe. – Jene edlen, freigesinnten Frauen, welche die Erziehung und Erhebung des weiblichen Geschlechtes sich zur Aufgabe stellen, sollen einen Gesichtspunkt nicht übersehen: die Ehe in ihrer höheren Auffassung gedacht, als Seelenfreundschaft zweier Menschen verschiedenen Geschlechts, also so, wie sie von der Zukunft erhofft wird, zum Zweck der Erzeugung und Erziehung einer neuen Generation geschlossen, – eine solche Ehe, welche das Sinnliche gleichsam nur als ein seltenes, gelegentliches Mittel für einen größeren Zweck gebraucht, bedarf wahrscheinlich, wie man besorgen muss, einer natürlichen Beihilfe, des Konkubinats; denn wenn aus Gründen der Gesundheit des Mannes das Eheweib auch zur alleinigen Befriedigung des geschlechtlichen Bedürfnisses dienen soll, so wird bei der Wahl einer Gattin schon ein falscher, den angedeuteten Zielen entgegengesetzter Gesichtspunkt maßgebend sein: die Erzielung der Nachkommenschaft wird zufällig, die glückliche Erziehung höchst unwahrscheinlich. Eine gute Gattin, welche Freundin, Gehilfin, Gebärerin, Mutter, Familienhaupt, Verwalterin sein soll, ja vielleicht abgesondert von dem Manne ihrem eigenen Geschäft und Amte vorzustehen hat, kann nicht zugleich Konkubine sein: es hieße im Allgemeinen zu viel von ihr verlangen. … [2]“
Nachdem man nun weiß, was die Zukunft von Ehe und Gattin sein soll, versteht man auch, was die „kleine Wahrheit“ des „alten Weibleins“ bedeutet. „Die Peitsche dient anscheinend dazu, die eigenen sinnlichen Begierden bei der Wahl und im Umgang mit einer Gattin im Zaume zu halten, damit sie nicht als entscheidender Gesichtspunkt vorherrschen, sondern dass die Hervorbringung des Übermenschen dabei im Mittelpunkt steht.“ [3]
Es bleibt die Frage zu klären, wer denn eigentlich das alte Weiblein ist, das Zarathustra rät, die „kleine Wahrheit“ einzuwickeln und „ihr den Mund“ zu halten, damit sie nicht „überlaut“ [1] schreit und von allen missverstanden wird. Eine Antwort auf diese Frage findet sich in Die fröhliche Wissenschaft:
http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra
Partnerschaft
Die meisten Menschen sehnen sich nach einer stabilen, glücklichen und "von Liebe getragenen", zumeist heterosexuellen Partnerschaft (wem dafür das Wort Beziehung lieber ist, mag ruhig das verwenden. In den Märchen der Brüder Grimm finden wir die schöne Königstochter und den Prinzen, die sich am Schluss finden - und, wenn sie nicht gestorben sind, noch heute zusammen leben sollen.
Trotz August Bebel (Die Frau und der Sozialismus) oder Alice Schwarzer (Der kleine Unterschied) sind für unsere heutigen Auffassungen über das Zusammenleben oder die Partnerschaft von Mann und Frau aus der christlichen kirchlichen Tradition übernommene Vorstellungen.
Der Apostel Paulus fordert dort die Frauen auf, ihren Ehemann als Herrn und Haupt anzuerkennen, während er die Männer ermahnt, in der Weise Herr der Familie zu sein, wie Christus Herr der Gemeinde ist.
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter! Dadurch zeigt ihr, dass ihr euch dem Herrn unterordnet. Denn der Mann steht über der Frau, so wie Christus über der Gemeinde steht. Christus als dem Haupt verdankt die Gemeinde, die sein Leben ist, ihre Rettung. Wenn nun die Gemeinde Christus untergeordnet ist, so müssen auch die Frauen sich ihren Männern in allem unterordnen.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, so wie Christus seine Gemeinde geliebt hat. Er hat sein Leben für sie gegeben, um sie zu seinem Volk zu machen. Er hat sie durch das Wasser der Taufe und das die Taufe begleitende Wort gereinigt. Denn er wollte sie als seine Braut in makelloser Schönheit vor sich stellen, ohne Flecken und Falten oder einen anderen Fehler. Sie sollte heilig und vollkommen sein. So müssen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Körper. Denn ein Mann, der seine Frau liebt, liebt sich selbst.
Der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus, Epheser 5, 22
Das Christentum hat im Laufe der Zeit als einzig legitime Form einer - auch intimen - Partnerschaft die heterosexuelle Ehe propagiert und bestimmt. Im Konzil zu Trient (1563) bestimmte die Katholische Kirche, dass die Ehe "vor dem Priester" geschlossen werden müsste, um gültig zu sein. Allerdings führte dass dann dazu, dass heiratswillige Männer und Frauen, die schon verheiratetet waren und eine parallele zweite Ehe eingehen wollten, dem Priester einen Sack über den Kopf zogen, so dass dieser wohl nicht sehen konnte, wen er da traute, aber dennoch - wie vorgeschrieben anwesend war. Diese offenbar weit verbreitete Praxis führte dazu, dass die Kirche später verfügte, dass eine Ehe nur dann wirksam zustande kommt, wenn die Einigung vor einem Priester abgegeben wird, der "zur Entgegennahme der Erklärung bereit ist." - also keinen Sack über dem Kopf hat.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein konnten jedoch nur rund ein Viertel der Bevölkerung heiraten, weil eine Heirat nach kirchlicher Bestimmung eine "Nahrung" voraussetzte - also einen Hof, einen Handwerksbetrieb etc. Knechte und Gesellen konnten im allgemeinen nicht heiraten.
vergleiche hierzu:
Hans-Martin Pawlowski: "Abschied von der ´bürgerlichen Ehe´? Ist der Schutz der Ehe durch den Staat noch zeitgemäß?"; In: "Deutsches und Europäisches Familienrecht" 2000, Heft 2, S.21/22
Inzwischen haben sich die Verhältnisse in Bezug auf die Ehe scheinbar ungedreht. Ein Großteil der Männer und Frauen heiratet irgendwann einmal in ihrem Leben, manche, so wie Gerhard Schröder und Joschka Fischer nehmen gleich mehrmals die preisgünstigen Konditionen der staatlich subventionierten Standesbeamten in Anspruch.
Andererseits versucht der Staat und die ihn im Bundestag stützenden Parteien, unfähig mit den finanziellen Einnahmen der Bürgerinnen und Bürger vernünftig umzugehen, ständig, möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern, die irgendwie in einer Beziehung oder Partnerschaft leben, in eine Art von Zwangsehe hineinzupressen, man denke hier nur an die ständige Ausweitung sogenannter Bedarfsgemeinschaften oder an die angedachten und vom Bundesverfassungsgericht bereits abgesegneten Erweiterungen beim Betreuungsunterhalt für nichtverheiratete Mütter und Väter, gegenüber dem anderen Elternteil des gemeinsamen Kindes.
Der Alltag vieler Männer und Frauen sieht heute recht unromantisch aus. Viele gehen erst gar keine Bindung ein, oder bleiben nach einer gescheiterten Beziehung Single. Und die, die zusammenleben, haben sich häufig kaum noch was zu sagen, oder streiten sich in unendlich scheinender Abfolge herum. Jede dritte Ehe, in Großstädten jede zweite, wird geschieden. Da sind natürlich auch Mehrfachscheidungen dabei wie z.B. bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (verheiratet in vierter Ehe), so dass der Bundesdurchschnitt nicht ganz so krass wie beim Bundeskanzler ausfällt.
Die Probleme sind nicht neu, wie schon das Märchen der Gebrüder Grimm "Vom Fischer und seiner Frau" zeigt.
Von dem Fischer und seiner Frau
Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einem alten Pott dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte, und er angelte und angelte. So saß er auch einmal mit seiner Angel und schaute immer in das klare Wasser hinein, und er saß und saß.
Da ging die Angel auf den Grund, tief, tief hinab, und wie er sie heraufholte, da zog er einen großen Butt heraus. Da sagte der Butt zu ihm: »Höre, Fischer, ich bitte dich, laß mich leben, ich bin kein richtiger Butt, ich bin ein verwünschter Prinz. Was hilft es dir, wenn du mich tötest? Ich würde dir doch nicht recht schmecken. Setz mich wieder ins Wasser und laß mich schwimmen!«
»Nun«, sagte der Mann, »du brauchst nicht so viele Worte zu machen, einen Butt, der sprechen kann, werde ich doch wohl schwimmen lassen.« Damit setzte er ihn wieder in das klare Wasser hinein, und der Butt schwamm zum Grund hinab und ließ einen langen Streifen Blut hinter sich. Der Fischer aber stand auf und ging zu seiner Frau in den alten Pott.
»Mann«, sagte die Frau, »hast du heute nichts gefangen?«
»Nein«, sagte der Mann, »ich habe einen Butt gefangen, der sagte, er sei ein verwünschter Prinz, da habe ich ihn wieder schwimmen lassen.«
»Hast du dir denn nichts gewünscht?« sagte die Frau.
»Nein«, sagte der Mann, »was sollte ich mir denn wünschen?«
»Ach«, sagte die Frau, »es ist doch übel, hier immer in dem alten Pott zu wohnen, der stinkt und ist so eklig; du hättest uns doch eine kleine Hütte wünschen können. Geh noch einmal hin und rufe den Butt und sage ihm, wir wollen eine kleine Hütte haben. Er tut das gewiß.«
»Ach«, sagte der Mann, »was soll ich da noch mal hingehen?«
»I«, sagte die Frau, »du hast ihn doch gefangen gehabt und hast ihn wieder schwimmen lassen, er tut das gewiß. Geh nur gleich hin!« Der Mann wollte noch nicht so recht; aber er wollte auch seiner Frau nicht zuwiderhandeln, und so ging er denn hin an die See. Als er da nun hinkam, war die See ganz grün und gelb und gar nicht mehr so klar. Da stellte er sich denn hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
Da kam der Butt angeschwommen und sagte: »Na, was will sie denn?«
»Ach«, sagte der Mann, »ich hatte dich doch gefangen, nun sagt meine Frau, ich hätte mir etwas wünschen sollen. Sie mag nicht mehr in dem alten Pott wohnen, sie wollte gerne eine Hütte.«
»Geh nur hin«, sagte der Butt, »sie hat sie schon.«
Da ging der Mann hin, und seine Frau saß nicht mehr in dem alten Pott, aber es stand nun eine kleine Hütte da, und seine Frau saß vor der Tür auf einer Bank. Da nahm ihn seine Frau bei der Hand und sagte zu ihm: »Komm nur herein, siehst du, nun ist das doch viel besser.«
Da gingen sie hinein, und in der Hütte war ein kleiner Vorplatz und eine kleine hübsche Stube und eine Kammer, wo für jeden ein Bett stand, und Küche und Speisekammer und ein Geräteschuppen waren auch da, und alles war auf das schönste und beste eingerichtet mit Zinnzeug und Messingzeug, wie sich das so gehört. Und hinter der Hütte, da war auch ein kleiner Hof mit Hühnern und Enten und ein kleiner Garten mit Gemüse und Obst.
»Siehst du«, sagte die Frau, »ist das nicht nett?«
»Ja«, sagte der Mann, »so soll es bleiben; nun wollen wir recht vergnügt leben.«
»Das wollen wir uns bedenken«, sagte die Frau. Und dann aßen sie etwas und gingen zu Bett.
So ging das wohl acht oder vierzehn Tage, da sagte die Frau: »Hör, Mann, die Hütte ist auch gar zu eng, und der Hof und der Garten sind so klein. Der Butt hätte uns wohl auch ein größeres Haus schenken können. Ich möchte wohl in einem großen steinernen Schloß wohnen. Geh hin zum Butt, er soll uns ein Schloß schenken!«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »die Hütte ist ja gut genug, was sollen wir in einem Schloß wohnen?"
»I was«, sagte die Frau, »geh du nur hin, der Butt kann das wohl tun.«
»Nein, Frau«, sagte der Mann, »der Butt hat uns erst die Hütte gegeben, ich mag nun nicht schon wieder kommen, das könnte den Butt verdrießen.«
»Geh doch!« sagte die Frau. »Er kann das recht gut und tut das gern, geh du nur hin!« Dem Manne war das Herz so schwer, und er wollte nicht. Er sagte bei sich selbst: Das ist nicht recht, er ging aber doch hin.
Als er an die See kam, war das Wasser ganz violett und dunkelblau und grau und dick und gar nicht mehr so grün und gelb, doch war es noch still. Da stellte er sich hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach«, sagte der Mann halb bekümmert, »sie will in einem großen Schlosse wohnen.«
»Geh nur hin, sie steht schon vor der Tür«, sagte der Butt.
Da ging der Mann fort und dachte, er wollte nach Hause gehen, aber als er da ankam, stand da nun ein großer, steinerner Palast, und seine Frau stand eben auf der Treppe und wollte hineingehen. Da nahm sie ihn bei der Hand und sagte: »Komm nur herein!« Darauf ging er mit ihr hinein, und in dem Schlosse war eine große Diele mit marmelsteinernem Boden, und da waren so viele Bediente, die rissen die großen Türen auf, und die Wände glänzten von schönen Tapeten, und in den Zimmern waren lauter goldene Stühle und Tische, und kristallene Kronleuchter hingen an der Decke, und in allen Stuben und Kammern lagen Teppiche. Und das Essen und der allerbeste Wein standen auf den Tischen, als wenn sie brechen sollten. Und hinter dem Hause war auch ein großer Hof mit Pferd- und Kuhstall und mit Kutschwagen auf das allerbeste, und da war auch noch ein großer, prächtiger Garten mit den schönsten Blumen und feinen Obstbäumen und ein Lustwäldchen, wohl eine halbe Meile lang, darin waren Hirsche und Rehe und Hasen, alles, was man sich nur immer wünschen mag.
»Na«, sagte die Frau, »ist das nun nicht schön?«
»Ach ja«, sagte der Mann, »so soll es auch bleiben, nun wollen wir in dem schönen Schlosse wohnen und wollen zufrieden sein.«
»Das wollen wir uns bedenken«, sagte die Frau, »und wollen es beschlafen.« Und damit gingen sie zu Bett.
Am andern Morgen wachte die Frau zuerst auf, es wollte gerade Tag werden, und sie sah aus ihrem Bette das herrliche Land vor sich liegen. Der Mann reckte sich noch, da stieß sie ihn mit dem Ellenbogen in die Seite und sagte: »Mann, steh auf und guck mal aus dem Fenster! Sieh, könnten wir nicht König werden über all das Land? Geh hin zum Butt, wir wollen König sein!«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was sollen wir König sein! Ich mag nicht König sein!«
»Na«, sagte die Frau, »willst du nicht König sein, so will ich König sein. Geh hin zum Butt, ich will König sein.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du König sein? Das mag ich ihm nicht sagen.«
»Warum nicht?« sagte die Frau. »Geh stracks hin, ich muß König sein.«
Da ging der Mann hin und war ganz bekümmert, daß seine Frau König werden wollte. Das ist nicht recht und ist nicht recht, dachte der Mann. Er wollte gar nicht hingehen, ging aber doch hin.
Und als er an die See kam, da war die See ganz schwarzgrau, und das Wasser gärte so von unten herauf und roch ganz faul. Da stellte er sich hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach«, sagte der Mann, »sie will König werden.«
»Geh nur hin, sie ist es schon«, sagte der Butt.
Da ging der Mann hin, und als er zum Palast kam, da war das Schloß viel größer geworden und hatte einen großen Turm und herrlichen Zierat daran, und die Schildwachen standen vor dem Tor, und da waren so viele Soldaten und Pauken und Trompeten.
Und als er in das Haus kam, da war alles von purem Marmelstein mit Gold und samtenen Decken und großen goldenen Quasten. Da gingen die Türen vom Saal auf, in dem der ganze Hofstaat war, und seine Frau saß auf einem hohen Thron von Gold und Diamant und hatte eine große goldene Krone auf und das Zepter in der Hand von purem Gold und Edelstein, und auf jeder Seite von ihr standen sechs Jungfrauen in einer Reihe, eine immer einen Kopf kleiner als die andere.
Da stellte er sich hin und sagte: »Ach, Frau, bist du nun König?«
»Ja«, sagte die Frau, »nun bin ich König.«
Da stand er da und sah sie an, und als er sie so eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, wenn du König bist! Nun wollen wir auch nichts mehr wünschen.«
»Nein, Mann«, sagte die Frau und war ganz unruhig, »mir wird schon die Zeit und Weile lang, ich kann das nicht mehr aushalten. Geh hin zum Butt, König bin ich, nun muß ich Kaiser auch werden.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du Kaiser werden!«
»Mann«, sagte sie, »geh hin zum Butt, ich will Kaiser sein.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »Kaiser kann er nicht machen, ich mag dem Butt das nicht sagen; Kaiser ist nur einer im Reich. Kaiser kann der Butt ja nicht machen, das kann und kann er nicht.«
»Was«, sagte die Frau, »ich bin König, und du bist bloß mein Mann, willst du gleich hingehen? Sofort gehst du hin. Kann er König machen, kann er auch Kaiser machen. Ich will und will Kaiser sein, gleich geh hin!« Da mußte er hingehen.
Als der Mann aber hinging, da war ihm ganz bang, und als er so ging, dachte er bei sich: Das geht und geht nicht gut. Kaiser ist zu unverschämt. Der Butt wird das am Ende doch müde. Und da kam er nun an die See, da war die See ganz schwarz und dick und fing schon an so von unten herauf zu gären, daß es Blasen gab, und da ging ein Windstoß darüber hin, daß es nur so schäumte, und dem Manne graute. Da stellte er sich hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach, Butt«, sagte er, »meine Frau will Kaiser werden.«
»Geh nur hin«, sagte der Butt, »sie ist es schon.«
Da ging der Mann fort, und als er ankam, da war das ganze Schloß von poliertem Marmelstein mit alabasternen Figuren und goldenem Zierat. Vor dem Tor marschierten die Soldaten, und sie bliesen Trompeten und schlugen Pauken und Trommeln.
Aber im Hause, da gingen die Barone und Grafen und Herzöge nur so als Bediente herum. Da machten sie ihm die Türen auf, die waren von lauter Gold. Und als er hereinkam, da saß seine Frau auf einem Thron, der war von einem Stück Gold und war wohl zwei Meilen hoch. Und sie hatte eine große goldene Krone auf, die war drei Ellen hoch und mit Brillanten und Karfunkelsteinen besetzt. In der einen Hand hatte sie das Zepter und in der anderen Hand den Reichsapfel, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen die Trabanten so in zwei Reihen, einer immer kleiner als der andere, von dem allergrößten Riesen, der war zwei Meilen hoch, bis zu dem allerkleinsten Zwerg, der war nur so groß wie mein kleiner Finger. Und vor ihr standen viele Fürsten und Herzöge.
Da stellte sich der Mann dazwischen und sagte: »Frau, bist du nun Kaiser?«
»Ja«, sagte sie, »ich bin Kaiser.«
Da stand er da und sah sie so recht an, und als er sie eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, wenn du Kaiser bist.«
»Mann«, sagte sie, »was stehst du da herum? Ich bin nun Kaiser, nun will ich aber auch Papst werden, geh hin zum Butt!«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du denn noch? Papst kannst du nicht werden, Papst ist nur einer in der Christenheit, das kann er doch nicht machen.«
»Mann«, sagte sie, »ich will Papst werden, geh gleich hin, ich muß heute noch Papst werden.«
»Nein, Frau«, sagte der Mann, »das mag ich ihm nicht sagen! Das geht nicht gut, das ist zu grob, zum Papst kann dich der Butt nicht machen.«
»Mann, was für ein Geschwätz«, sagte die Frau, »kann er Kaiser machen, kann er auch Papst machen. Geh sofort hin! Ich bin Kaiser, und du bist bloß mein Mann, willst du wohl hingehen?«
Da kriegte er Angst und ging hin, ihm war aber ganz flau, und er zitterte und bebte, und die Knie und die Waden bibberten ihm. Da fuhr ein Wind über das Land, und die Wolken flogen, daß es dunkel wurde wie am Abend, die Blätter wehten von den Bäumen, und das Wasser ging und brauste, als ob es kochte, und schlug an das Ufer, und weit draußen sah er die Schiffe, die gaben Notschüsse ab und tanzten und sprangen auf den Wellen. Der Himmel war in der Mitte noch so ein bißchen blau, aber an den Seiten, da zog es herauf wie ein schweres Gewitter. Da stellte er sich ganz verzagt in seiner Angst hin und sagte:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
meine Frau, die Ilsebill,
will nicht so, wie ich wohl will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach«, sagte der Mann, »sie will Papst werden.«
»Geh nur hin, sie ist es schon«, sagte der Butt.
Da ging er fort, und als er ankam, war da eine große Kirche von lauter Palästen umgeben. Da drängte er sich durch das Volk. Innen war aber alles mit tausend und tausend Lichtern erleuchtet, und seine Frau war in lauter Gold gekleidet und saß auf einem noch viel höheren Thron und hatte drei große goldene Kronen auf, und rings um sie herum standen viele vom geistlichen Stand, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen zwei Reihen Lichter, das größte so dick und so groß wie der allergrößte Turm bis hinunter zum allerkleinsten Küchenlicht, und alle die Kaiser und die Könige, die lagen vor ihr auf den Knien und küßten ihr den Pantoffel.
»Frau«, sagte der Mann und sah sie so recht an, »bist du nun Papst?«
»Ja«, sagte sie, »ich bin Papst.«
Da stand er da und sah sie recht an, und das war, als ob er in die helle Sonne sähe. Als er sie nun eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, daß du Papst bist!« Sie saß aber da so steif wie ein Baum und rüttelte und rührte sich nicht.
Da sagte er: »Frau, nun sei auch zufrieden, jetzt wo du Papst bist, jetzt kannst du doch nichts anderes mehr werden.«
»Das will ich mir bedenken«, sagte die Frau. Damit gingen sie beide zu Bett, aber sie war nicht zufrieden, und die Gier ließ sie nicht schlafen, sie dachte immer, was sie noch mehr werden könnte.
Der Mann schlief recht gut und fest, er war den Tag viel gelaufen, die Frau aber konnte gar nicht einschlafen und warf sich von einer Seite auf die andere, die ganze Nacht hindurch, und dachte nur immer, was sie wohl noch werden könnte, und konnte sich doch auf nichts mehr besinnen. Schließlich wollte die Sonne aufgehen, und als die Frau das Morgenrot sah, da richtete sie sich in ihrem Bett auf und sah sich das an, und als sie nun im Fenster die Sonne heraufkommen sah, da dachte sie: Ha, könnte ich nicht auch die Sonne und den Mond aufgehen lassen?
»Mann«, sagte sie und stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Rippen, »wach auf, geh hin zum Butt, ich will werden wie der liebe Gott.« Der Mann war noch halb im Schlaf, aber er erschrak so, daß er aus dem Bette fiel. Er meinte, er hätte sich verhört, rieb sich die Augen aus und fragte: »Ach, Frau, was hast du gesagt?«
»Mann«, sagte sie, »wenn ich nicht die Sonne und den Mond kann aufgehen lassen und muß das so mit ansehen, wie Sonne und Mond aufgehen - ich kann das nicht aushalten und habe keine ruhige Stunde mehr, daß ich sie nicht selber kann aufgehen lassen.« Da sah sie ihn so recht grausig an, daß ihn ein Schauder überlief. »Sofort gehst du hin, ich will werden wie der liebe Gott.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann und fiel vor ihr auf die Knie, »das kann der Butt nicht. Kaiser und Papst kann er machen, ich bitte dich, sei vernünftig und bleib Papst!«
Da kam sie in Wut, die Haare flogen ihr wild um den Kopf, sie riß sich das Leibchen auf und trat nach ihm mit dem Fuß und schrie: »Ich halte und halte das nicht länger aus. Willst du wohl gleich hingehen!« Da zog er sich die Hosen an und rannte los wie ein Verrückter.
Draußen aber ging der Sturm und brauste, daß er kaum noch auf seinen Füßen stehen konnte. Die Häuser und die Bäume wurden umgeweht, und die Berge bebten, und die Felsbrocken rollten in die See, und der Himmel war pechschwarz, und es donnerte und blitzte, und die See rollte daher in hohen schwarzen Wogen, so hoch wie Kirchtürme und Berge, und sie hatten alle darauf eine weiße Krone von Schaum. Da schrie er und konnte sein eigenes Wort nicht hören:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
meine Frau, die Ilsebill,
will nicht so, wie ich wohl will.«
»Na, was will sie denn?« fragte der Butt.
»Ach«, sagte er, »sie will wie der liebe Gott werden.
»Geh nur hin, sie sitzt schon wieder in dem alten Pott.«
Und da sitzen sie noch bis heute und auf diesen Tag.
http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/fischer.htm
Dieses schöne Märchen zeigt uns eine wichtige Ursache sogenannter Partnerschaftsprobleme - unsere Unzufriedenheit. Dies betrifft Frauen wie Männer gleichermaßen, auch wenn das Märchen nur eine unzufriedene Frau zeigt. Ein Großteil unserer Probleme rührt weniger aus einem Mangel her, sondern aus unserem oft nur gering entwickelten Vermögen zufrieden zu sein. So geht es uns wie in der kurzen von Bert Hellinger erzählten Geschichte:
Da war mal einer, der war hungrig, und dann durfte er sich an einen reich gedeckten Tisch setzen. Doch er sagte: `Das kann doch nicht wahr sein!`, und hat weiter gehungert.
Statt sitzen zu bleiben, springen wir auf - und kommen niemals an.
Zufriedenheit und Unzufriedenheit sind zwei zusammengehörende Gegensätze. Erst die Einseitigkeit macht uns leiden. Wer nur zufrieden ist, wird sich langweilen, wer nur unzufrieden ist, wird dauernd auf dem Weg sein und niemals ankommen.
Der Radwechsel
Ich sitze am Straßenrand
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gerne, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gerne, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?
Bertolt Brecht
Wenn wir unsere Fähigkeit mehr entwickeln, in unseren Beziehungen nicht immer alles ändern zu wollen, und im besonderen, den anderen oder die andere nicht immer ändern zu wollen, und statt dessen dass zu genießen, was schon da ist, so erledigen sich auf einen Schlag ein Großteil unserer selbstgemachten Probleme. In der Komödie "Alles auf Zucker" von Dani Levy (Deutschland 2004) geht es um den "spielsüchtigen" Jaecki Zucker, der mit richtigen Namen Zuckermann heißt und jüdischer Abstammung ist, von der er aber nichts wissen will. Seine Frau leidet unter der "Spielsucht" ihres Mannes, will sich deswegen von ihm trennen und nur durch den unverhofften Tod der Mutter von Zucker, nehmen die Dinge einen anderen Lauf. Der bisher faktisch unbekannte Bruder von Zucker, ein eher orthodoxer Jude, kommt mit seiner ganzen Mischpoke aus Westdeutschland nach Ostdeutschland, um gemeinsam mit seinem ungeliebten Bruder sieben Tage Totenwache zu halten. Der Film endet damit, dass Zuckers Frau, die gemeinsame Tochter, aber auch der bisher mit ihm auf Kriegsfuß stehende Westbruder und seine Familie, Zucker bei seiner Spielleidenschaft unterstützen. Zum Schluss ist die Geldknappheit zwar nicht behoben, aber "das Problem", um das sich vorher alles zwanghaft drehte, hat sich nun in Luft aufgelöst.
Wenn sich Probleme auflösen, heißt dies nicht, dass wir keine Schwierigkeiten mehr hätten, diese sind Bestandteil des Lebens. Probleme, so könnte man sagen, sind aber diejenigen Schwierigkeiten, die wir uns "zu Recht oder Unrecht" selber erfinden.
Partnerschaft wird durch eine Reihe von Dogmen und Mythen erschwert, so z.B. das Dogma man müsse um eine gefährdete Partnerschaft kämpfen. Das Kämpfen scheint den Deutschen sehr zu liegen. Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg, "Mein Kampf" von Adolf Hitler, die deutsche Kampfmentalität geht bis in die privaten Bereiche und die Beziehungen und dementsprechend frustriert schauen viele Männer und Frauen aus, denen man auf der Straße begegnet. Die Kampfmentalität führt in Partnerschaften und Beziehungen zu allerlei Verrenkungen bis hin zur Selbstverleugnung. Anstatt die Realität anzuerkennen, wird bis zum Umfallen um die Partnerschaft "gekämpft", und um so mehr "gekämpft" wird um so schneller und nachhaltiger gehen die Partner auf Distanz und der "Kampf um die Partnerschaft" beschleunigt selbst das Ende der Partnerschaft.
Nicht zu kämpfen, ist nicht gleichzusetzen mit kein Interesse an dem anderen zu zeigen. Partnerschaft lebt vom gegenseitigen Interesse aneinander. Deshalb ist Stalking auch keine Partnerschaft, sondern eine einseitige Form von Beziehung, in der nur der Stalker oder die Stalkerin Interesse an der Beziehung hat, nicht aber in umgekehrter Richtung das Objekt seines Interesses an ihm oder ihr.
Partnerschaft ohne gegenseitiges Interesse ist tot. Deshalb sind nicht wenige sogenannter Partnerschaften lediglich halbtote Hüllen oder bestenfalls Zweckgemeinschaften. Ein Rest von Interesse ist wohl immer noch da und sei es nur, dass man Angst vor der entgültigen auch räumlichen Trennung hat. So lebt man nebeneinander, aber man könnte auch genau so gut getrennt voneinander leben, wenn man nicht so viel Angst vor dem Alleinsein und einem Neubeginn hätte.
Ein anderes Dogma lautet, man müsse seinem Partner treu sein. Seitensprünge oder parallele Beziehungen sind daher per se partnerschaftsgefährdend.
Beliebt ist auch die Redewendung von der "wirklichen" Partnerschaft. Mit "wirklich" ist dabei eine mehr oder weniger konkrete Phantasie des Betreffenden über das gemeint, was für ihn oder sie denn Partnerschaft wäre und was nicht. Mit der Realität von Partnerschaft oder Beziehungen hat das oft nur so viel zu tun, dass mit den hohen und idealisierten Maßstäbe die Qualitäten einer bestehenden Beziehung abgewertet werden. Oft wird geschaut, was man nicht hat, statt sich an dem zu erfreuen, was man hat. Die Weltanschauung "Das Glas ist halb leer", statt "das Glas ist halb voll" dient hier als ideologische Vorlage.
Ein gängiges Dogma scheint auch zu sein, man müsse "verliebt" sein, sonst wäre die Beziehung keine wirkliche Beziehung. Nun ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Menschen Gefühle der Verliebtheit erleben und diese als positiv wahrnehmen, im Gegenteil kann man sich für Menschen freuen, die solche Gefühle erleben.
Beziehungen können jedoch für die Betreffenden ebenso wertvoll sein, wenn ein solches Gefühl nicht wahrgenommen wird. Das Gefühl der Verliebtheit ist ohnehin oft ein schnell vergängliches und es wäre unsinnig zu verlangen, alle Paare müssten sich trennen, sobald das Gefühl der Verliebtheit verflogen ist.
Kurz gesagt, Dogmen und Glaubenssätze erschweren Menschen in erheblichen Maße das anzuerkennen was ist und das zu schätzen und zu genießen was sie haben.
Die eierlegende Wollmilchsau
Wer wollte es uns verdenken, eigentlich möchten wir einen Partner / Partnerin haben, die einer eierlegenden Wollmilchsau ähnelt. Die eierlegenden Wollmilchsau versorgt uns immer auf das beste, ein warmer Wollpullover für den Winter, ein gutes Glas Milch, Butter und Schlagsahne, ein deftiges Schnitzel mit Spiegelei. Wenn nötig, nutzen wir die eierlegenden Wollmilchsau für einen Ausritt in die nähere Umgebung oder zeigen die Wundersau unseren ungeliebten Nachbarn, damit er vor Neid platzt.
Doch das Leben ist manchmal kein Wunschkonzert und weit und breit ist keine die eierlegenden Wollmilchsau da. Manchmal kommt es vor, dass wir zwar einen schönen Pullover haben, doch es ist gerade Sommer, wo man ihn nicht braucht. Wenn es aber gerade Winter ist, dann fehlt uns just zu dieser Zeit ein Pullover und Geld haben wir auch gerade keins, um uns einen zu kaufen.
So kommt alles gute nur selten zusammen und wenn es schon mal da ist, ist es auch schon schnell vorbei.
Oder wir haben scheinbar Glück und alles fließt uns zu, so wie die Milch dem Frosch, der ins Milchfass gefallen ist. Der Frosch hat Milch im Überfluss und strampelt dennoch um sein Leben. Glück gehabt, nach einer Weile bildet sich wie bei einem zufrierenden See oben Butter und der Frosch hopst erschöpft auf die feste Butterschicht hopsen und schwört sich, in seinem Leben nie wieder Mich im Überfluss haben zu wollen.
Nicht viel anders ging es dem Fischer und seiner Frau. Des guten war es nie genug und dann war schließlich gar nichts mehr da.
Gebrüder Grimm
Von dem Fischer und seiner Frau
Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einem alten Pott dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte, und er angelte und angelte. So saß er auch einmal mit seiner Angel und schaute immer in das klare Wasser hinein, und er saß und saß.
Da ging die Angel auf den Grund, tief, tief hinab, und wie er sie heraufholte, da zog er einen großen Butt heraus. Da sagte der Butt zu ihm: »Höre, Fischer, ich bitte dich, laß mich leben, ich bin kein richtiger Butt, ich bin ein verwünschter Prinz. Was hilft es dir, wenn du mich tötest? Ich würde dir doch nicht recht schmecken. Setz mich wieder ins Wasser und laß mich schwimmen!«
»Nun«, sagte der Mann, »du brauchst nicht so viele Worte zu machen, einen Butt, der sprechen kann, werde ich doch wohl schwimmen lassen.« Damit setzte er ihn wieder in das klare Wasser hinein, und der Butt schwamm zum Grund hinab und ließ einen langen Streifen Blut hinter sich. Der Fischer aber stand auf und ging zu seiner Frau in den alten Pott.
»Mann«, sagte die Frau, »hast du heute nichts gefangen?«
»Nein«, sagte der Mann, »ich habe einen Butt gefangen, der sagte, er sei ein verwünschter Prinz, da habe ich ihn wieder schwimmen lassen.«
»Hast du dir denn nichts gewünscht?« sagte die Frau.
»Nein«, sagte der Mann, »was sollte ich mir denn wünschen?«
»Ach«, sagte die Frau, »es ist doch übel, hier immer in dem alten Pott zu wohnen, der stinkt und ist so eklig; du hättest uns doch eine kleine Hütte wünschen können. Geh noch einmal hin und rufe den Butt und sage ihm, wir wollen eine kleine Hütte haben. Er tut das gewiß.«
»Ach«, sagte der Mann, »was soll ich da noch mal hingehen?«
»I«, sagte die Frau, »du hast ihn doch gefangen gehabt und hast ihn wieder schwimmen lassen, er tut das gewiß. Geh nur gleich hin!« Der Mann wollte noch nicht so recht; aber er wollte auch seiner Frau nicht zuwiderhandeln, und so ging er denn hin an die See. Als er da nun hinkam, war die See ganz grün und gelb und gar nicht mehr so klar. Da stellte er sich denn hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
Da kam der Butt angeschwommen und sagte: »Na, was will sie denn?«
»Ach«, sagte der Mann, »ich hatte dich doch gefangen, nun sagt meine Frau, ich hätte mir etwas wünschen sollen. Sie mag nicht mehr in dem alten Pott wohnen, sie wollte gerne eine Hütte.«
»Geh nur hin«, sagte der Butt, »sie hat sie schon.«
Da ging der Mann hin, und seine Frau saß nicht mehr in dem alten Pott, aber es stand nun eine kleine Hütte da, und seine Frau saß vor der Tür auf einer Bank. Da nahm ihn seine Frau bei der Hand und sagte zu ihm: »Komm nur herein, siehst du, nun ist das doch viel besser.«
Da gingen sie hinein, und in der Hütte war ein kleiner Vorplatz und eine kleine hübsche Stube und eine Kammer, wo für jeden ein Bett stand, und Küche und Speisekammer und ein Geräteschuppen waren auch da, und alles war auf das schönste und beste eingerichtet mit Zinnzeug und Messingzeug, wie sich das so gehört. Und hinter der Hütte, da war auch ein kleiner Hof mit Hühnern und Enten und ein kleiner Garten mit Gemüse und Obst.
»Siehst du«, sagte die Frau, »ist das nicht nett?«
»Ja«, sagte der Mann, »so soll es bleiben; nun wollen wir recht vergnügt leben.«
»Das wollen wir uns bedenken«, sagte die Frau. Und dann aßen sie etwas und gingen zu Bett.
So ging das wohl acht oder vierzehn Tage, da sagte die Frau: »Hör, Mann, die Hütte ist auch gar zu eng, und der Hof und der Garten sind so klein. Der Butt hätte uns wohl auch ein größeres Haus schenken können. Ich möchte wohl in einem großen steinernen Schloß wohnen. Geh hin zum Butt, er soll uns ein Schloß schenken!«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »die Hütte ist ja gut genug, was sollen wir in einem Schloß wohnen?"
»I was«, sagte die Frau, »geh du nur hin, der Butt kann das wohl tun.«
»Nein, Frau«, sagte der Mann, »der Butt hat uns erst die Hütte gegeben, ich mag nun nicht schon wieder kommen, das könnte den Butt verdrießen.«
»Geh doch!« sagte die Frau. »Er kann das recht gut und tut das gern, geh du nur hin!« Dem Manne war das Herz so schwer, und er wollte nicht. Er sagte bei sich selbst: Das ist nicht recht, er ging aber doch hin.
Als er an die See kam, war das Wasser ganz violett und dunkelblau und grau und dick und gar nicht mehr so grün und gelb, doch war es noch still. Da stellte er sich hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach«, sagte der Mann halb bekümmert, »sie will in einem großen Schlosse wohnen.«
»Geh nur hin, sie steht schon vor der Tür«, sagte der Butt.
Da ging der Mann fort und dachte, er wollte nach Hause gehen, aber als er da ankam, stand da nun ein großer, steinerner Palast, und seine Frau stand eben auf der Treppe und wollte hineingehen. Da nahm sie ihn bei der Hand und sagte: »Komm nur herein!« Darauf ging er mit ihr hinein, und in dem Schlosse war eine große Diele mit marmelsteinernem Boden, und da waren so viele Bediente, die rissen die großen Türen auf, und die Wände glänzten von schönen Tapeten, und in den Zimmern waren lauter goldene Stühle und Tische, und kristallene Kronleuchter hingen an der Decke, und in allen Stuben und Kammern lagen Teppiche. Und das Essen und der allerbeste Wein standen auf den Tischen, als wenn sie brechen sollten. Und hinter dem Hause war auch ein großer Hof mit Pferd- und Kuhstall und mit Kutschwagen auf das allerbeste, und da war auch noch ein großer, prächtiger Garten mit den schönsten Blumen und feinen Obstbäumen und ein Lustwäldchen, wohl eine halbe Meile lang, darin waren Hirsche und Rehe und Hasen, alles, was man sich nur immer wünschen mag.
»Na«, sagte die Frau, »ist das nun nicht schön?«
»Ach ja«, sagte der Mann, »so soll es auch bleiben, nun wollen wir in dem schönen Schlosse wohnen und wollen zufrieden sein.«
»Das wollen wir uns bedenken«, sagte die Frau, »und wollen es beschlafen.« Und damit gingen sie zu Bett.
Am andern Morgen wachte die Frau zuerst auf, es wollte gerade Tag werden, und sie sah aus ihrem Bette das herrliche Land vor sich liegen. Der Mann reckte sich noch, da stieß sie ihn mit dem Ellenbogen in die Seite und sagte: »Mann, steh auf und guck mal aus dem Fenster! Sieh, könnten wir nicht König werden über all das Land? Geh hin zum Butt, wir wollen König sein!«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was sollen wir König sein! Ich mag nicht König sein!«
»Na«, sagte die Frau, »willst du nicht König sein, so will ich König sein. Geh hin zum Butt, ich will König sein.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du König sein? Das mag ich ihm nicht sagen.«
»Warum nicht?« sagte die Frau. »Geh stracks hin, ich muß König sein.«
Da ging der Mann hin und war ganz bekümmert, daß seine Frau König werden wollte. Das ist nicht recht und ist nicht recht, dachte der Mann. Er wollte gar nicht hingehen, ging aber doch hin.
Und als er an die See kam, da war die See ganz schwarzgrau, und das Wasser gärte so von unten herauf und roch ganz faul. Da stellte er sich hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach«, sagte der Mann, »sie will König werden.«
»Geh nur hin, sie ist es schon«, sagte der Butt.
Da ging der Mann hin, und als er zum Palast kam, da war das Schloß viel größer geworden und hatte einen großen Turm und herrlichen Zierat daran, und die Schildwachen standen vor dem Tor, und da waren so viele Soldaten und Pauken und Trompeten.
Und als er in das Haus kam, da war alles von purem Marmelstein mit Gold und samtenen Decken und großen goldenen Quasten. Da gingen die Türen vom Saal auf, in dem der ganze Hofstaat war, und seine Frau saß auf einem hohen Thron von Gold und Diamant und hatte eine große goldene Krone auf und das Zepter in der Hand von purem Gold und Edelstein, und auf jeder Seite von ihr standen sechs Jungfrauen in einer Reihe, eine immer einen Kopf kleiner als die andere.
Da stellte er sich hin und sagte: »Ach, Frau, bist du nun König?«
»Ja«, sagte die Frau, »nun bin ich König.«
Da stand er da und sah sie an, und als er sie so eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, wenn du König bist! Nun wollen wir auch nichts mehr wünschen.«
»Nein, Mann«, sagte die Frau und war ganz unruhig, »mir wird schon die Zeit und Weile lang, ich kann das nicht mehr aushalten. Geh hin zum Butt, König bin ich, nun muß ich Kaiser auch werden.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du Kaiser werden!«
»Mann«, sagte sie, »geh hin zum Butt, ich will Kaiser sein.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »Kaiser kann er nicht machen, ich mag dem Butt das nicht sagen; Kaiser ist nur einer im Reich. Kaiser kann der Butt ja nicht machen, das kann und kann er nicht.«
»Was«, sagte die Frau, »ich bin König, und du bist bloß mein Mann, willst du gleich hingehen? Sofort gehst du hin. Kann er König machen, kann er auch Kaiser machen. Ich will und will Kaiser sein, gleich geh hin!« Da mußte er hingehen.
Als der Mann aber hinging, da war ihm ganz bang, und als er so ging, dachte er bei sich: Das geht und geht nicht gut. Kaiser ist zu unverschämt. Der Butt wird das am Ende doch müde. Und da kam er nun an die See, da war die See ganz schwarz und dick und fing schon an so von unten herauf zu gären, daß es Blasen gab, und da ging ein Windstoß darüber hin, daß es nur so schäumte, und dem Manne graute. Da stellte er sich hin und rief:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru, de Ilsebill,
will nich so, as ik wol will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach, Butt«, sagte er, »meine Frau will Kaiser werden.«
»Geh nur hin«, sagte der Butt, »sie ist es schon.«
Da ging der Mann fort, und als er ankam, da war das ganze Schloß von poliertem Marmelstein mit alabasternen Figuren und goldenem Zierat. Vor dem Tor marschierten die Soldaten, und sie bliesen Trompeten und schlugen Pauken und Trommeln.
Aber im Hause, da gingen die Barone und Grafen und Herzöge nur so als Bediente herum. Da machten sie ihm die Türen auf, die waren von lauter Gold. Und als er hereinkam, da saß seine Frau auf einem Thron, der war von einem Stück Gold und war wohl zwei Meilen hoch. Und sie hatte eine große goldene Krone auf, die war drei Ellen hoch und mit Brillanten und Karfunkelsteinen besetzt. In der einen Hand hatte sie das Zepter und in der anderen Hand den Reichsapfel, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen die Trabanten so in zwei Reihen, einer immer kleiner als der andere, von dem allergrößten Riesen, der war zwei Meilen hoch, bis zu dem allerkleinsten Zwerg, der war nur so groß wie mein kleiner Finger. Und vor ihr standen viele Fürsten und Herzöge.
Da stellte sich der Mann dazwischen und sagte: »Frau, bist du nun Kaiser?«
»Ja«, sagte sie, »ich bin Kaiser.«
Da stand er da und sah sie so recht an, und als er sie eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, wenn du Kaiser bist.«
»Mann«, sagte sie, »was stehst du da herum? Ich bin nun Kaiser, nun will ich aber auch Papst werden, geh hin zum Butt!«
»Ach, Frau«, sagte der Mann, »was willst du denn noch? Papst kannst du nicht werden, Papst ist nur einer in der Christenheit, das kann er doch nicht machen.«
»Mann«, sagte sie, »ich will Papst werden, geh gleich hin, ich muß heute noch Papst werden.«
»Nein, Frau«, sagte der Mann, »das mag ich ihm nicht sagen! Das geht nicht gut, das ist zu grob, zum Papst kann dich der Butt nicht machen.«
»Mann, was für ein Geschwätz«, sagte die Frau, »kann er Kaiser machen, kann er auch Papst machen. Geh sofort hin! Ich bin Kaiser, und du bist bloß mein Mann, willst du wohl hingehen?«
Da kriegte er Angst und ging hin, ihm war aber ganz flau, und er zitterte und bebte, und die Knie und die Waden bibberten ihm. Da fuhr ein Wind über das Land, und die Wolken flogen, daß es dunkel wurde wie am Abend, die Blätter wehten von den Bäumen, und das Wasser ging und brauste, als ob es kochte, und schlug an das Ufer, und weit draußen sah er die Schiffe, die gaben Notschüsse ab und tanzten und sprangen auf den Wellen. Der Himmel war in der Mitte noch so ein bißchen blau, aber an den Seiten, da zog es herauf wie ein schweres Gewitter. Da stellte er sich ganz verzagt in seiner Angst hin und sagte:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
meine Frau, die Ilsebill,
will nicht so, wie ich wohl will.«
»Na, was will sie denn?« sagte der Butt.
»Ach«, sagte der Mann, »sie will Papst werden.«
»Geh nur hin, sie ist es schon«, sagte der Butt.
Da ging er fort, und als er ankam, war da eine große Kirche von lauter Palästen umgeben. Da drängte er sich durch das Volk. Innen war aber alles mit tausend und tausend Lichtern erleuchtet, und seine Frau war in lauter Gold gekleidet und saß auf einem noch viel höheren Thron und hatte drei große goldene Kronen auf, und rings um sie herum standen viele vom geistlichen Stand, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen zwei Reihen Lichter, das größte so dick und so groß wie der allergrößte Turm bis hinunter zum allerkleinsten Küchenlicht, und alle die Kaiser und die Könige, die lagen vor ihr auf den Knien und küßten ihr den Pantoffel.
»Frau«, sagte der Mann und sah sie so recht an, »bist du nun Papst?«
»Ja«, sagte sie, »ich bin Papst.«
Da stand er da und sah sie recht an, und das war, als ob er in die helle Sonne sähe. Als er sie nun eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: »Ach, Frau, was steht dir das schön, daß du Papst bist!« Sie saß aber da so steif wie ein Baum und rüttelte und rührte sich nicht.
Da sagte er: »Frau, nun sei auch zufrieden, jetzt wo du Papst bist, jetzt kannst du doch nichts anderes mehr werden.«
»Das will ich mir bedenken«, sagte die Frau. Damit gingen sie beide zu Bett, aber sie war nicht zufrieden, und die Gier ließ sie nicht schlafen, sie dachte immer, was sie noch mehr werden könnte.
Der Mann schlief recht gut und fest, er war den Tag viel gelaufen, die Frau aber konnte gar nicht einschlafen und warf sich von einer Seite auf die andere, die ganze Nacht hindurch, und dachte nur immer, was sie wohl noch werden könnte, und konnte sich doch auf nichts mehr besinnen. Schließlich wollte die Sonne aufgehen, und als die Frau das Morgenrot sah, da richtete sie sich in ihrem Bett auf und sah sich das an, und als sie nun im Fenster die Sonne heraufkommen sah, da dachte sie: Ha, könnte ich nicht auch die Sonne und den Mond aufgehen lassen?
»Mann«, sagte sie und stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Rippen, »wach auf, geh hin zum Butt, ich will werden wie der liebe Gott.« Der Mann war noch halb im Schlaf, aber er erschrak so, daß er aus dem Bette fiel. Er meinte, er hätte sich verhört, rieb sich die Augen aus und fragte: »Ach, Frau, was hast du gesagt?«
»Mann«, sagte sie, »wenn ich nicht die Sonne und den Mond kann aufgehen lassen und muß das so mit ansehen, wie Sonne und Mond aufgehen - ich kann das nicht aushalten und habe keine ruhige Stunde mehr, daß ich sie nicht selber kann aufgehen lassen.« Da sah sie ihn so recht grausig an, daß ihn ein Schauder überlief. »Sofort gehst du hin, ich will werden wie der liebe Gott.«
»Ach, Frau«, sagte der Mann und fiel vor ihr auf die Knie, »das kann der Butt nicht. Kaiser und Papst kann er machen, ich bitte dich, sei vernünftig und bleib Papst!«
Da kam sie in Wut, die Haare flogen ihr wild um den Kopf, sie riß sich das Leibchen auf und trat nach ihm mit dem Fuß und schrie: »Ich halte und halte das nicht länger aus. Willst du wohl gleich hingehen!« Da zog er sich die Hosen an und rannte los wie ein Verrückter.
Draußen aber ging der Sturm und brauste, daß er kaum noch auf seinen Füßen stehen konnte. Die Häuser und die Bäume wurden umgeweht, und die Berge bebten, und die Felsbrocken rollten in die See, und der Himmel war pechschwarz, und es donnerte und blitzte, und die See rollte daher in hohen schwarzen Wogen, so hoch wie Kirchtürme und Berge, und sie hatten alle darauf eine weiße Krone von Schaum. Da schrie er und konnte sein eigenes Wort nicht hören:
»Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
meine Frau, die Ilsebill,
will nicht so, wie ich wohl will.«
»Na, was will sie denn?« fragte der Butt.
»Ach«, sagte er, »sie will wie der liebe Gott werden.
»Geh nur hin, sie sitzt schon wieder in dem alten Pott.«
Und da sitzen sie noch bis heute und auf diesen Tag.
http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/fischer.htm
Kontrakt
In der populären Auffassung wird Partnerschaft oft als von selbstloser Liebe getragen angesehen. Wenn die Seifenblase dann platzt und dies geschieht in Deutschland jedes Jahr einige hunderttausend Mal, sind das Geschrei und die Schuldvorwürfe groß.
Dass Partnerschaft wesentlich auch auf persönlichen Interessen beruht, wurde unter der Sichtweise, es ginge nur um Liebe, verdrängt. Persönliche Interessen in Partnerschaften werden in einem offenen oder heimlichen Kontrakt (Vertrag) verabredet oder stillschweigend vorausgesetzt. Ist der Kontrakt offen, dann weiß jeder der beiden Partner woran er oder sie ist. So etwa beim bürgerlichen Eheideal. Der Mann sorgt für Geld, Status und materiellen Wohlstand, mithin also für materielle Sicherheit, die Frau sorgt für Haus und Kinder und für die emotionale Sicherheit. Nach Jürg Willi könnte man das auch eine Kollusion nennen, doch wer mit diesem Modell glücklich ist, der ist eben glücklich und bedarf keiner sich fortschrittlichen gebenden Agitation wie das Leben denn viel besser wäre.
Es könnte also ganz einfach sein. Doch dummerweise sind viele Menschen mit dem bürgerlichen Partnerschaftsideal in der Praxis dann doch nicht zufrieden, sei es wie bei Partnerschaften nach dem Märchen von des Fischers Frau, wo der Mann rackert und schafft und seine Frau dennoch nicht zufrieden ist, weil ihr etwas wesentliches fehlt, was durch das größte Haus nicht zu ersetzen ist.
Hier ist es dann in der Regel so, dass der eine unzufriedenere Partner unbewusst oder bewusst nach Abhilfe sucht. Dies kommt aber meist nicht in offener Aussprache mit dem anderen Partner zustande, sei es, dass dieser oder diese nichts verändern will - was hast Du nur, es ist doch alles gut. Oder sei es, dass sich der unzufriedene Partner nicht getraut die Störung anzusprechen.
Wären aber beide Partner bereit, über die Beziehungsstörung zu sprechen - für eine Beziehungsstörung reicht es im übrigen völlig aus, wenn nur einer der beiden eine solche sieht - dann wäre auch die Zeit gekommen, über den bisherigen Kontrakt zu sprechen, der offenbar aktuell nicht mehr passt.
Man könnte dann einen neuen Kontrakt schließen, der den neuen Bedingungen besser entspricht. Man könnte sich in Bezug auf den anderen selber verändern, um so den veränderten Bedürfnis des anderen besser zu entsprechen. Hierbei ist ein Abgleich mit den eigenen Werten notwendig, die wenn nötig auch zu verändern wären. Vielfach ist hier eine solche Veränderung möglich, die der Partnerschaft neue Vitalität verleiht.
Manchmal ist dies aber auch nicht der Fall. Sei es, dass sich einer der beiden - warum auch immer - dagegen sperrt - oder sei es, dass es irrationale Faktoren gibt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Einstellung eines oder beider Partner hat. So ist dies beispielsweise mit dem bedeutsamen irrationalen Faktor, der Liebe.
Liebe lässt sich nicht verordnen und per Kontrakt sichern. Sie ist da, kommt und geht, ohne dass wir dies wesentlich beeinflussen können.
Lernt beispielsweise eine Frau einen anderen Mann kennen, in den sie sich verliebt und ist diese Liebe von Dauer und wird erwidert wird sich die Frage stellen, wie es mit dem ursprünglichen Beziehung der Frau mit ihrem Ehemann weitergehen soll. Kann diese transformiert werden oder ist eine Trennung für beide der ehrlichere Weg?
Die Illusion der Ehe
Die Illusion der Ehe kann man als eine Krankheit betrachten, die viele Menschen, darunter auch Familientherapeuten haben. Das Institut der Ehe verspricht Sicherheit. Die bei kirchlichen Trauungen früher übliche Formel "In guten wie in schlechten Zeiten" und "Bis dass der Tod Euch scheidet", war durchaus ernst gemeint und wurde unter früheren rigiden christlichen Systemen auch auf Biegen und Brechen durchgesetzt, selbst wenn durch die Sicherungsmaßnahmen einer der beiden Ehepartner starb oder in der Irrenanstalt landete.
Heute könnte eigentlich jeder halbwegs Gebildete wissen, dass das Eheversprechen, das vom Standesbeamten bei der standesamtlichen Trauung so zwar nicht mehr vorgetragen wird, aber dennoch unausgesprochen unterstellt wird, das Papier kaum wert ist, auf dem es in unsichtbarer Schrift steht.
Die Menschen hängen aber an ihren Wunschbildern fest und dementsprechend groß ist der Schock, wenn einer der beiden Ehepartner Trennungsabsichten äußert oder sie sogar vollzieht. Für den anderen bricht eine Welt zusammen, denn er oder sie hatte sich ganz der Illusion der lebenslänglichen Ehe verschrieben, dies trifft auch für Akademiker zu, die zwar im Gespräch behaupten würden, sie wüssten darum, dass jede 3. Ehe geschieden wird und das wäre ja von einem modernen Menschen auch zu akzeptieren, nur für sich selber wollen sie eine solche Akzeptanz nicht gelten lassen.
Der trennungswillige Partner / Partnerin muss da bleiben, koste es was es wolle. Im Extremfall geht das bis zur Tötung des trennungswilligen Partners / Partnerin, wobei es mehr Ehemänner als Ehefrauen sind, die ihren Partner töten.
Eine andere Variante, eine Trennung nicht zu akzeptieren ist die Selbsttötung. Hier sind auch Frauen sehr erfolgreich. Während Männer mit dem Auto gegen Bäume fahren oder sich eine Kugel mit dem Jagdgewehr in den Kopf schießen, bevorzugen Frauen anscheinend Sprünge aus Hochhäusern oder die Selbstvergiftung mit einer Überdosis von Medikamenten.
Eine dritte Variante, eine Trennung nicht zu akzeptieren, ist die Aufgabe des eigenen Ich. Der ehemalige psychopathisch strukturierte Manager von Siemens, mutiert nach dem Auszug seiner Ehegattin innerhalb weniger Monate zum Erwerblosen und nach einigen weiteren Monaten auch zum Obdachlosen. Die einzige Tätigkeit, die er als sinnvoll betrachtet, ist das Trinken von Alkohol. Seine heimliche Botschaft dabei lautet: Wenn Du mich verlässt, dann verlass ich mich. So zeigt er einen Rest von Handlungsmöglichkeit, denn alle anderen Handlungsoptionen, wie etwa der erwachsen zu werden, scheiden für ihn aus.
Sinkende Ehebereitschaft
Die Illusion der Ehe erkennen inzwischen immer mehr Menschen, die, wenn sie denn schon heiraten, dies in dem Bewusstsein tun, damit steuerrechtliche Vorteile zu genießen oder dies deshalb tun, um ihrem Partner zu demonstrieren, wie wichtig er oder sie für einen ist.
Andererseits führt die "sinkende Ehebereitschaft" - so die verkopfte Juristensprache - insbesondere unter den als eher konservativ einzuschätzenden Juristen zu Angst und Panik, die Gesellschaft könnte aus den Fugen geraten und vielleicht sogar Rechtsanwälte, Familienrichter und Professoren an Juristischen Fakultäten mehr oder weniger überflüssig machen. Denn wenn Männer und Frauen immer mehr dazu übergehen, ihre Verhältnisse weniger dogmatisch zu gestalten, bei Beziehungsproblemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen oder sich bei Bedarf an einen Paarberater wenden, dann werden auf Ehesachen spezialisierte Rechtsanwalte und Familienrichter logischerweise immer mehr entbehrlich. Das rührt verständlicherweise an Existenzängste der Juristen, die sich daher schon vorausschauend darum kümmern, dass der Streitkuchen auch zukünftig auf einen den eigenen Lebensstandard sichernden Level bleibt. So geraten denn auch nichtverheiratete Paare immer mehr in das Visier der Juristen. Und da die meisten Menschen das sich anbahnende Unheil nicht sehen können oder wollen und die Anwaltslobby im Deutschen Bundestag mit Argusaugen darüber wacht, dass die Pfründe der Juristen nicht kleiner, sondern eher größer wird, kann es leicht dazu kommen, dass den Menschen, die für sich das Korsett der Ehe ablehnen, per Gesetz die Zwangsehe übergeholfen wird.
Beispiel:
Sehr geehrte ... ,
die Juristische Fakultät der Universität Regensburg veranstaltet in Verbindung mit der Bundesnotarkammer vom 9. bis 11.10.2008 in Regensburg zum neunten Mal das Symposium für Europäisches Familienrecht, diesmal zu dem Thema „Rechtsregeln für nichteheliches Zusammenleben“. Die sinkende Heiratsbereitschaft und die Zunahme ehelosen Zusammenlebens stellen die europäischen Gesetzgeber gegenwärtig vor die Frage, ob es an der Zeit ist, über das Eherecht hinaus auch für nichteheliche Lebensgemeinschaften spezifische Regelungen zu schaffen. Eine Reihe von Staaten ist diesen Weg schon gegangen, in anderen liegen einschlägige Reformprojekte vor. Eine mögliche Gesetzgebung auf diesem Feld hat auf der anderen Seite die freie Entscheidung der betroffenen Personen zu achten, sich nicht in eine rechtliche Bindung nach Art des Eherechts zu begeben. Zugleich stellt sich die Frage, ob und wie einem möglichen Regelungsbedarf durch Partnerverträge Rechnung getragen werden kann. Auch die kautelarjuristische Seite wird daher auf der Tagung nicht zu kurz kommen.
Die Veranstalter (Prof. Dres. Henrich, Gottwald, Kroppenberg, Spickhoff und Schwab) hoffen, Sie für die Tagung interessieren zu können und würden sich sehr freuen, Sie im Oktober in Regensburg begrüßen zu dürfen.
Das Tagungsprogramm kann angefordert werden bei Prof. Dr. Inge Kroppenberg, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römische Rechtsgeschichte und Privatrechtsgeschichte der Neuzeit, Universitätsstraße 31, 93053 Regensburg,
...
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Inge Kroppenberg
------
Prof. Dr. Inge Kroppenberg
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römische Rechtsgeschichte und Privatrechtsgeschichte der Neuzeit Juristische Fakultät der Universität Regensburg 93040 Regensburg ...
Die Menschen hetzten wie der Hase im Märchen vom Hasen und dem Igel der Gebrüder Grimm, von A nach B, ohne dabei zu verstehen, dass die Juristen längst am Ziel sind, während sie selbst schon halbtot sind.
Gebrüder Grimm
Der Hase und der Igel
Diese Geschichte ist eigentlich gelogen, Kinder, aber wahr ist sie doch, denn mein Großvater, von dem ich sie habe, pflegte immer, wenn er sie erzählte, zu sagen: »Wahr muß sie sein, mein Sohn, sonst könnte man sie ja nicht erzählen.« Die Geschichte aber hat sich so zugetragen.
Es war an einem Sonntagmorgen im Herbst, gerade als der Buchweizen blühte; die Sonne war am Himmel aufgegangen, und der Wind strich warm über die Stoppeln, die Lerchen sangen hoch in der Luft, und die Bienen summten im Buchweizen. Die Leute gingen in ihrem Sonntagsstaat zur Kirche, und alle Geschöpfe waren vergnügt, auch der Igel.
Er stand vor seiner Tür, hatte die Arme verschränkt, er guckte in den Morgenwind hinaus und trällerte ein kleines Liedchen vor sich hin, so gut und so schlecht wie am Sonntagmorgen ein Igel eben zu singen pflegt. Während er nun so vor sich hinsang, fiel ihm plötzlich ein, er könnte doch, während seine Frau die Kinder wusch und ankleidete, ein bißchen im Feld spazierengehen und nachsehen, wie die Steckrüben standen. Die Steckrüben waren ganz nah bei seinem Haus, und er pflegte sie mit seiner Familie zu essen, darum sah er sie auch als die seinigen an.
Gedacht, getan. Er schloß die Haustür hinter sich und schlug den Weg zum Feld ein. Er war noch nicht sehr weit und wollte gerade um den Schlehenbusch herum, der vor dem Feld stand, als er den Hasen erblickte, der in ähnlichen Geschäften ausgegangen war, nämlich um seinen Kohl zu besehen. Als der Igel den Hasen sah, wünschte er ihm freundlich einen guten Morgen. Der Hase aber, der auf seine Weise ein vornehmer Herr war und grausam hochfahrend noch dazu, antwortete gar nicht auf des Igels Gruß, sondern sagte mit höhnischer Miene: »Wie kommt es, daß du hier schon so am frühen Morgen im Feld herumläufst?«
»Ich gehe spazieren«, sagte der Igel.
»Spazieren?« lachte der Hase. »Du könntest deine Beine schon zu besseren Dingen gebrauchen.«
Diese Antwort verdroß den Igel sehr. Alles kann er vertragen, aber auf seine Beine läßt er nichts kommen, gerade weil sie von Natur aus krumm sind.
»Du bildest dir wohl ein, du könntest mit deinen Beinen mehr ausrichten?« sagte er.
»Das will ich meinen«, sagte der Hase.
»Nun, das kommt auf einen Versuch an«, meinte der Igel. »Ich wette, wenn wir um die Wette laufen, ich lauf schneller als du.«
»Du – mit deinen krummen Beinen?« sagte der Hase. »Das ist ja zum Lachen. Aber wenn du so große Lust hast – was gilt die Wette?«
»Einen Golddukaten und eine Flasche Branntwein«, sagte der Igel.
»Angenommen«, sagte der Hase, »schlag ein, und dann kann es gleich losgehen.«
»Nein, so große Eile hat es nicht«, meinte der Igel, »ich hab' noch gar nichts gegessen; erst will ich nach Hause gehen und ein bißchen was frühstücken. In einer Stunde bin ich wieder hier.«
Damit ging er, und der Hase war es zufrieden. Unterwegs aber dachte der Igel bei sich: »Der Hase verläßt sich auf seine langen Beine, aber ich will ihn schon kriegen. Er ist zwar ein vornehmer Herr, aber doch ein dummer Kerl, und das soll er bezahlen.«
Als er nun nach Hause kam, sagte er zu seiner Frau: »Frau, zieh dich rasch an, du mußt mit mir ins Feld hinaus.«
»Was gibt es denn?« fragte die Frau.
»Ich habe mit dem Hasen um einen Golddukaten und eine Flasche Branntwein gewettet, daß ich mit ihm um die Wette laufen will. Und da sollst du dabei sein.«
»O mein Gott, Mann«, begann die Frau loszuschreien, »hast du denn ganz den Verstand verloren? Wie willst du mit dem Hasen um die Wette laufen?«
»Halt das Maul, Weib«, sagte der Igel, »das ist meine Sache. Misch dich nicht in Männergeschäfte! Marsch, zieh dich an und komm mit!« Was sollte also die Frau des Igels tun? Sie mußte gehorchen, ob sie wollte oder nicht.
Als sie miteinander unterwegs waren, sprach der Igel zu seiner Frau: »Nun paß auf, was ich dir sage. Dort auf dem langen Acker will ich unseren Wettlauf machen. Der Hase läuft in einer Furche, und ich in der anderen, und dort oben fangen wir an. Du hast nun weiter nichts zu tun, als daß du dich hier unten in die Furche stellst, und wenn der Hase in seiner Furche daherkommt, so rufst du ihm entgegen: »Ich bin schon da!«
So kamen sie zu dem Acker, der Igel wies seiner Frau ihren Platz an und ging den Acker hinauf. Als er oben ankam, war der Hase schon da. »Kann es losgehen?« fragte er.
»Jawohl«, erwiderte der Igel.
»Dann nur zu.« Damit stellte sich jeder in seine Furche. Der Hase zählte: »Eins, zwei, drei«, und los ging er wie ein Sturmwind den Acker hinunter. Der Igel aber lief nur etwa drei Schritte, dann duckte er sich in die Furche hinein und blieb ruhig sitzen. Und als der Hase im vollen Lauf am Ziel unten am Acker ankam, rief ihm die Frau des Igels entgegen: »Ich bin schon da!«
Der Hase war nicht wenig erstaunt, glaubte er doch nichts anderes, als daß er den Igel selbst vor sich hatte. Bekanntlich sieht die Frau Igel genauso aus wie ihr Mann. »Das geht nicht mit rechten Dingen zu«, rief er. »Noch einmal gelaufen, in die andere Richtung!« Und fort ging es wieder wie der Sturmwind, daß ihm die Ohren am Kopf flogen. Die Frau des Igels aber blieb ruhig an ihrem Platz sitzen, und als der Hase oben ankam, rief ihm der Herr Igel entgegen: »Ich bin schon da!«
Der Hase war ganz außer sich vor Ärger und schrie: »Noch einmal gelaufen, noch einmal herum!«
»Meinetwegen«, gab der Igel zurück. »Sooft du Lust hast.«
So lief der Hase dreiundsiebzigmal, und der Igel hielt immer mit. Und jedesmal, wenn der Hase oben oder unten am Ziel ankam, sagten der Igel oder seine Frau: »Ich bin schon da.«
Beim vierundsiebzigsten Male aber kam der Hase nicht mehr ans Ziel. Mitten auf dem Acker fiel er zu Boden, das Blut floß ihm aus der Nase, und er blieb tot liegen. Der Igel aber nahm seinen gewonnenen Golddukaten und die Flasche Branntwein, rief seine Frau von ihrem Platz am Ende der Furche, und vergnügt gingen beide nach Hause. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.
So geschah es, daß auf der Buxtehuder Heide der Igel den Hasen zu Tode gelaufen hatte, und seit jener Zeit hat kein Hase mehr gewagt, mit dem Buxtehuder Igel um die Wette zu laufen.
Die Lehre aus dieser Geschichte aber ist erstens, daß sich keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm dünkt, einfallen lassen soll, sich über einen kleinen Mann lustig zu machen, und wäre es auch nur ein Igel. Und zweitens, daß es gut ist, wenn einer heiratet, daß er sich eine Frau von seinem Stand nimmt, die geradeso aussieht wie er. Wer also ein Igel ist, der muß darauf sehen, daß auch seine Frau ein Igel ist.
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=149&cHash=b2042df08bhaseigel#gb_found
Schöne neue Welt, kann man da mit Aldous Huxley sagen. Zum Glück gibt es auch andere Tendenzen, sonst könnte man an diesem Land verzweifeln:
Ministerium der Justiz - Pressemitteilung Nr.: 041/08
Magdeburg, den 24. Juni 2008
Scheidungen auf Kosten des Landes
Magdeburg (MJ). In Sachsen-Anhalt zahlt das Land Anwaltskosten und regelmäßig Gerichtsgebühren für zwei von drei Scheidungen. In 67 Prozent aller Fälle wird für Familienrechtsverfahren Prozesskostenhilfe gewährt. „Da treibt ein wichtiges Gesetz Blüten“, so Justiz-Staatssekretär Burkhard Lischka. „Ich vermag keinen sachlichen Grund zu erkennen, warum in Deutschland mehr als die Hälfte aller Scheidungen auf Steuerzahlerkosten subventioniert werden müssen.“
Die Regelungen zur Prozesskostenhilfe (PKH) garantieren, dass jeder Bürger Zugang zum Recht hat. Wer die Anwaltskosten und die Gerichtsgebühren nicht aufbringen kann, erhält staatliche Hilfen, die er gegebenenfalls in Raten zurückzahlen muss. Bei 14.126 familiengerichtlichen Verfahren in Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 ist in 13.957 Fällen PKH bewilligt worden (dabei zum Teil an beide Parteien eines Verfahrens, also z.B. den Noch-Ehemann sowie die Noch-Ehefrau). Lediglich in 1.256 Fällen wurde eine Rückzahlung in Raten vorgesehen.
Lischka forderte, das Prinzip „Wer Raten zahlen kann, erhält Prozesskostenhilfe als Darlehen“, endlich durchzusetzen. „Wer auf Grund seiner Einkommensverhältnisse seinen Anwalt nicht bezahlen kann, soll auch weiterhin Prozesskostenhilfe erhalten“, sagte er. „Wer aber über ein Nettoeinkommen von über 2.000 Euro verfügt, von dem wird man sicherlich verlangen können, dass er zumindest einen Teil der gewährten Hilfe zurückzahlt und seine Prozesse nicht ausschließlich auf Kosten der Steuerzahler führt.“
Lischka: „Wenn Gutverdiener mit einem Monats-Nettoeinkommen von 3.000 oder 4.000 Euro Prozesskostenhilfe in familiengerichtlichen Verfahren ohne Rückzahlungs-Verpflichtung erhalten können, weil sie z.B. die Kreditkosten für das nicht mehr bewohnte Haus, die Miete für zwei Wohnungen und sonstige Darlehen gegen rechnen können, ist das unnötig. Das muss der Gesetzgeber korrigieren.“ Wenn bei verschiedenen Sozialleistungen extrem unterschiedliche Messlatten angelegt würden, sei das sozial ungerecht. „Es kann nicht sein, dass Hartz-IV-Empfänger beispielsweise nahezu ihr gesamtes Privatvermögen aufbrauchen müssen, bevor sie staatliche Leistungen beziehen, während wesentlich besser gestellten Gut- und Normalverdienern Prozesse ohne jegliche Rückzahlungsverpflichtung durch den Steuerzahler bezahlt werden“, so Lischka.
Ein von den Ländern in den Bundestag eingebrachter Gesetzentwurf sieht vor, die Eigenbeteiligung gut- und normal verdienender Parteien an den Prozesskosten angemessen zu erhöhen. Diejenigen, deren Einkommen und Vermögen über das im Sozialhilferecht definierte Existenzminimum hinausgeht, sollen Prozesskostenhilfe künftig im Regelfall nur noch als Darlehen erhalten, das zumindest teilweise zurückzuzahlen ist. „Ich bin optimistisch, dass wir mit der Bundesebene eine vernünftige Lösung finden“, sagte Lischka.
Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Thema Prozesskostenhilfe, in der Lischka für die Länder mitarbeitet, hatte sich heute in Berlin getroffen und eine weitere Zusammenarbeit vereinbart.
Hintergrund:
Die Prozesskostenhilfe gewährleistet in allen Gerichtsbarkeiten den Zugang der Bürger zum Recht. Die Kosten dafür trägt die Landeskasse. Sie sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. In Sachsen-Anhalt stiegen die sogenannten Verfahrensauslagen (Prozesskostenhilfe, Beratungshilfe, Betreuungskosten) von 29,3 Millionen Euro im Jahr 1996 auf 84,2 Millionen Euro im Jahr 2007.
Impressum:
Ministerium der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Domplatz 2 - 4
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6235
Fax: (0391) 567-6187
Mail: presse@mj.sachsen-anhalt.de
Den gut gemeinten Sparvorschlag aus dem Ministerium der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt zu Gunsten der steuerzahlenden Bevölkerung könnte man aber auch wesentlich leichter haben, wenn man den Vorschlag der ehemaligen CSU-Landrätin Gabriele Pauli, die ihrer Zeit weit voraus war, umsetzen und eine Ehe auf Zeit einführen würde.
Die erste Zeitetappe könnte man auf 3 Jahre festlegen. Nach drei Jahren können beide Ehepartner beim Standesbeamten für eine Gebühr von je 30 € die Verlängerung ihrer Ehe um weitere vier Jahre beurkunden.
Im verflixten siebenten Jahr können die Eheleute eine weitere Verlängerung um vier Jahre beurkunden lassen. So kann das alles drei Jahre geschehen, man kennt das von Berufsoldaten bei der NVA oder der Bundeswehr. Aufstocken ist immer möglich.
Lässt einer der beiden Ehepartner keine Unterschrift beurkunden, gilt die Ehe automatisch als beendet.
Partnerschaftsprobleme
Partnerschaftsprobleme resultieren zum einen aus echten Interessensunterschieden und zum anderen aber oft auch aus "Übertragungen" und "Projektionen". Mit Übertragung ist gemeint, dass jemand den anderen in einer Rolle wahrnimmt, die dieser objektiv gar nicht hat. Männer sehen in ihren Partnerinnen häufig die eigene Mutter. Dies kann in verschiedene Konstellationen geschehen sein. Zum einen, dass sich der kleine Junge vor der als übermächtig und übergriffig erlebten Mutter verteidigen oder verschließen musste, vielleicht deswegen sogar Asthma bekam und nun als erwachsener Mann in der Übertragung auf seine Frau den Kampf mit seiner eigenen Mutter fortführt.
Die andere Variante ist die, dass der Junge von seiner Mutter übermäßig verwöhnt und bewundert wurde (Muttersohn). Der Sohn wurde hier von der Mutter als Partnerersatz missbraucht. Dies weckt beim Sohn und späteren Mann Omnipotenzgefühle, die naturgemäß in der rauhen Umwelt keinen Bestand haben kann. Man kann vermuten, dass Männer die manisch-depressiv Charakterzüge haben, eine solche Mutter gehabt haben. Als historisches Beispiel dafür kann man Adolf Hitler ansehen.
vergleiche hierzu:
Erich Schaake: "Hitlers Frauen", List-Verlag, 2000
Der Vater und andere wichtige Bezugspersonen des Kindes, wie auch die gesellschaftlichen Umstände, spielen natürlich auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des jeweiligen Charakters. Bei Adolf Hitler war es offenbar neben einer verwöhnenden Mutter ein rigider Vater (von dem gestritten wird, ob er überhaupt der leibliche Vater gewesen wäre). Bei der Entstehung bestimmter Charakterzüge gibt es allerdings keinen Automatismus.
Umgekehrt erlebt die Frau ihren Mann als gefühlsmäßig oder real abwesend. Die gleiche Erfahrung hat sie häufig bezüglich ihres eigenen Vaters gemacht, der nur selten erreichbar oder sogar völlig abwesend war. Die Vatersehnsucht ist dementsprechend groß, auch wenn diese verdrängt sein kann und möglicherweise durch eine unbewusste Männerfeindlichkeit ausgefüllt ist. Der Mann wird also in der Übertragung als der unerreichbare Vater erlebt und um so mehr die Frau klammer und ihn zu erreichen sucht, um so mehr zieht sich der Mann, der seine Frau als Mutter erlebt, zurück. Der Teufelskreis ist geschlossen.
Bei der Projektion projiziert der Mann oder die Frau auf den Partner, Dinge und Verhaltensweisen, die eigentlich seine eigenen sind. Ein schönes Beispiel ist die gehemmte und rigid und mürrisch blickende Ehefrau, die sich ewig beklagt, ihr Mann wolle ihr dauernd an die Wäsche. Dabei ist klar, so abweisend wie diese Frau in die Welt und speziell ihren Mann anschaut, wird ihr Mann einen Teufel tun, sich ihr zu nähern. Lieber fängt er eine Affäre mit der Arbeitskollegin an. Die Ehefrau hat also ihre eigenen sexuellen Impulse abgespalten und, da sie letztlich ihre Impulse nicht auslöschen kann, projiziert sie auf ihren Mann.
Partnerschaft heißt auch Konflikt. Bloß keinen Konflikt mit Frauen ist offenbar ein Leitspruch vieler Männer. Als Alternativen bieten sich in diesem Fall Herrschaft oder Unterordnung an. Im Fall der Herrschaft bestimmte ich, was auf die Tagesordnung kommen darf und was nicht. Im Fall der Unterordnung stelle ich meine eigenen Bedürfnisse zu Gunsten der des anderen Partners zurück. Das Glück dürfte in beiden Fällen nur von kurzer Dauer sein. Im ersten Fall bin ich dauernd damit beschäftigt meine Herrschaft zu sichern, im zweiten Fall muss ich mich ständig selbst verleugnen, das Mittel dazu ist Selbstvergewaltigung und Autoaggression. Beides bindet ständig Energien, die mir für die eigene Entwicklung daher nicht zur Verfügung stehen. Da Physis (Körper) und Psyche (Emotion) eine untrennbare Einheit bilden, sind psychosomatische Symptome (Krankheiten) eine zwangsläufige Folge.
Die Alternative zu Herrschaft und Unterordnung heißt, den Konflikt wagen. Viele Männer haben Angst davor, mitunter auch in der irrigen Annahme Konflikte könnten nur destruktiv ausgetragen werden. Richtig ist indes, dass Konflikte auch so ausgetragen werden können, dass man daran wachsen und reifen kann und die Partnerschaft davon profitiert.
Kontrolle
Man kann vermuten, dass das Kontrollbedürfnis von Frauen in heterosexuellen Beziehungen wesentlich höher ist als das von Männer. Dies könnte man erklären aus der entwicklungsgeschichtlich verständlichen Abhängigkeit der Frau und ihrer Kinder durch den versorgenden und beschützenden Mann. Nun leben wir aber nicht mehr in der Steinzeit oder im Mittelalter, so dass dass damals bestehende sinnvolle Verhältnis sich immer mehr in ein unsinniges verwandelt. Der Mann beantwortet das Kontrollbedürfnis der Frauen mit Rückzug oder Aggression. Die Frau wirft dann dem Mann vor, er würde sich zurückziehen oder aggressiv sein und sieht in keiner Weise den gewichtigen Anteil, den sie zu dem von ihr beklagten Verhalten des Mannes beigetragen hat.
Hierarchie
Viele Beziehungen und damit sind hier auch Beziehungen zu Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen gemeint, scheitern, weil die Hierarchie nicht beachtet und respektiert wird. Kinder, die ihren Eltern auf der Nase herumtanzen, Ehefrauen, die das von ihrem erwerbstätigen Man schwer verdiente Geld wie selbstverständlich entgegen nehmen und mit vollen Händen zum Fenster hinaus werfen, Ehemänner, die spät abends nach Hause kommen und nichts besseres zu tun haben, als ihre Ehefrau vor den Augen und Ohren der Kinder zu schelten, warum sie ihm noch kein Abendbrot hingestellt hat, führungsschwache Chefs, denen die Angestellten auf der Nase rumtanzen, und und und.
Gleichheit ist gut, Hierarchie ist schlecht.
Dieser Glaubenssatz ist im derzeitigen sozial-kapitalistischen System in Deutschland eigenartiger Weise sehr beliebt, obwohl man dieser These seit der Implosion der staatssozialistischen Systeme Ende der Achtziger Jahre doch kritisch gegenüber stehen müsste. Hat doch der Zusammenbruch der staatsozialistischen Systeme gezeigt, dass eine offizielle Negierung oder Nivellierung von Hierarchien, nicht zu weniger Hierarchie, sondern zu mehr Hierarchie führt, an der die staatssozialistischen Systeme in einer Art Selbstmordschaltung schließlich erstickt sind. So bildete sich in der DDR die Funktionärskaste der SED ein sie wüsste besser als jeder andere, was gut für das Volk, die Bildung, die Wissenschaft, die Landwirtschaft, kurz und gut - für das ganze Land sei. Bataillone von SED Besserwissern beherrschten das Land und machten denen gründlich das Leben schwer, die wirklich was von den Dingen verstanden.
Die Geringschätzung von Hierarchie bei gleichzeitiger Anmaßung ist aber keine Erfindung des Staatssozialismus, sondern schon sehr alt. Berichte darüber findet man z.B. in den Überlieferungen zu Diogenes, der vor lauter Bedürfnislosigkeit angeblich in einer Tonne gelebt haben soll.
Diogenes von Sinope
Der kynische Philosoph Diogenes (griech.: Διογένης ὁ Σινωπεύς Diogenēs ho Sinōpeus; * ca. 400/390 v. Chr. in Sinope; † 328/323 v. Chr. in Korinth) lebte in Athen und war Schüler des Antisthenes (und dieser wiederum ein Schüler des Sokrates).
http://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes_von_Sinope
Alexander der Große suchte den Philosophen Diogenes auf und stellte ihm einen Wunsch frei.
Diogenes antwortete:
"Geh mir nur ein wenig aus der Sonne".
Alexander entgegnete:
"Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein".
Diese bekannte Anekdote über Alexander dem Großen und Diogenes ist ein schönes Beispiel von Beziehungsgestaltung und Aushandlung von Hierarchie. Alexander der Gr0ße, der Herrscher der Welt, stellt dem kauzigen Diogenes, über den skurrile Anekdoten wie diese überliefert sind:
Diogenes wird nachgesagt, auf dem Marktplatz masturbiert zu haben. Darauf angesprochen, sagte er: „Wie schön wäre es doch, wenn man auch durch das Reiben des Bauches das Hungergefühl vertreiben könnte!“
einen Wunsch frei. Der mächtige Alexander kann jeden irdisch denkbaren Wunsch erfüllen. Diogenes wichtigster Wunsch ist es aber in diesem Moment offenbar nur, dass Alexander ihm aus der Sonne geht. Dies kann man als Zeichen von Stärke deuten, Diogenes, der nichts besitzt, desavouiert den Herrscher der Welt, krasser geht es wohl nicht.
Man kann es aber auch als Zeichen von Schwäche deuten, Diogenes hat kein Gefühl für Anstand und Respekt.
Es hätte in der Macht Alexander des Großen gestanden, Diogenes für die gezeigte Respektlosigkeit hart zu bestrafen und so deutlich zu machen, welche Hierarchie hier Gesetz ist. Alexander wählt aber einen eleganteren und auch gewaltfreien Weg, die gültige Hierarchie zu bestätigen. Er entgegnet:
"Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein".
Auf diese Weise stellt Alexander die von Diogenes umgedeutete Hierarchie wider vom Kopf auf die Füße. Gleichzeitig macht er seinem Kontrahenten klar, dass er ihn als zweiten hinter sich ansieht, ein großes Kompliment, das Diogenes Respektlosigkeit und seinen Versuch die geltende Hierarchie umzudrehen, zurückweist und gleichzeitig die Würde von Diogenes nicht beschädigt. Diogenes selbst ist dagegen ein ausgesprochener Trampel, der nicht nur hier versucht, Alexanders Person zu beschädigen, sondern sich auch gegenüber einfachen Menschen ausgesprochen respektlos, unanständig und die Würde der Menschen mit den Füßen tretend verhält:
Einmal auf einem Marktplatz rief Diogenes laut:
„Kommt herbei, Menschen!“
Die Leute aber, die auf seinen Ausruf hinkamen, verscheuchte er mit den Worten:
„Menschen habe ich zu mir gerufen, nicht Abschaum!“
Filme:
Alles auf Zucker (Komödie), Dani Levy, 2004
Jakob Zuckermann (Henry Hübchen) ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun", verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene (Hannelore Elsner) mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier.
Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel (Udo Samel) und Jakob versöhnen - und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten. Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem - das Billardturnier wurde soeben eröffnet...
http://www.zucker-derfilm.de/mehrinhalt.php
French Kiss
USA 1995
Regie: Lawrence Kasdan
Drehbuch: Adam Brooks
Besetzung
* Meg Ryan: Kate
* Kevin Kline: Luc Teyssier
Pretty Woman
USA 1990
Regie: Garry Marshall
Drehbuch: J. F. Lawton
Produktion: Roger Joseph Pugliese
Besetzung
* Richard Gere als Edward Lewis,
* Julia Roberts als Vivian „Viv“ Ward,
Und täglich grüßt das Murmeltier
USA 1993
Regie: Harold Ramis
Drehbuch: Danny Rubin
Produktion: Trevor Albert
Besetzung
* Bill Murray
* Andie MacDowell
Literatur:
Butzmann, Erika: "Geschlechtsspezifisches Streitverhalten aufgrund unterschiedlicher Denkstrukturen bei Männern und Frauen als zusätzliches Konfliktpotenzial in der Partnerschaft", In: "Familiendynamik", 2003, Heft 3, S. 513-523
Kaufmann, Jean-Claude: "Singlefrau und Märchenprinz. Über die Einsamkeit moderner Frauen"; UVK 2002
Mary, Michael: "5 Wege die Liebe zu leben"; Bastei Lübbe, 2002
Robin Norwood: "Wenn Frauen zu sehr lieben. Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden.", Rowohlt: 1986, Reinbek bei Hamburg
Helm Stierlin: "Verrechnungsnotstände: Über Gerechtigkeit in sich wandelnden Beziehungen"; In: "Familiendynamik", 1997, Heft 2, S. 136-155
Paul Watzlawick: "Anleitung zum Unglücklichsein"; Piper, München, 1983
Paul Watzlawick: "Wenn du mich wirklich liebtest, würdest Du gern Knoblauch essen. Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit"; Piper, München, 2006
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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 11. Juli 2010 08:18
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Danke für Ihre Mail. meine v.2.7.
...
Sehr geehrter Herr Thiel,
danke für Ihre Antwort auf meine Anfrage.
Meine erste Mail war wohl nicht angekommen. Deshalb noch einmal in Kürze meine Frage.
Gibt es zum Beispiel Psychologiestudenten die Personen suchen/benötigen um an und mit ihnen Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Ich bin mir sicher, in meinem Leben ist so viel geschehen, was ich "verarbeiten" musste, gedanklich und körperlich, dass ein Studierender es sicherlich nutzen könnte. Ich wäre auch bereit einige ärztliche Aufzeichnungen dafür zur Verfügung zu stellen, wenn es nötig ist?
Ich mache es nicht ganz uneigennützig, ich versuche dadurch dann auch mehr über mich selber zu erfahren.
Wenn Sie mir diese Frage beantworten könnten, dann wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Viele liebe Grüße
...
PS Bemerkung nur am Rande: Gerade lese ich, "Der bewegte Mann" sehr interessant. Als junger Mensch habe ich auch Gefühle gezeigt, da hat man es in einer Männerwelt nicht unbedingt leichter.
Hallo ...,
mehr über sich, können Sie ja auch woanders als bei Studenten erfahren, die womöglich mehr Schaden als Nutzen bei Ihnen anrichten.
Vielleicht nehmen Sie mal an einem Selbsterfahrungsseminar oder einer Männergruppe teil, da können Sie sicherlich einiges über sich und Ihre Art sich in Beziehung zu setzen lernen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 12. März 2010 23:08
An: info@maennerberatung.de
Betreff: weibliches Hinterfragen
Sehr geehrter Herr Thiel,
soeben bin ich auf Ihre Webseite gestossen. Obwohl ich eine Frau bin (oder vielleicht gerade deshalb?),40, möchte ich mich mit einer Frage an sie richten. Die lautet: Ist der hierunter beschriebene Mann "krank"?
Seit ca.8 Wochen gehe ich ca.2-3 mal die Woche mit einem mir bis dahin noch unbekannten Mann, 49, fremd. Er kam mir charmant, ja sogar jungenhaft schüchtern vor. Gleich am Abend unseres Kennenlernens kam es zu Sex (in seinem Ehebett, seine Familie lebt aus beruflichen Gründen im Ausland). Er sagte dann auch sofort, dass es ihm nicht an einer Beziehung liege, dass er nur Sex wolle, verheiratet sei, seine Frau und Familie liebe und ihnen nicht weh tun wolle. Dass er diskret sei und dies auch von seinen "Bekanntschaften" erwarte. Nach dem Sex fragt er jedesmal, wie ich es fand, ob ich zufrieden bin. Dann erzählt er - was ich auf Dauer nicht mag - auch detailliert von seinen -zig (Hunderten?) ehemaligen "Freundinnen" (er nennt sie nicht Geliebte), von seinem Dasein als ... und wie leicht es doch sei, Frauen zu "haben". Zudem erzählte er auch von seinen Eltern, dass sein Vater seine Mutter pausenlos betrog, nachts betrunken heimkam, sie vor den Kindern erniedrigte und sich jetzt um seine ... kranke Mutter kümmere, sein Vater es mit 85 Jahren immer noch "treibe" usw. usf.
Dieser Mann ist auch panisch auf Ordnung bedacht. Alles muss so ablaufen, wie er es sich vorstellt. Zuerst ganz brav auf die Couch setzen und eine Weile über Gott und die Welt diskutieren ("wir wollen es doch richtig machen"), dann gehen wir ins Bett, wobei er seine Kleidung ordentlich zusammen- und auf einen Stuhl legt. Hinterher lässt er mich stets recht bald spüren, dass ich doch jetzt eigentlich gehen sollte, dass es spät sei, er am Morgen wieder früh raus müsse - als ob er im Hirn einen Schalter umgestellt hätte, eine Veränderung, die sich in sekundenschnelle vollzieht. Auch ich möchte keine richtige "Beziehung", da ich ebenfalls verheiratet bin, mein Mann keinen Sex will, ich aber nicht bereit bin, ihn zu verlassen. Mir ist jedoch noch NIE jemand begegnet, der so bar JEDEN Gefühls zu sein scheint. Neulich stellte er mir nach dem Sex sogar die Frage "Würde es dich stören, wenn ich ausser dir noch andere Frauen sehe?". Ich hatte den Eindruck, er mache dies absichtlich, um evtl sich anbahnende Gefühle zu unterbinden. Er sagte auch, dass er seine Frau ja nicht ... km entfernt hat ziehen lassen, um nun von anderen Frauen in seiner Freiheit eingeschränkt zu werden (da ich ihm zuvor auf seine Frage geantwortet hatte: "Wer bin ich denn, um dir irgendetwas zu verbieten?"). Solcherlei "Gefühlsduschen" kommen immer dann, wenn es auch nur ansatzweise um Gefühle geht, wenn ich Lust auf Zärtlichkeit nach dem Sex habe o.ä.
Was mich jedoch wirklich schockierte und noch immer schockiert: Er schlief vor ca. einem Jahr auch mit meiner besten Freundin (er wusste nicht, dass es meine beste Freundin ist), welche es mir erzählte und wir nun feststellten, dass wir mit demselben Mann geschlafen haben. Das Schockierendste: Er erzählte ihr haargenau dieselben Geschichten, verhielt sich auf den Punkt genau so wie mit mir- in Allem! Dieselben Anekdoten, dieselben Geschichten über Ex-"Geliebte" (das Wort Geliebte finde ich nicht passend, da er nicht liebt, keinerlei Emotionen zeigt, nur Sex will, was er ja auch sofort klar stellt), dasselbe Prozedere, dieselben Sätze beim Sex! Ein Mann, der allen Frauen dieselben Geschichten auftischt, sich bis ins Detail identisch verhält, Sex will und sich beim Sex auch noch kontrolliert, bis hin zu dem ,was er sagt. Tut er dies, um sich in seiner konstruierten Welt nicht zu verheddern? Er sagt auch, dass er zu allen seinen "Freundinnen" noch gute Kontakte pflegt. Dies kann ich mir durchaus vorstellen, da es ja nie um Gefühle geht, da er ja allen gleich sagt, was Sache ist. Ich bin überzeugt, dass wir Frauen, nachdem klar ist, dass er keine Gefühle will, ihn mehr oder weniger nur für den Sex "benutzen", bis wir einen "Besseren" finden, als Übergang sozusagen.
Nun habe ich Angst, auch irgendwann einmal als Anekdote erzählt zu werden. Es tut mir weh, nur als Stück Fleisch betrachtet zu werden. Ich mag z.Bsp. auch schicke Dessous. Er findet das ganz nett, es ist ihm jedoch grundsätzlich egal, in welcher "Uniform" eine Frau vor ihm erscheint. Hauptsache Fleisch. Wütend bin ich nicht, nur sehr enttäuscht. Ich fühle mich nicht betrogen, da er ja anderen genau so wenig Gefühle entgegenbringt. Er ist sehr distanziert, auch in seinen Berührungen - geht sogar körperlich auf Gefühlsdistanz (mag z.Bsp. keine Umarmungen oder Küssen). Trotz des Schmerzes, dass es diesem Mann wirklich an Gefühlen zu fehlen scheint, finde ich ihn faszinierend. Zudem ist er der festen Überzeugung, ein grosser Frauenkenner zu sein. Was müssen ihn die Frauen bloss haben glauben lassen? Es ist das erste Mal, dass mir so ein Mann begegnet. Nein, ich bilde mir nicht ein, ihn "ändern" zu können. Ich finde ihn trotz all seines dargestellten Selbstbewusstseins traurig und verletzlich. Vielleicht werde ich ihn noch einmal wiedersehen, vielleicht auch nicht. Vielleicht ist er ja auch schon zur Nächsten weiter gezogen.
Mich interessiert, aus welchen Gründen ein Mann so ist? Glauben Sie, dass er zu tiefen Gefühlen imstande ist? Was sind seine Beweggründe?
Ich würde mich wirklich über Ihre Meinung zu diesem Verhalten freuen. Denn trotz angekündigter "Nicht-Beziehung" tut es weh, nicht mal ansatzweise als Ich, sondern einfach nur als Sexobjekt behandelt zu werden.
Mit dankbaren Grüssen
...
Hallo ...,
wenn wir uns einigen könnten, was "krank" ist, dann könnten wir auch definieren, ob der Mann "krank" ist oder "nicht krank" ist.
Früher galten ja auch Homosexuelle als krank. Und nicht nur das, sie galten als Straftäter.
Zwischen 1953 und 1965 wurden deshalb in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland fast 100.000 Männer nach §175 Strafgesetzbuch angeklagt, davon fast jeder zweite rechtskräftig verurteilt.
So viel zum Thema Krankheit und Unrechtsstaat.
Aber das ist ja sicher nicht der Kern Ihrer Frage.
Die Gründe weswegen der Mann, von dem Sie erzählen, so ist, kann ich natürlich nur mutmaßen. Zum einen scheint es in seiner Herkunftsfamilie eine bestimmte Tradition der Interaktion seines Vaters und seiner Mutter gegeben zu haben, die der Sohn jetzt mehr oder weniger unbewusst als verinnerlichtes Handlungsmuster weiterlebt. Dabei scheint es auf männlicher Seite nicht um Begegnung zu gehen, sondern um das Sammeln von Trophäen, als Bestätigung der eigenen Person. Das hat natürlich nichts mit dem Gegenüber zu tun, diese/r ist Objekt und von daher nur so lange interessant, wie noch nicht erobert. Ist die Eroberung gelungen, wird dem Mann die Frau uninteressant, denn das was der Mann als einziges kann, die Eroberung, ist schon vollzogen.
Zu tiefen Gefühlen ist natürlich auch dieser Mann, so wie jeder Mensch fähig, nur wird er dies durch Aktionismus immer wieder verhindern, weil es nicht seinem Muster entspricht und weil ihn ein Einlassen auf sein Gegenüber in einen Bereich führen würde, den er nicht kennt, in dem er unsicher oder sogar ängstlich ist und seine ganze Aufgeblasenheit in sich zusammensacken würde.
Aber das muss nun nicht Ihr Problem sein. Der Mann wird morgen und übermorgen andere Frauen finden, die sich von ihm angezogen fühlen, so wie die Motten, fasziniert vom Licht der Lampe, diese umkreisen und so sie ihr zu nahe kommen, verbrennen. Entschuldigen Sie den drastischen Vergleich.
Nach Ron Kurz: "Körperzentrierte Psychotherapie", Synthesis-Verlag", Essen 1985
populär dargestellt in:
Roland Bäurle: "Körpertypen. Vom Typentrauma zum Traumtypen", Simon & Leutner, 1993, 4. Auflage
könnte man den Mann von dem Sie berichten, als eine Mischung der beiden Körpertypen "Schizoider" und "Psychopath" klassifizieren.
Wo die kleinen Schizos und Psychopathen herkommen, kann man in letzteren Buch auf unterhaltsame Weise nachlesen.
Retten muss man den Schizoiden - Psychopathen freilich nicht, aber man (frau) kann versuchen, ihnen zu begegnen. Dies muss freilich in einer Weise erfolgen, die der Schizoide - Psychopath noch aushalten kann und frau muss wissen, dass es keine Garantie des Gelingens gibt und die Sache schnell kippen und so die eigene Frustrationsfähigkeit maximal gefordert werden kann.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 25. März 2010 09:55
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Frage an Peter Thiel persönlich
Lieber Peter Thiel,
Ich habe ein paar Ihrer Texte im Internet gelesen und weil mir Ihre Haltung zum Thema Sexualität sehr gut gefällt und ich in Wien momentan keinen Therapeuten weiß (das ist hiermit übrigens mein Startversuch, dieses Problem zu lösen), schreibe ich Ihnen ein paar Zeilen dazu, vielleicht können Sie sich damit kurz auseinandersetzen, mir Literatur empfehlen, wissen einen Kollegen in Wien zu empfehlen, oder können mir Tipps geben, wie ich dieses Problem angehen kann oder woraus es resultiert. Ich schicke Ihnen ein Word Dokument, weil ich ja nur die allgemeine mail-Adresse habe und hoffe sehr, daß es an Sie persönlich weitergeleitet wird. Falls Ihre Tätigkeit mit Kosten verbunden ist, lassen Sie es mich bitte wissen.
Vielen Dank,
liebe Grüße
...
Lieber Peter Thiel,
Da ich in Wien lebe, ein paar Ihrer Texte gelesen habe und mir diese von der Herangehensweise sehr gefallen haben, würde ich Ihnen gerne mein Problem erläutern, vielleicht reichen diese paar Infos um dieses anzugehen oder zu lösen, was mir sehr wichtig wäre- ev. können Sie mir Literatur zu diesem Thema empfehlen (anima/animus ?) oder mir jemanden in Wien empfehlen.
Ich bin seit 8 Monaten mit einer Frau zusammen, für uns beide ist es die ganz große Liebe, wir haben den besten Sex den ich jemals hatte (auch für sie ist es so), eine sehr weite Spielwiese, sehr offen. Ich bin jetzt 49 Jahre und entdecke gerade meine Sexualität neu durch und mit dieser Frau.
Wir sind uns beide treu, wollen zusammenziehen, heiraten also alles ganz toll. Die Erlebnisse, um die es hier geht, sind für sie abgeschlossen. Aber es gibt ein Problem mit dem ich herumkämpfe:
Sie hat sich im Alter von ca. 32 Jahren (jetzt 37) nach einigen seltsamen Beziehungen wie sie es nennt, sexuell emanzipiert:
Sie hatte damals einen "jugendlichen Liebhaber ...", der sie in die SM Szene eingeführt hat. Sie hat einen Hang zum Exhibitonismus und auch zum Sub. Außerdem ein ganz gut in den Griff bekommenes Helfersyndrom.
Sie hat also damals mit diesem ... einige ihrer sexuellen Wünsche tatsächlich ausprobiert, nicht nur davon geträumt, wie es wohl viele Frauen und natürlich auch Männer tun. Also zum Beispiel sich in einem Swinger Club 1x von 2 fremden Männer durchvögeln lassen (in Gegenwart ihres ... der auf sie "aufgepasst" hat), sich im SM Cafe mehrmals vor Publikum von ... anketten und verprügeln zu lassen und einiges mehr, das meiste war in einem Zeitrahmen von einem halben Jahr. Dann hat sie diese Dinge sozusagen erlebt gehabt und mehr oder weniger abgeschlossen. Später hatte sie 3 Jahre einen Freund, ein ...Musiker, der sie an einen Schloßherrn „verborgt“ hat, eine Spielart (2x)- Er selbst hat dadurch beide Male anschließend eine Psychose aufgerissen.
Nun bekomme ich mit diesen Erlebnissen, von denen sie mir gleich zu Beginn unserer Beziehung erzählt hat (damit ich es nicht von jemand anderem erfahre, wie sie sagt, was mir auch einleuchtet, ich will sie ja kennen und nicht mit einer mir Fremden zusammen sein), immer wieder emotionalen Stress.
Also habe ich offenbar ein Problem mit mit meinem Frauenbild "Heilige und Hure", die katholische Kirche ist da sicher ganz ordentlich mitschuldig, mit ihrem jahrhundertelang propagierten Frauenbild, das ich nat. auch in mir trage. So vermute ich jedenfalls.
Wir reden offen darüber, sie hilft mir, wo sie kann, meine emotionale Krise schwächt dann immer schnell wieder ab. Trotzdem bekomme ich alle 1-2 Wochen immer wieder mal so für einen Tag die Krise. Mir kommen diese Bilder hoch und ich bekomme sehr starke Emotionen darob, welche sich nicht angenehm anfühlen.
Zwischenzeitlich ist es mir wieder völlig egal und ich denke: Sie ist eine tolle Frau und hat halt auch schon einiges erlebt, was ich gut finde. Ich selbst war ja auch nie ein Kind von Traurigkeit, aber „Frauen müssen ja anständig sein und solche Dinge“. Natürlich haben auch Frauen eine vielschichtige Sexualität und auch Geilheit, alles klar. Wenn es sich zwischen uns beiden um eine Affäre handeln würde wäre mir das sicherlich egal (es erregt mich ja übrigens auch, dass sie diese Erlebnisse hatte, keine Frage), da ich sie aber sehr liebe, kann ich dieses "Treiben" manchmal nicht gut mit ihrer Person und unserer Liebe in Einklang bringen. Haben Sie einen Rat? Können Sie mir jemanden in Wien empfehlen?
Vielen Dank, daß Sie mir ihr Ohr leihen,
mit lieben Grüßen,
...
Hallo Herr ...,
sehen Sie doch mal das gute an dieser Krise, die Sie aller 1 bis 2 Wochen erleben. Dies dient nämlich ihrer inneren Regulierung von Distanz und Nähe. Wenn Ihnen die Nähe zu groß wird, gehen Sie in die Krise und vergrößern damit die Distanz.
Die Krise funktiniert also so ähnlich wie ein Thermostat, der die Heizung reguliert. Ohne Thermostat wäre es im Zimmer 40 bis 50 Grad warm, weil die Heizung ständig auf volle Pulle läuft.
Der Thermostat verhindert aber auch ein Auskühlen des Raumes, in dem er bei Unterschreiten einer vorgegebenen Temperatur dafür sorgt, dass wieder heißes Wasser durch die Heizung läuft.
Aufgabe ist also nicht Entfernung des Thermostates, sondern eine ausgeglichenere Regulierung der Nähe-Distanz.
Unterstützung in Wien können Sie erhalten unter
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 3. Februar 2010 20:04
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Hilfe !
Sehr geehrter Herr Thiel !
Vor etwas über 4 Jahren habe ich meine Jugendliebe wiedergefunden , es war damals zunächst Brieffreundschaft, dann für beide die erste Liebe, jedoch ohne intimen Kontakt.
Die Beziehung zerbrach an Missverständnissen, denn SMS und Mails und teure Telefonate ins Ausland gab es damals für uns (16 und 18 J.) damals nicht und wir waren auf den langen Briefweg angewiesen.
Ich habe zweimal geheiratet, 3 Kinder bekommen, hatte emotional keine Heimat und habe ihn immer weitergeliebt.
Als wir uns nach 40 Jahren wiederfanden, erfuhr ich, dass auch er mich mehrmals gesucht hat und in meiner ehemaligen Heimatstadt war.
Wir haben nun seit 5 Jahren eine intime Beziehung und es ist von beiden Seiten Liebe. Ich habe meinem Mann das auch gebeichtet und er zeigte keine Gefühle. Habe mir dann eine Wohnung für mich allein gesucht.
Frustriert von unserer Fernbeziehung und den Hotelaufenthalten beschlossen mein Freund und ich im letzten Jahr, dass ich nach ...in seine Stadt ziehe. Ich solle es "als ersten Schritt" sehen, sagte er.
Da ich keine Mittel hatte, bezahlte er mir den Umzug , die Kaution, eine Mietvorauszahlung und trägt auch jetzt einen Großteil meiner Kosten. Noch nie war ein Mensch so gut zu mir !
Ich bin inzwischen 61J. und er 63. Unsere Beziehung ist sehr liebevoll und leidenschaftlich.
Seine Frau weiß weiterhin nichts und ich habe nie auf eine Entscheidung seinerseits gedrängt, obwohl mir natürlich manches sehr weh tut, aber ich wußte ja schließlich um die Umstände.
Mein Problem ist nun, dass er seit zwei Wochen erstmals eine tiefe Krise hat und mir davon berichtete.
Es wurde durch den Bericht seiner Frau über eine aufgedeckte Untreue eines Mannes aus dem Bekanntenkreis ausgelöst und ihre Emotionen darüber. Passend dazu kamen auch noch einige Fernsehfilme, die sich mit dem Thema beschäftigten.
Mein Freund, der bisher immer sagte, er leiste sich kein schlechtes Gewissen und das Zusammensein mit mir sei etwas ganz Selbstverständliches für ihn, ist jetzt in einer schlechten Verfassung und er schläft auch seitdem nicht mehr mit mir, ist aber sehr zärtlich und sagt mir ,dass er mich liebt.
Er erwägt, sich in Klausur zu begeben, um sich klar zu werden, betont aber, dass er die Liebesbeziehung zu mir auf keinen Fall aufgeben will.
Er sagt, er hat auch seine Frau noch lieb , aber unsere Beziehung sei die Umfassendere und es bedeute ihm viel, dass ich ihn soll will, wie er ist.
Ich ertrage nicht, dass es ihm schlecht geht und habe ihm angeboten, aus Liebe aus seinem Leben zu gehen, damit er wieder Ruhe findet, aber das möchte er nicht ! Und ich möchte es natürlich auch nicht, aber ich wäre aus Liebe bereit dazu.
Wie kann ich ihm helfen - und wie komme ich - mit 61 J. ... ansonsten ziemlich einsam 4 Monate nach dem Umzug selbst wieder auf die Reihe?
Die schon beanspruchte Telefonseelsorge und Tranquilizer möchte ich nicht als ständige Begleiter behalten !
Mit lieben Grüßen ...
Hallo ...,
Nichts gegen eine Klausur, ich würde Ihrem Freund dafür 7 Tage Zeit geben. Länger dauern Klausuren für gewöhnlich nicht, alles was länger dauert ist verschenkte Zeit oder Täuschung.
Ihr Freund sollte Sie nach den 7 Tagen Klausur darüber aufklären, was er will, Sie als Geliebte neben seiner Frau (heimlich oder offen) oder Sie als seine Partnerin und das dann natürlich auch mit seiner Ehefrau kommunizieren, ob diese damit als Zweitfrau leben kann oder nicht.
Wenn Ihr Freund das nicht klärt, hängen Sie auf ewig und drei Tage in der Luft. Oder Sie akzeptieren den Status der dauerhaft heimlichen Geliebten und irgendwann springen Sie dann aus dem Fenster oder von der Siegessäule. Nicht gerade zu empfehlen.
Wenn Ihr Freund nichts klären will und sie nicht in der Rolle der heimlichen Geliebten bleiben wollen, dann wäre es wohl besser, wenn Sie einen Schnitt zu machen und den Ort verlassen, wo das große Glück nicht Wirklichkeit werden wollte.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 30. Dezember 2009 22:47
An: info@maennerberatung.de
Betreff: marktwert testen in singlebörsen
hallo,
habe gestern zufällig mitbekommen, daß mein partner, mit dem ich seit 8 monaten zusammen bin, in singlebörsen, mit frauen flirtet. er wollte sich mit 3 frauen treffen. für mich ist eine welt zusammen gebrochen. ich stellte ihn zur rede. es war ihm peinlich, er sagte, ja, ich habe scheiß gemacht u. er hat keine richtige erklärung dafür. er macht das nur um seinen marktwert zu testen. ich weiß nicht mehr weiter, das ganze vertrauen ist weg. woher weiß ich, ob er sich nicht wirklich treffen würde? ich versteh die welt nicht mehr, angeblich, sagt er, ist in unserer beziehung alles in ordnung. warum schreibt, bzw. flirtet er dann dort andere frauen an? ich bin übrigens 40 j., er 45j. bitte gebt mir einen rat, ich bin total verzweifelt, alles ist kaputt!
l.g. ...
Hallo ...,
Ihr Freund hat offenbar ein anderes Wertesystem als Sie und da scheint es dazu zu gehören, dass er mit drei oder mehr Frauen parallel flirten will. Vielleicht findet er das toll oder aufregend, so wäre sein Verhalten schnell erklärt. Ob ihnen diese oder jene Erklärung letztlich weiterhilft, da bin ich skeptisch, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dies mit dem Gedanken versöhnt, eine unter mehreren Frauen ihres Freundes zu sein.
Ansonsten ist das Verhalten an sich genau so in Ordnung, wie wenn man Fleisch ist oder auch vegetarisch lebt, am Ironman Lauf auf Hawai teilnimmt oder mit der Bierflasche in der Hand vor dem Fernseher sitzt. Problematisch wird es meistens erst, wenn der nicht eingeweihte Partner, in diesem Fall Sie, davon Kenntnis erlangt. Denn dieser Partner hat in der Regel ein ganz anderes Wertesystem und möchte so wie Sie nicht eine von mehreren Haremsdamen des Paschas sein.
Zum Glück muss das nicht so bleiben, es sei denn Ihr Freund ist ein notorischer Rückfalltäter, die gibt es ja auch, wie man bei bestimmten Gefängnisinsassen sehen kann.
Bei notorischen Rückfalltätern wie auch bei Suchtkranken, hilft in der Regel nur eine konsequente Therapie. Ansonsten bleibt es in der Regel beim alten Muster und dann kann man sich auch trennen, wenn man die ständigen Rückfälle nicht immer wieder und wieder erleben will.
Ich hoffe, nun verstehen Sie die Welt und sind nicht mehr ganz so verzweifelt. Geben Sie Ihrer Beziehung noch einmal eine Chance, einmal ist kein Mal und drei Fehltritte hat jede/r im Leben frei, bevor man sich von ihm oder ihr dann ganz abwendet.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 4. Dezember 2009 20:17
An: 'info@maennerberatung.de'
Betreff:
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
ich bin am Rande der Verzweiflung und Hilflosigkeit. Es geht um die Ehe zu meiner Frau bzw. um das wie ich mit meiner Frau wieder eine gemeinsame Beziehung aufbauen kann. Meine Frau wurde in ihrer Kindheit von ihrem Vater über mehrere Jahre sexuell missbraucht. Ich finde keinen Zugang zu diesem Missbrauch und tue mich schwer dieses zu verstehen was meine Frau fühlt. Ich glaube Ihr und glaube das es wirklich passiert ist, nur bin ich total hilflos. Auch wenn ich ihr meine Hilflosigkeit sage, hilft es nicht ... nun bin ich auch noch sehr oft in der Woche beruflich unterwegs und das kotzt meine Frau an, obwohl das in der Vergangenheit (bevor der Missbrauch an den Tag kam) kein Problem war. Soll ich meinen Job kündigen, soll ich meine Frau im Stich lassen? Ich bin die einzige Person im Haushalt die Geld verdient. Ich bin verzweifelt und weiss nicht vor, nicht zurück. ich bin auch schon bei einem Psychiater, aber komme nicht voran. ich greife nach jedem Strohhalm, nur ist das aus Sicht meiner Frau nicht genug....HILFE - HILFE - HILFE - HILFE - HILFE - HILFE - HILFE -
--
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo Herr ...,
Sie sollten eine Ausbildung als Psychotherapeut beginnen, damit Sie Ihre Frau besser verstehen und ihr gut helfen können. Da diese Ausbildung aber sicher drei oder mehr Jahr dauern wird, sollte Ihre Frau nicht so lange warten, bis Sie mit der Ausbildung fertig sind und schon mal dieser Tage einen Termin bei einem guten Psychotherapeuten vereinbaren.
Zweitens: Wenn Sie am Wochenende nicht beruflich unterwegs sind, so etwa am Sonnabend Vormittag, gehen Sie gemeinsam mit Ihrer Frau zu einer Paarberatung bei einem guten Paar- und Familientherapeuten, der sie beide dabei unterstützt die Probleme in ihrer Paarbeziehung zu lösen.
Adressen finden sie hier
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 16. Oktober 2009 00:14
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Kein Vertrauen zur neuen Freundin
Liebes Team,
vor wenigen Wochen lernte ich eine Frau kennen, Anfang 30, ich selbst bin Mitte 20. Von Anfang fand ich sie sehr reizvoll und wollte sie näher kennen lernen. Sie ging darauf ein, sagte aber, dass sie wegen des Altersunterschieds nicht sicher sei, ob sie eine Beziehung wollte oder nicht. Ich wollte ihr die Zeit geben, das zu entscheiden. So trafen wir uns einige Male und es war dabei schon fast so, als wären wir zusammen. Ich hatte bei ihr das Gefühl, endlich glücklich werden zu können.
Bis auf ein befreundetes Pärchen wollte sie die Beziehung jedoch noch nicht bekannt machen, es war ja auch noch nicht fest. Nach 3 Wochen ungefähr bohrte ich dann nochmal näher nach und da meinte sie plötzlich, dass es gar nicht der Altersunterschied war sondern sie eigentlich nicht verliebt in mich war wie ich in sie. Das war ein harter Schlag, aber ich zeigte ihr nicht, wie gekränkt ich war. In den folgenden Tagen erzählte sie mir auch, dass sie vorher schon Beziehungen zu Männern hatte, die gebunden waren. Auch das war nicht das, was ich gerne hörte. Als sie mir Fotos ihrer Familie vom Handy zeigte, war plötzlich ein Foto eines Mannes dabei, das sie aber schnell wegdrückte. Erst als ich sie darauf ansprach erzählte sie, dass sie mal mit diesem verkuppelt werden sollte. Es gab auch andere "Kleinigkeiten", z.B. als wir das erste Mal miteinander intim wurden und ich sie am nächsten Tag fragte, warum sie mitgemacht habe, obwohl sie doch gar nicht verliebt sei, sagte sie nur, dass es wohl nur die Hormone waren. Bei einem anderen Gespräch redete ich mit ihr darüber, dass es schön wäre, ein Haus mit Garten, Kindern und Hund zu haben. Auf meine Nachfrage hin meinte sie dann aber nur, sie würde jetzt nur "rumspinnen" und das gar nicht ernst meinen.
Ich habe mich dann zurückgezogen, weil ich mit alldem nicht klar komme. Erst jetzt plötzlich fällt ihr ein, dass sie wohl doch etwas von mir wollte. Aber ich denke, ich kann mit dieser Frau keine ernsthafte Beziehung führen. Ich möchte eine Beziehung mit einer Frau, der ich vertrauen kann und auch schon an Zukunft denken kann.
Ich bin mir unsicher. Reagiere ich zu heftig und stelle ich mich an? Oder scheint diese Frau tatsächlich jemand zu sein, der ich besser aus dem Weg gehen sollte? Wie soll ich mich verhalten?
Viele Grüße
...
Hallo ...,
Sie sollten, nicht gleich bei der erst besten Schwierigkeit nach ein paar Wochen die Flinte ins Korn werfen. Wenn das die Menschen immer so gemacht hätten, würden wir heute noch in der Höhle sitzen und draußen die wilden Tiere.
Ein wenig Ausdauer und Frustrationsbereitschaft kann sicher nicht schaden, wenn mehr entstehen soll, als nur eine flüchtige Bekanntschaft.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 4. September 2009 22:10
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Muttersohn
Hallo,
ich bin etwas verzweifelt.
Seit einem Jahr bin ich mit einem Man zusammen, der 48 Jahre alt ist und bis heute bei seinen Eltern lebt. Er lebt nicht nur in einem gemeinsamen Haus mit ihnen, sondern alle Lebensbereiche sind vermischt und er hat die Partnerrolle gegenüber seiner Mutter inne, während sein Vater eine passive Rolle hat.
An unsere Beziehung hat er enorme Ansprüche und konkrete Vorstellungen, obwohl er noch nie in einer Beziehung gelebt hat (außer der zu seiner Mutter).
Anstatt sich nun angesichts der neuen Beziehung zu mir eine eigene Wohnung zu suchen, bleibt er in dem Elternhaus, bezieht zwar ein eigenes Zimmer, wird aber weiter Küche und Bad teilen.
Ich selbst wünsche mir als Voraussetzung für unsere Beziehung Privatsphäre, die bei mir gegeben ist, bei ihm aber nicht. Er möchte nicht allein leben und hofft darauf, aus dem Hotel Mama direkt mit mir zusammen ziehen zu können.
Inzwischen denke ich, das beste ist, sich zu trennen, weil ich eine sehr undankbare Rolle in dem ganzen Stück habe. Ich kann und möchte seine übersteigerten Erwartungen nicht erfüllen, auf der anderen Seite darf ich aber keine eigenen Ansprüche stellen.
Zudem denke ich, dass eine Loslösung von der Mutter, die Voraussetzung für eine Beziehung ist und dass mit dem Weiterwohnen dort dieser Schritt nicht vollzogen wird.
Ich habe nun beschlossen mich mehr um meine Bedürfnisse zu kümmern und eigene Vorhaben zu verfolgen, da ich bei ihm nur gegen eine Wand rede.
Wenn ein Mann sich nicht von der Mutter lösen will, habe ich als Frau keine Chance, oder?
Gruß ...
Hallo Frau ...,
Sie schreiben.
"Wenn ein Mann sich nicht von der Mutter lösen will, habe ich als Frau keine Chance, oder?"
Nun, eine Chance haben Sie schon, denn irgendwann stirbt die Mutter eine natürlichen Todes und dann steigen die Chancen, dass der Sohn sich Ihnen stärker zuwendet. Sie werden dann seine Ersatzmutter sein.
Aber auf gleicher Augenhöhe werden sie sich wohl nie begegnen, denn so gut wie seine Mutter, werden Sie es wohl nie schaffen und der Mann wird den Teufel tun, sich von seiner Mutter zu lösen.
Wenn Sie von dieser Zukunftsperspektive nicht begeistert sein sollten, lassen Sie doch einfach den Mann weiter mit seiner Mutter verheiratet sein und gehen Ihren eigenen Weg.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 13. Juli 2009 11:49
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Problem des Umgangs mit "Heilige und Hure"
Hallo. Ich habe wohl den "Heilige" und "Hure"-Komplex. Evtl. bin ich auch sexsüchtig. Ich bin seit knapp 7 Jahren mit einer wundervollen Mädchenfrau zusammen – und habe seit knapp 3 Jahren eine Affäre mit einer „Plastikfrau“. Seit ungefähr der selben zeit habe ich auch keinen Sex mehr mit meiner Partnerin- außer das ich sie ab und an per Hand befriedige. Die Affäre und meine Freundin wissen jeweils nichts voneinander und die Affäre sieht sich selbst als meine Partnerin. Wenn ich am Wochenende nicht bei dieser sein kann „arbeite“ ich, was mir als freier Projektentwickler (das bin ich für sie) auch gelingt. Ich bin aber nur ein halbtags Angestellter und leiste Bürodienste u.ä. . Also eher etwas unspannendes.. Im Kern aber ist die Plastikfrau an sich nicht mein Typ von Frau, doch erfüllt sie mir meine sexuellen Phantasien, die sich durch den regelmäßigen Konsum von Sexfilmen in mir angestaut haben. (Sehe ich immer noch regelmäßig und komme nicht davon weg.)
Kennengelernt habe ich meine Freundin als Brieffreundin vor gut 14 Jahren. Sie hat mich durch viele Tiefen meines Lebens bereits begleitet und hilft mir immer wieder auf. Ich bin auch sehr gerne für sie da und lebe gerne mit ihr. Sie hält zu mir und ist einfach da. Sie ist einfach etwas ganz Besonderes.
...
... Ich hatte mit 21 den ersten Sex und meine erste Freundin. Jetzt bin ich 31 und habe mit knapp 8 Frauen geschlafen. Früher als Teenager war ich wohl wenig attraktiv, mach erst seit gut 10 Jahren Sport und achte mehr auf mich. Dadurch haben sich wohl dann mehr Frauen für mich interessiert. Kann sein, dass ich nun immer noch innerlich daran glaube, etwas verpasst zu haben bzw. es immer noch zu tun…Meine erste Freundin hat mich wohl auch in der Schlussphase betrogen; weiß nicht ob das einen „Gegenknacks“ ausgelöst hat. .
Ich will mich schon seit Langem aus der Affäre lösen, doch gelingt es mir nicht.
Gehe mit meiner Partnerin selten weg und dann auch meist nur im Freundeskreis, da das Zusammentreffen mit aufgestylten Frauen mich erregt und mich traurig macht, da sich fast sofort mein gewissen meldet. Wenn ich bei der Affäre bin ich wie im rausch, der kurz nach dem Orgasmus abrupt versiegt und mich traurig werden und von der Frau flüchten lässt. Ich vermisse meine Freundin tagsüber und auch, wenn ich länger als einen Tag von ihr räumlich getrennt bin. Ich liebe sie. Dem bin ich mir sicher – nur begehre ich sie wohl nicht mehr, da anfangs alles schön zwischen uns lief. Bis auf ihre Haarfarbe ist sie eher mein Typ. Die andere ist sehr kurvig, sehr aufreizend gestylt,.
Es belastet mich sehr, sehr stark und ich komme wohl da allein auch nicht raus, da ich mit meinen Freunden nicht darüber sprechen kann. Was ich weiß ist auch, dass ich mit meiner Freundin zusammen bleiben möchte ...
.
Herzlichen Dank und Grüße!
...
Hallo Herr ... ,
ich habe Ihre Nachricht gelesen.
Und wie soll es nun weiter gehen? Oder wollten Sie mich zu dem Thema etwas fragen?
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 14. August 2009 21:20
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Anfrage
Sehr geehrter Herr Thiel,
ich sitze hier vor einem Scherbenhaufen und denke darüber nach, wie und ob ich die Beziehung zu meinem Freund (Ex-Freund?) noch retten kann oder sollte. Wir haben uns vor 8 Jahren kennen gelernt, das erste Kind war 1 Jahr danach da, das zweite 2 Jahre später.
Ich habe sein Interesse zu mir anfangs angezweifelt und war mir unsicher aufgrund meines eigenen schwachen Selbstvertrauens. Vor unserer Zeit war er lange als ... in Indien, etc. unterwegs und hat seinen Freiheitsdrang ausgelebt. Jahrelang habe ich an ihn geglaubt, auch daran, dass er mit seinem Studium doch irgendwas anfangen kann, weil er nicht dumm sondern charmant und redegewandt ist. Ja ich habe ihn angehimmelt wie ein Groupie! Aber schon früh ist mir aufgefallen, dass er extrem auf Kritik reagiert, so als würde ich ihn komplett infrage stellen. Dabei waren es nur Kleinigkeiten, nicht abgeräumte Teller, liegen gelassene Klamotten etc. - Dinge, die er allerdings, je größer unsere Kinder wurden, an diesen oft auf extreme Weise kritisiert hat. Vor allem unsere große Tochter hatte es bei ihm schwer. Im Dezember 08 hatte ich nach 9 Monaten harter Diplomarbeitsphase meinen Abschluss als ... in der Tasche. Anschließend, so hatten wir ausgemacht, halte ich ihm den Rücken frei, sodass er sein Studium beenden kann. Im Februar habe ich einen 20-Stunden Hiwi-Job angenommen, habe mich um Kinder und Haushalt gekümmert. Doch bald habe ich gemerkt, dass er nicht vorwärts kommt und in eine Prokrastination verfällt. Letztendlich hat er dann von früh bis spät vor dem Computer gehangen, für seine Arbeit nichts und kaum etwas für den Haushalt getan. Er war gereizt und fahrig und in meinen Augen, war er fast schon in einer Depression. Ich habe ihm meine Hilfe angeboten, ihm vorgeschlagen, er solle sich eine Beratung suchen, er hat aber nichts davon in Anspruch genommen.
Im Juni habe ich mich dazu entschlossen, es mit einem Lehramtsstudium nochmal zu versuchen, da meine Berufsaussichten als ... mit Familie nicht so toll sind. Da ich kein Bafög mehr bekomme und 500 Euro Zweitstudiengebühren hätte zahlen müssen, habe ich einen Job als ... angenommen. Insgesamt war ich für das Studium nur 3 Tage weg. Dass mein Vorhaben unrealistisch war, habe ich schnell gemerkt und mich nach einem Semester wieder exen lassen. Für ihn, sagt er im Nachhinein, war die Entscheidung für dieses Studium ein Zeichen, dass er mir egal ist und ich ihn nicht mehr unterstütze. Aber ich hatte und habe so die Nase voll, von diesem ewigen Sparzwang. Seit Mai bekommt er nun kein Bafög mehr und geht in der ... arbeiten, womit er auf maximal 400 Euro kommt und dafür auch am Wochenende oft nicht da ist. Sein Studium hat er für sich im November abgebrochen, hat sich aber noch nicht exmatrikuliert. Aufgrund dessen hat er kein Anspruch auf HartzIV, was er auch nicht beantragen wollte, um keine Bewerbungen schreiben zu müssen. Er hat sich immer um die Beantragung von Wohngeld, Kinderzuschlag etc. gekümmert und das Geld auf sein Konto überweisen lassen. Ich habe die Augen zugemacht vor der Erkenntnis (die ich schon länger hatte), dass er dieses Geld als sein Einkommen und den Akt des Beantragens als seine Arbeit definiert. Es hat mich extrem unglücklich gemacht, dass ich in einem Job gefangen war, der mir überhaupt keinen Spaß macht, für den ich überqualifiziert bin und wo ich extrem gestresst war. Hinzu kam die immer noch große Belastung durch Kinder, Haushalt und unsere finanzielle Situation.
Er hat Pläne. ... , Reiseleiter, was weiß ich. Einen besser bezahlten Job mit regelmäßigen Arbeitszeiten hat er nicht angenommen. Er ist 33 Jahre alt und hat nur ein Abitur. All das hat mich, auch in Hinblick auf unsere Zukunft stellenweise so runtergezogen, dass ich manchmal dachte, wenn ich jetzt über die Straße gehe und ein Auto kommt, ist das auch o.k. Irgendwann habe ich kein Verständnis mehr dafür aufbringen können. Ich habe immer wieder versucht, mit ihm zu reden, habe ihn ignoriert, wollte ihn rausschmeißen und hatte auch nach Wohnungen geschaut. Alles Versuche, ihn zum Nachdenken und Ändern zu bewegen. Aber meine Gefühle zu ihm, sind und waren einfach stärker als der Verstand. Er hat meine Ablehnung und meine Unzufriedenheit gespürt und gibt mir daher die Schuld für das was jetzt passiert ist. In seinen Augen habe ich mich illoyal verhalten, da ich ihn nicht mehr vor anderen Leuten (z.B. seinen Eltern) schütze und sie anlüge, sondern auch vor ihnen meine Meinung zu seinem Verhalten sage. Er hat sich immer mehr von uns entfernt, ich konnte dabei richtig zusehen. Und vor einigen Wochen habe ich dann gespürt, dass da noch was anderes ist. Kurz vor der Schuleinführung unserer kleinen Tochter, habe ich ihn darauf angesprochen und er hat mir meinen Verdacht bestätigt. Er sagte, er sei sich nicht über seine Gefühle sicher, aber es fühlt sich an, als sei er verliebt und er weiß nicht, ob sich seine Gefühle mir gegenüber wieder ändern werden. Er sagt, er hat keine Kraft mehr, mich ständig aus meinen Depries zu ziehen, er kann meine Erwartungen nicht erfüllen, ich wäre zu ungeduldig und würde alles auf einmal wollen, ich würde nicht erkennen, wie sehr er sich um mich und die Kinder gekümmert hat. Er ist früh´s aufgestanden, dass ist mir aufgefallen und er sagt, er habe dokumentiert, dass er das ein halbes Jahr lang gemacht hat. Für mich waren es vielleicht 4 Wochen. Er erkennt nicht, dass das nicht das Hauptproblem ist.
Nachdem ich jetzt eine Woche durch die Hölle gegangen bin, habe ich ihn vor einer Woche rausgeschmissen und ihm gesagt, er soll für 3 Wochen komplett von der Bildfläche verschwinden. Ich will nicht, dass er Kontakt zu den Kindern aufnimmt aber die Kinder können dies jederzeit tun, wenn sie das möchten. Er hat als Retourkutsche das Auto mitgenommen (Führerschein seit 3 Wochen, von Papi bezahlt). Er weigert sich, mir das Wohngeld (Nachzahlung der letzten 4 Monate) zu überweisen, redet von Machtspielchen und Schikane. Ich habe ihm gesagt, dass ich Unterhaltsvorschuss beantragen werde, um ihm klar zu machen, dass das für ihn Schulden machen bedeutet. Er denkt, das macht mir Spaß und dass ich ihn damit fertig machen will, dabei weiß ich nicht mal, wovon ich diesen Monat die Miete bezahlen soll! Dabei will ich doch nur, dass er aufwacht und seinen eigenen Fehlern mal ins Auge blickt!
Ich bin mir sicher, dass ich auch ohne ihn klar komme, schließlich war er während unserer Beziehung längere Zeit in ... , aber das will ich gar nicht! Wir waren mal so ein tolles Team und er ein liebender Partner und aufopfernder Vater. Ich denke mittlerweile, er ist ein Narzisst. Ich aber bin im Laufe unserer Beziehung selbstbewusster geworden und meine Illoyalität ist für ihn kein Antrieb etwas zu ändern, sondern mich zu "hassen?". Er schreibt die Schuld für sein eigenes Versagen mir zu, genauso wie sein Fremdgehen. Die einzige Chance sehe ich daher erstmal in einer kompletten Kontaktsperre (wie gesagt, nicht von Seiten der Kinder her und ich ermutige sie sogar, sich mit ihrem Vater in Verbindung zu setzen), sodass er wieder zu Verstand kommt und erkennt, dass er ein Problem hat. Ich weiß nur nicht, ob das was bringt, überhaupt noch zu hoffen! Dieser Gedanke macht mich einfach wahnsinnig. Obwohl ich finde, dass ich schon so etwas, wie einen kleinen Sieg errungen habe, als er mir aufgrund meiner Ablehnung ihm gegenüber vorwarf, ich könnte doch die schöne Zeit der vergangenen 8 Jahre nicht komplett verleugnen.
Also wenn Sie noch irgendwelche Tipps und "Tricks" haben, mit dem ich ihn dazu bringen kann über sich nachzudenken, dann her damit. Ich habe Angst davor, wenn ich genauso eiskalt zu ihm bin, wie er zu mir, dass ich ihn damit nur mehr wegtreibe. Ich habe Angst davor, ihm entgegenzukommen, weil ich denke, dass er den Druck braucht. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich mich verhalten soll, ob mein bisheriges Tun und Handeln richtig war und ob ich überhaupt noch darauf hoffen soll, dass er wieder Teil dieser Familie wird.
Vielen Dank für Ihre Antwort
...
Hallo Frau ... ,
schlagen Sie Ihrem Ex-Freund einfach vor, dass er gerne mal zu mir in die Beratung kommen kann. Da sind bei dem einen und bei dem anderen schon wahre Wunder passiert, an die man vorher im Traum nicht geglaubt hätte.
Doch manche lieben, so wie Odysseus, große Umwege und absolvieren in zehn Jahren das, was sie bei mir in 3 Monaten schaffen könnten. Frei nach dam Motto, das Wandern ist des Müllers Lust oder der Weg ist das Ziel.
Manche kommen vor lauter Umwegen sogar niemals an oder fahren mit dem Auto gegen einen Baum, springen vor dem Zug oder trinken sich um den letzten Verstand, nur um zu beweisen, dass ja doch alles keinen Zweck hat und der andere im Unrecht ist.
So oder so, er geht seinen Weg und Sie den Ihren. Da ist es dann sicher auch nicht schlecht, wenn Sie sich auf Ihrem Weg die eine oder andere Unterstützung suchen. Das tut dann nicht nur Ihnen, sondern auch den Kindern gut, wenn diese eine lebensfrohe Mutter haben.
Beste Grüße
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 20. Mai 2009 11:01
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Blicke
Hallo,
Ich (37) habe im Internet recherchiert und bin auf diese Seite gestoßen.
Meine Frage bezieht sich darauf, dass es passiert, dass mein Blick auf anderen Frauen hängen bleibt und meine Freundin (27) das mitkriegt. Sie ist davon sehr enttäuscht und verletzt und vor allem die Tatsache, dass ich nicht darüber sprechen kann sondern völlig blockiert bin, lässt es sie sehr ernst nehmen. Für sie ist das keine Liebe, wenn ein Mann das nötig hat und dann nicht mal offen darüber sprechen kann. Sie hat mich schon oft darauf hingewiesen und immer hat es unsere Beziehung sehr belastet, dass ich einfach sprachlos und verkrampft war und ihre Frage, warum ich das tue, obwohl ich es angeblich nicht brauche, nicht beantworten konnte. Jetzt ist es wieder passiert und es ist ganz kurz vor dem Ende, wenn nicht sogar zu spät. Sie ist schon so weit und ist sehr, sehr verletzt. Es ist etwas in ihr gestorben, sagt sie. Sie sagt, mit mir auszugehen ist eine Qual und das Verhalten ist so erniedrigend und respektlos für sie.
Ich kann mir das selber nicht erklären. Ich brauche das nicht, denn ich bin so überglücklich an Ihrer Seite und mit ihr erlebte ich die mit Abstand schönsten und erhabensten Momente meines Lebens. Und diese schönen Momente bestätigt sie auch. Wir haben immer wieder über Kinder nachgedacht, auch nicht mehr verhütet. Und trotzdem begleitet mich das Thema auch von Schritt auf Schritt und lässt mich verkrampfen und so oft unlocker sein.
Mir tut es sehr leid und selber sehr weh. Mangelnde Liebe kann nicht der Grund sein, denn was ich für sie empfinde ist so erhaben und war mir bis dahin unbekannt.
Aber ich kann sie so verstehen, für sie ist es fremd gehen.
Wir sind seit 2 Jahre zusammen. Vorher war ich in einer 10 jährigen Beziehung, wovon die letzten 5 Jahre Ehe waren. Die Scheidung und mein Umgang damit, der ähnlich verkrampft und ungeradlinig und teilweise lügnerisch war, waren ein zweiter Grund für ihre Verletztheit.
Ich würde mir und ihr so gerne antworten, warum das passiert, obwohl ich es gar nicht will und auch nicht brauche, denn im Gegensatz zur Ehe bin ich so glücklich mit meiner Freundin was alles betrifft, Interessen, Humor, Sexualität usw..
Es wäre eine Katastrophe, wenn diese Liebe an diesen beiden Themen scheitern würde. Ich fühle mich in einem Dilemma. Sie sagt, sie hat jeglichen Respekt vor mir verloren.
Können sie mir helfen und einen Ansatz geben? Warum tue ich das, obwohl ich das doch gar nicht will?
Sind vielleicht folgende Tatsachen von Wichtigkeit?
- Dass ich vor dieser Beziehung noch nie ein wirkliches Sexualleben hatte? Mit meiner Ex-Frau klappte es schon von Anfang an nicht richtig und die letzten 4 Jahre passierte rein gar nichts mehr. Jetzt allerdings ist es wundervoll und auch meine Freundin bestätigt das. Wäre das nicht so, könnte ich mir ja vorstellen, dass das der Grund wäre.
- Meine Mutter starb als ich 28 war. Das war auch der Anlass meiner Hochzeit. Sie sollte es noch erleben.
- Ich war schon immer sehr schüchtern und erste Erfahrungen mit Frauen gab es erst ab 17/18.
Ich freue mich auf eine Antwort, jedes Mittel, dieses Problem zu lösen, ist willkommen. Aber ich weiß auch, dass nur ich es ändern kann. Ich glaube, dass die Lösung dieses Problems eine erfolgreiche Zukunft der Beziehung verwirklichen kann. Es sei denn, die Wunden sind schon zu tief.
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo Herr ... ,
es scheint mir erst einmal nicht ungewöhnlich, wenn Ihr Blick in Gegenwart Ihrer Freundin bei anderen Frauen hängen bleibt. Offenbar ist in diesem Moment Ihr Blick zu einer anderen fremden Frau mit mehr Energie besetzt, als der mögliche Blick zu Ihrer Freundin. Womöglich ist Ihnen Ihre Freundin zu nah, so dass Sie mit Ihrem Blick auf weiter entfernt liegende und damit ungefährlicher erscheinende Objekte ausweichen.
Stellen Sie sich vor, Sie würden mit Ihrem Hund spazieren gehen, einem Hund den Sie sehr lieben. Warum sollten Sie bei diesem Spaziergang nicht auch Frauen anblicken? Der Hund nimmt Ihnen das allerdings im Gegensatz zu Ihrer Freundin nicht übel. Da kann es nicht verwundern, dass viele Menschen ihren Hund mehr lieben als ihren Partner, der immer so kompliziert und anspruchsvoll ist.
Dass Sie mit ihrer Freundin über Ihr Verhalten nicht sprechen, wundert mich nicht, denn wenn Sie es täten, würde dies wohl in einer mittleren Katastrophe enden, weil Ihre Freundin mit Sicherheit keine neutrale oder wohlwollende Zuhörerin wäre, sondern Ihnen statt dessen vermutlich gleich die Augen auskratzen würde. Warum sollten Sie also Ihr Augenlicht riskieren, nur damit Sie dann hinter hersagen können, Sie hätten sich ausgesprochen? Ebenso gut könnten Sie sich auch mit dem Hammer auf den Daumen hauen und dann meinen, Sie hätten damit etwas für den Weltfrieden getan.
Sie schreiben:
"Warum ich das tue, obwohl ich es angeblich nicht brauche"
1. Warum Sie das tun, obwohl Sie es angeblich nicht brauchen, können Sie sicher selbst beantworten. Vielleicht gefallen Ihnen andere Frauen, vielleicht wollen Sie von den anderen Frauen in Gegenwart Ihrer Partnerin gesehen werden, vielleicht ist Ihnen Ihre Freundin zu nah, oder oder oder. Irgend einen oder mehrere Gründe wird es geben, warum Sie in Gegenwart Ihrer Freundin zu anderen Frauen intensive Blicke zuwerfen. Selbst der Schizophrene hat seine Gründe, dies oder jenes zu tun. Er ist nur zu verwirrt um sich seiner Motivationen bewusst zu werden oder über seine Motivationen mit anderen zu sprechen.
Auch das Verhalten sogenannter Verrückter kann ist bei näherem Hinsehen, verständlich werden.
Watzlawick erzählt in seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" die Geschichte vom verscheuchten Elefanten:
Ein Mann klatscht aller 10 Sekunden in die Hände. Nach dem Grunde für dieses merkwürdige Verhalten gefragt, erklärt er:
Um die Elefanten zu verscheuchen.
Elefanten? Aber es sind doch hier gar keine Elefanten.
Darauf der Mann. Na also, sehen sie.
2. Brauchen tun wir vieles nicht, denken wir und sind trotzdem oft damit beschäftigt, noch dieses oder jenes zu bekommen. Noch eine Lebensversicherung, noch eine Fernsehsendung mit Dieter Bohlen, noch eine Flasche Bier, noch ein Stück Torte, noch mehr Geld, noch eine Schmeichelei. Manche sammeln Briefmarken, bedruckte Bilder mit Zacken, die zu nichts mehr nütze sind also sie zu haben oder zu tauschen. Manche sammeln Schläge oder Niederlagen und können sich auf diese Weise immer wieder bestätigen, dass die Welt böse ist und man selbst ein armes Opfer.
Der Messie sammelt alte Gegenstände, die kein anderer mehr haben will. Für den Messie ist der alte Plunder ein Schatz, der ihm dabei helfen soll, seine Angst vor menschlichem Kontakt, vor Einsamkeit und vor Verlust in den Griff zu bekommen. Möglicherweise sind Sie auch so eine Art Messie, ein Blickemessie. Sie sammeln Blicke, wie andere Leute Briefmarken oder Urlaubserinnerungen. Das zu tun oder nicht zu tun steht ihnen frei, in dem sie sich mit ihrem Impuls gerade dies oder jenes zu tun, identifizieren oder nicht identifizieren.
Sie können sich aber auch verändern, jeden Tag ein kleines oder großes Stück. Finden Sie Ihre Mitte, finden Sie Ihre Kraft, finden Sie Ihr Ja zum Wandel. Halten Sie sich fest und lassen Sie sich los.
Sagen Sie ja und sagen Sie nein.
Versuchen Sie nicht fest zu halten, was sich nicht festgehalten werden kann, die Luft, das Wasser, die Zeit und die Liebe.
Nehmen Sie den Wind wahr, das Rauschen der Blätter, das Lachen des Kindes, das bremsende Auto, den schimpfenden Nachbarn, den wippenden Busen einer vorübergehenden Frau - ohne sich damit zu identifizieren, ohne sich damit zu verbinden. Nehmen Sie wahr und lassen Sie los, atmen Sie ein und atmen Sie aus. So wie das Meer sich im Rhythmus von Ebbe und Flut bewegt, so wie der Frühling auf den Winter, der Sommer auf den Frühling, der Herbst auf den Sommer und der Winter auf den Herbst folgt, so wandeln Sie sich, lassen Nähe zu und entfernen sich, wenn die Zeit gekommen ist.
Zur möglichen Lösung ihres Problems empfehle ich Ihnen, die buddhistische Kunst der Mediation kennen zu lernen. Vielleicht dass Sie an einem Mediationskurs teilnehmen, vielleicht dass Sie einen Qi Gong Wochenendworkshop besuchen.
Der Atem kommt, der Atem geht, der Asthmatiker hält fest, der Mann in der Mitte lässt es fließen und folgt dem Strom des Lebens.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 7. April 2009 09:53
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Zuviel Pornos schlecht für Beziehung?
Sehr geehrter Herr Thiel,
mein Freund (36) und ich (40) sind seit 2 Jahren zusammen. Nachdem wir anfangs häufig und leidenschaftlich Lust aufeinender hatten, habe ich gemerkt, dass sich mein Partner nach einigen Wochen sexuell stark zurückzieht (Sex-Frequenz 2x / Monat). Nun sind wir seit 6 Monaten in Paartherapie (wegen diverser Themen) und vor einem halben Jahr hab ich dann gesagt "was brauchst, um mit mir über Sex zu sprechen?".
Er hat dann gesagt er möchte auch mit anderen Frauen Sex haben und er schaue
sehr regelmäßig, teils 3-4x am Tag Pornos im Internet. Er sei ein Mensch, der sehr viel Abwechslung brauche. Er plant mit mir (und meinem Sohn, 6 J.) unsere Zukunft, er möchte mit niemand anderem zusammen sein, aber "es gäbe kein Prickeln".
Ich habe relativ zu Anfang patzig auf sein "schau - schöne Wäsche" reagiert, weil er sich zu diesem Zeitpunkt bereits sexuell zurückgezogen hatte und ich dachte "keine 2 Monate und der braucht schon Zusatzreize". Er sagt er glaube er hätte mehr Lust auf mich, wenn er auch mit anderen Frauen ins Bett gehen "dürfte" - und er denkt die Pornos tun unserem Sexleben nicht gut. Er kenne das Thema "keine Lust auf die eigene Frau" seit mehreren Beziehungen (die max. 2 Jahre dauerten) und er schaue seit gut 8 Jahren Pornos.
Nun hatte ich ihm die letzen 5 Monate einen "Freibrief" für Sex mit anderen erteilt - den ich nun wieder zurückgenommen habe, da ich es (im Kopf) nicht aushalte. Anscheinend hatte er aber gar keinen Sex mit anderen Frauen.
Seinen Pornokonsum hat er m.W. nicht eingeschränkt. Er muss das wegen mir auch nicht aufgeben, aber wenn es etwas mit unserem Sexleben zu tun hat, hätte ich gerne, dass er es mal eine Zeit "ohne" versucht - ist das zuviel verlangt?
Ich fühle mich seit 2 Jahren immer unattraktiver und unglücklicher.
Für mich fühlt es sich an, als stelle ich das heimelige, kuschelige Nest - Lust lebt er mit sich oder ? Gleichzeitig wollte ich all das Schöne, das wir miteinander haben, lange nicht hergeben. Nun habe ich momentan das Gefühl, ich muss aufgeben.
Denken Sie, wir haben noch eine Chance oder muss ich gehen?
Mit herzlichem Dank!
Hallo Frau ... ,
eine Chance gibt es immer. Aber gehen kann man auch. Die Entscheidung so oder so kann Ihnen jedoch keiner abnehmen.
Was hier hilft, ist Gelassenheit und Authentizität. Gelassenheit, um mich sich selbst einverstanden zu sein. Authentizität, um dem anderen Entwicklung zu ermöglichen.
Ich denke, Sie können beides.
Beste Grüße
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 9. März 2009 16:00
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Beziehungsprobleme wegen Aktbildern
Sehr geehrter Herr Thiel,
ich wende mich in folgender Angelegenheit an Sie. Über eine baldige Antwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Martha Riedel
Ich (Anfang 30) bin seit 5 Jahren mit einem 11 Jahre älteren Mann zusammen, der zuvor 10 Jahre lang in einer anderen Beziehung war. Diese Frau trennte sich von ihm, warum weiß ich nicht genau. Ich weiß nur aus seinen Schilderungen, daß für ihn eine Welt zusammen brach und daß die Beziehung zu bröckeln begann, als seine Exfrau herausfand, daß er sich heimlich Pornos anschaute, nachdem sie mehrfach versucht hatte, solche Filme mit ihm anzusehen und er sich wohl immer mit den Worten weigerte "Das gehört nicht in eine intime Beziehung zwischen Mann und Frau".
In solchen Dingen war ich sonst nie prüde. In meiner vorherigen Beziehung habe ich mit meinem Partner auch ab und zu unproblematisch solche Filme angesehen. Meinen jetzigen Partner fragte ich, ob er so etwas gern mit mir angucken möchte. Er sagte, es gehöre nicht in die Beziehung, er mache das nicht mehr und brauche das auch nicht mehr, da könne ich ihm vertrauen. Vor 1,5 Jahren entdeckte ich per Zufall an seinem Computer 100e Internet-Bilder mit nackten Frauen, vornehmlich dunkelhaarig mit großen Brüsten, das totale Gegenteil von mir (blond, sportlich, 75 B). Die Bilder schaut er sich immer heimlich an, wenn ich nicht da bin. Ich stellte ihn zur Rede, zum einen, weil ich diese Bilder viel intimer fand als einen Porno und mich in meiner Persönlichkeit angegriffen fühlte, weil ich nun das Gefühl hatte "nicht zu genügen", auch, weil ich ein sehr eifersüchtig bin, zum anderen, weil er in den Gesprächen zuvor an mein Vertrauen appelliert hatte und ich ihm nun nichts mehr glaubte.
Es kam zu einem Eklat, er versuchte erst abzustreiten und sagte irgendwann, wir werden das Problem nie lösen. Wir nahmen zunächst eine Auszeit, fanden dann wieder zusammen. Wir versuchten ein paarmal über die Sache zu reden. Entweder sagte mein Freund dann, er mache es nicht mehr oder wir stritten wieder. Das Problem blieb aber. Ich fing an, regelmäßig in seinem Computer zu gucken, ob er wieder an den Bildern war. Er tat es regelmäßig, ca. 2-3x pro Woche. Meine Verletzungen, die ich jedes Mal empfand, ließ ich ihn immer spüren. Er hatte zwar ein schlechtes Gewissen, und erklärte, er verstehe, was die Bilder in mir auslösen, änderte jedoch nichts. Zu einer Lösung kamen wir auch nicht. In letzter Zeit wird es bei mir immer schlimmer. Ich ertrage es nicht mehr, wenn er auch nur in die Nähe des Computers geht, versuche, ihn in dieser Hinsicht zu kontrollieren und Gelegenheiten, bei denen er zu Hause allein ist und Bilder ansehen und mich dadurch wieder zu verletzen könnte, zu vermeiden. Ich ekele mich vor ihm, wenn ich weiß, daß er an den Bildern war, und kann nicht liebevoll zu ihm sein. Ich habe ihm gesagt, daß die Sache für mich sogar ein Trennungsgrund ist. Er sagt, das wäre mein gutes Recht, macht aber ansonsten immer nur dicht. Nun hat er sich wieder mehr dem Glauben (er ist Katholik) zugewendet und die Abstände, in denen er die Bilder anschaut, werden größer. Ich weiß trotzdem nicht mehr weiter. Zu seiner Verteidigung bringt er hervor, er mache das, seit er 14 Jahre alt war. Es habe nichts mit seiner Zuneigung zu mir zu tun. Häufig schaue er sich die Bilder an, wenn er "überschüssige" oder auch "negative Energie" habe. Ich thematisiere fast täglich die Bilder. Er hat gesagt, ich solle ihn damit in Ruhe lassen und er werde eine Lösung finden. Er öffnet sich aber nicht soweit, daß er mit mir zusammen nach einem Weg sucht. Mir reicht das nicht, ich will bzw. kann aus Eigenschutz nicht mehr warten, weil seit 1 1/2 Jahren nichts passiert und es mir dabei schlecht geht. Wie kann ich mit diesem Thema besser umgehen? Ist es normal, daß mein Freund sich diese Bilder in seinem Alter noch (so häufig) anschaut? Wie kann ich ihn davon losbekommen?
Hallo Frau ... ,
vermutlich können Sie Ihren Freund gar nicht "davon losbekommen", solange Sie probieren, ihn "davon losbekommen", denn er reagiert darauf allergisch und gräbt sich nur noch mehr ein, was Sie dann wiederum veranlasst, ihn doch noch erreichen zu wollen, worauf hin er sich noch mehr eingräbt, usw. usf. Das nennt man auch Stellungskampf.
Wahrscheinlich hat an Ihrem Freund - als er noch ein Junge war - schon seine Mutter ohne dauerhaften Erfolg an ihm rumgezerrt war und nun führt er mit Ihnen als Ersatzmama den Kampf des Jungen mit der Mutter weiter und kann sich bei der Gelegenheit bei Ihnen im nachhinein an seiner Mutter rächen. Das scheint ihm gut zu gelingen, er braucht sich nur Aktbilder aus dem Internet zu laden, die Sie dann zufällig entdecken und schon springen Sie auf auf seine unbewusste Provokation an, anstatt ihm das billige Vergnügen zu lassen, grad so wie man es anderen Menschen nachsieht, wenn sie Hunderte Bilder von Eisbär Knud auf ihrem Computer speichern, Sammeltassen oder Briefmarken sammeln - also kurz gesagt ein wenig zwanghaft sind - um sich so von den sie bedrängenden Konflikten abzulenken oder zu beruhigen.
Sie könnten sich natürlich von Ihrem Freund trennen, was Sie aber wohl nicht wollen und so ist der Vorschlag einer Trennung wohl nicht sehr hilfreich.
Bleibt noch übrig, dass Sie aufhören mit Ihrem Freund um des Kaisers Bart zu kämpfen, dass Sie loslassen von Ihrer fixen Idee, ihn verändern zu müssen und dass Sie das Gute annehmen lernen, dass sich zwischen Ihnen beiden finden lässt.
Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust
Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deiner Erwartung zu leben,
Und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben.
Du bist du, und ich bin ich,
und wenn wir uns zufällig finden, - wunderbar.
Wenn nicht, kann man auch nichts machen.
Frederick S. Perls, "Gestalttherapie in Aktion"
Gutes Gelingen
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Freitag, 26. Dezember 2008 18:40
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Sex
Hallo.
ich bin 14 Jahre alt und habe eine penislänge von ca. 7,5 cm im erregten zustand und eine dicke von 2,5 cm. Ich wurde beschnitten und meine vorhaut ist ein bisschen an der eichel festgewachsen. Ich schäme mich für meinen kleinen penis. Trotzdem möchte ich bald mit meiner Freundin schlafen und wollte fragen ob ich sie überhaupt mit meinem kleinen und dünnen Penis befriedigen kann und ob es mir wehtut weil meine vorhaut angewachsen ist. Liebe grüße
Hallo ...,
erst einmal zur Beruhigung, es ist für keinen Jungen leicht, dass seine Partnerin bei den ersten Malen des Geschlechtsverkehrs auch befriedigt ist. Lustvolle gemeinsame Sexualität, das Zusammenspiel von männlich und weiblich, Junge und Mädchen, Mann und Frau, will gelernt werden, das ist nicht viel anders, als beim Standardtanz. Da geht auch niemand zum ersten Mal auf die Tanzfläche und schon klappt es. Mit der einen Tanzpartnerin klappt es vielleicht überhaupt nicht, weil die Chemie nicht stimmt oder man sich noch nicht gut genug kennen gelernt hat. Genau so ist es auch beim Sex oder in einer festen Beziehung.
Wenn die Chemie stimmt, dann ist das wichtigste vorhanden und bestimmte Einschränkungen. Behinderungen oder körperliche Merkmale werden dann weniger wichtig. So z.B. ein relativ kleiner Penis. Natürlich hat jeder Mann und jede Frau auch Vorstellungen und Erwartungen darüber, wies dies oder das sein müsste. Wenn diese Vorstellung oder Erwartung sich nicht erfüllt, so ist das zwar enttäuschend, aber nicht das Ende des gegenseitigen Interesses und damit der Beziehung.
Rein technisch kann man auch mit einem kleinen Penis eine Frau befriedigen, denn zum einen ist für eine Befriedigung viel mehr als ein Penis von Nöten, die Chemie, das Zusammenspiel, die Lustfähigkeit der Frau, etc. und zum anderen wird ein Orgasmus bei der Frau nicht allein dadurch ausgelöst, dass ein dicker und langer Penis in ihrer Vagina hin- und her gleitet. Wenn das so einfach wäre, gäbe es keine unbefriedigten Frauen, deren Männer zwar mit einem großen Penis ausgestattet sind, aber das was wirklich wichtig ist, bei beiden fehlt oder nicht behindert wird.
Ob die angewachsene vorhaut ein Problem bereiten könnte, können Sie leicht ausprobieren, in dem Sie mit der Hand eine künstliche Vagina formen und sich durch Rein und Rausschieben des mit Speichel angefeuchteten steifen Penis selbst befriedigen. Wenn das dabei weh tut, dann würde ich Ihnen empfehlen, mal einen Männerarzt oder Urologen aufzusuchen, damit der das genauer untersucht. Wenn es nicht weh tut, dann dürfte es auch beim Geschlechtsverkehr nicht weh tun. Wenn ausnahmsweise doch, dann ebenfalls einen Termin beim Männerarzt vereinbaren.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 14. Oktober 2008 14:55
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Loyalität
Hallo Sie,
ich bin von Ihrer Seite sehr beeindruckt und möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen von meiner Not zu erzählen. Vielleicht haben Sie eine Idee oder eine Inspiration für mich...
Von Oktober 07 bis Mai 08 hatte ich -45, seit 8 Jahren in fester Beziehung- eine heftige Affäre mit einer 25-jährigen ungebundenen Studentin. Diese Frau verkörperte im wahrsten Sinne meine großen Sehnsüchte in Richtung Weiblichkeit, Erotik und auch Spontaneität. Bedauerlicherweise konnte ich diese Liaison kaum genießen, weil mich mein schlechtes Gewissen unglaublich beschissen fühlen lies. Ich habe immer wieder versucht, das zu überwinden; ohne Erfolg.
Als ich erkannte, dass diese Affäre so nur destruktiv wirken kann, habe ich sie im Mai beendet. Anfang Juni hat mich die junge Frau dann bei meiner Freundin angeschwärzt; möglicherweise in der Hoffnung, mich auf diese Weise "zu befreien". Meine Freundin hat natürlich sehr verletzt und wütend reagiert, mich aber nicht verlassen. Wir wollten versuchen, diese Eruption für ein Aufräumen innerhalb unserer verkrusteten Strukturen zu nutzen und haben die schwere Krise meiner Ansicht nach auch einigermaßen bewältigt.
Was mich zur Zeit enorm belastet, ist eine Spaltung - so nehme ich es wahr- zwischen Liebe und Sexualität, die ich immer deutlicher wahrnehme. Ich liebe meine Freundin, aber mein sexuelles Interesse ist häufig bei der besagten jungen Frau, zu der ich seit Mai keinen Kontakt mehr hatte. Ich möchte hinzufügen, dass diese Affäre für mich auch Ausdruck der schon zuvor bemerkten Trennung zwischen Liebe und Sex war, aber keinesfalls der Grund. Allerdings wurde die Kluft dadurch verstärkt, dass ich real erfahren habe, was an Gefühlsintensität bei mir möglich ist. Ich bin auch keineswegs sicher, ob es sich ausschließlich um eine erotisch bedingte Spannung handelte, oder ob da nicht auch "viel mehr" war. Auf jeden Fall - gerade mit Blick auf Ihr ganz wundervolles Eingangsgedicht - habe ich derzeit das Gefühl, ich mache - egal was ich tue - einen Riesenfehler.
Ich will meine Freundin nicht verlassen, aber ich weiß auch nicht, wie ich mit ihr zusammen bleiben kann und dabei zufrieden bin....
irgendeine Idee?
Herzliche grüße aus ... nach Berlin
Hallo Herr ... ,
Danke für Ihr Lob.
Ich will Ihnen so antworten:
Die Quadratur des Kreises ist ein klassisches Problem der Geometrie. Die Aufgabe besteht darin, aus einem gegebenen Kreis ein Quadrat mit demselben Flächeninhalt zu konstruieren. Sie ist äquivalent zur so genannten Rektifikation des Kreises, also der Konstruktion einer geraden Strecke, die dem Kreisumfang entspricht. Beschränkt man die Konstruktionsmittel auf Lineal und Zirkel, ist die Aufgabe unlösbar. Dies konnte jedoch erst im Jahr 1882 vom deutschen Mathematiker Ferdinand von Lindemann bewiesen werden.
Die Quadratur des Kreises ist nur dann unlösbar, wenn man sich auf die Konstruktionsmittel Lineal und Zirkel beschränkt.
Ähnlich dürfte es auch bei Ihnen sein. Zufriedenheit bedarf des Einverständnissein mit dem was ist oder was noch werden kann. Wenn Sie das Licht am Ende des vermeintlichen Tunnel sehen könnten, dann wären Sie einverstanden und dies wäre eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für Zufriedenheit, wie es der Mathematiker ausdrücken würde. Zufriedenheit in der Beziehung können Sie und Ihre Freundin sich erarbeiten, wenn der beiderseitige Wunsch besteht, Zufriedenheit herzustellen. Dies vorausgesetzt, werden sich Wege zur Zufriedenheit finden. Wenn es schwierig wird, nehmen sie sich für eine gute Begleitung einen geeigneten Bergführer, von dem sie sich zu gegebener Zeit dann wieder verabschieden können.
Beste Grüße
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 14. Oktober 2008 20:58
An: info@maennerberatung.de
Betreff: AW: Loyalität
Wow, was ne genial anmutende Antwort, Herr Thiel, ich werde länger brauchen, um das zu begreifen..
Ich danke Ihnen herzlich für die Mühe und die schnelle Reaktion. Einen "Bergführer" haben wir bereits; sogar einen Matterhorn-erfahrenen, aber mein Eindruck ist auch, dass der gute Mann eher etwas ratlos ist.. In seinen Augen sind wir ein "tolles Paar".
Ich wünsch´ Ihnen was.
...
NS.: Ich bin fast froh, dass ich keine so supertrockene Antwort bekommen habe, obwohl ich mich -als Außenstehender, wohlgemerkt - natürlich prächtig darüber amüsieren kann.
Hallo Herr ... ,
Eine gewisse Ratlosigkeit ist hier vielleicht auch angemessen. Man muss es sich womöglich nur trauen diese auch zuzulassen.
Aber irgendwie löst sich der Stau erfahrungsgemäß auch irgendwann wieder auf. Bis dahin kann die Geduld aber ganz schön auf die Probe gestellt werden. Ein passabler Gesprächspartner kann in dieser Zeit ganz hilfreich sein, um nicht verrückt zu werden.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 15. Oktober 2008 14:56
An: info@maennerberatung.de
Betreff: AW: Loyalität
Hallo Herr Thiel,
ich möchte meine Fragestellung gern erweitern
Meine Mail hatte nicht umsonst die Titel "Loyalität". Ich laboriere seit vielen Jahren an einer agoraphobischen Störung und habe so einiges an Therapien hinter mir; keine war von wirklich nachhaltigem Erfolg.
(Insofern fand ich Ihre Mail in Sachen "Kiefern an der Ostsee" ganz große Klasse!)
Also habe ich mich in meinem Leben "so einigermaßen" eingerichtet; bin aber im Kern oft unzufrieden. Es ist wie ein Gefängnis, was mir ein gewisses Maß an Sicherheit aber auch Unfreiheit bietet. Nach meinem Gefühl vergehen die Jahre, ohne dass ich einen probaten Weg aus diesem Knast heraus finde. (Ich bin für 47 zwar gut erhalten, dennoch welke ich wie jeder andere Mensch auch)
Nun meine vermutete Verbindung zu dem u.g. Paarproblem.
Man kann ja von Analytikern halten, was man will, aber deren These, dass einer Agoraphobie oft ein Loyalitätskonflikt bzw. eine Angst vor der eigenen Triebhaftigkeit zugrunde liegt, finde ich mehr als spannend.
Dann wäre Agoraphobie nichts anderes als Angst vor dem Leben; der eigenen Vitalität. Kann gut sein, wenn wir dann nicht mehr zwangsläufig partnerkonform drauf sind.
Während ich meine innere Sicherheit/Vertrauen abgespalten habe, liegt bei meiner Partnerin - wie wir auf dem Wege von jüngst angefertigten Collagen deutlich sehen konnten - eine Abspaltung der Wildheit/Sexualität/Aggressivität vor. Es sieht so aus, als lebten wir diese wichtigen Charakterzüge sozusagen überkreuz in Symbiose.
Das brachte mich auf den Gedanken, dass hier ein unbewusster - jetzt bewusster werdender - Deal vorliegen könnte. Wenn sich der eine oder die andere separat weiter entwickeln würde, müsset es fast zwangsläufig zur Trennung kommen. Meine Freundin würde keinen Angsthasen wollen und ich würde wohl eine wildere Frau suchen, wenn ich (selbst)sicherer wäre.
Dieser Deal lässt uns auch erstarren und ich vermute, dass meine Affäre - ich bin KEIN notorischer Fremdgänger, sondern durchaus verantwortungsbewusst und offen- ein Versuch meinerseits war, diese Verkrustung zu durchbrechen. Also verharren wir in dieser Situation und entwickeln uns nicht weiter:
Ich frage mich und Sie: Wie kann man so einen Deal bloß lösen? Wie können wir einzeln und auch zusammen freier, heiler und autonomer werden. Tja, und da fallen wir wieder die Ostsee-Kiefern ein.
Herzliche Grüße aus ...
Hallo Herr ... ,
Sie schreiben:
Meine Freundin würde keinen Angsthasen wollen und ich würde wohl eine wildere Frau suchen, wenn ich (selbst)sicherer wäre.
Dieser Deal lässt uns auch erstarren und ich vermute, dass meine Affäre - ich bin KEIN notorischer Fremdgänger, sondern durchaus verantwortungsbewusst und offen- ein Versuch meinerseits war, diese Verkrustung zu durchbrechen. Also verharren wir in dieser Situation und entwickeln uns nicht weiter:
Genau so sehe ich es auch, die vermeintliche Störung / Regelverstoß "Fremdgehen" kann man als einen Lösungsversuch, bzw. einen Versuch ansehen, in die eigene Vitalität zu kommen. In so fern sehr begrüßenswert.
Sie schreiben weiter:
Ich frage mich und Sie: Wie kann man so einen Deal bloß lösen? Wie können wir einzeln und auch zusammen freier, heiler und autonomer werden. Tja, und da fallen wir wieder die Ostsee-Kiefern ein.
Ich habe noch mal rausgesucht, was ich mit der Metapher der Ostsee-Kiefern beschrieben habe:
Sie kennen sicher die Kiefern, die direkt hinter den Dünen an der Ostsee stehen. Durch den jahrlangen vom Meer kommenden recht starken Wind haben diese sich ganz anders, als die Kiefern weiter im Hinterland entwickelt. Die Krone der am Meer stehenden Kiefer hat sich meerabgewandt entwickelt, der vom Meer kommende Wind hat gewissermaßen das Antlitz der Kiefer geprägt. Ganz neben bei bietet die meerabgewandte Krone dem Wind die wenigste Angriffsfläche. Es kann sein, dass andere Kiefern, die sich nicht vom Wind formen lassen wollten, bei einem Herbststurm entwurzelt wurden.Kann man die an das Leben hinter der Düne gut angepasste Kiefer heilen? Kann man erreichen, dass die Krone sich aus ihrer Neigung aufrichtet und in die Höhe bewegt? Ich glaube nicht. Von daher ist die Idee und der Begriff der Psychotherapie also der Heilung der Psyche, irreführend und anmaßend. Doch leider hat sich der Begriff im gesellschaftlichen Bewusstsein so stark etabliert, dass die Leute glauben, sie könnten bei einem "Psychotherapeuten" geheilt werden - d.h. die Leute glauben, es könnte sich ein Zustand ideal gedachter psychischer Gesundheit einstellen, wenn man nur ausreichend lange, intensiv und wirksam "therapiert". Das ist aber ein übler Schmarren - geschürt auch vom medizinisch-industriellen Komplex mit seinen Eigeninteressen. Der Glaube weckt Illusionen, die notwendigerweise vom Leben enttäuscht werden müssen. Jede/r, der eine jahrelange Psychoanalyse auf sich genommen hat, die die anderen Beitragszahler Zehntausende von Euros kostet, kann sich in dem Glauben wiegen, nur noch ein Jahr auf der Couch und dann bin ich geheilt und es wird mir gut gehen. Die Desillusionierung kommt schneller als man denkt.
Zutreffend erscheint mir, dass wir immer mal mehr und mal weniger Möglichkeiten haben, in der einen oder anderen Form unser Leben zu verändern, so dass wir zufriedener und glücklicher leben.
Ein Deal mit einer überholten Geschäftsgrundlage, kann nicht Grundlage einer neuen Entwicklung sein. Entwicklung verlangt Abschiednehmen von alten wohlvertrauten, sonst wäre es keine Entwicklung, sondern Wiederholung von Bekanntem.
Wie aber kann Entwicklung gelingen? In dem man ins Offene geht, die Angst wahrnimmt und akzeptiert, kleine Schritte macht, wenn große zu groß sind.
Oder, um mit Hölderlin zusprechen:
Der Gang aufs Land
An Landauer
Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute
Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.
Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes
Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.
Trüb ists heut, es schlummern die Gäng' und die Gassen und fast will
Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.
Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an Einer
Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.
Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen,
Wenn ers weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt.
Nur daß solcher Reden und auch der Schritt’ und der Mühe
Wert der Gewinn und ganz wahr das Ergötzliche sei.
Darum hoff ich sogar, es werde, wenn das Gewünschte
Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst,
Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,
Und von trunkener Stirn' höher Besinnen entspringt,
Mit der unsern zugleich des Himmels Blüte beginnen,
Und dem offenen Blick offen der Leuchtende sein.
Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es,
Was wir wollen, und scheint schicklich und freudig zugleich.
Aber kommen doch auch der segenbringenden Schwalben
Immer einige noch, ehe der Sommer, ins Land.
Nämlich droben zu weihn bei guter Rede den Boden,
Wo den Gästen das Haus baut der verständige Wirt;
Daß sie kosten und schaun das Schönste, die Fülle des Landes
Daß, wie das Herz es wünscht, offen, dem Geiste gemäß
Mahl und Tanz und Gesang und Stutgards Freude gekrönt sei,
Deshalb wollen wir heut wünschend den Hügel hinauf.
Mög' ein Besseres noch das menschenfreundliche Mailicht
Drüber sprechen, von selbst bildsamen Gästen erklärt,
Oder, wie sonst, wenns andern gefällt, denn alt ist die Sitte,
Und es schauen so oft lächelnd die Götter auf uns,
Möge der Zimmermann vom Gipfel des Daches den Spruch tun,
Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan.
Aber schön ist der Ort, wenn in Feiertagen des Frühlings
Aufgegangen das Tal, wenn mit dem Neckar herab
Weiden grünend und Wald und all die grünenden Bäume
Zahllos, blühend weiß, wallen in wiegender Luft,
Aber mit Wölkchen bedeckt an Bergen herunter der Weinstock
Dämmert und wächst und erwarmt unter dem sonnigen Duft.
24. Woche 48. Woche Titelseite Kalender Gedichte A-Z
Friedrich Hölderlin
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 18. September 2008 17:32
An: info@maennerberatung.de
Betreff: qualität
Hallo Herr Thiel,
seit längerem haben mein Freund und ich eine Diskussion in der wir nicht weiter wissen und erfragen deshalb Ihren Rat.
Er behauptete vor ein paar Monaten sein Sperma habe 'Top-Qualität'.
Ich fragte ihn wie er sich denn da so sicher sein könne ohne Spermatest. Sein Erklärungsversuch: 1. das Sperma sei relativ dickflüssig -> seiner Meinung nach gut wenn die 'Spermien' aneinander kleben (???!!!)
2. die Farbe weisslich/geblich sei ein Indikator für hohe Qualität (???!!!)
3. er treibe Sport, esse gesund und trinke selten.
4. Er 'spüre' und 'wisse' einfach dass es gute Qualität habe.
In Punkt 3 hat er vermutlich recht, doch Punkt 1 und 2, dass Konsistenz und Farbe Rückschluss auf Qualität zulassen... da bin ich skeptisch. Was sagen Sie dazu?
Meiner Einschätzung nach kann das schon gut sein, dass dein Sperma gute Qualität hat, denn tatsächlich bin ich schwanger (von ihm), obwohl ich eine Indikation habe die eine Befruchtung theoretisch stark erschwert.
Sie werden jetzt vermutlich fragen wozu ich dann das noch wissen will wenn ich eh schwanger bin: einfach um unsere seit Monaten diesbezüglich anhaltenden Diskussionen zu beenden. :-)
herzliche Grüsse und Dank im vorraus
...
Hallo Frau ... ,
sie streiten sich beide um des Kaisers Bart, da ist egal ob es um Sperma geht oder darum wie man "richtig" kocht.
Redensarten (12)
Um des Kaisers Bart streiten
Als endlich auch in Lübeck das geflügelte Wort "Um des Kaisers Bart streiten" Einzug hielt, war dessen Verursacher bereits vier Jahrhunderte bei seinen Ahnen: Karl der Große (747-814). Einen Kaiser im Mittelalter kannten wenige der Untertanen von Angesicht. Da es in Karls langer Herrschaftszeit diverse Amtssiegel gab, die ihn einmal mit und einmal ohne Bart zeigten, konnte man schon darüber streiten, ob nun der Kaiser wirklich einen Bart hatte. Die Leute verloren allerdings irgendwann das Interesse an der Frage. Weshalb auch sollte man sich um des Kaisers Bart streiten - sich also bei einer Lappalie aufhalten, darüber zu diskutieren müßig ist.
http://stadtzeitung.luebeck.de/artikelarchiv/2001/170/1700503.html
Die Redewendung „Um des Kaisers Bart streiten“ wird gebraucht, um auszudrücken, dass ein Streit um belanglose Dinge geht, die sich womöglich gar nicht entscheiden lassen. Vermutlich geht es auf die lateinische Wendung „de lana caprina rixari“ („um Ziegenwolle streiten“, „um den Geißenbart streiten“). Die Ziegenwolle wurde im Deutschen erst zum Geißenbart, dann zum Kaiserbart.
Die Wendung wurde später auf die Streitereien bezogen, in denen es darum ging, ob bestimmte deutsche Kaiser einen Bart getragen hätten. In Emanuel Geibels Gedicht „Von des Kaisers Bart“ streiten drei junge Männer im Wirtshaus darüber, welche Farbe der Bart des Kaisers Friedrich I. hatte. Schließlich gehen sie im Zorn auseinander und das Gedicht endet mit der Ermahnung:
Zankt, wenn ihr sitzt beim Weine
Nicht um des Kaisers Bart!
In anderen Quellen ging es darum, ob Kaiser Karl der Große einen Bart trug, oder nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/U
Wenn Sie die Diskussion beenden wollen, nichts einfacher als das, beenden Sie einfach die Diskussion. Der eine meint so und der andere meint so. Davon geht die Welt nicht unter.
Womöglich liegt ihr beider Problem aber ganz woanders und sie tragen es nur auf einen Nebenschauplatz auf. In diesem Fall würde es sich lohnen, mal genauer hinzuleuchten, worum es ihnen beiden eigentlich geht und wie sie beide das Schiff wieder in ein gutes Fahrwasser bekommen.
Viel Erfolg dabei.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Freitag, 1. August 2008 14:47
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Erbitte Hilfe!
Sehr geehrter Herr Thiel,
durch Ihre Internetseite bin ich auf Ihre Männeberatung aufmerksam geworden. Ich benötige Hilfe. Immer wieder kommt es vor, dass ich mich bei Gesprächen mit meiner Frau aggresiv ausdrücke oder/und sehr laut werde. Leitragende sind dann schon mal neben meiner Frau auch unsere drei Kinder ....
Meine Frau fordert von mir, dass ich mich um ein Anti-Aggressions-Training bemühe. Ich selbst bin eher der Meinung, dass wir an den Ursachen (Kommunikationsform und Regeln) arbeiteten sollten, damit die Gespräche wieder ruhiger laufen.
Welchen Weg (Beratung/Therapie) können Sie empfehlen, um zu einem gepflegten Miteinander zurück zu kommen?
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo Herr ... ,
welchen Weg man geht, hängt von den persönlichen Vorlieben, von der Zeit oder auch vom Geld ab.
Odysseus ist bekanntlich einen sehr langen Weg gegangen, wie man dem Epos "Die Odyssee" entnehmen kann.
Die Odyssee (griechisch Oδύσσεια, Odýsseia) ist neben der Ilias das zweite dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos. Im späten 8. Jahrhundert v. Chr. niedergeschrieben, gehört die Odyssee zu den ältesten und einflussreichsten Werken der abendländischen Literatur. Sie schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zu einem Synonym für lange Irrfahrten geworden.
In der Übersetzung von Johann Heinrich Voss aus dem Jahr 1781 lauten die Eingangsverse der Odyssee so:
Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung,
Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat,
Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.
Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte;
Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers
Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft.
Sage hievon auch uns ein weniges, Tochter Kronions.
In 12.200 solcher Hexameterverse, die in 24 Gesänge unterteilt sind, erzählt die Odyssee, wie der König der kleinen Insel Ithaka nach zehn Jahren Krieg weitere zehn Jahre umherirrt. Nach vielen Abenteuern kehrt er schließlich als Bettler unerkannt heim und findet sein Haus voller Fremder, die sein Eigentum aufzehren. Sie reden seiner Frau Penelope ein, er sei tot, und wollen sie zwingen, einen von ihnen zu heiraten. In einem letzten Abenteuer muss Odysseus den Kampf gegen diese Freier bestehen. Eine Parallelhandlung, die „Telemachie“, erzählt, wie sich Telemachos, der Sohn von Odysseus und Penelope, auf die Suche nach dem vermissten Vater macht.
Seeungeheuer, Helios' Rinder, Kalypso [Bearbeiten]
Nach dem Besuch in der Schattenwelt segelt er an der Insel der Sirenen vorüber, die mit ihrem Gesang Seefahrer auf die Klippen und damit in den Tod locken. Um ihnen gefahrlos lauschen zu können, lässt sich Odysseus auf Kirkes Rat hin an den Mastbaum fesseln, seinen Gefährten aber die Ohren mit Wachs verschließen. Anschließend passieren sie eine Meerenge, deren Ufer von zwei Seeungeheuern beherrscht werden, nämlich von der sechsköpfigen, menschenverschlingenden Skylla und von Charybdis, die einen Strudel verursacht, in dem ganze Schiffe versinken. Odysseus lässt seine Gefährten in möglichst großer Entfernung von Charybdis und damit nahe an Skylla vorbeirudern, die sechs von ihnen verschlingt.
Die Gefährten des Odysseus rauben die Rinder des Helios (Pellegrino Tibaldi)
Die Gefährten des Odysseus rauben die Rinder des Helios (Pellegrino Tibaldi)
Ermattet und ausgehungert erreichen sie schließlich die Insel des Sonnengottes Helios. Trotz Odysseus' Warnung schlachten die Gefährten dessen heilige Rinder. Zur Strafe kommen sie nach ihrer Abreise allesamt in einem Sturm um. Nur Odysseus kann sich auf die Insel Ogygia der Nymphe Kalypso retten. Diese hält Odysseus sieben Jahre auf ihrer Insel fest und lässt ihn erst auf Geheiß der Götter wieder ziehen. Er baut ein Floß und gelangt trotz eines Sturms, den Poseidon entfacht, nach Scheria, der Insel der Phaiaken, wo die Königstochter Nausikaa ihn nackt am Strand findet. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden erzählt Odysseus den Phaiaken und ihrem König Alkinoos seine Geschichte. Anschließend beschenken sie ihn reich und bringen ihn heim nach Ithaka.
Letztlich ist es egal was sie machen, Hauptsache es wirkt. Praktisch heißt das, sie können sowohl das eine als auch das andere machen. Vielleicht fangen Sie erst mal eine Paarberatung an und wenn die keine Verbesserung bringen sollte, falls das Problem ausschließlich bei Ihnen liegen sollte, was mich aber sehr verwundern würde, dann nehmen Sie einfach noch eine ausreichende Anzahl von Einzelstunden in Anspruch.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 15. Juli 2008 14:56
An: info@maennerberatung.de
Betreff:
hallo,
ich habe ein mittlerweile recht ernstzunehmendes problem mit meiner sexualität. ich bin 43 jahre alt, seit 15 jahren mit meiner frau zusammen. wir haben 2 kinder (9 und 10)
seit die kinder da sind hat das sexuelle bedürfnis meiner frau stetig abgenommen und mit der zeit auf gelegentlichen missionars-kuschel-sex reduziert.
all meinen bemühungen, wieder etwas schwung in unser sexualleben zu bringen, ist meine frau nicht wirklich abgeneigt oder verweigert sich gar. leider ist sie aber auch nicht geneigt, sich selbst mehr zu engagieren.
wenn ich sie frage, warum sie dieses oder jenes nicht mehr mit mir macht kommt die antwort: damals waren wir ja auch frisch verliebt.
nun ist der ablauf immer derselbe: ich befriedige sie mit der hand, danach wird vorzugsweise missionarisch - gerammelt. meine fragen, ob sie sexuelle bedürfnisse oder fantasien hätte, verneint sie. meinen bitten, dessous zu tragen, mich anal zu stimulieren oder ähnlichem kommt sie nach. aber eben auch nur auf aufforderung.
nun zu meinem problem: ich fühle mich mit meinen unbefriedigten bedürfnissen in meiner sexualität abgelehnt. ich empfinde die fehlende erotik und ihr desinteresse an meinen bedürfnissen bzw. ihr nicht-vorhandensein eigener bedürfnisse nahezu als körperlichen schmerz.
Lösungsansätze:
1. Paartherapie: geht nicht, weil sie über sex nicht reden kann oder will
2. fremdgehen: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren
3. trennung: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren
4. mit ihr reden, ihr meine bedürfnisse und sehnsüchte schildern: indiskutabel. habe ich seit ungefähr 5-10 jahren immer wieder erfolglos versucht. es stellt sich dann eine nur kurze verbesserung ein.
solange sie kein eigenes bedürfnis nach erotik, lust verspürt, kann ich mich auf den kopf stellen. ich weiß keinen rat!
gruß,
...
Hallo ... ,
Sie zählen vier Lösungsansätze auf.
1. Paartherapie: geht nicht, weil sie über sex nicht reden kann oder will
2. fremdgehen: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren
3. trennung: indiskutabel. ich würde meine familie verlieren
4. mit ihr reden, ihr meine bedürfnisse und sehnsüchte schildern: indiskutabel. habe ich seit ungefähr 5-10 jahren immer wieder erfolglos versucht. es stellt sich dann eine nur kurze verbesserung ein.
Ihre Beschreibung erinnert mich
1. an den Mathematiker Leonhard Euler und das sogenannte Königsberger Brückenproblem.
Das Königsberger Brückenproblem
Das Königsberger Brückenproblem ist ein 1736 von Leonhard Euler gelöstes mathematisches Problem. Am konkreten Beispiel bezieht es sich auf die Brücken der Stadt Königsberg – heute Kaliningrad – und die Frage, ob es einen Rundweg gibt, bei dem man alle sieben Brücken der Stadt über den Pregel genau einmal überquert und wieder zum Ausgangspunkt gelangt. Die Grundaufgabe lautete, „nur“ einen wie oben beschriebenen Weg zu finden, ohne aber zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Euler bewies, dass es keinen solchen Rundweg, nach ihm deshalb auch als „Eulerscher Weg“ bezeichnet, geben kann.
Das Brückenproblem ist kein klassisches geometrisches Problem, da es nicht auf die genaue Lage der Brücken ankommt, sondern nur darauf, welche Brücke welche Inseln miteinander verbindet. Es handelt sich deshalb um ein topologisches Problem, das Euler mit Methoden löste, die wir heute der Graphentheorie zurechnen.
Um die Nichtexistenz einer Lösung zu zeigen, benutzte Euler ein heute als klassisch geltendes Paritäts-Argument: Er zeigte, dass ein Rundweg der gesuchten Art nur dann möglich ist, wenn sich an keinem der Ufer (Knoten) eine ungerade Zahl von Brücken (Kanten) befindet. Da nämlich jede Brücke genau einmal überquert werden soll, muss jedes Ufer, das über eine Brücke erreicht wird, über eine andere Brücke wieder verlassen werden. Da aber zu allen vier Gebieten von Königsberg eine ungerade Zahl von Brücken führte, war der gesuchte Rundweg nicht möglich.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
freigegeben am 7. Juli 2008.
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsberger_Br%C3%BCckenproblem
2. an den Fall von Buidans Esel
Buridans Esel
Das Gleichnis von Buridans Esel zeigt die Unmöglichkeit einer logischen Entscheidung zwischen zwei gleichwertigen Lösungen (Dilemma).
Ein Esel steht zwischen zwei gleichgroßen und gleich weit entfernten Heuhaufen. Er verhungert schließlich, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen er zuerst fressen solle.
Das Gleichnis wird irrtümlich Johannes Buridan zugeschrieben. Das Argument selbst stammt aus Aristoteles' De caelo (Über den Himmel). Bei Aristoteles ist es ein Hund, der sich zwischen zwei Mahlzeiten entscheiden muss. Buridan erweiterte das Dilemma, indem er den Hunden die Möglichkeit gab, sich nicht sofort zu entscheiden. Das Gleichnis vom Esel wurde von seinen Gegnern geprägt. Buridan nutzt das Gleichnis um seine Ansicht von der Unmöglichkeit der Willensfreiheit zu erläutern.
Lösungen für das Problem gibt es zum Beispiel, indem man die Bewertung verändert, sodass die beiden Heuhaufen nicht mehr gleichwertig sind. So kann man durch Würfeln (Monte-Carlo-Methode) eine Entscheidung treffen.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
http://de.wikipedia.org/wiki/Buridans_Esel
Da Sie keine realistischen Handlungsoptionen sehen, kann man offenbar nichts machen. Sie werden anscheinend weiterhin mit der unschönen Situation leben müssen. Ich hätte Ihnen gerne eine angenehmere Antwort gegeben, aber niemand kann Probleme lösen, für die es keine Lösung gibt.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Donnerstag, 10. Juli 2008 07:31
An: info@maennerberatung.de
Betreff: hilfe
Hallo
Ich suche auf diesem weg ihre hilfe,weil ich langsam verzweifelt bin.
ich bin jetzt seit 3 jahren mit meinem freund zusammen und zu ihm gezogen.er hat aus erster ehe eine tochter13 und ich habe einen sohn5 mitgebracht. jetzt erwarten wir unseren gemeinsamen sohn im august.
mein problem ist,dass wenn mein kleiner irgendwann nachts oder morgens ins bett kommt,steht er auf und geht woanders schlafen.er soll ja schließlich nicht mit 16 noch in unseren bett schlafen.
es war damals schon komisch mit seiner tochter.ich kam einmal rein ins zimmer und sie lag auf dem bett. er saß auf ihr und hat sie massiert.nachdem ich ihn darauf angesprochen hatte und sagte ich finde das nicht normal,hat er es auch gelasen.
als wir in ... im urlaub waren,hat er sich fast jede nacht unter irgendeinen vorwand zu ihr ins bett gelegt und bei ihr geschlafen.war auch heftig.als wir wieder hier waren ging es eigentlich gut. sie schlief in ihrem bett und gut war.
jetzt waren wir wieder im urlaub in ... .natürlich hat sie,bei uns geschlafen.die anderen alle nicht.mein freund sagte ständig zu mir,ich könne ja bei meiner familie schlafen usw.
mich beachtet er garnicht und nimmt schon garkeine rücksicht auf meine schwangerschaft(vielleicht weil es ein junge wird) und seinen tochter weckt er sogar wenn sie hustet um sie zu fragen ob alles okay ist.?
auf jeden fall ist er mit ihr alleine nach hause gefahren um mir angeblich mehr zeit mit meiner familie zu geben.allerdings mußte ich deshalb alleine mit dem auto ...km fahren(im 9 monat schwanger)was ich ihm auch sagte,dass es nicht okay ist.
ich hatte aber gleich das gefühl,dass er lieber mit ihr alleine sein wollte,denn er wollte schon die ganze zeit,dass ich weg fahre oder sonstiges wenn er sie im urlaub hat.normal ist sie ja bei der mutter und er hat seinen sohn hier.
als ich hier ankam traf mich der schlag. sie haben zusammen in unserem bett geschlafen,die ganze zeit.ich war so geschockt,dass ich mich da nicht mehr rein legen konnte,also bleibt sie jetzt bei ihm im bett.mit 13..er macht ihr auch ständig komplimente wie hübsch sie doch ist und wenn sie sich bei ihm auf den schoß setzt kommen solche sprüche von ihm wie ,nicht so doll wackeln usw.
in frankreich sagte er mal zu mir,sie weiß ja auch wie man kuschelt.
sexuell erregt ist er bei mir nur,wenn ich an seinen brustwarzen rum mache.kann mir vorstellen,wenn sie bei ihm im arm liegt,und sie ihn streichelt,wie ihn das anmacht.er schläft natürlich immer nackt.
jetzt meine frage.mache ich mir umsonst gedanken?ist das normal,dass er lieber mit ihr im bett liegt als mit mir,wo er doch sagt er liebt mich?oder behandelt er mich nur scheiße?möchte nicht,dass es irgendwann heißt,warum hast du nichts gesagt?
lieben gruß..
...
völlig hilflos und verzweifelt
Hallo ... ,
was ist normal, was ist nicht normal.
Wichtig ist, dass Sie spüren, was für Sie gut und was für sie nicht gut ist.
Und da haben Sie ja eine große Klarheit, wie Ihre Gedanken zeigen.
Nun steht sicher die Frage, was Sie mit dem anfangen, was Sie spüren.
Offenbar wünschen Sie sich eine Veränderung.
Im Moment würde ich Ihnen im 9. Schwangerschaftsmonat erst mal empfehlen, nicht alles jetzt verändern zu wollen.
Aber Sie könnten sich mal für sich einen Termin in einer geeigneten Beratungsstelle suchen und schauen, dass Sie einen guten Kontakt zu einer Beraterin entwickeln.
Wenn Ihr Mann mitkommen mag, kann das ganz sinnvoll sein. Wenn nicht, dann lassen Sie ihn wie er ist und nehmen einen Beratungstermin alleine wahr. Das kann auch sehr hilfreich sein.
Adressen im Internet:
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 6. Juli 2008 04:02
An: info@maennerberatung.de
Betreff: held oder trottel
Hallo!
bei der einleitung eurer seite musste ich lachen, ich bin wirklich fast 100% der ideale mann, nett, kinderumsorgend(3 Kinder), arzt, ... , schönes haus. sicherheit, aufmerksam, humor, intelligent, sportlich bla bla bla. das problem ist, dass ich keine katastrophen aufweisen kann,ich bin nicht zum mitleiden, nicht hilfsbedürftig, keine ahnung, ob es das war ,was meine frau veranlasste, sich vor mehreren jahren einen anderen zu suchen, mit dem sie das lebt, was so das herz einer ehe/beziehung/großen liebe ausmacht, nämlich körperliche nähe, sex, urlaub,essen gehen usw. für mich bleibt die rolle des big daddy, der sich gerne für die familie verausgabt, dabei aber doch seit jahren in die innere einsamkeit abdriftet. trennen würde heißen, familie kaputt, die so sehr gut funktioniert. da bleiben heißt, eigene wünsche nach nähe, gefühlter liebe zur seite legen, mit shaolin, meditation, bewegung, musik und herzensarbeit immer wieder am inneren frieden arbeiten. das funktioniert sogar schon mehrere jahre, nur habe ich dabei das gefühl, mich immer um so ein großes schwarzes loch in mir herum zu bewegen, wenn ich dann z.b. zum hundersten mal nachts zuhause mit den kindern bin, während sie bei ihrem freund schläft. na ja, vielleicht fällt euch ja was dazu ein .
lieben gruß ...
Hallo ... ,
erst mal meinen Glückwunsch, dass Sie ein fast perfekter Mann sind.
Sie müssen sich ja nicht von Ihrer Frau trennen. Um glücklich zu werden haben sie schon fast alles, fehlt offenbar nur noch die Frau, der sie Nähe und gefühlte Liebe leben können.
Werden Sie aktiv und schauen sich einfach um, dann werden Sie eine solche Frau sicher finden.
Auf diese Weise haben Sie dann schließlich zwei Frauen, eine für die Familie und eine für die Nähe. Wenn sich dann beide auch noch mögen, ist das Ideal erreicht.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Donnerstag, 3. Juli 2008 11:20
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Kein Sex in der Ehe seit gut 8 Jahren
Guten Morgen Herr Thiel,
ich bin seit längeren Jahren sehr unglücklich in meiner Ehe. Seit geraumen 7 Jahren habe ich mit meinem Mann kaum noch Sex. Wenn 1x im Jahr ist das wirklich viel.
Zu Anfang unserer Beziehung vor 9 Jahren war das erste Jahr wirklich sehr schön. Ich hatte zwar mit der Familie meines Mannes zu kämpfen, da diese mich nicht akzeptierten und auch kein gutes Haar an mir gelassen haben. Ich konnte seinen Eltern (vorallem seiner Mutter) nichts recht machen. Vergebene Liebesmüh.
Da mein Mann sehr lange bei seinen Eltern zu Hause gelebt hat (zog mit 30 Jahren aus) nahm ich zu Anfang Rücksicht, da ich dachte, daß es die Lage mit seinen Eltern nur noch schlimmer machen würde. Einen richtigen Freundschaftskreis hatte mein Mann nur bedingt und die wenigen Freunde die er hat unternahmen nicht sehr viel mit ihm. Ließen ihn einfach zu Hause ohne ihm Bescheid zu sagen, daß sie etwas zusammen unternehmen.
Nachdem seine Eltern sehr oft Streit zwischen uns verursachten wurde mir das ganze nach 2 Jahren einfach zu viel und ich bin nicht mehr mitgegangen. Das hat meinem Mann gar nicht gefallen und der Ärger mit ihm war vorprogrammiert. Das schlimmste in dieser Familie ist auch, daß das Geld im Vordergrund steht und man keinerlei Gesprächsstoff hat.
Mein Mann versteht sich auch nicht recht mit seiner Schwester und Bruder. Zu seiner Schwester hat er kaum Bezug, da diese auch eine extreme Lebenshaltung sich und seiner Familie aufzwingt. Nur noch Bio, nur fleischlos und ja nichts an Süßem. Mir waren die Gespräche ständig über das Essen oder diese wirklich dummen Weisheiten irgendwann zuviel. Mit seinem Bruder verhält es sich genauso. Der Bruder schnauzt meinen Mann bei jeder Möglichkeit an, versetzt ihn oder ist mürrisch wenn er einmal mithelfen mußte beim Umzug.
Es ist wirklich keine Beziehung in dieser Familie vorhanden. Seine Eltern führen seit Jahren Krieg in ihrer Ehe und die drei Kinder haben das über all die Jahre bewußt miterleben müssen. Der Vater ist ein Patriach der nichts und niemanden zulässt. Seinen Sohn Ulli hebt er mit allem in den Himmel und meinen Mann Jürgen läßt er links liegen. Nicht einmal zur Abschlußfeier ist er gekommen.
Ich denke oft, daß mein Mann auch eine starke Wut und vorallem Enttäuschung in sich trägt. Oft habe ich auch das Gefühl, daß er sich nicht verstanden fühlt und deswegen auch vieles in sich behält.
Es ist sehr schwierig in den ersten Jahren gewesen mit meinem Mann überhaupt ein Gespräch zu führen, da dies für ihn neu und ganz ungewohnt ist über Gefühle zu sprechen.
Wir haben im Jahr 2002 geheiratet und hielten uns eine geraume Zeit aus den Familienstreitigkeiten heraus. Das war leider nicht von langer Dauer. Im Mai 2003 habe ich dann unseren Sohn Felix bekommen und dann fingen die Probleme erst richtig an. Unser Sohn wurde zu früh geboren und war lange im künstlichen Koma und auf der Frühchenstation. Da ich selbst keinen Rückhalt von meinen Eltern je bekommen habe und von meinen Schwiegereltern gleich mit dem Satz "Da mußt Du alleine durch, das mußten wir auch", war mir sehr schnell klar das ich keine Hilfe bekommen werde.
Mein Mann ist gleich nach der Entbindung zu seinen Eltern gefahren und hat mich und Felix allein in der Klinik zurückgelassen. Nach mehr als 6 Stunden kam er dann endlich, nachdem er bei seinen Eltern gefrühstückt hatte und einen Blumenstrauß für mich gekauft hatte. Unser Sohn kam genau am Muttertag zur Welt.
Ich war innerlich damals bereits so enttäuscht, daß er uns beide einfach so alleine gelassen hatte. Ich wußte nicht wie es meinem Kind geht und selbst durfte ich auch nicht aufstehen, da ich an einer versteckten Schwagerschaftsdiabetis gelitten hatte, was aber die Ärzte erst im Krankenhaus kurz vor der Geburt erkannt haben.
Urlaub hatte mein Mann auch nicht bekommen, da er mit seinem Vorgesetzten nur Schwierigkeiten hat und auch noch bis heute hat. Das geschäftliche ist mit das größte Problem was unsere Ehe belastet, da mein Mann sich ständig verändern möchte aber keiner in der Firma dies zuläßt. Auf der anderen Seite zeigt mein Mann aber auch nie richtig einen Ansporn, dass er mehr leisten möchte. Wichtig ist für ihn das pünktliche heimgehen und das seine Stundenzahl erfüllt ist. Er mäkelt zwar sehr oft, daß ihn keiner weiterkommen lassen will aber so recht etwas selbst dafür tun macht er auch nicht.
Die Geburt, die Schwierigkeiten in der Arbeit als auch mit seinen Eltern haben bei meinem Mann 2004 eine tiefe Depression verfallen lassen, die vorallem mit massiven Schlafproblemen daher ging. Er konnte über 9 Monate nicht mehr richtig schlafen und hat mich dann auch immer wieder mit aufgeweckt, da er Angstausbrüche hatte. Er hat sich für mich auch in dieser Zeit sehr stark verändert. Teilweise richtig gehend gewalttätig und aufbrausend. Es hat eine Kleinigkeit genügt, damit er in die Luft gegangen ist. Dazu kam noch, daß unser Sohn ebenfalls nie mehr als eine Stunde am Tag und eine Stunde in der Nacht geschlafen hat. Die ganze Situation war mehr als nur anstrengend.
Mein Mann hat nach gutem Zureden die Möglichkeit bekommen sich in einer Kurklinik behandeln zu lassen und blieb dort auch 8 Wochen lang. In dieser Zeit habe ich mich alleine um unseren gemeinsamen Sohn gekümmert und bin regelmässig mit einem Sohn zu meinem Mann nach ... gefahren, damit Felix nicht den Bezug zu seinem Vater verliert. Das war mir sehr wichtig. Mein Mann hat in dieser Zeit sehr stark abgenommen und war teilweise mir gegenüber sehr unverschämt. So richtig recht machen konnte ich ihm nie etwas und er hat mich auch stets aufgefordert alles richtig zu machen. Haushalt, Kind, Hund und natürlich sollte ich nach seinem dafürhalten auch noch super aussehen.
Das ist aber alles nicht mehr möglich. Ich habe mich komplett zurück gestellt, damit ich allem gegenüber gerecht werden konnte. Felix mußte 3x wöchentlich zur Krankengymnastik. Mein Mann hat es kein einziges Mal übernommen oder gar die Übungen zu Hause mit unserem Sohn gemacht. Er sagte immer, daß er das nicht schaffe. Zumal Felix ein ausgeprägtes Schreikind war. Ich habe das nie verstanden, warum er sich hierfür nicht die Zeit nehmen wollte. Genauso wenig ist er im ersten Jahr nachts aufgestanden um das Kind zu versorgen. Er könnte das nicht, er schaffe das nicht. Ich selbst war sehr müde und mußte immer weiter machen obwohl ich selbst längst am Ende meiner Kräfte war. Zum anderen hatte ich Angst, daß er wieder an Schlaflosigkeit leiden könnte und habe es auf sich belassen. Die Angst war größer. Er sagte auch immer zu mir, daß ich daran schuld sei. Er bekäme Beklemmungen neben wir und ich sollte doch bitte auf dem Sofa schlafen. Dem kam ich nach. Die Enttäuschung und Demütigung in mir drinne war riesig.
Seitdem schlafe ich auch nacht für nacht auf dem Sofa. Eine Rückweisung wollte ich nicht nochmals erfahren.
Ich hatte oft das Gefühl, daß Felix ihm zuviel ist und er auch gar keine große Lust auf Familie hat. Zeit zum Nachdenken hatte ich aber keine, da Felix bis zum 3. Lebensjahr kaum geschlafen hatte. Meinen alten Beruf konnte ich auch nicht mehr ausüben, da mein Mann weder in seinem Beruf noch in seinen Hobbys kürzer treten wollte. Er hatte die Zeit zum Joggen, Radfahren und vorallem auf Feste der Firma zu gehen.
Ich durfte das gar nicht. Kinobesuch den ich mit meiner Freundin vereinbart hatte, hat er damit kaputt gemacht, daß er einfach später kam. Das war sehr oft so. Ob es Eifersucht war oder gar einfach keine Lust auf das Kind aufzupassen weiß ich nicht.
Schon zu dieser Zeit hatten wir keinen geregelten Sex mehr. Weder in der Schwangerschaft noch danach. Ich wollte gerne wissen warum es so sei, aber gab mir immer nur ausweichende Antworten. Erst im Streit meinte er stets, daß er mich nicht begehrt und es ein Fehler gewesen sei, zu heiraten.
Das hat mich mehr als einmal verletzt. Zumal es für mich auch so schwer ist zu verstehen warum er mich nicht mehr begehrt. Auf der anderen Seite erzählt er mir aber permanent wie schön er eine Frau findet und es nichts schöneres für ihn gäbe.
Nachdem wir soviele Probleme gelöst hatte, dachte ich wir würden auch wieder sexuell zueinander finden aber dem ist leider nicht so. Ich habe oft versucht meinen Mann zu ermutigen aber ich werde jedes Mal zurück gewiesen. Ich dachte mir, daß er noch Zeit braucht.
Vor 8 Wochen habe ich für unseren Sohn und Mann eine Reise nach .... gebucht. Es sollte die Geburtstagsreise für unseren Sohn sein. Ich selbst konnte nicht mehr mit, da daß finanziell nicht mehr möglich war. Zum anderen hatte ich auch niemanden für ... gefunden.
Ich habe mich gefreut, daß mein Mann mit Felix etwas alleine unternehmen möchte. Leider ist der Schuß aber nach hinten los gegangen. Auf dieser Urlaubsreise hat mein Mann eine Frau kennen gelernt die ihn recht nett behandelt hatte. Brachte ihm ein Bier, setzte sich für ihn um und war einfach nett wohl. Sie gab ihm am Abreisetag auch Ihre Handynummer mit.
Zu Anfang habe ich mir nichts dabei gedacht. Mein Mann zeigte mir auch die Urlaubsfotos und auch die kennen gelernte ... auf einen der Bilder. Mein Mann meinte auch, daß er sehr gerne die einmal nach München fahren möchte um sich dort mit der Urlaubsbekanntschaft zu treffen. Zum Reden und austauschen. München kennenlernen.
Per Zufall hat mir aber mein Sohn erzählt, daß die gezeigte ... nicht ... war sondern der recht weibliche Reiseleiter vor Ort. ... war blond und sah sehr gut auf dem Foto aus. Ich habe meinen Mann daraufhin auch angesprochen und er meinte ich hätte ihn mißverstanden. Ich hatte ihn aber nicht mißverstanden. Er hat mir absichtlich ein falsches Bild vermittelt.
Auf jeden Fall habe ich dann mitbekommen, daß er heimlich vom Geschäft aus bei dieser ... sich des öfteren gemeldet hat und auch ein Wochenende bei ihr verbringen wollte. Nur um zu feiern wie er mir versicherte. Das hat mich richtig gehend wütend gemacht und ich habe ihn auch zur Rede gestellt, warum er das tut. Zum anderen verletzt es mich zutiefst und ich möchte das nicht. Er meinte nur, er möchte einmal mit einem anderen Menschen sprechen. In seiner Wut ist es ihm dann auch heraus gerutscht, daß er Gefühle für diese Frau empfindet. Er hat Gefühle für Sie.
Er wollte mir keine Rufnummer noch die Adresse von dieser Frau dalassen. Das möchte er nicht Das wäre seiner Meinung nach auch nicht nötig.
Ich bekam dann doch die Rufnummer und rief auch bei dieser ... an. Sie war schnippisch und meinte, daß wir das untereinander lösen müssten. Adresse habe ich auch keine von ihr bekommen.
Mein Mann ist dann doch nicht gefahren, da diese ... so sauer gewesen war, daß ich bei ihr direkt angerufen hatte. Mein Mann war sauer darüber, daß ich es gemacht habe. Es kann sein, daß mein Mann nicht mehr wollte als reden aber das glaube ich nicht mehr so recht.
Was mich sehr verwundert hat, daß er dieser ... keine private Rufnummer gegeben hat. Er rief sie frühmorgens an und da war es auch so gewesen, daß es ... wohl nicht so recht passte wenn er sich bei ihr an der Arbeitsstelle meldete.
Es gab Streit bei uns und er warf mir vor, wie sehr ihm der Sex fehlte und er es nicht mehr aushält. Warum er aber nicht mir intim sein möchte wollte er nicht sagen. Er wolle mich nicht verletzten. Nur bringt mich das auch nicht weiter.
Ein Zeit lang hatte ich das Gefühl das er trotzdem noch zu ihr sehr gerne hingefahren wäre aber diese ... wollte wohl nicht mehr. Es kam auch der Satz "Das hast Du mir ja verdorben.". Ist auch wieder eine Auslegungssache. Zum anderen meinte er, dass er mich in ihr betrogen hätte. Hat er aber nicht.
Auf der anderen Seite möchte er aber, daß ich neben ihm schlafe und er küßt mich auch. Mehr aber auch nicht. Er empfindet einfach kein Verlagen nach mir und ich weiß nicht woran das liegt. Es ist vieles ruhiger geworden, mit Felix geht es jetzt auch sehr viel einfacher und der große Druck von früher ist ja auch nicht mehr da. Er sagt mir auch, daß er mich lieb und mich nicht verlieren möchte.
Ich habe auch angeboten, daß ich ausziehe und mir eine neue Existenz aufbaue. Das möchte er nicht. Er sagt immer wieder, daß er mich nicht verlieren möchte. Er liebt mich. Nur kann so eine Liebe funktionieren ? Darum verstehe ich auch das Verhalten meines Mannes zum Schluß nicht mehr.
Ich selbst hatte zuvor schon eine gescheiterte Beziehung hinter mit. In dieser Beziehung hatte sich mein damaliger Freund auch eine andere Frau gesucht, nachdem ich nicht bereit war innerhalb eines Jahres gleich zu Anfang ein Kind zu bekommen. Er hat mich damals richtig gehend hintergangen und ist noch während unserer gemeinsamen Zeit bereits fremd gegangen. Seine neue Freundin war dann auch sofort schwanger. Sie haben geheiratet und mittlerweile ist diese Ehe dann aber bereits wieder geschieden worden. Mein damaliger Freund hat nach mir bereits die 5 Freundin/Frau. Denke das es nicht an mir gelegen hatte. Ist aber durchaus möglich.
Mit meinem Ex hatte ich ein erfülltes Sexualleben. Er war sehr offen und hatte sich auch vor nichts geschämt.
Bei meinem jetzigen Mann ist das ganz anders. Er hatte vor mir nur eine Freundin und dies war auch seine erste richtige Freundin gewesen mit der er Sex hatte. Da war er bereits 28 Jahre alt. Er hing lange seiner alten Freundin nach und hat mich auch sehr häufig mit ihr verglichen. Das er mehr Lust bei ihr hatte als bei mir. Beim letzten Wutausbruch ist ihm aber herausgerutscht, daß er nur 3 Monate lang mir ihr geschlafen hatte und dann auch kein Interesse mehr an ihr hatte.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter und kann das ganze auch gar nicht mehr einschätzen. Bis jetzt habe ich es geschafft, alles zusammen zu halten aber es wird für mich von Tag zu Tag immer schwieriger und ich weiß nicht mehr so recht wie ich das alles schaffen soll.
Ich selbst hatte in den Jahren zuvor wenig Lust auf Sex. Dafür hatte ich keine Gedanken mehr und war auch viel zu müde. Jetzt hat sich meine Situation komplett verändert. Seit ca. einem 1/2 Jahr merke ich, daß ich mich wieder weiblicher fühle und auch sexuell ausleben möchte. Komme aber mit meinen Wünschen aber gar nicht mehr weiter bei meinem Mann. Er blockt von Anfang an ab.
Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr. Ich empfinde noch sehr viel für meinen Mann trotz all dieser Widrigkeiten, aber auf Dauer kann ich mit dieser lieblosen Art einfach nicht mehr leben. Das alles verändert mich auch seelisch und ich möchte in keine Lethargie verfallen oder gar depressiv werden. In mir selbst bin ich mit mir im Reinen aber ich weiß einfach nicht was ich noch tun kann, damit sich das sexuelle zwischen mir und meinem Mann verändert.
Können Sie mir einen Rat hierzu geben ?
Herzlichen Dank und liebe Grüsse
...
Hallo Frau ...,
den ersten Schritt für eine positive Veränderung haben Sie schon mal getan, Sie haben ihren Ärger einfach mal aufgeschrieben. Viele Männer kommen gar nicht so weit und werden daher krank oder sterben auch.
Was ist aber nun der zweite Schritt. Sie haben ja dies und das probiert, aber so richtig was verändert hat das offenbar nicht. Wenn Sie ihren Mann noch einmal allein auf Urlaubsreise schicken, wird er sich wieder nach einer Frau umgucken, da es mit seiner eigenen nicht so gut läuft.
Damit es besser laufen kann, müssten Sie und ihr Mann miteinander ins Gespräch kommen, was sie voneinander wünschen und wie sie sich diese Wünsche erfüllen können oder gegebenenfalls auch nicht erfüllen wollen. Frustrationen gehören zum Leben dazu, sie dürfen nur nicht überhandnehmen.
Für eine solche Aussprache können sie auch die Unterstützung eines guten Paarberaters nutzen, Adressen finden sie im Internet z.B. unter www.dajeb.de oder www.familientherapie.org
Wenn ihr Mann keine guten Ideen hat, wie die Situation zum Guten hin verändert werden kann und auch kein Interesse an einer Paarberatung zeigt, werden sie sich entweder damit abfinden müssen, dass es in Zukunft so bleibt , wie es heute ist oder sich auch verschlechtert. Oder sie trennen sich von ihrem Mann in Frieden und bleiben dann beide hoffentlich ihrem gemeinsamen Sohn als Eltern erhalten.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Montag, 9. Juni 2008 16:37
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Frage
Guten Tag,
ich selbst (weiblich, 35 Jahre) bin wegen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung in psychotherapeutischer Behandlung. Leider geht die Therapie nun nach 2 Jahren zu Ende. Mittlerweile bin ich seit 8 Monaten in einer Beziehung zu einem jüngeren Mann ( er ist 26 Jahre).
Ich weiß mittlerweile um meine übertriebenen Forderungen an meine Partner und dass ich jedes wort auf die Goldwaage lege und gegen mich verwende. Mein Partner kommt mir jedoch auch sehr narzisstisch vor. Er ist ganz selten in der Lage, Positives, z.B. Lob oder Komplimente auszusprechen. Er kommt mir vor, als enthalte er mir absichtlich etwas vor, um mich zu verunsichern. Ich versuche aufgrund meiner Zweifel, meine Wahrnehmung mit seiner Wahrheit in Einklang zu bringen. Dadurch entstehen lange Diskussionen, bei denen ich am Ende immer eingestehe, zu viel zu interpretieren. Er von seiner Seite gesteht hingegen meist keinen Fehler ein und auch zeigt er sehr wenig Gefühle, sondern er argumentiert rational. Wenn ich ihn frage, wie er mich findet, meint er, dass er mich natürlich toll/ begehrenswert o.ä. findet, sonst wäre er doch nicht mit mir zusammen.
Wo hört mein Narzissmus auf und wo beginnt seiner? Ich habe auch das Gefühl, dass er sich gerne als mein Lustobjekt sehen würde. Er gibt mir oft zu verstehen, dass ich im Grunde zu viel Sex möchte. Er gibt mir immer wieder das Gefühl, nur er sei etwas besonderes und begehrenswert und macht sich rar mir gegenüber. Es kommt mir vor, als wolle er in der Frauenrolle sein, in der er erobert werden muss. Er möchte auch oft Bestätigung für die Größe seines Penis. Mir hingegen als Frau gibt er nur sehr dosiert positives Feedback. Er erkennt nicht an, was er mit mir hat. Jedenfalls kann er dies nicht verbal äußern. Auch zieht er sich sehr oft emotional vor mir zurück, wie aus heiterem Himmel. Ich frage mich ob das wirklich "verliebt sein" sein kann, oder ob ich zu viel erwarte.
Seine konstruktiv verpackte Kritik an mir kommt öfter vor, als Positives, was er mir gegenüber äußert. Das bringt mich immer wieder in Selbstzweifel, weswegen ich auch oft ausraste. Er hingegen ist mit nichts wirklich aus der Ruhe zu bringen. Hinterher entschuldige ich mich oft und gleichzeitig ärgere ich mich, weil ich doch nicht nur verkehrt sein kann. Kann es sein, dass sich hier zwei Narzissten gefunden haben? und wenn ja, macht eine solche Beziehung sinn?, hat sie Zukunft?
Viele Grüße
...
Hallo ...,
1. Dass die mehrjährige Therapie bald zu Ende geht ist nicht schlimm, denn Sie können das ganze Leben lang Therapie machen. Vielleicht nicht mehr bei diesem Krankenkassentherapeuten, aber dafür bei dem größten Therapeuten, den es überhaupt gibt, dem Leben.
2. Manche Völker leben schon seit Jahrhunderten in Erdbeben- oder Überschwemmungsgebieten. Macht das Sinn? Offenbar ja, sonst wären die Menschen dort schon weggezogen.
So ähnlich ist es bei Ihnen beiden vielleicht auch.
Selbstverständlich steht es jeden frei, "wegzuziehen" und woanders ein neues Leben zu beginnen. Doch woher soll man wissen, ob es an der Zeit ist und sich nicht doch weiteres Hoffen auszahlt?
Eine Alternative wäre es, wenn beide Partner ihre Beziehungsfähigkeit miteinander entwickeln, so dass das Zusammensein leichter und schöner wird.
Vielleicht laden Sie Ihren Freund dazu ein.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 1. Februar 2008 19:08
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Erstberatung - Fragen
Sehr geehrter Herr Thiel,
ich bin gerade auf Ihre Website und Beratung aufmerksam geworden. Gern würde ich Ihnen einige Fragen stellen. Ich lebe ca. 5 Jahre in einer festen Partnerschaft und seit drei Jahren wohne ich mit meiner Partnerin zusammen. Das Zusammenleben ist in der Regel sehr harmonisch und wir verbringen jede freie Minute miteinander. Ab dem Frühjahr bis zum Herbst fahren wir fast jedes Wochenende ... bis ... . Doch leider kommt es in einigen Situationen zu großen Spannungen. An gewissen Tagen ist meine Partnerin sehr gereizt und ich kann mit dieser Art bzw. diesen Situationen nicht umgehen und finde in diesen Momenten nicht die nötige Distanz. Ich bin diesen Situationen verbal nicht gewachsen. In diesen Situationen kommt es dann leider zu großen Streitigkeiten und wir bekommen uns sehr stark in die Haare; sei es Daheim, auf der Straße oder wie kürzlich im Auto. Jeder macht dem Gegenüber ungerechte und sehr gemeine Vorwürfe. Wir werden dann gemeinsam so ungerecht und steigern uns weiter in diese Situation hinein. Ich werde dann so wütend, dass ich meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle habe. Ich habe meiner Freundin auch wehgetan. Auf der Straße habe ich vor Wut ... . In meinem ganzen Leben habe ich mich noch nie geprügelt - nicht einmal auf dem Schulhof. Nie würde ich mich so aufregen, wenn ich meine Partnerin nicht so sehr lieben würde und mich von ihren ungerechten Worten so verletzen fühlen würde.
Ich möchte diese Situationen vermeiden und zukünftig aus dem Weg gehen. Natürlich möchte ich meine Partnerin nicht wehtun psychisch wie physisch und nicht, dass unsere Beziehung daran zerbricht.
Was raten Sie mir für Maßnahmen um diesen Situationen aus dem Weg zu gehen bzw. erst gar nicht entstehen lassen?
Kurzer Hintergrund zu uns: wir sind beide Akademiker, arbeiten in leitenden Positionen. Ich persönlich habe einen typisch ?heilen? Familienhintergrund deutscher bürgerlicher Mittelschicht. Könnte ein Grund sein, dass meine Eltern mich häufig mit drei Jahren allein im Haus gelassen haben, ich Angst hatte und in den Garten der Nachbarn kletterte und am Wohnzimmerfenster klopfte und um Asyl bat bzw. meine Elter mich mit 17 Jahren allein in ... gelassen haben.
Ich freue mich auf Ihr Feedback.
Beste Grüße
..
Hallo Herr ... ,
Gründe aus der Vergangenheit kann es alle möglichen geben, nur ob Ihnen das weiterhilft, wenn Sie die Gründe kennen würden, bezweifle ich.
Allerdings lebt von der Erforschung der Gründe eine ganze Berufsgruppe, nämlich die Psychoanalytiker und in Deutschland werden jährlich einige hundert Millionen Euro aus dem Fenster geschossen, um "die Gründe" zu erfahren.
Das freut mich natürlich für die Psychoanalytiker, denn so mit der Mutterbrust des Sozialstaates gefüttert, laufen diese wenigstens nicht Amok und das ist doch schon mal viel wert, wo doch Deutschland ohnehin schon von allerlei Terroristen gefährdet ist.
Mein Rat an Sie:
Nehmen Sie sich bei Ausflügen mit Ihrer Freundin Papiertüten mit, die Sie, wenn Sie ärgerlich werden, aufblasen und dann mit beiden Händen zusammenknallen. So setzten Sie ihre aggressive Energie in Handlung um, ohne jemanden zu schaden, von etwaigen Knalltraumen mal abgesehen.
Wenn Sie mit diesem Vorschlag nicht zufrieden sind, kommen Sie in unsere angeleitete Männergruppe, da können Sie eine Menge interessanter neuer Verhaltensweisen lernen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 2. November 2007 12:40
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Sexualität, Weg finden, Leben
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin 27 Jahre alt, Student ... . Leider war mir bisher keine sexuelle Erfahrung vergönnt, die über streicheln und küssen hinaus ging, zeitenweise bereitet mir das irgendwo Sorgen, lässt mich an meiner „Normalität“ zweifeln – gepaart ist das alles mit großem Interesse für Philosophie, kritischem an der Oberfläche kratzen des Menschseins und damit einhergehend depressiven Phasen. Ich gelte überall als liebenswerter, vertrauenswürdiger Mensch, offensichtlich habe ich ein sehr einnehmendes Wesen, denn überall wo ich hinkomme, ernte ich Anerkennung und Respekt – obwohl ich gemerkt habe, dass ich auf Frauen durchaus attraktiv wirke, bin ich nach kurzer Zeit eher der gute Freund als der mögliche Sexualpartner.
Immer mal wieder habe ich versucht, meine Sexualität ins Internet zu tragen, meistens kam dabei aber nichts weiter raus als Elend und Frustration. Genau das passierte mir auch vergangenes Wochenende, in einer schlaflosen Nacht hielt ich mich wieder einmal in einem Erotikchat auf. Jedenfalls durchforstete ich aus Langeweile die Profile der Chatteilnehmer, ... Unter diesem Profil war ein Link hinterlegt, den ich aus Langeweile anklickte. Was dabei zum Vorschein kam war schier grauenhaft:
...
Alles in allem fand ich die Szene wirklich ekelhaft, ich empfand Mitleid mit dem Mädchen, ... .
Dennoch, irgendwie stelle ich eine beunruhigende Ambivalenz in meinen Gefühlen fest – das Mädchen fand ich süß und durchaus attraktiv (was mich auch schon wieder bedenklich stimmt)– aber was ihm widerfahren ist, finde ich grauenhaft. Andererseits übt diese Unausweichbarkeit der Situation eine gewisse Faszination auf mich aus: wobei ich mir eher vorstelle, Opfer denn Täter zu sein. Andererseits stelle ich mir vor, dem Mädchen eine Decke über die Schulter zu legen, ihr zu sagen: alles wird gut, sie vor der Situation zu bewahren.
Um es noch einmal klarzustellen: ich finde solche Filme widerlich, schließlich kommen bei der Produktion real Menschen zu Schaden. Ich persönlich bin überzeugt von der Richtigkeit der 10 Gebote und des kategorischen Imperativs, demnach richte ich auch mein Leben danach aus.
Gerade deshalb schäme ich mich, diese ins Internet verlagerte Sexualität mit all ihren destruktiven Seiten will nicht so recht zu meiner sonstigen Lebensauffassung und –ausrichtung passen.
Für mein Leben wünsche ich mir die Geborgenheit einer Beziehung, eine Frau zu finden, die mich versteht. Eine Frau zu finden, der auch ich Geborgenheit geben kann, die auch ich verstehe.
Ich wünsche mir eine Beziehung, die beiderseits das Leben sinnvoller macht, bei der beide gewinnen, in der jeder weniger ohne den anderen ist.
Deshalb schäme ich mich für meine Ausflüge ins Internet, ich habe Angst, auf einen falschen Weg abzurutschen. Das Ganze führt in eine Achterbahn aus Schuldgefühlen, Zukunftsangst und Depression, was mich wiederum daran hindert, das positive im Leben zu sehen und zu erkennen.
Ich würde mich freuen, wenn sie mir ein kurzes Feedback geben könnten, leider weiß ich nicht, an wen ich mich mit den Problemen, die mich umtreiben, wenden könnte.
Mit freundlichen Grüßen,
...
Hallo Herr ...,
hier mein Feedback auf Ihre Mail:
Sie schreiben:
"Für mein Leben wünsche ich mir die Geborgenheit einer Beziehung, eine Frau zu finden, die mich versteht. Eine Frau zu finden, der auch ich Geborgenheit geben kann, die auch ich verstehe.
Ich wünsche mir eine Beziehung, die beiderseits das Leben sinnvoller macht, bei der beide gewinnen, in der jeder weniger ohne den anderen ist."
Ich finde es gut, dass Sie ein klares Ziel haben, damit kann man schon mal eine Menge anfangen, im Gegensatz zu Menschen, die überhaupt nicht wissen, wo Sie hin wollen, sind Sie schon ein großes Stück weiter.
Nun gilt es noch den Weg zu gehen, auf dem Sie an Ihr Ziel kommen. Und der heißt naturgemäß Kontakt aufzunehmen, mit den Menschen oder Frauen Ihres Interesses. Dies können Sie natürlich nicht schaffen, in dem Sie sich Pornovideos ausleihen oder im Internet virtuell kommunizieren. Bestenfalls finden Sie beim Chatten eine Frau mit der Sie dann eine persönliche Begegnung vereinbaren. Dann sind Sie schon ein gutes Stück weiter, doch womöglich wird ihnen bei einem solchen Treffen Angst und Bange, Sie fangen an zu stottern und zu schwitzen. Wenn dem so wäre, dann liegt wie beim Hochsprung die Latte einfach zu hoch und es gilt erst ein mal etwas tiefer anzufangen und hinüberzuspringen. Da heißt es Üben, üben üben, so wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier", den ich Ihnen empfehle.
Üben können Sie überall und jeden Tag, in der Bahn, auf der Arbeit oder in der Uni. Es gibt auch geeignete angeleitete Übungsgruppen, so etwa eine therapeutisch angeleitete Männergruppe oder eine gemischtgeschlechtliche Selbsterfahrungsgruppe.
Wenn Sie das überfordern sollte, können Sie auch eine Einzeltherapie beginnen, vielleicht aber nicht mit einem Verhaltenstherapeuten oder Psychoanalytiker, denn da erscheint mir die Gefahr doch recht hoch, dass da nicht viel bei rauskommt.
Viel Glück auf Ihrem Weg
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Dienstag, 23. Oktober 2007 14:04
An: info@maennerberatung.de
Betreff:
hallo,
ich bin 33, verheiratet und habe 2 kinder. meine frau war mit freundinnen in ... ) und hat einen mann kennengelernt. sie hat sich mit ihm geküsst und ist am nächsten tag nach hause gefahren. nach ein paar tagen hat sie dann die telefonnummer des anderen rausgefunden und mit ihm regen sms-kontakt gehabt, mit ihm telefoniert, mails geschrieben und sich 3 mal mit ihm kurz getroffen ("nur Küssen"). jetzt ist er im ausland. das ganze ging 4 wochen. nun hab ich es rausgefunden und klar, sie ist traurig, ich auch. sie sagt, sie liebt (hat sich auch nicht verknallt o.ä.) ihn nicht, mich ja und möchte die familie nicht gefährden etc. der kontakt ist nun eingestellt, wir reden drüber, ihr ist es peinlich, ihr tut es auch leid und sie ist froh, dass ich gut reagiere etc. sie sagt auch, dass sie mich liebt und ich glaube ihr das.
einige punkte sind aber für mich naja, ich sage mal, schwer nachvollziehbar:
- ich spreche manchmal (sie sagt: zu oft) darüber, was ich gerne hätte
- ich möchte eigentlich nur, dass sie mir sagt, dass es ihr leid tut, dass sie es bereut, das sie mich liebt, dass sie mir von mir aus mal ne sms schreibt etc. (nicht mal oft, aber von ihr aus)
sie sagt, dass ich sie nicht drängen soll... sonst kommt nichts. sie muss erst mal einen klaren kopf bekommen etc.
ist das ok oder darf ich auch verlangen? ich verstehe sie ja sogar, aber irgendwie kann ich doch auch nicht doppelt das opfer sein oder doch. ich versuche ihr die zeit zu geben, damit sie es mir dann erklärt. ich glaube ich auch, dass sie bereut und dass sie mich liebt (s.o. sie hat es mir gefühlsmäßig bewiesen, sag ich mal). ich möchte auch gefragt werden, wie ich mich fühle, oder ob sie mir helfen kann-ich kann ihr nciht helfen, sagt sie (oder kann ich?).
wie verhalte ich mich am besten weiter?
vielen dank im voraus!
mfg
...
Hallo Herr ... ,
Sie schreiben:
- ich spreche manchmal (sie sagt: zu oft) darüber, was ich gerne hätte
Haben Sie schon einmal versucht, mit einem Briefmarkenautomat zu sprechen, was Sie gerne hätten? Sie wissen doch sicher, dass Briefmarkenautomaten darauf keine Antworten geben können.
- ich möchte eigentlich nur, dass sie mir sagt, dass es ihr leid tut, dass sie es bereut, das sie mich liebt, dass sie mir von mir aus mal ne sms schreibt etc. (nicht mal oft, aber von ihr aus)
Was Sie mir schreiben, erinnert mich an den Buchtitel ""Wenn du mich wirklich liebtest, würdest Du gern Knoblauch essen."
Paul Watzlawick: "Wenn du mich wirklich liebtest, würdest Du gern Knoblauch essen. Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit"; Piper, München, 2006
Warum sollte Ihre Frau bereuen, dass sie mal einen harmlosen Seitensprung getan hat, der ihr wahrscheinlich gefallen hat und bei es dem offenbar noch nicht einmal zu sexuellen Kontakten gekommen ist?
- sie sagt, dass ich sie nicht drängen soll... sonst kommt nichts. sie muss erst mal einen klaren kopf bekommen etc.
ist das ok oder darf ich auch verlangen?
Ihre Frau hat ganz recht. Das ist genau so als wenn Sie eine Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht senden. Da bekommen Sie auch keine Antwort, weil die dortigen Richterinnen und Richter "erst mal einen klaren Kopf" bekommen müssen und das kein bei der Verfasstheit unserer Verfassungsrichter manchmal Jahrzehnte dauern. Schließlich sind das Juristen, bei denen dauert eben alles ein wenig lange.
Verlangen können Sie übrigens alles mögliche, solange es keine Nötigung ist. Eine Vergewaltigung oder eine Sitzblockade vor dem Bundesverfassungsgericht ist eine Nötigung. Bittbriefe dürfen Sie wie zur Zeit des Zaren selbstverständlich überall hinschreiben, solange es nicht zur Belästigung wird, dass kann dann schon wieder strafrechtlich zu Buche schlagen.
- aber irgendwie kann ich doch auch nicht doppelt das opfer sein
Wenn Sie sich zum Opfer machen, dann können Sie sich nicht hinterher nur bei sich selbst beschweren, dass Sie Opfer sind. Hören Sie einfach auf, sich zum Opfer zu machen.
- ich möchte auch gefragt werden, wie ich mich fühle,
Dann sollten Sie sich vielleicht mal mit einem Psychotherapeuten zusammen setzen, der danach fragt, aber nicht hundert Jahre warten, dass Ihre Frau das mal tut und bei der langen Warterei so ärgerlich werden, dass Sie schließlich Ihre Frau schlagen.
- wie verhalte ich mich am besten weiter?
In dem Sie einfach mal nicht gucken, wie Sie Ihre Bedürfnisse leben können, ohne sich selber in vorprogrammierter Weise frustrieren.
Eine Paarberatung, aber auch eine Einzelberatung - so wie hier per Mail angefangen - kann da ganz hilfreich sein.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 21. September 2007 09:47
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Hilfe
Guten Tag, Damen und Herren,
Wir sind 17 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder. Ich merke unsere Ehe läuft nicht gut, oft streit über Haushalt, Geld, Auto, Kinder und Beruf. Mein Mann ist arbeitslos sitzt zu Hause. Aber er kümmert sich nicht um den Haushalt und Kinder auch nicht. Er telefoniert mit dem Handy den ganzen Tag. Ich habe oft mein Mann gesagt, er soll im Haushalt helfen in Ordnung bringen und sauber halten. Bin Berufstätig ganztags und oft abends spät nach Hause und kümmere mich noch um den Haushalt und die Kinder. Meine Mutter glaubt mir nicht, ich wäre schuld. Meine Mutter sagt mein Schwiegersohn macht alles so gut und glaubt ihm und mir nicht. Meine Mutter bedroht mich und ich wäre schuld. Das verstehe ich nicht. Bin zu zeit viel stress von Beruf und Haushalt. Ich habe immer Probleme meine Gesundheit wegen Eierstockzysten schon 6 cm groß vom stress. Ihn interessiert überhaupt nicht meine Gesundheit und der Haushalt. Mein Mann braucht immer Donnerstags das Auto, um seine Geliebte zu treffen. Ich habe immer Probleme wegen Auto muss zur Arbeit gehen. Können sie mir einen Rat geben?
Ich würde mich freuen per Mail antworten.
Mit freundlichen Grüssen
...
Hallo Frau ... ,
vielleicht überlegen Sie, ob Sie sich von ihrem Mann trennen. Dann haben Sie all den Ärger nicht mehr.
Oder haben Sie eine bessere Idee?
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 2. August 2007 14:37
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Komplexe bei meinem Freund
Sehr geehrte Damen und Herren!
ich hab im internet ihre seite entdeckt u. dachte mir ich meld mich mal weil ich ein sehr großes problem mit meinem freund bzw. ex-freund hab.
es ist folgendes: er hat mit mir von heute auf morgen ganz plötzlich schluss gemacht obwohl alles perfekt gelaufen ist, wir lieben uns sehr u. ich versteh seine entscheidung einfach nicht. wenn wir rumgeschmust haben u. ich seinen penis berühren wollte hat er immer meine hand sofort weggezogen, seine erste freundin hat ihn deshalb verlassen, weil er nur 9cm hat, also weil sein penis nur 9cm groß ist. denken sie dass er deshalb immer meine hand weggezogen hat, weil er so starke komplexe hat u. angst hat, ich könnte ihn auch verlassen, weil das seine erste freundin auch gemacht hat. er hat wirklich jedesmal meine hand weggezogen und jedesmal gefragt ob mir das zu wenig ist die 9cm wenn ich seinen penis berühren wollte.
denken Sie er hat deshalb mit mir schluss gemacht weil diese ängste u. komplexe so stark sind, dass er die liebe zu mir verdrängt.
es ist komisch, weil er immer gesagt hat er will nicht dass das mit uns jemals aufhört u. ich bin die richtige für ihn.
können Sie mir bitte sagen wie ich ihm beweisen kann, dass ich ihn liebe so wie er ist? ich habs ihm schon so oft gesagt aber er glaubt mir einfach nicht denk ich!
wie kann ich ihm das denn begreiflich machen und was sagen sie dazu?
er hat auch 4 wochen gewartet bis er das erste mal mit mir geschlafen hat. ein zeichen, dass er komplexe hat?? ich will ihn wirklich zurück, nur wie beweis ich ihm dass ich ihn so liebe wie er ist?
vielen dank u. liebe Grüsse
...
Hallo ... ,
Sie brauchen Ihrem Freund gar nichts zu beweisen. Er hat ja auch nicht darum gebeten. Wenn Sie ihn mögen und umgekehrt er Sie, dann reicht das völlig aus. Und wenn sie sich dann beide noch Ihre Zuneigung zeigen können, um so besser.
Ansonsten teilen Sie ihm einfach mit, dass Sie ihn nach wie vor gern haben und sich freuen würden, wenn er wieder den Kontakt aufnimmt.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 11. Juni 2007 20:06
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Männerberatung
Sehr geehrter Herr Thiel,
ich bin 28 Jahre alt und habe folgendes Problem:
Beim Anblick einer Frau richtet sich mein Blick automatisch und unterbewusst auf sie, verharrt dort und ich bin nun bewusst versucht einen unauffälligen Blick auf ihren Körper (insbesondere Busen und Hintern) zu erhaschen. Selbst in Gegenwart meiner Freundin kann ich dies nicht unterbinden.
Mich freut dabei der Anblick der Weiblichkeit, erregt mich sexuell jedoch normalerweise nicht. Vielmehr betrachte ich die weichen Kurven des weiblichen Körpers wie ein Kunstgemälde.
Ich halte die Blicke der Männer auf den Körper einer Frau im Rahmen der instinkthaften Auswahl einer Partnerin für die Fortpflanzung für legitim. In meinem Fall jedoch ist dieser Blick viel zu häufig und stellt fast keine Ansprüche an das Aussehen der Frau (obwohl ich überdurchschnittlich gut aussehe). Lediglich die Intensität meiner Blicke steigert sich mit der Attraktivität und einer freizügigeren Kleidung.
Überaus problematisch wird die Situation bei einem ganz bestimmten Typ Frau. Bei diesem Typ gerate ich regelrecht ins Starren, scanne die Frau und auch ihr Verhalten und ihre Gestik regelrecht ab. Häufig geschieht dies bei flüchtigen Bekannten, weniger bei Fremden auf der Straße.
Dieser Typ entspricht jedoch nicht meinem Schönheitsideal. Vielmehr ist er unkompliziert im Umgang, fröhlich, hat einen Bauchansatz (ich mag Schlanke), hat üppigen Busen (ich mag kleine) und leicht zum Sex zu überreden.
Dieses Starren geschieht vollkommen unterbewusst und total zwanghaft. Ich muss mich regelrecht davon losreißen.
Ich möchte mich von diesem zwanghaften Betrachten der Frauen befreien. Ich mache mich dadurch lächerlich. Zudem entwürdigt es die betrachtete Frau, da ich ihr Einverständnis nicht habe.
Können Sie mir einen Rat geben, wie ich am besten vorgehe?
Vielen Dank für Ihr Beratungsangebot
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo Herr ... ,
wie Sie sich helfen können - nichts leichter als das. Besorgen Sie sich in den nächsten Tagen eine Sonnenbrille und immer wenn Sie merken, dass Sie eine Frau anstarren, dann holen Sie einfach die Sonnenbrille raus und setzen Sie auf. Dann bemerkt niemand, dass Sie die Frau anstarren. Wenn es aber niemand bemerkt, dann stört es auch keinen. Sie wissen ja, was ich nicht weiß, macht mich nicht heißt.
Der Volkssänger Heino trägt ja schon seit Jahrzehnten eine Sonnenbrille und niemand nimmt ihm das übel.
Wenn keine Sonne scheint, sieht das zwar etwas ungewöhnlich aus, wenn man dennoch mit Sonnenbrille herumläuft. Aber es kann ja sein, dass man eine Lichtallergie wie Hannelore Kohl hat und dann haben die Leute dafür Verständnis, wenn man ihnen das so erklärt.
Im übrigen ist das Angucken von Menschen an sich nicht strafbar. Im Strafgesetzbuch steht auch nichts darüber, dass das Anstarren strafbar wäre. Problematisch wird es erst dann, wenn es von der angestarrten Frau als Belästigung empfunden wird. Spätestens dann sollte man aus Respekt vor der Frau weggucken. Aber wenn Sie eine Sonnenbrille tragen, wird sich diese Frage nicht stellen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 13. Mai 2007 14:45
An: info@maennerberatung.de
Betreff: E-Mail Anfrage
Sehr geehrter Herr Thiel,
auch wenn man ein bißchen viel scrollen muß, finde ich Ihre Website sehr ansprechend und da Sie ja schreiben, daß Sie auch Anfragen von Frauen beantworten (zumal es eine Männer-Frauenfrage ist) wende ich mich hiermit an Sie.
Vor zwei Jahren habe ich mich wegen Bernd von meinem damaligen Freund getrennt. Bernd hat sich damals "begonnen" von Uta zu trennen, Uta ist dann vor über einem Jahr bei ihm ausgezogen. Seitdem ist es immer wieder ein hin und her. Bernd will im Kopf mit der alten Beziehung abgeschlossen haben, bevor es mit uns "richtig" losgeht, "schafft" es aber nicht (er war auch beim Psych., der sagte, es handelte sich um eine ...störung, wovon ich dachte, das sei eher nach Zugunglücken etc.) und ich trenne mich immer mal wieder im Kopf oder auf dem Papier aber will eigentlich den Abschied nicht. Er ist unglücklich, aber ändert nichts an der Situation. Ich habe natürlich Probleme damit, mich darauf komplett einzulassen (ich stehe jetzt einfach vor Deiner Türe und wir versuchen das wirklich und wenn es nicht geht, dann wissen wir es wenigstens), da er immer wieder sagt, wie sehr er die alte Beziehung vermißt, aber zurück geht er halt auch nicht, obwohl wir darüber offen geredet haben. Dazu kommt, daß ich in X lebe und er in Y . Jetzt habe ich einen Job in Z (... und kann eigentlich meinen Standort frei wählen.
Mir ist klar, und sie werden nicht der Erste sein, mir das zu sagen, daß die ganze Geschichte, so lange wie sie sich hinzieht, unerfreulich klingt und man sich fragt, ob der Mann nicht sein "ich kann nicht, weil ich psychisch so fertig bin" nicht ehrlicherweise mit einem "ich will nicht" ersetzten sollte. Mein Dilemma ist auch, daß er wirklich massive psychische Probleme durch die Trennung bekommen hat, ich aber nicht in rein altruistischer Weise dazu stehen kann, da ich ja auch mit ihm zusammensein will. Das resultiert dann in seinem Vorwurf, ich wolle ihn zum "funktionieren" bringen. Von Außen bekomme ich sinngemäß gesagt, häng den Typen doch endlich an den Nagel, der verarscht dich doch.
Dennoch denke ich darüber nach, selbst eine klare Haltung zu beziehen. Ich sage selbst oft zu ihm, nun, wenn Du nur der alten Beziehung hinterherhängst, dann können wir ja nicht zusammen anfangen. Die Präsenz dieser alten Beziehung, die ich mal mit ... , verglichen haben, schmerzt mich und kratzt an meinem Selbstbewußtsein. Nun, von der Situation mit Z ausgehend, möchte ich ihm sagen/vorschlagen, daß ich bei ihm einziehen will. Ich weiß, daß seine Gefühle diesbezüglich eine einzige Achterbahn sind. Er weiß nicht, was er will oder kann es vor sich nicht zugeben. Es wäre ein bißchen Willen aufzwingen, ein bißchen der Versuch, einfach die Entscheidung in die Hand zu nehmen, die er nicht trifft. Ist das zu krass? Was tue ich, wenn er sagt - was er sagen wird - ich weiß nicht, ob ich das schaffe? Kann man so verkorkste Situationen überhaupt noch umdrehen? Ich kenne das nicht: Ich weiß immer, wen oder was ich will.
Ich kann auch zwischen sentimentalem Rückblick und wirklich noch vorhandener Liebe für einen Exfreund unterscheiden. Mir fällt es schwer, ihn da zu verstehen. Er ist mit der Frau seit er 24 war zusammen gewesen ... , hat ein schwaches Selbstwertgefühl und ist hochintelligent. Sein Problem mit mir ist, daß er seine Rolle nicht findet, da ich eine eigenständige Persönlichkeit bin und er das Gefühl hat, ich bräuchte ihn nicht. Nun, zum Überleben nicht, aber als Mensch schon und ich schätze ihn sehr.
Damit will ich mal abschließen, danke schon mal fürs lesen und ich lasse mich gerne überraschen. Wenn Ihnen die Anfrage zu lang ist, überweise ich auch gerne 10 Eur oder mehr. Vielleicht ist es auch sinnvoll, basierend auf dieser Anfrage ein Telefonat zu führen?
Mit freundlichem Gruß,
Hallo Frau ...,
1. Danke für das kleine Lob hinsichtlich meiner Website.
2. Die Psychologen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber drauf an sie zu verändern.
Psychologen wie der von Ihnen genannte, sind hochkreativ im Erfinden sogenannter psychischer Krankheiten, egal ob sie diese nun "Anpassungsstörung" oder "Soziale Phobie" nennen. Leider haben die meisten Psychologen keine Ahnung davon, wie man Menschen helfen kann. Darum werden Psychologen in unserer Gesellschaft auch hoch bezahlt, denn es geht ja in unserer Gesellschaft, wie auch schon in der DDR darum, möglichst nichts zu verändern, denn das könnte zu Unruhe und Verlust von Pfründen führen, das kann aber keiner wollen, der an den staatlichen Futtertöpfen naschen darf.
So weit zur Gesellschaftskritik.
3. Ich schlage vor, Sie stellen beim Vormundschaftsgericht einen Antrag auf Entmündigung Ihres Freundes und schlagen sich gleich selbst als seine zukünftige Betreuerin vor. Wenn er erst einmal entmündigt worden ist, darf er von da an ganz offiziell sagen, dass er für nichts Verantwortung trägt und dass Sie als seine Betreuerin von nun an für ihn entscheiden. Sie sind dann in einer komfortablen Lage, denn Sie können ihm von da an sagen, wo es lang geht. Nur Sex und ähnliche menschliche Sauereien dürfen Sie dann nicht mit ihm haben, denn als Betreuerin dürfen Sie keine intimen Kontakte mit Ihrer Klientel unterhalten.
Wenn Sie es nun vorziehen, doch nicht Betreuerin Ihres Freundes zu werden, dann richten Sie sich bei Ihrem Freund auf ungefähr 5 Jahre, besser aber noch 10 Jahre Selbstfindung ein. So viel Zeit braucht er mindestens, um zu wissen, was er will. Manche brauchen noch länger und werden Mitglied bei der SPD, die schon seit über 100 Jahren auf der Suche nach sich selbst ist.
Während dieser Zeit der Selbstfindung sollten Sie - ähnlich wie von einem Kranken - von Ihrem Freund nichts erwarten. Wenn Sie diese Last auf sich nehmen wollen, dann ist Ihr Freund genau der richtige für Sie. Ich würde Sie dann auch für eine Auszeichnung mit der Mutter Theresa Verdienstmedaille vorschlagen wollen.
4. Wenn Sie nach meinen hoffentlich wegweisenden Ausführungen die Idee haben, ich könnte Ihnen weiterhelfen, dann sollten wir mal telefonieren. Für diesen Fall bitte ich um Vorabüberweisung von 20 Euro für ein dreißigminütiges Telefonat.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 14. Mai 2007 18:53
An: mb
Betreff: E-Mail Anfrage
Sehr geehrter Herr Thiel,
eine Antwort wie jene, die Sie mir haben zukommen lassen, erschiene mir als ungeeignet zur Veröffentlichung auf Ihrer Website. Ehrlich gesagt hat sie mich etwas überrascht und ich habe mich innerlich gefragt, auf wen Sie eigentlich so sauer sind. Da meine bisherigen Beziehungen ausschließlich mit Männern waren, die keinerlei Lebenshilfe bedurften, halte ich das Helfersyndrom bei mir für wenig ausgeprägt. Dennoch verbirgt sich zwischen den provokativen und mit Verlaub ruppigen Zeilen natürlich eine Wahrheit und die Provokation hat vermutlich System.
Diese Wahrheit ist aber keine neue für mich. Mir geht es darum, was ich für mich tun kann, unter der Voraussetzung daß ich diese Beziehung weiterführen will. Gibt es überhaupt Strategien, sich aus dem Helfer/Opfer - oder wie auch immer man das nennen soll - Kreis herauszuziehen? Habe ich andere Handlungsoptionen als mich endgültig zu trennen? Kann ich eine Grenze ziehen? Ich hatte direkt nach der Trennung einige Therapiesitzungen gemacht und der Therapeut hat eine ähnliche harte Haltung wie sie vertreten (minus Mutter Theresa). Das hat mir aber ehrlich gesagt nichts gebracht.
Wenn wir darüber reden können, freue ich mich, wenn Sie mir Ihre Kontoverbindung und einen Telefontermin nennen. Ich kann Ihnen dann das Geld gleich überweisen und einen Online-Beleg schicken. Am Donnerstag und Freitag habe ich ganztägig Zeit, sonst Abends ab 20:00, auch heute noch.
Mit freundlichen Grüßen,
Hallo Frau ... ,
ich habe um das Risiko gewusst. Aber sie haben ja geschrieben:
"Damit will ich mal abschließen, danke schon mal fürs lesen und ich lasse mich gerne überraschen."
Nun haben Sie die Überraschung.
Mag sein, dass meine "Wahrheit" nicht neu ist, die Provokation hat aber offenbar gewirkt und das ist immerhin schon etwas.
Sie schreiben: "Mir geht es darum, was ich für mich tun kann, unter der Voraussetzung daß ich diese Beziehung weiterführen will. Gibt es überhaupt Strategien, sich aus dem Helfer/Opfer - oder wie auch immer man das nennen soll - Kreis herauszuziehen?"
Es gibt sie. Sie besteht z.B. darin, dass Sie sich loslösen von Ihrer Vorstellung, wie es sein sollte und sich damit anfreunden, was ist. Was Sie beeinflussen können, das tun sie, was sie nicht beeinflussen können, das lassen Sie und lernen dies auch mit Gelassenheit zu akzeptieren.
Oder mit Perls gesagt:
"Wir wollen nun auch die Bedeutung des Leidens untersuchen. Die schöpferische Lösung, so haben wir gesagt, ist den kriegführenden Parteien nicht bekannt; sie ergibt sich erst aus dem Konflikt. In diesem Konflikt werden die Parteien, ihre Gewohnheiten und Interessen, teilweise zerstört; sie erleiden Niederlagen und Schmerzen, In sozialer Kooperation streiten sich die Partner also und machen sich kaputt, sie hassen den Konflikt. Der Dichter, der ein Gedicht macht, ärgert sich über ein störendes Bild, das sich eindrängt, oder über einen Gedanken, der ihn vom Thema wegführt; er zerbricht sich den Kopf, klammert sich an seinen Vorwurf, kommt durcheinander und ins Schwitzen. Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?
Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Idee eingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen Interessen. In der Erregung des Schöpfungsvorgangs findet man zu einer schöpferischen Unparteilichkeit zwischen den sich befehdenden Kontrahenten, und dann, in einem ganz unverantwortlichen, fröhlichen Gemetzel, tobt nun wahrscheinlich jeder der Kontrahenten alle seine Aggressionen für und wider die eigene Seite aus. Aber das Selbst wird nun nicht länger zerstört, denn es findet jetzt erst heraus, was es ist.
Die Frage ist nun wieder, ob dieselbe Interpretation der Bedeutung von Schmerz und Leiden und der Mittel, sie zu lindern, für somatische wie für emotionale Schmerzen und Leiden gilt. Wir wollen uns für einen Augenblick vergegenwärtigen, welches die Funktion von Schmerz ist.
Schmerz ist in erster Linie ein Signal; er lenkt Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar drohende Gefahr, zum Beispiel für ein Körperorgan. Die spontane Reaktion ist, aus dem Weg zu gehen, oder, wenn das nicht möglich ist, den Gefahrenherd zu vernichten. Kreatürliches Leben bleibt beim Schmerz oder Leiden nicht lange stehen; wenn der Schaden fortwirkt und nichts sinnvoll getan werden kann, um ihm abzuhelfen, wird das Lebewesen für den Schmerz taub oder sogar ohnmächtig. (Die neurotische Reaktion, den verletzten Körperteil zu berühren, um den Schmerz hervorzulocken, ist ein Wunsch nach Empfindung an der unempfindlichen Stelle; auch dies ist wahrscheinlich ein nützliches Signal, wenn auch schwer zu interpretieren.)
Welches ist nun die Funktion langwierigen Leidens, wie es unter Menschen häufig ist? Wir wollen die Vermutung wagen, daß es uns dazu bewegen soll, uns des unmittelbar gegenwärtigen Problems anzunehmen und dann aus dem Weg zu gehen, alle Kräfte gegen die Gefahr aufzubieten und dann aus dem Weg zu gehen, nutzloses Befangensein zu lockern, den Konflikt toben und zerstören zu lassen, was zerstört werden muß."
Frederick S. Perls; Paul Goodman; Ralph F. Hefferline: “Gestalttherapie. Grundlagen“, dtv, 1979
Ich kann Ihnen leider erst für den nächsten Montag ein Gespräch anbieten.
Möglicherweise werde Sie danach sagen, dass es nichts gebracht hätte und ich würde Ihnen dann antworten, dass das Ihre Programmierung ist, das es nichts bringt.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 22. März 2007 12:23
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Anfrage
Hallo Herr Thiel!
Ich bin 40 Jahre alt. Ich habe eine mehr oder weniger starke Angst vor Frauen. Wenn ich mit einer Frau zusammenkomme, senke ich meinen Blick wie automatisch auf die weiblichen Intimbereiche, also Busen und den Genitalbereich. Das ist mir aber in der täglichen Begegnung mit Frauen nicht angenehm.
Die letzten vier Jahre waren sehr anstrengend für mich, das hat sich offenbar auch in körperlichen Veränderungen meiner Hoden und meines Penis niedergeschlagen (Verkleinerung). Zur Zeit bin ich sexuell völlig lustlos.
Seit meiner Pubertät habe ich massive Auseinandersetzungen mit meiner Mutter. Durch ein Studium der Sozialwissenschaften habe ich versucht, Klarheit über diese Konflikte zu bekommen. Leider hat dies letztlich nicht dazu geführt, dass ich die inneren und äußeren Auseinandersetzungen mit meiner Mutter vernünftig abschließen konnte.
Was mich aber aktuell beschäftigt, ist die Frage, wie ich meine zwanghafte Blickfixierung auf Busen- und Genitalbereich von Frauen auflösen kann. Haben Sie dazu eine Idee?
Danke.
...
Hallo ... ,
das Problem ist sicher nicht, dass Sie Frauen auf Busen und den Genitalbereich gucken, sondern dass Sie Frauen nicht ins Gesicht gucken, denn dabei würden Sie sich vermutlich emotional mit Ihrer Mutter und mit Ihrem Selbstwertgefühl konfrontieren.
Wenn Sie hier, etwas ändern möchten, dann üben Sie jeden Tag, Frauen ins Gesicht zu gucken. Im Bäcker, im Jobcenter und wo auch immer. Wenn Ihnen das zu gefährlich erscheint, machen Sie einen Termin bei einer kompetenten weiblichen Therapeutin aus, mit der Sie sicher das "ins Gesicht schauen" erlernen können.
Im übrigen können Sie sich auch mal Ihrem Vater zuwenden und sich da ein paar männliche Energien abholen, die Ihnen vielleicht fehlen. Wenn Ihr Vater dafür nicht in Frage kommt, können Sie sich einen guten männlichen Therapeuten suchen oder auch an einer fachlich kompetent angeleiteten Männergruppe teilnehmen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 27. Februar 2007 11:46
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Beziehung
Hallo, ich schreibe eigentlich um objektiv eine Meinung zu bekommen. Ich denke ich bin den Themen gegenüber zu emotional und einen klaren Kopf zu bewahren. Ich bin 21 Jahre und mein Problem besteht seit 4-5 Jahren. Seit eben dieser Zeit bis heute ist es mir nicht gelungen eine Beziehung zu Frauen zu erhalten. Mein Verbrauch von Frauen macht mich stutzig.
Ich denke ich suche zu stark nach einer Beziehung und genau dass, verhindert diese. Am Anfang läuft es meist gut, aber nach 2-3 Wochen habe ich immer schon das Gefühl das es nicht hinhaut und werde dann der Frau gegenüber sehr fordernd bzw nervig. Ich glaube ich such zu intensiv die Nähe und das schreckt die Frauen wieder ab. Was dann zurückbleibt ist jedesmal ein Gefühl als hät ich meine große Liebe verloren, was wohl nicht jedesmal sein kann.
Ich glaube für mich erkannt zu haben das ich mehr im Partner such als er mir geben kann. Genauer Halt im Leben, dieser fällt und steht mit dem Partner.
Aber ist es denn falsch auch vom anderen ein wenig abhängig zu sein? Wenn ich völlig mit mir zufrieden bin was kann mir ein Partner dann noch geben?
PS: Danke im Vorraus für eine Antwort
Hallo ...,
es ist nach meiner Ansicht völlig in Ordnung, wenn man sich vom Partner auch abhängig fühlt. Sie scheinen mir da völlig normal.
Sie haben nur noch nicht die richtige Frau gefunden, die gut zu Ihnen passt. Aber ich denke bei so vielen Frauen die es gibt, wird es früher oder später klappen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 22. Januar 2007 22:04
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Was ist mit meinem Freund los?
Hallo,
ich habe seit ca. 6 Wochen eine "Krise" mit meinem Freund. Ich habe ihn auf der Arbeit kennengelernt und wir waren uns einig dieses nicht an die große Glocke in der Firma zu hängen. Wir sind seit 7 Monaten zusammen und er wirft mir auf einmal vor, nicht zu ihm zu stehen in der Firma, was natürlich quatsch ist. Zudem hat er große finanzielle Probleme und Schwierigkeiten eine neue Stelle zu bekommen. Seitdem geht er mir aus dem Weg und vermeidet es sich mit mir zu treffen. Wir telefonieren aber mehrmals die Woche doch recht lange miteinander. Nun meine Frage, Ist sein Verhalten normal? Ich kann damit nicht richtig umgehen und versuche ihn zu verstehen, weil ich ja auch unsere Beziehung retten will. Habt Ihr einen Rat für mich oder könnt ihr mir sagen warum er sich so verhält? Ich komme nicht an ihm ran.
Vielen lieben Dank,
es grüßt ...
Hallo ... ,
versuchen Sie nicht Ihren Freund zu verstehen. Das ist das einfachste, was Sie tun können. Wahrscheinlich versteht er sich nicht einmal selber, warum sollten Sie das dann besser können als er.
Lassen Sie ihn einfach so, wie er ist und tun Sie die Sachen, die aktuell auch noch wichtig und interessant sein können. Dass er Ihnen wichtig ist, haben Sie ihm sicher schon gesagt, Sie brauchen das daher nicht jeden Tag erneut sagen. Wenn er Interesse an Ihnen hat, wird sich die Beziehung wieder einrenken, wenn er kein Interesse hat, dann ist es auch nicht Ihrer Mühe wert.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 17. November 2006 15:23
An: info@maennerberatung.de
Betreff: anfrage Männer?!?
Guten Tag miteinander
Ich habe ihren link im internet gefunden und möchte gerne ihre meinung zu meiner beziehung erfahren. Allora,
vor ... monaten lernte ich im parship meine jetzigen partner kenne, wir fühlten uns sofort sehr nahe und verbunden - nicht nur körperlich sondern auch von den interessen und im herzen. wir verbrachten viel zeit miteinander und 3 - 5 nächte die woche. nach 3 monaten fand sich eine haarnadel im bett und er beteuerte, dass dies nichts zu bedeuten habe, bestimmt aus einem Zierkissen gefallen sei (welche jedoch hermetisch mit einem reissverschluss verschlossen sind) und evtl. von einer ex stamme. ich war verliebt und liess die sache ruhen auch im wissen, dass er seit 6 jahren offenbar single war und evtl. auch nicht ganz treu. zudem verschickte er ständig zu den verschiedensten zeiten sms auch in meinem beisein
mich rief und ruft er auch heute noch täglich an und verschickt 2 sms pro tag.
anfangs oktober fuhr ich mit meinen kindern in urlaub, auch ins ausland resp. wenn er beruflich im ausland ist rief er täglich, v.a. nachts an und beteuerte wie sehr er mich vermisse. 1 woche davon war auch er im ausland, so kam es, dass ich ihn nach meinen Ferien direkt von Flughafen abholte und zu ihm nach hause fuhren (wir wohnen nicht zusammen). Seither verstehe ich die Welt nicht mehr, die ganze situation hat sich um 180° gedreht. begonnen hat es bereits nach seiner ankunft vom flughafen, als gegen 22.30 uhr das tel.
klingelte er abnahm, hoi sagte und er rufe zurück, eine dame am anderen ende fragte nur warum, dann wurde aufgelegt. im schlafzimmer fielen mir dann auch flecken im laken auf und eine flasche wasser "auf meiner seite".
Item, zwei tage später am sonntag klingelt wieder gegen 10 morgens das tel. und er meint nur, ich habe keine lust es abzunehmen und lässt es weiterklingeln. (3 tage später war seine Wohnung auf hochglanz gebracht und die dusche mitsamt der glastüre piekfein geputzt, wo er doch eher larsch ist). für dienstag haben wir abends abgemacht, er ist gegen 21 uhr noch nicht bei mir und ich versuche ihn anzurufen - er nimmt das handy nicht ab. 10 minuten später ein sms, er sei mit seiner assistentin, welche ich auch kenne beim nachtessen und käme nachher vorbei. ich kombiniere natürlich, wenn eine frau in seiner begleitung ist, nimmt er das tel.nicht ab. zudem war ich am gleichen tag bei einer freundin, welcher ich zeigte, wie man sich im ... einloggt und wer erscheint da mit foto bei den partnervorschlägen -mein partner. als er dann nach dem nachtessen gegen 22.30 bei mir ankommt, versuche ich mit ihm bezüglich tel. und parship zu reden. er sagte, nach einigen hin und her, dass da eine verehrerin angerufen habe, dies sei jedoch nicht von bedeutung, da er mich liebe, mich mit mir verbunden fühle.
zum ... meinte er, dass er zufälligerweise an diesem tag drin war,, weil er das abo überprüfen wollte, welches in 8 tagen ablaufe. o.k. ich liess es wieder ruhen, zeigte ihm jedoch, dass mir das ganze irgendwie zweifel auslöst. 3 tage später logge ich mich mit einverständnis einer anderen freundin mit deren daten im parship ein, er ist noch drin mit dem ganzen profil, so klicke ich ihn an, und was macht er, erklickt 2 mal zurück und schreibt mich am dritten tag an (im nachhinein sagte er, dass er gemerkt habe, dass da etwas nicht stimme), so schreiben wir uns etwa 8 tage lang hin unsd her, anhand meiner antworten war es klar, mit wem er schrieb, er dachte jedoch lange zeit, dass es eine freundin von mir war. also das ganze spiel dauerte mehr als eine woche, mir ging es nicht besonders (v.a. weil ja die abozeit hätte abgelaufen sein sollen und wir schrieben uns noch immer). wir trafen uns auch mehrmals, ohne dass einer von uns das mailen ansprach, mein partner bemerkte jedoch, dass ich mich nicht gut fühlte. Also nach 8 tagen platzte dann die bombe, er war sehr verärgert, schmollte und grollte und fand es ungeheuerlich, dass ich ihn kontrollieren würde - obschon, er hat mich angeschrieben nicht umgekehrt. ich fragte ihn auch bezüglich der flecken an, denn das bett war noch nicht neu bezogen (die flecken versuchte er jedoch zu entfernen), es ergab keine überzeugende antwort, irgendwann sagte er einmal ich bin wütend auf sie (was oder wer immer er auch meinte) und wir wechselten die laken. er musste wieder für ein paar tage ins ausland und ich bot ihm an, ihn vom flughafen abzuholen, er sagte jedoch, dass er zu müde und hässig sei, er gehe nach hause schlafen und würde morgen (sonntag) anrufen damit wir abmachen können. als ich ihm sonntag gegen 10 uhr anrief nahm er das handy nicht ab, so kaufte ich frische brötchen und machte mich auf den weg zu ihm. kurz davor rief er mich an, und ich signalisierte ihm dass ich unterwegs sei. er meinte, das sei o.k. es blieben ihm 20 minuten. als ich auf dem weg zu seinem haus war, kam mir eine frau entgegen, welche einen ziemlich bedrückten, frustrierten eindruck machte (vielleicht kam die nur zufälligerweise des weges). er öffnete mir bereits angezogen die türe und machte sogleich kaffee. die geöffnete Schlafzimmertüre zeigte eine hinauf-gezogene bettdecke, ich erwaretete eher ein ungeordnetes bett. nach dem fühstück las ich noch in der zeitung bis er seine sportsachen bereit gelegt hatte und was macht er noch, er ziegt das laken ab und gibt es sogleich in die waschmaschine startet das programm. als ich ihn deswegen frage sagte er nur, er wollte meine beobachtungsgabe testen (ich sagte ihm klar, dass dieses verhalten sehr verletzend sei). für dienstag haben wir abgemacht, dass er zu mir zum nachtessen und übernachten kommt. kurz zuvor rief er an, dass er zwar komme aber nicht bleiben könne er müsse früh auf (obschon er 2 tage später in den urlaub fährt blieb er wirklich nicht, was sonst jeweils üblich war, dass wir die nacht vor der abreise mieinander verbringen). am nächsten tag gingen wir gemeinsam ein möbelstück holen er war sehr müde und gähnte die ganze zeit. im spültrog waren eine tee- und eine kaffeetasse, das laken war wieder gewechsel und die flasche mit wasser auf "meiner seite" aus der ich nie trinke war leerer als am sonntag. zudem tauchen seit 1 woche neue, eher weibliche gegenstände auf welche er richtig zur schau stellt (neue tasse, neue nippes). es ist zu erwähnen, dass er ende september in eine neue wohnung umgezogen ist, und seither oft besuch hat. anhand des geschirrs scheinen es aber immer tete à tete-essen gewesen zu sein.
Item sein abschied am mittwoch empfand ich auch eher kühl und etwas lieblos und trotzdem ruft er mich jeden tag an und hat seit er gestern nach ... flog auch schon wieder 2 sms geschrieben.
was geht da vor sich und wie soll ich mich verhalten? lebte ich bis anhin in einer dreicksbeziehung und habe es erst jetzt gemerkt? wieso ruft er dennoch täglich an und möchte mich sehen? andererseits weiss er, wie sehr ich seine wärme in der nacht mag - dies verweigert er mir jedoch durch seine ausreden seit 1 woche. eigentlich habe ich genug von diesen spielchen, doch möchte ich das ganze zuerst versuchen zu verstehen. vielleicht können sie mir die
geschichte etwas erhellen.
vielen dank und liebe Grüsse
Hallo ... ,
Sie schreiben:
"eigentlich habe ich genug von diesen spielchen, doch möchte ich das ganze zuerst versuchen zu verstehen. vielleicht können sie mir die geschichte etwas erhellen."
Wenn Sie genug haben "von diesen spielchen", wozu ist es dann wichtig "das ganze zuerst versuchen zu verstehen"?
Genug ist, genug. Warum reicht ihnen das nicht.
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich mit Ihrem Segelschiff in einem Wirbelsturm. Bevor Sie aber nun versuchen, dem Sturm zu entkommen, wollen Sie den Sturm erst verstehen. Warum er so doll ist, wo er her kommt, ob er noch lange dauern wird. so kann man das natürlich auch machen, mittlerweile kentert Ihr Segelboot und Sie können sich von da an mit den Fischen unterhalten, warum es im Wasser so nass ist und warum Sie keine Kraft mehr zum Schwimmen haben, warum so viel Wasser in Ihre Lunge läuft, warum Sie langsam auf den Meeresgrund sinken.
Ich kann Ihnen die Geschichte nicht erhellen. Genau so wenig wie der Hauptheld in Franz Kafkas Erzählung: "Der Prozess" die Geschichte erhellen kann, in denen er eine oder auch keine Rolle spielt, deren Bedeutung er nicht versteht.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Samstag, 18. November 2006 11:21
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Re: AW: anfrage Männer?!?
Lieber Peter Thiel
Danke für Ihre Antwort, sie haben ja recht, genug ist genug.
Wahrscheinlich macht Liebe blind; ich habe mich bei der ganzen Sache gefragt, ob ich die Situation vielleicht nur subjektiv einschätze oder einfach eifersüchtig bin und weisse Mäuse sehe, wie es mein Freund einmal sagte.
Hinzu kommt, dass sich mein Mann vor ... Jahren das Leben genommen hat. (er hatte ... und entschied sich wegen psychischer Belastung für den Freitod). Deshalb ist es mir wichtig etwas zu analysieren, damit ich es dann auch abschliessen kann und mir sicher bin, die "richtige" Entscheidung getroffen zuhaben.
Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende und danke ganz herzlich für die weise und sehr anschauliche Antwort, ich sollte meine Energie andersweitig einsetzen und sicher wieder einmal Kafka lesen.
...
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Samstag, 30. September 2006 00:50
An: info@maennerberatung.de
Betreff: ... + ... und ich
Hallo Männerberatung,
ich weiss jetzt gar nicht so recht, wo ich mit dem Schreiben anfangen soll....aber DAS wissen wahrscheinlich die Wenigstens, die Euch schreiben.
Also....ich heisse .. und ich war bis vor ca. 3 Jahren mit ... zusammen....ich aus ... , eraus ... ....ich ledig, ... verheiratet mit ... , verheiratet seit jetzt ungefähr 10 Jahren....ich 40 Jahre alt, er 50, sie 37 ....zusammen mit ihm war ich 3 Jahre lang, wir haben uns letztendlich getrennt, weil er sich von ihr trennen wollte, das aber nicht geschafft hat/gewollt hat/gemacht hat.
Kontakt habe ich immer noch zu ihm, allerdings nur über eMails.
So, das war schon mal der Überblick über die "Mitwirkenden an diesem Drama", wobei ich hier in ... sehr aussen vor bin und nur durch eMails von ... von den Vorgängen in ... erfahre, die dadurch natürlich nur sehr einseitig dargestellt werden können.
Ich habe hier mal einen Auszug aus zwei Mails von ... kopiert....
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Diese Mails haben mir echt Angst gemacht, weil ich auch von Szenen weiss (allerdings natürlich wieder nur von ihm ), während ich damals mit ihm zusammen war, wo er zweimal die Polizei gerufen hat, weil sie ausgerastet war, sich nicht wieder beruhigte, das Haus demolierte und die Polizei sie schon in eine Psychiatrie mitnehmen wollte.
Aufgrund dieser Mails von ihm , von Juli 2006, habe ich gegoogelt und ihm einige Ansprechpartner genannt, unter anderem auch Euch, an die er sich wenden soll/kann, um einmal die Sicht von Aussenstehenden zu erhalten, um einmal mit irgend jemandem ausser mir darüber zu sprechen, um sich einen Rat zu holen.
Und da er bis heute niemanden kontaktet hat, obwohl er diese Idee von mir sehr gut fand, schreibe ich Euch die Situation einfach mal....wobei ich ganz doll hoffe, dass Ihr nicht versuchen werdet, mir zu sagen, dass ich mich von ihm lösen sollte und ansonsten die ganze Sache vergessen sollte.
Ich habe einfach nur Angst um ihn , vielleicht auch sogar um sie, wenn eine Situation einmal sehr eskalieren sollte, seine Schilderungen erinnern mich total an Gewalt in der Ehe, und das kann ich mir für beide Partner einfach nur schrecklich und zerstörend vorstellen und vielleicht wisst Ihr ja einen Ausweg....oder den ersten Schritt zu diesem vielleicht langen Weg.
Schon mal ganz lieben Dank an Euch von der Männerberatung
...
Hallo... ,
die beiden haben sich offenbar gesucht und gefunden. Das Spiel kann noch jahrelang so weitergehen oder es eskaliert, wie Sie ja befürchten.
Von außen kann man da gar nicht viel tun, außer dem Betreffenden mitteilen, dass es fachliche Hilfe auch in ihrer Nähe gibt.
Wer aber keine Hilfe annehmen will, der braucht das auch nicht. In der Demokratie hat jede/ das Recht auf seine Neurose und dazugehörigen Beziehungsclinch.
Wenn es für einen der beiden Streitenden gefährlich werden sollte, könnte man als Außenstehender als Notbremse eine Betreuung für beide Streitpartner anregen. Da hat das Vormundschaftsgericht den Fall auf dem Tisch und damit auch ein Stück die Verantwortung. Meistens endet das mit einer Belehrung der Streitpartner durch den Richter und Hinweis auf die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten und das kann bei vielen Menschen ja schon zu einer Veränderung führen.
Das ist sicher eine recht ungewöhnlicher Lösungsvorschlag, aber manchmal muss man eben ungewöhnliche Wege gehen, um die Kuh vom Eis zu bekommen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:...
Gesendet: Montag, 14. August 2006 21:53
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Porno
Hallo!
Also ich bin 27 Jahre alt und mein Partner auch. Ich habe folgendes Problem, vielleicht auch mit mir selber...
Ich bin sexuelle eigentlich für alles offen, sprich kleine Filme und Bilder schaue ich auch gern mal an. Allerdings ist mein Freund da etwas schlimmer. Er schaut sich gern heimlich, wenn ich nicht zu Haus bin, viele kleine Clips und Bilder im Internet an. Teilweise ziemlich harte Sachen. Ab und zu hat er dies auch schon getan, während ich in der Küche war. Er geht dann ins Bad und erledigt " den Rest " dann selber, sprich er ornaniert. Er hängt sogar ein Handtuch vor das Schlüsselloch. Als ich ihn erwischt habe, hat er sauer reagiert und war eingeschnappt. Wenn er teilweise beruflich ins Ausland muss. Läd er sich einiges mehr auf seine tragbare Festplatte (Filme, Bilder etc.)
Es gab Zeiten, da hatten wir mehr Sex, dann mal wieder weniger. Er sagte es läge an der Hitze, das er Stress auf der Arbeit hätte und deswegen nicht wolle und nicht abschalten könne. Allerdings weiß ich, daß er trotz alle dem ornaniert. Ich seh es immer nur an seinen Slips, die ich wasche. Denke einfach mal es ist dann schon 4 Mal die Woche, wie gesagt nur wenn er weg ist und manchmal auch wenn er zu Haus ist, aber seltener. Er sagt auch das er beim Sex mehr damit beschäftigt ist, ob es mir gefällt (recht machen), als das er es einfach genießen kann. Es wäre Streß für ihn. Ich versteh nicht was sein Problem ist. Er hat eine Frau an seiner Seite, die alles mitmachen würde und eigentlich jederzeit Lust auf ihren Partner hätte. Aber er ist lieber mit sich selbst beschäftigt. Warum tut er das? Ist es Geilheit, oder hat er keinen Spaß mehr mit mir? Setzt er sich selbst unter Druck?
Vielleicht können Sie mir Tips geben, wie ich besser damit umgehen könnte. Ich werden dann gleich immer so aggresiv und sauer und fühle mich auch etwas betrogen und nicht mehr begehrenswert. Auch Traurigkeit kommt manchmal hoch. Weil ich einfach keine Antwort finde, warum er es heimlich macht und es bei ihm wie eine Sucht ist.
Ich will es einfach nur verstehen und damit klarkommen.
Ich bitte Sie um schnelle Antwort.
Hallo ...,
Ihr Freund hat offenbar kein all zu großes Interesse an gemeinsamen Sex. Er macht es lieber allein. Vielleicht ist er eher ein Einzelgänger, es gibt ja auch eine Reihe von Männer, die im Zölibat leben (katholische Kirche, etc.), die es auch lieber mit sich selbst oder mit dem lieben Gott treiben.
Für Ihren Freund scheint gemeinsamer Sex Stress zu bedeuten. Vielleicht hatte er früher eine strenge Mutter oder er hat den Eindruck, dass Sie nicht die geeignete Sexualpartnerin für ihn wären. Alles mögliche an Gründen ist da denkbar.
Ich würde vorschlagen, lassen Sie Ihren Freund masturbieren, so oft er will. Wenn er dauerhaft keine Lust auf gemeinsamen Sex hat, dann können Sie gucken, ob Sie sich nicht noch einen zweiten Freund zulegen, der daran mehr Spaß hat. Den jetzigen Freund können Sie dennoch behalten, vielleicht ist er ja ein guter Handwerker oder bringt Geld nach Hause, alles Dinge die auch wichtig sind und so mancher feurige Liebhaber hat zwei linke Hände und ist bettelarm, dass macht auf die Dauer auch nicht glücklich.
Wenn Sie diese praktische Lösung aber nicht so gut finden, dann bleibt immer noch der gemeinsame Weg zu einem guten Paartherapeuten.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 11. August 2006 06:14
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Entscheidung treffen
Lieber Peter,
ich bin in einer verzwickten Situation und möchte wirklich gerne mal die Meinung eines Mannes dazu hören.
Ich studiere zurzeit im Ausland. Nach vier Monaten habe ich einen sehr netten Mann kennengelernt und mich in ihn verliebt. Er ist 26 Jahre alt, aus ... und ... , aber sehr westlich erzogen.
Zuhause hab ich (28) einen Freund, mit dem ich seit 7 Jahren zusammen bin. Allerdings kommt er mit der Situation, dass ich ihn für ein Jahr "verlassen" habe, nicht besonders gut zurecht. Wir telefonieren nur noch wenig miteinander und die Liebe von meiner Seite aus, ist ziemlich abgekühlt. Trotzdem haben wir bisher eine sehr harmonische und entspannte Beziehung gehabt.
"Mein" ... hat in den letzten Wochen mehr und mehr versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen. Und vor 2 Wochen waren wir dann endlich zusammen, ganze 4 Tage und 3 Nächte, und es war einfach berauschend. Alles war ganz einfach und selbstverständlich mit ihm. Sowas habe ich noch nie erlebt. Er ist wie ein Seelenverwandter.
Diese paar Tage haben wir miteinander verbracht, obwohl er wusste, dass ich einen Freund zuhause habe. Ich habe das nie vor ihm verheimlicht. Und auch der Start der Beziehung - der erste Kuss - ging von ihm aus.
Nach den vier Tagen fing das Desaster aber dann an: Er hat versucht mich unter Druck zu setzten. Der Grund?
Er sagte, mein Freund in Deutschland sei der Grund. Er hätte ein Problem damit, dass ich nach dem ... aufenthalt zu ihm zurückkehren könnte. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass die Entscheidung, ihn so nahe an mich heranzulassen, auch in gewisser Hinsicht eine Entscheidung gegen meinen Freund gewesen ist, und dass ich durchaus die Möglichkeit sehe, dass wir danach zusammenbleiben.
Ich habe weiterhin gemeint, dass diese vier Monate, die uns jetzt noch zusammen bleiben, ein Test sein könnte, ob wir uns verstehen und ob das mit unseren unterschiedlichen Kulturen klappt. Und ich habe gemeint, dass wir mit oder ohne meinen Freund auf jeden Fall nach unserem Auslandsaufenthalt erstmal getrennt wären und damit Zeit hätten, festzustellen, ob der andere noch in das Leben hineinpasst, das man selbst sich dann vorstellt.
Seine Reaktion: Er hat mir eine Woche gegeben, um mich von meinem Freund zu trennen, worauf ich ihm geantwortet habe, dass ich das nicht so einfach tun werde und dass ich mich von ihm nicht unter Druck setzen lasse. Seitdem macht er einen auf Freundschaft mit mir, die aber Umarmungen und Küsse (keine Mundküsse) und Händchen halten beinhaltet soll. Das kann und will ich nicht.
Eine Vermutung, warum er so reagiert:
In den drei Nächten ist eigentlich nicht viel passiert, eben knutschen und ein wenig Petting. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich seine erste richtige Freundin war, und damit die erste Frau war, die er nackt gesehen hat, den ersten Zungenkuss und seinen ersten Orgasmus (als ich ihn hier auf Selbstbefriedung ansprach, sagte er nur, dass er sowas nicht tun würde) mit mir erlebt hat.
Ich denke, dass er im Moment das durchmacht, was ich selbst in der Pubertät durchgestanden habe. Er hat Angst vor Nähe, aber auch Angst vor Distanz. Wenn ich nicht auf ihn reagiere, spricht er mich an, ruft mich an, will etwas mit mir alleine machen... Auf der anderen Seite sagt er, dass er auf mich warten will bis ich mich, auch wenn es länger dauert, von meinem Freund getrennt habe. Und er sagt, dass er mich liebt und für immer für mich da ist, auch wenn ich mich gegen ihn entscheide.
Ich glaube auch, dass er das im Moment wirklich zu meint. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass da bei ihm zurzeit eine Menge Hormone im Spiel sind, und dass wir vielleicht schon nach 2 der uns verbleibenden 4 Monate erkennen, dass es nicht funktioniert. Das sieht er anders. Er sagt: Ich habe mich für Dich entschieden, und ich bin mir ganz sicher mit Dir. Und er sagt, dass er eben ein Mensch sei, der seine Entscheidungen gründlich, dann aber dauerhaft trifft.
Da mich die Entscheidung, ihn in die Beziehung zwischen meinen Freund und mir zu lassen, sehr viel Kraft gekostet hat, leide ich sehr unter der Situation, versuche aber, einen klaren Kopf zu bewaren. Seit nunmehr 3 Tagen sind wir "nur noch" Freunde. Er hat nach einer Woche Bedenkzeit "Nein" gesagt zu den vier Monaten mit mir (ich habe ihm kein Ultimatum für die Entscheidung gesetzt). Berührungen lasse ich jetzt nicht mehr zu, irgendwelche Aktivitäten werden meinerseits nicht mehr vorgeschlagen, seine Vorschläge werden zumeist abgeblockt. Wir sehen uns kaum noch, auch wenn mir durch diese Situation alles wehtut.
Er hat mich gefragt, was mit mir los sei. Darauf meinte ich, dass ich jetzt Abstand zu ihm aufbauen muss und es ein paar Wochen dauern kann, bis ich wieder normal mit ihm umgehen kann. Er sagt daraufhin immer, wer weiß, was ich ein paar Wochen ist..., versucht also immer noch alles in der Schwebe zu halten. Ich antworte daraufhin immer nur: Du hast die Entscheidung gegen uns getroffen, und es gibt keinen Weg mehr zurück.
Ob es wirklich keinen Weg mehr zurückgibt, weiß ich nicht. Liebe ist schließlich eine Große Sache. :o) Und wie gesagt: Ich habe diese Leichtigkeit, die ich spüre, wenn ich mit ihm zusammen bin, bei noch keinem anderen Mann vorher gehabt.
Was ich aber weiß, ist, dass ich ihn im Moment sehr feige finde. Schließlich steht bei ihm nur Liebeskummer auf dem Spiel (wenn überhaupt), wenn ich mich gegen ihn entscheide. Wenn ich mich für ihn entscheide, habe ich Liebekummer wegen meines Dann-Ex-Freundes, ich muss meine Familie, Freunde und meinen Job aufgeben und ein neues Land kennenlernen.
Findest Du mich jetzt egoistisch? Was soll ich nun mit ihm tun, wenn ich überhaupt noch etwas tun soll?
Liebe Grüße
...
Hallo ... ,
Sie sehen Ihren Freund im Moment als "feige" an und sehen zwei Entscheidungsoptionen:
"Was ich aber weiß, ist, dass ich ihn im Moment sehr feige finde. Schließlich steht bei ihm nur Liebeskummer auf dem Spiel (wenn überhaupt), wenn ich mich gegen ihn entscheide. Wenn ich mich für ihn entscheide, habe ich Liebekummer wegen meines Dann-Ex-Freundes, ich muss meine Familie, Freunde und meinen Job aufgeben und ein neues Land kennenlernen."
Die Frage, ob er feige oder nicht feige ist, finde ich nicht hilfreich. Es ist wohl auch mehr ein Vorwurf gegen ihn, mit dem Sie Ihre Enttäuschung kompensieren, dass er sich anders verhält, als Sie es sich wünschen.
Letztlich geht es auch um Ihre Entscheidung, wo Sie gegebenenfalls erst einmal leben wollen und da müssen Sie einfach abwägen, was in der Summe den Ausschlag in welche Richtung gibt. Das ist nicht ganz so ultimativ wie bei den Auswanderern, die im 19. Jahrhundert Deutschland mit dem Schiff in Richtung Amerika verlassen haben und ihre Familien und ihr Dorf in der Regel nie wieder gesehen haben.
"Tun sollen" Sie überhaupt nichts. Gucken Sie einfach, was Sie wollen und dann wägen Sie ab, was schwerer wiegt.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 27. Juli 2006 19:46
An: info@maennerberatung.de
Betreff:
Hallo!
Wir haben im Moment Stress in unserer Beziehung und ich hätte deshalb gerne einen Rat bzw. würde gerne mal eine Meinung von Außen hören.
Mein Freund (42) und ich (38) sind seit 2 Jahren ein Paar. Grundsätzlich sind wir charakterlich sehr verschieden, was aber nie ein Problem war. Wir haben sehr viele Dinge, die wir gemeinsam mit Freude tun und Genießen und es kam nur sehr selten zu Unstimmigkeiten. Wir hatten einfach eine superschöne Zeit miteinander.
Anfang des Jahres kam es dann aber immer wieder zu Problemen, mein Freund war geschäftlich sehr eingespannt (er ist selbständig) und ich spürte, wie er sich immer mehr von mir zurückzog. Er kam nicht mehr so oft zu mir (wir wohnen in verschiedenen Städten) und ich spürte, dass es ihm nicht gut ging, er sagte aber nichts. Mit der Sexualität lief es dann auch nur noch schleppend, wobei ich allerdings sagen muss, dass er relativ viel Erfahrung hat, ich dagegen eher zurückhaltend bin. Ich habe ihm allerdings auch gesagt, dass ich für neues offen bin. Nach einiger Zeit bat er um 4 Wochen Auszeit, um seine Arbeit und andere Dinge zu ordnen. Als die 4 Wochen vorbei waren, habe ich weiterhin nichts von ihm gehört und bin irgendwann hingefahren. Es kam zu einer Aussprache und er sagte, er könne meine Gefühle nicht mehr erwidern, obwohl er genau wisse, das er mich nicht verlieren möchte und dass ich das beste bin, was ihm in seinem Leben passiert ist, aber es wäre das beste, wenn wir uns trennen würden, weil er mich ja nicht ewig warten lassen könne. Für mich viel eine Welt zusammen, weil ich ihn über alles liebe und ich mit ihm die schönste und intensivste Zeit meines Lebens hatte. Er sagt das selbe, trotzdem hat er Schluss gemacht. Nach ein paar Wochen hat er sich dann wieder per Email bei mir gemeldet und schrieb, dass er zwar seit unserer Trennung manchmal schon das Gefühl hat, dass er mich vermisst, das aber wohl nicht reicht, um die Beziehung fortzuführen.
Vor der Auszeit hatten wir uns eigentlich vorgenommen, dass wir es mit einer Paarberatung versuchen wollen, falls wir die Probleme allein nicht lösen können. Er ist aber jetzt der Meinung, dass das Problem mit reden nicht zu lösen sei, da die Gefühle einfach fehlen. Ich kann mich nicht in ihn hineinversetzen und ich habe das Gefühl, als wisse er selber nicht was mit ihm los ist. Je mehr ich versucht habe, herauszubekommen was los ist, umso mehr blockte er ab. Eine andere Frau ist nicht im Spiel, da bin ich ziemlich sicher.
Ich fände es sehr schade, wenn die Beziehung tatsächlich nicht mehr zu retten wäre, denn irgendwie glaube ich nicht so recht, dass er mich wirklich nicht mehr liebt, ich habe eher das Gefühl, als sei er mit sich selber nicht im Reinen.
Haben Sie aus der Sicht eines Mannes eine Idee, wo unser Problem evtl. liegen könnte?
Viele Grüße
...
Hallo ... ,
augenblicklich scheint das Problem darin zu liegen, dass Sie auf eine Fortführung der Beziehung hoffen, aber Ihre Hoffnung bisher enttäuscht wurde, da Ihr Freund derzeit offenbar nicht bereit, die Beziehung fortzuführen und auch keine Paarberatung machen will, da er sich davon keinen Nutzen verspricht.
So bleibt Ihnen nur, zu warten - vielleicht mit Erfolg - oder das Warten aufzugeben und zu schauen, wohin Sie das Leben von da an führt.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 22. Juli 2007 21:07
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Eine Frage
Hallo,
ich bin eine Frau, trotzdem habe ich eine Männerfrage (oder gerade deswegen?). Vor einigen Wochen habe ich über ein befreundetes Pärchen einen Mann kennengelernt und ich will nicht sagen, dass es sofort gefunkt hat, aber die Chemie stimmte von Anfang an. Nach einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass wir so ziemlich die selben Ziele, Wünsche und Vorstellungen im Leben haben. Da ich nur 50 Zeilen schreiben darf, fasse ich mich kurz. An einem Abend kamen wir uns näher, wir hatten auch Geschlechtsverkeher miteinander. Dieser ging von ihm aus (auch wenn ich wirklich nicht dagegen hatte). Am nächsten Tag merkte ich aber, dass etwas nicht stimmte und sprach ihn drauf an. Seine Antwort war sinngemäss: "Du bist ne tolle Frau mit der ich mir absolut eine gemeinsame Zukunft vorstellen könnte oder zumindest den Versuch davon. Das Problem ist, dass ich Angst vor einer Enttäuschung habe." Es ist einfach so, dass dieser Mann 11 Jahre mit einer Frau zusammen war und diese Beziehung sehr sehr böse auseinander gegangen ist, mit Rufmord und wirklich üblen Verleumdnungen. Ich habe mit mehreren Menschen gesprochen, die ihn sehr gut kennen und alle sagen, dass er wirklich sehr angetan ist von mir, aber dass er einfach nicht aus seinem Schneckenhaus rauskommt. Jetzt zu meiner eigenltichen Frage. Gibt es eine Möglichkeit, wie ich ihm "helfen" kann, aus diesem Teufelskreis rauszukommen? Er wünscht sich ja eigentlich ein anderes Leben, aber seine Angst überwiegt und immer wenn es "enger" wird, dann flüchtet er sich in seine Angst und arbeitet bis zum umfallen, wenn ich ihm dann zufällig irgendwo über den Weg laufe, dann strahlt er dennoch über das ganze Gesicht und wirkt wirklich glücklich. Oder muss ich einfach abwarten und hoffen, dass er selbst "auf den Trichter" kommt?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
MfG
...
Hallo Frau ... ,
in dem Sie ihm Ihr Interesse zeigen und sich gleichzeitig nicht von ihm abhängig machen, ihn so nehmen wie er ist und ihn sanft mit Ihren Wünschen konfrontieren, können Sie für diesen Mann eine interessante Frau sein, mit der er sich gemeinsam entwickeln kann.
Wenn Sie aber merken, er ist ein härterer Brocken als Sie verkraften, dann lassen Sie ihn gehen. Dann können sich andere Frauen an ihm abarbeiten, bis er eines Tages dann vielleicht merkt, dass er etwas wesentliches in seinem Leben verändern muss, um glücklich und lebenszufrieden zu werden
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 25. Juni 2006 15:53
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Es soll einfach nicht mehr so weiter gehen!
(18 Jahre, Männlich)
Hallo...
Ich versuche in meinem leben alles richtig zu machen und deshalb ist die Angst, etwas falsch zu machen, so groß. Die Angst macht mich schüchtern, zurückhalten und wegen ihr hatte ich noch nie eine Freundin. Ja ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist eine Freundin haben. Ich habe so wenig mit dem Weiblich Geschlecht zu tun das ich fast Warnsinnig werde. Auch weil ich nicht Schlecht aussehe und hab nur einfach so sehr wenig Sozialen Kontakt im Algemeinen! Deshalb wirken sie vielleicht so unerreichbar wie ein Lotto Gewinn auf den man vielleicht sein ganzes Leben vergeblich wartet.
Ja meine Angst ist größer als mein Mut, Selbstbewusstsein, Zuversicht, Will.
Aber was ich immer wieder feststelle muss nicht größer als mein Trieb!
Ich glaube deshalb muss ich so oft daran denken für Geld Sex zu haben.
Ja ich bilde mir ein das es mir hälfen könnte endlich Sexuellenkontakt zu haben vielleicht stärkt es sogar mein Selbstbewüstsein und traue mich auf Mädchen an zu sprächen? Oder bilde mich mir es doch nicht ein und es ist wirklich der richtige Weg? Ich meine warum verspüre ich einen so großen Trieb wenn es doch falsch ist ihn auszuleben?
Ich frage mich was wohl schlimmer ist, seinen trieb zu verdrängen oder ihn für Geld auszuleben?
Klar würdet ihr glaube ihr niemanden raten für Geld Sex zu haben aber was ist mit meiner Situation? Es soll einfach nicht mehr so weiter gehen!
Danke...
Hallo... ,
wenn Sie Sex gegen Geld haben wollen, warum nicht. Es ist ja schließlich nicht verboten.
Wenn Sie Sex auf der Basis von Gegenseitigkeit haben wollen, weil die Frau auch Sex haben will, dann müssten Sie sich auch eine Frau suchen, die dazu bereit ist. Das kann dann logischerweise keine Prostituierte sein.
Vielleicht setzen Sie eine Kontaktanzeige auf mit dem Text:
18 Jahre, zurückhaltender gut aussehender junger Mann sucht Frau im Alter von ... bis ... Jahre mit Interesse am gegenseitigen kennen lernen, gegenseitige Sympathie nicht ausgeschlossen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 23. Mai 2006 13:56
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Aufarbeiten
Hallo Herr Thiel,
ich (48) habe mich als Kind/jugendlicher sexuell sehr stark zu meiner Mutter (68) hingezogen gefühlt. In einer bestimmten Phase ist das auch okay, allerdings habe ich den Absprung nie wirklich geschafft (Phantasien).
In diesen Phantasien geht es ausschließlich um die Zeit, in der ich mit meiner Mutter zusammengelebt habe (Alleinerziehend/Vater unbekannt-jedenfalls mir ;-) )
Zu intimen Kontakten ist es nie gekommen. Ich habe meine Mutter zwar z.B. beim Waschen beobachtet und wenn sie geschlafen hat, auch berührt, aber sonst war nichts.
Allerdings bin ich heute der Meinung bin, dass meine Mutter mit mir gespielt und mich auch provoziert hat. So sind Bilder in meinem Kopf geblieben:
- meine Mutter sitzt mir gegenüber und spreizt Ihre Beine und sieht mich prüfend an
- Beim Waschen (ich schaue durchs Schlüsselloch und Sie lässt sich extra Zeit mit dem Anziehen
- Ich (16) komme nachts nach Hause, habe keinen Schlüssel und sie begrüßt mich im dunkeln und mit offenen Bademantel und meint, wir können jetzt kein Licht anmachen (Ihre Begründung weiß ich nicht mehr) usw.
Ich denke, Sie hat genau gewusst, dass ich auf Sie fixiert war und irgendwie glaube ich, sie auch auf mich. Sie war nie verheiratet und kaum Partner.
Habe an Ihrem 60. Geburtstag mit ihr telefoniert und ihr alles erzählt.
Ihre Reaktionen war überschaubar. Sie verdrängt ihr ganzes Leben (z.T. verständlich) Sie wurde als Kind von Ihrem Onkel missbraucht. Und so weiter und so fort.
Was mich jetzt sehr interessiert, wie komme ich von meinen Kindheits- Jugendphantasien los. Ich glaube, dieses schwierige Verhältnis beeinflusst mein ganzes Leben . Bindungsängste, Versagensängste, die Angst vor dem ersten Eindruck. Sexuelle Kontakte waren immer schwierig und sind es auch jetzt noch (zum Teil setzte ich Viagra ein, um meine Angst zu versagen, zu besiegen).
Fallen lassen ist nicht meine Stärke. Allerdings mangelt es mir nicht an Frauen, da ich anscheinend ganz gut rüberkomme.
Zur Zeit bin ich mit einer tollen Frau(30) zusammen, die "natürlich" auch ein Kind will. Ich dachte, aus dem Stadium bin ich draußen (2 Kinder, 21/13 von 2 Frauen, mit einer verheiratet gewesen)
Nun bekomme ich die Krise und schlafe nicht mehr mit ihr. Darüber ist natürlich richtig begeistert :-(.
Ich habe ihr auch über meine etwas schwierige Kindheit und die Auswirkungen auf mein Leben erzählt. Ihr ist das alles aber fremd, logisch, und etwas abstrakt.
Ich weiß, es ist schwierig für Sie, aufgrund dieser Fragmente eine Ferndiagnose zu stellen. Aber das will ich und Sie sicherlich auch nicht und außerdem bin ich ja nicht krank, sondern habe '"nur" etwas Altlasten im Rucksack
Mir würde eine Tipp reichen, wo ich ansetzen kann.
Wäre nett, wenn Sie mir Ihre Meinung dazu schreiben würden. Irgendwann muss und will ich diese Dinge angehen. Warum nicht jetzt.
Ihnen wünsche ich einen tollen Tag und vielen Dank im Voraus,
...
Hallo ... ,
es geht darum, von der Vergangenheit und den dort gemachten Erfahrungen Abschied zu nehmen, wenn diese Erfahrungen in der Gegenwart nicht mehr hilfreich oder nützlich sind. Wie dieser Abschied, den ich als einen Trauerprozess sehe, im Einzelnen aussieht kann ich nicht sagen. Möglicherweise geschieht dies durch bewusste Handlungen (z.B. eine Trauerfeier und anschließende Beerdigung) oder auch durch unbewusste Rituale (z.B. einem Waschzwang oder einen Tick).
Zum anderen aber dadurch, dass man mit seinem ganzen Bewusstsein immer wieder in der Gegenwart ankommt. Wenn man also merkt, man driftet in Phantasien oder eine Traumwelt ab, öffnet man die Augen, riecht die Luft, hört auf die Geräusche und tastet mit der Hand oder Haut die Umgebung ab.
Ob Sie noch einmal Kinder haben wollen, ist vielleicht auch eine pragmatische Frage, denn Kinder kosten Geld und Zeit und da gilt es abzuwägen, ob man dieses auch aufbringen kann und will. Wenn nicht, dann sollte man es als Mann vielleicht besser lassen. Dass kann dann für Ihre Partnerin problematisch werden kann, wenn eigene Kinder zu ihrem Lebensentwurf zählen. Darüber würde es dann wohl zu einer Auseinandersetzung kommen, in der schließlich von der Frau die Kinderlosigkeit akzeptiert werden würde, oder sie sich einen anderen Partner sucht, mit dem sie meint, ihren Kinderwunsch umsetzen zu können.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 21. Mai 2006 15:50
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Ratschlag
Sehr geehrter Herr Thiel,
im Internet bin ich auf ihre Onlineberatung aufmerksam geworden und möchte mich mit folgenden Problem an Sie wenden:
Ich bin 48 jahre alt und seit 20 mit meiner Frau verheiratet.
Die ganze Ehe hindurch gab es ständig Reibereien und endlose Diskussionen über Kindererziehung, Sex, Anzugsordnung, Sauberkeit, Schwiegereltern.......
Meine Frau macht aus jeder Mücke einen Elefanten.
Letztere Diskusion nur als eines von vielen vielen Beispielen:
Es ging um ...
Die endlosen Diskussionen darüber würden Seiten füllen.
So lange meine Frau kein Recht bekommt, wie in dieser Sache, "brüllt" sie über dieses Problem stundenlang, ja sogar Tage später noch. Es ist absolut keine ruhige Diskussion möglich.
Parrallel dazu informiert meine Frau alle ihre Bekannten und Freundinnen über jedes Eheproblem.
Dabei werden alle meine Fehler und meine ganze Vergangenheit in die Welt hinausgetragen.
In dem Zusammenhang höre ich bei jeder Auseinandersetzung "X hat gesagt, Y hat gesagt, Z hat gesagt, liegt alles an deiner schlechten Erziehung.............usw.
Wir kommen nie zu einem Punkt wo ein Problem vom Tisch ist oder als gelöst betrachtet werden kann.
Wenn ich sage wir diskutieren das Problem bis zum Ende und dann wird mal ein Schlussstrich gezogen.
Dann höre ich sofort:" du spinnst wohl". Deswegen kann sie auch immer wieder leicht Probleme von ganz vergangenen Jahren hervorholen.
Mir kommt es vor, als ob sie kein Problem klären will um weiterhin wie all die Jahre in Disharmonie zu leben.
Was sind das für Menschen die nur auf Konfrontation aus sind, nie Harmonie brauchen oder suchen?
Ich würde mich freuen wenn Sie mir ihre Gedanken und Ansichten mitteilen oder sogar eine Lösung anbieten können.
Ich bin auch bereit für weiter Ausführungen und Diskussionen.
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo Herr ... ,
Sie fragen:
"Was sind das für Menschen die nur auf Konfrontation aus sind, nie Harmonie brauchen oder suchen?"
1. Erklärung
Ich würde meinen, das sind Menschen für die Harmonie zum einen bedrohlich ist, weil dabei die Distanz verloren geht. Daher stellen Menschen, die ein starkes Bedürfnis nach Distanz haben, diese durch geeignet erscheinende Maßnahmen, wie z.B. rummeckern, rumbrüllen, beleidigen, sich zurückziehen, schlagen, spotten, abwerten, etc. her.
Gleichzeitig wollen sie aber den Kontakt zu anderen Menschen nicht vollständig abbrechen, daher stellt sich schließlich ein bestimmtes Gleichgewicht in der Beziehung her, dass zwar niemanden glücklich macht, aber für einen selbst doch halbwegs erträglich erscheint.
2. Erklärung
Alternative Handlungsmuster sind oft nicht im Handlungsrepertoire, weil die Betreffenden diese in ihrer Herkunftsfamilie nicht kennen gelernt haben.
3. Erklärung
Sie beide stellen die Beziehung, so wie sie sich augenblicklich darstellt gemeinsam her. Die Beziehung ist also ohne das beiderseitige Herstellen nicht denkbar. Von daher ist es gut möglich, dass sich die Beziehung ändert, wenn sich nur einer der beiden ändert. Das können also auch Sie sein. Wie das gehen kann, probieren Sie einfach mal aus oder wenden sich an einen kompetenten Berater, der Ihnen dabei unmittelbare Unstützung geben kann.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 12. Mai 2006 00:52
An: info@maennerberatung.de
Betreff:
Hallo,
ich bin zwar kein Mann, möchte mich aber dennoch an Sie wenden, weil ich so einiges auf Ihren und auch anderen Seiten, Männer betreffend, gefunden habe, das auf meinen Mann auch zutrifft.
Ich möchte mich nicht als Engel darstellen, aber ich sehe ein grundlegende Problem hier bereits von Anfang an.
Mein Mann (52) wurde sehr streng erzogen. Der Vater ist ein herrschsüchtiger Mann, der noch heute eine Erziehung mit "Zucht und Ordnung" als die einzig Richtige und ihm auch nicht geschadete hält.
Er hat mich schon als sehr junge Schwiegertochter gedemütigt, verletzt und wenn er Erfolg hatte, gab er noch eins drauf. Er hat auch auf den Enkeln herumgehackt. obwohl diese nie frech oder problemhaft waren, lediglich bei Besuchen manchmal übermüdet reagiert hatten oder halt nicht wie kleine Erwachsene stundenlang ruhig dasaßen. Oder sie hatten ein Geschenk nicht akkurat genug gebastelt, wurden dafür gerügt, wenn sie es übergaben.
Gefühle sind nur dann ok, wenn sie seinen entsprechen. Sobald jemand mitleidiger ist oder sensibler als er selbst, wird derjenige verächtlich als zimperlich und er soll sich nicht so haben, gerügt.
Mein Mann hat dazu geschwiegen damals, auf meine Bitten und Verzweiflung, zu mir und den Söhnen zu halten sagte er, dass er sich nicht mit dem Vater entzweit, sich lieber mit mir anlegt.
...
Geschenke, die nicht nach seiner Vorstellung sind, werden abwertend behandelt oder missachtet. Mein Mann lässt das heute noch mit sich so machen, selbst wenn er Zeit und Arbeit investiert hat.
Frauen haben fast alle eine Macke, so mein Schwiegervater, die sind eben für Haushalt und so da, wenn es irgendwo Streit gibt, sind es sowieso die Weiber, die nicht friedfertig sind. Um nur einiges aufzuzählen.
Meine Schwiegermutter ist eine eher ruhige Frau, die sich teilweise trotzdem irgendwie durchsetzt, wenn sie etwas möchte. Aber es gibt in dem Haus keine Wärme, keine Herzlichkeit oder so etwas wie Zärtlichkeit, auch den Enkeln gegenüber gab es das nie.
Als ich meinen Mann kennen lernte vor mehr als 20 Jahren war ich jung und unerfahren und habe mich von den Eltern überzeugen lassen, ihn zu heiraten. Okay, ich denke, es waren doch eine Menge Gefühle dabei, eine emotionale Bindung besteht jetzt noch, sonst würde ich längst die Segel gestrichen haben.
Mein Mann war nie zärtlich, es sei denn, er wollte sex. Er hat selbst da niemals eine Zärtlichkeit für mich übrig gehabt. Jahrelang habe ich geweint im Bett, das immer wieder angesprochen. Es wurde erst vor ca. 15 Jahren etwas besser, aber nur auf ständiges Ansprechen, was meist im Streit endete. Mein Mann hasst lange Diskussionen. Sagt man aber etwas eher kurz, fällt es bei ihm ganz unter den Tisch.
Dazu kam, dass ich von Anfang an diskutieren musste, dass er sich wäscht vor und nach dem wir miteinander Sex hatten. Er war oft ungepflegt, wusch sich einige Tage nicht, weil man zu Hause an zwei Tagen "Duschtag" hatte, und es war egal, ob er Sex wollte oder es Sex gab. Oberbekleidung trug er oft eine ganze Woche, die Haare waren fettig, schwarze Fingernägel nicht selten.
Es gab deshalb 15 Jahre Diskussionen. Er wehrte sich vehement dagegen, etwas von den alten Gepflogenheiten abzulegen. Das heißt, er ging, trotzdem er sah,. ich mache mich für ihn zurecht, ich pflege mich, wasche mich, mache auch den Sex mit, ihm zu Liebe, zankte er sich darum, vorher zu waschen, sagte, das braucht er nicht und brachte Argumente, die für einen Mittzwanziger haarsträubend waren. Er ging auch so arbeiten, nach dem sex, ohne sich zu waschen, auch wenn Sommer war, auch wenn ich ihm damals noch Wasser warm gemacht hatte auf dem Herd, gesagt habe, so geht das nicht, weil....
Die weiteren Probleme der Beziehung aufzuzählen, würden den Rahmen sprengen. Es gab immer wieder ruhigere Zeiten, da versuchte ich die Verletzungen, die ich erfahren habe (mir nicht beistehen, mir nicht zuhören, sich nicht hygienisch verhalten, sondern streiten darum, mit Worten verletzen, Schweigen, Schlagen, Schupsen..) zu verdrängen, vergessen. Aber irgendwann gab es wieder ähnliche Verhaltensweisen, die alles wieder hoch brachten, selbst als er sich dann nach Jahren hygienischer verhielt.
Seine Argumente: Ich wäre doch nicht ganz dicht, was ich erwarten würde von ihm, wie oft er sich umziehen soll etc. kommen bis jetzt wenn ich sehe, dass er in einem schmuddeligen Shirt wegfährt, nur weil ich ein Wochenende nicht zu Hause war. Und dann sagt er, ich soll das vergessen von früher, es soll keiner wissen. Auch das er handgreiflich wurde früher, soll niemand wissen.
Zärtlich ist er immer noch nicht, nur, wenn er Sex möchte. Auch dort gibt er nicht gerade viel, er möchte am liebsten seine Ruhe haben beziehungsmäßig, nichts soll angesprochen werden, egal um was es geht.
Es wird abgewartet, ein Mantel des Schweigens darüber geworfen und wenn über etwas reden, dann muss ich anfangen, und er bestimmt, wann das Gespräch zu Ende ist und wie es erfolgt.
Nun sagte er mir wieder einmal, er hat keine Achtung vor mir, weil ich mies bin zu ihm. Hatte er die denn jemals? Wenn er andere Frauen sieht, was die hermachen, wie die zu ihren Männern sind. Ich bin nichts, ich kann nichts, was ich tue, braucht niemand etc.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas höre.
Nun habe ich Bücher gekauft zu derartigen Themen, weil er meint, alles, was ich ihm aufzeige, wäre meine persönliche Macke.
Ich habe im Internet recherchiert, weil mir immer klarer wurde, dass mein Mann in seiner Kindheit so viele Verletzungen erlitten hat, erniedrigt wurde etc.das er das bei mir wett macht. Er hat sich, bis dato, nie gegenüber seinem Vater gewehrt. Er hat alles in sich hinein gefressen, macht das ja hier auch so in der Beziehung. Aber wenn er sich dann berührt fühlt oder verletzt, dann tickt er aus. Er reagiert also völlig normal, wie auch ein Kind reagieren würde, ein Teenager sowieso, was er ja nie getan hat.
Wenn ich jedoch geglaubt habe, er sieht nun etwas ein, er erkennt sich wieder, was ich ihm erkläre bzw. vorlese, dann habe ich mich getäuscht.
Sobald ich etwas aufzeige und meine, ich bekomme seinen Frust ab, er macht genau das mit mir, was sein Vater mit ihm gemacht hat, rechtfertigt er sich und
sagt, er hat dieses oder jenes nie getan, nie gesagt und wenn er ausgeflippt ist, dann lag das nur an mir. Hätte ich ihn nicht gereizt, wäre er der friedlichste Mensch geblieben, würde ich ihm nicht aufzeigen, was er falsch macht (wenn ich ihm klar darlege, wann er mich und warum verletzt hat, mit einer Ich-Botschaft geht es auch nicht, dann antwortete er schon mal: Aber ich nicht....) und wäre ich nicht so unmöglich, würde er mich gar nicht verletzen. Und ich tauge nichts, hat er nie gesagt.
Außerdem liegt alles nur an mir, wie er sich verhält.
Oder aber, er sitzt schweigend da, hört zu und lächelt in sich hinein. Dass auf vielen Beratungsseiten so einiges steht, was 100 pro auf ihn zutrifft, dokumentiert er mit:
Ja, ja...das hat einer geschrieben, sich ausgedacht, was wissen die denn, wer sagt denn, dass das bei mir so ist...
Dabei spiegelt er doch genau das wieder! Er macht mich, noch dazu unrechtmäßig klein, ich bin nichts, habe noch nie etwas geleistet und und... Würde ich ihn nicht dazu gemacht haben, würde er mich nie verletzen und geschlagen haben früher und und.
Es ist, als würde man über ihn geschrieben haben, teilweise wortwörtlich, was er sagt, wie er sich verhält.
Oft spiegelt er auch umgehend, was ich sage.
Du selbst .. Das machst du ... das war bei dir so früher... etc. kommt dann als Antwort.
Er meint, er ist durch mich so geworden, verletzt mich deshalb so.
Aber er war doch schon ganz am Anfang so, nur da zeigte sich die Missachtung halt anders, indem er sich nicht wusch, mir nichts gab, nicht zu mir hielt etc.
Es war doch schon in ihm drin. So lange ich nicht "genervt" habe, nicht aufbegehrt, ist Ruhe und er zufrieden.
Aber in mir sind seine Verletzungen von damals noch, weil sie nie ganz heilen konnten und weil er mit jeder neuen Missachtung, die er als "Mir zurück geben", wie ich zu ihm bin (wie soll Frau zu einem Mann sein, der eigentlich kaum jemals für sie da war, von dem sie sich missachtet fühlt?) deklariert.
Ich habe ihm früher gegeben, er hat es genommen, ich habe nichts zurück bekommen.
Für mich ist es ein Machtspiel. Er will über mir stehen. Oder über Frau? Er will oben sein, nicht unten, wie damals, als er noch zu Hause lebte.
Ich bin ehrlich gesagt ratlos, denn ich hatte gehofft, er wacht davon auf, wenn er sich wieder findet in vielem. Von selbst würde er weder seine Kindheit, noch etwas in der Beziehung aufarbeiten.
Nur, wenn sich jemand derart wehrt und die Einstellung hat: In einer Beratung würde man mich runter machen, die Meinung geigen... Wenn er erzählt, wie ich lüge... und meint zugleich, die Leute in den Beratungen, die Psychologen spinnen doch alle, das sind auch nur irgend welche Menschen, die sagen was, schreiben was, ist eben denen ihre Arbeit... was soll eine Beratung bringen? Er würde doch nie dort sagen, was wirklich Fakt ist, was er so von sich gegeben und getan hat, weil er das ja nicht einmal alles vor mir zugeben kann.
Jemand, der nicht einmal Einsicht gewinnt, ja sich nicht einmal wieder erkennt , wenn er etwas liest oder hört, wie soll der je etwas ändern? Es fehlt doch die Einsicht, die Erkenntnis.
Ich begreife das nicht. Ich begreife nicht, wie jemand so sein kann zu einer Frau. Zu der Frau damals schon, die er heitraten , mit der er leben wollte....
Denn damals, als wir uns kennen lernten, nach 4 Jahren heirateten und zusammen zogen, da zeigte er, das weiß ich heute, seine Gleichgültigkeit und Missachtung nonverbal, indem er halt disktierte, er braucht sich nicht zu waschen, ich hätte eine Macke, was ich verlange, vielleicht noch jeden Tag waschen und Unterwäsche wechseln..
Nein, er kommt aus keinem schlampigen Elternhaus, womit man das erklären könnte, obwohl früher die Gepflogenheiten baden und Wäschewechsel sicher allgemein anders waren.... Aber mit einer Frau, mit dem Sexualleben, der Verantwortung gegenüber eines anderen Menschens, stellt man eigentlich sein vorheriges Leben auf den Kopf und macht nicht unendlichen Streit und Tränen.
Und mit heute, wenn ich natürlich auch nicht mehr geduldig oder nett reagiere, so wie er oft ist, hatte das ja wohl nichts zu tun.
Mit freundlichen Grüßen
Hallo Frau ... ,
das hört sich für mich ja nicht sehr schön an. Wollen Sie etwas verändern in Ihrem Leben und wenn ja, was steht dann als nächstes für Sie an?
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 17. Mai 2006 12:21
An: männerberatung
Betreff: Re:
Hallo Herr Thiel,
ich würde gern erreichen, dass mein Mann den Grund für sein Verhalten erkennt oder überhaupt erkennt, dass nicht ich dieses provoziere, sondern das es tiefer steckt.
Er müsste merken, wie sein Vater sich auch heute noch aufführt und das er vor ihm seinen Mann stehen muss, sollte, aber nicht so, wie sein Vater es wünscht, sondern in seinem Leben. Und das führt er nun mal mit mir.
Ich weiß nicht, wovor er Angst hat, er ist erwachsen, 50.
MfG
Hallo Frau ... ,
das würde voraussetzen, dass Ihr Mann Interesse hätte, Gründe für sein Verhalten kennen zu lernen.
Ich glaube aber nicht, dass er ein solches Interesse hat und wenn er es nicht hat, wie wollen Sie dann ein solches Interesse bei ihm wecken.
Seine Angst besteht wahrscheinlich in der Angst vor dem Konflikt. Und da ist es relativ egal, ob man 20, 50 oder 80 Jahre alt ist.
Aber noch einmal meine Frage an Sie:
Wollen Sie etwas verändern in Ihrem Leben (also nicht im Leben Ihres Mannes) und wenn ja, was steht dann als nächstes für Sie an?
Diese Frage haben Sie - glaube ich - noch nicht beantwortet.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 9. Mai 2006 15:55
An: info@maennerberatung.de
Betreff: <kein Betreff>
Hallo H. Thiel,
ich lebe mit meinem Mann seit 6 Jahren zusammen. Wir haben eine gemeinsame Tochter (4 Jahre) und sind seit Januar 2004 verheiratet. Unsere Beziehung ist ziemlich verkorkst.
Ich denke, er respektiert mich nicht. Nun ist das zwar mein Problem, aber es verletzt mich.
Das führte mich zu ständiger Unzufriedenheit. Ich hatte nicht viel Lust auf Sex.
Er hat einen neuen Job in ... angenommen. Wir hatten das so verabredet. Ich zog jetzt im April nach. Das letzte halbe Jahr waren die wenigen Tage, die wir uns gesehen haben, mit Streitereien ausgefüllt, aber wir beschlossen, endlich haben wir die Chance gemeinsam etwas aufzubauen. (Vorher war er geschäftlich ständig wochenweise weg.)
Während des Umzugs habe ich ihn gefragt, ob er jemand anderes kennengelernt hätte. Er hat das bejaht. Er hätte sich verliebt. Die Frau hat er jetzt sausen lassen. Sie schreibt ihm immer noch böse SMS usw. Ausserdem hat er mich 2 Wochen nach der Hochzeit betrogen. Auf Geschäftsreise. Das habe ich jetzt auch noch rausbekommen. (Er hat's natürlich nicht erzählt. Man muss ihm alles aus der Nase ziehen) "Diese Affäre hätte ihm nichts bedeutet, dass hätte ich nie erfahren sollen".
Nachdem ich seit längerem depressiv bin, Stimmungsaufheller nahm und alle ein bis zwei Wochen eine Familienberaterin aufgesucht habe, bin ich jetzt auf das Buch von Robin Norwood gestossen. "Die heimliche Sucht gebraucht zu werden". Obwohl ich meinen Vater nicht als alkoholsüchtig bezeichnen möchte, finde ich verschiedene Parallelen. Auf jeden Fall finde ich mich in dem Buch als der ziemlich wütende und streitsüchtige Typ wieder. Ich arbeite an mir. Sage mir Affirmationen. Versuche die Probleme zu erkennen und meine Tochter nicht anzuschreien. Ich habe hier in Biel eine Selbsthilfegruppe gefunden und hatte einen Termin bei einer Beratungsstelle. Weitere werden folgen. Mit meiner ... Beraterin telefoniere ich noch regelmässig. Und trotzdem. Ich komme an einem Punkt nicht weiter.
Ich soll aufhören meinen Mann zu kontrollieren. Wie bekomme ich heraus, wie ich ihn kontrolliere? Er ist nicht der bedürftige Typ, der nichts auf die Reihe kriegt. Er regelt eher viel im Alleingang. Ausserdem fühle ich mich von ihm kontrolliert und unter Druck gesetzt. (Ob ich alle meine Hausarbeiten erledigt habe usw.)
Und bei diesem Punkt: Muss ich mich mit dem Wissen, dass er mich betrogen hat, begnügen. Habe ich nicht das Recht, zu kontrollieren, ob er mich weiterhin betrügt? Soll ich weiterhin blind und taub sein?
Und was mache ich, wenn er mich wieder "nicht respektiert".
Beispiel: Ich unterhalte mich mit einer Motorradkollegin, die mir von Ihrer letzten Tour erzählt. Er kommt hinzu, hört kurz zu und trötet: Du weisst doch sowieso nicht, wo das ist!
Oder ich erzähle, dass ich Geräusche im Haus gehört habe und dann in James-Bond-Manier einen Rundgang im Haus gemacht habe. Mit leisem Vorwurf, dass er geschlafen hat und nicht das Geringste mitbekommen hat. "Die hätten uns klauen können, er hätte nichts gemerkt." Seine Antwort (natürlich vor Publikum) "Ich musste mich halt entscheiden, ob ich einen Hund oder eine Gans nehme, ich habe mich für Dich entschieden".
Am liebsten hätte ich ihm eine geknallt. Muss ich mir das in Zukunft etwa gefallen lassen, mich nicht mehr aufregen, nicht mehr streiten? Was mach ich denn, wenn bei ihm wieder das Arschloch durchbricht? Ich hab die Klappe gehalten. Und ihm später gesagt, dass ich's gemein fand. Aber das sackt ja nicht bei ihm. Bei der nächsten Gelegenheit tut er's wieder.
Bis ich meine eigenen Probleme im Griff habe, wird dass sicher noch einige Zeit dauern. Aber diese Gemeinheiten machen jeden Schritt von mir vorwärts wieder zunichte.
Ich weiß, ich sollte drüber stehen. Tu ich aber nicht. Was ist die angemessene Reaktion? Wissen Sie es?
Gruß
Hallo Frau ... ,
jeder hat das Recht das zu tun, was er möchte. Solange man nichts tut, was von strafrechtlichen Belang sein könnte ist alles erlaubt.
Die Frage ist daher nicht, was erlaubt ist und was nicht, sondern was will ich erreichen. Wenn Sie eine gute Partnerschaft haben wollen, dann sollten Sie nicht alles tun, was machbar ist, sondern möglichst nur das, was zu einer guten Partnerschaft führt. Was das im einzelnen ist, weiß ich natürlich nicht. Aber sie können es sicher herausfinden.
Sie schreiben: "Ich soll aufhören meinen Mann zu kontrollieren."
Wer sagt dass denn, dass Sie aufhören sollen, Ihren Mann zu kontrollieren. Wenn Sie den Wunsch Bedürfnis haben, Ihn kontrollieren zu wollen, dann tun Sie es doch einfach. Am besten Sie legen ein Tagebuch an, in dem Sie Ihre Kontrolle exakt dokumentieren. Damit dürfte ein eventuell bestehender Wunsch nach Kontrolle doch befriedigt werden können.
Sie hätten dann auch unter Kontrolle, falls er wieder mit einer anderen Frau rummacht. Also seien Sie ruhig hellhörig und scharfäugig.
"Und was mache ich, wenn er mich wieder "nicht respektiert".
Beispiel: Ich unterhalte mich mit einer ... kollegin, ... . Er kommt hinzu, hört kurz zu und trötet: Du weisst doch sowieso nicht, wo das ist!"
In diesem Fall sagen Sie ihm einfach: Ja Schatz, ich weiß dass nicht, kannst Du mir das bitte sagen?
Dadurch fühlt sich Ihr Mann aufgewertet und wichtig. Und Sie haben ihm ohne finanzielle Kosten ein für ihn wertvolles Geschenk bereitet.
"Seine Antwort (natürlich vor Publikum) "Ich musste mich halt entscheiden, ob ich einen Hund oder eine Gans nehme, ich habe mich für Dich entschieden".
Am liebsten hätte ich ihm eine geknallt. Muss ich mir das in Zukunft etwa gefallen lassen, mich nicht mehr aufregen, nicht mehr streiten? Was mach ich denn, wenn bei ihm wieder das Arschloch durchbricht? Ich hab die Klappe gehalten. Und ihm später gesagt, dass ich's gemein fand. Aber das sackt ja nicht bei ihm. Bei der nächsten Gelegenheit tut er's wieder."
Die Bemerkung Ihres Mannes war eine Beleidigung. Dass Sie ihm da im Affekt eine knallen wollen, scheint mir logisch zu sein. Warum haben Sie es nicht getan? Vielleicht hätte er zurückgeschlagen und Sie hätten den kürzeren gezogen.
Ihr Mann scheint wenig Respekt vor Ihnen zu haben, und wie Sie dazu beitragen, dass er Sie so respektlos behandelt. Ich frage mich auch, ob Sie vielleicht masochistisch sind, wenn Sie sich das auf Dauer antun lassen und bei ihm bleiben.
"Bis ich meine eigenen Probleme im Griff habe, wird dass sicher noch einige Zeit dauern. Aber diese Gemeinheiten machen jeden Schritt von mir vorwärts wieder zunichte."
Sie suchen offenbar nach einer Begründung, sich nicht verändern zu müssen. Da kommt es Ihnen gerade Recht, wenn Ihr Mann wie der Elefant im Porzellanladen herumstapft.
Machen Sie Ihren Weg der Veränderung und Entwicklung nicht von Elefanten abhängig. Schauen Sie einfach mal nach Afrika, da geht die Antilope ihren Weg ohne dauernd nach dem Elefanten zu schauen, was der gerade macht und ob es ihm denn recht ist, was die Antilope macht oder nicht macht.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 30. Januar 2006 15:11
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Beziehungsproblem
Hallo Herr Thiel,
ich bin heute beim Stöbern im Internet auf Ihre Seite gestossen.
Da ich so langsam nicht mehr weiter weiss, würde ich gerne versuchen, bei Ihnen Rat zu finden.
Ich (33) bin mit meinem Partner (42) seit guten drei Jahren zusammen.
Eigentlich läuft alles perfekt. Vielleicht komme ich gleich aufs Thema..
Wir haben recht selten Sex. Selten heisst für mich, ca. 1 x im Monat oder auch noch weniger. Zusätzlich ist es so, dass er fast nie meine Nähe sucht.
Wir umarmen uns wie Bruder und Schwester, meist muss ich ihn um eine Umarmung bitten. Im Bett ist es so, dass er mir fast täglich den Rücken krault, das ja. Aber ansonsten werde ich zurückgewiesen, wenn ich einfach in seinen Armen liegen möchte, ihn vielleicht einfach nur so an den Beinen berühren möchte. Alles, was irgendwie in den intimen Bereich geht, blockt er komplett ab.
Das ist nun schon seit 2 Jahren so. Wir hatten seit Anfang an nicht sooo oft Sex, wie andere Partner das in der ersten Zeit haben. Aber das war auch okay. Ich kann auch sehr gut damit leben, wenn es mal eine Zeit lang so ist.
Kein Problem. Ich habe auch sehr viel Verständnis für die ganzen Stressfaktoren wie z.B. viel Arbeit, wenig Zeit, dadurch recht müde und ausgelaugt abends.
Nur weiss ich nun nicht weiter, da ich mit ihm überhaupt nicht reden kann.
In anderen Dingen sehr gut, er ist der beste Gesprächspartner, den ich je hatte. Leider nicht in Bezug auf diese Probleme.
Wir haben schon recht oft versucht, darüber zu sprechen. Ich habe ihm mitgeteilt, wie schwierig es für mich ist, ohne dieses Gefühl der Begehrtheit auszukommen. Ich hab auch schon die Zeiten hinter mir, in denen ich voller Selbstzweifel war und mir ständig einredete, es läge an mir, meinem Aussehen oder sonstigem.
Dies verneinte er aber immer vehement. Daran läge es nicht, aber er wüsste nicht, was das Problem wäre. Er beteuert mir auch, dass er mich liebt. Das spüre ich eigentlich auch so, ohne Zärtlichkeiten. Er zeigt es mir durch andere Dinge oft.
Letztendlich bin ich jetzt soweit, dass ich auf unseren Sex verzichten könnte. Wenn er mich wenigstens von sich aus und mit voller Liebe mal in den Arm nehmen würde, mich streicheln würde, mich mal wieder richtig küssen würde. Das fehlt mir so sehr und ich gehe daran kaputt. Ich fühle mich nicht mehr als Frau, weil er genau das gerade ausklammert. Die Zärtlichkeiten, die wir haben, könnten auch zwischen guten Freunden passieren. Er gibt mir leider nie das Gefühl, dass ich ihn als Frau interessiere. Das schmerzt manchmal so sehr.
Heute habe ich ihm eine Email geschrieben und um einen Termin gebeten, an dem wir gemeinsam über uns reden können. Kam mir dabei blöde vor, aber ich habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen, es anders anzufangen. Er weicht mir sonst immer aus. Wenn ich in letzter Zeit das Thema angesprochen habe oder nach einer "Abfuhr" geweint habe, weil ich es einfach nicht mehr aushalte, sagte er desöfteren: "Ich weiss gar nicht, was Du schon wieder hast." Das ist neu. Denn wir haben schon einige Schwierigkeiten meisterhaft gelöst bekommen. Ich habe ein Paar Probleme aus meiner Kindheit gehabt und er war der liebste und einfühlsamste Mensch dabei, den ich mir hätte vorstellen können.
Allgemein ist es so, dass er desöfteren schon sagte, Sex habe für ihn nicht so einen hohen Stellenwert wie für mich. Aber ist mein Wunsch nach Zärtlichkeit so absurd?
Ich möchte diese Beziehung mit ihm nicht aufgeben. Auf allen anderen Ebenen verstehen wir uns so gut und er ist für mich trotzdem ein Traumpartner. Er sagt auch oft selbst, dass wir ja "für einander bestimmt" sind und dass wir uns so gut verstehen. Nur dieser sexuelle Bereich wird komplett ausgegrenzt in unseren Gesprächen. Es ist als ob er eine Mauer um sein Herz gebaut hat und als ob ich diese nie überwinden könnte. Ich komme einfach nicht an ihn ran, wenn es um seine innersten Gefühle geht.
Und ich habe Angst davor, dass wir das Problem nicht angehen können, weil er scheinbar grössere Schwierigkeiten hat, darüber zu sprechen. Auch sind wir nun wohl an einem Punkt, an dem man das Thema schnell zu viel beredet und es ihn dann wohl noch mehr unter Druck setzen würde. Dabei würde ich ihm so gerne helfen. Nicht nur wegen unserer Beziehung, sondern auch für ihn selbst. Doch ich schwanke derzeit immer zwischen Wut, Mitleid Hilflosigkeit.
Und gleichzeitig merke ich, wie ich empfindlich werde für Berührungen anderer. Natürlich denkt man dann auch an einen Seitensprung.
Aber ich möchte das nicht wirklich. Ich möchte um unsere Beziehung kämpfen.
Ich weiss nicht, welche Dinge für Sie noch relevant wären..mag auch sein, dass ich das alles etwas konfus aufgeschrieben habe?!
Was denken Sie, wie sollte ich mich verhalten? Was für Ursachen könnten sein Verhalten ausgelöst haben / auslösen?
Für eine Antwort bedanke ich mich herzlich im voraus!
Sollten Sie vorhaben, meine Email zu veröffentlichen, möchte ich bitte anonym bleiben.
Vielen Dank + schöne Grüsse
...
Hallo ... ,
zur Lösung ihrer Fragen oder Probleme, könnten Sie sich fragen, was das Verhalten Ihres Partnern mit Ihnen zu tun hat und inwieweit Sie ihn (unbewusst) dazu einladen, sich so zu verhalten, wie er sich verhält. Insofern können Sie das Verhalten Ihres Partners als ein gemeinsame geschaffenes Verhalten ansehen. Ändern Sie Ihr Verhalten, kann Ihr Partner nicht anders, als auch sein Verhalten zu verändern. Dies ist wie in der Flüssigkeitsmechanik bei den sogenannten kommunizierenden Röhren. Gießen Sie auf einer Seite Flüssigkeit hinein, so erhöht sich der Flüssigkeitsstand nicht nur auf der Seite, wo Sie hineingegossen haben, sondern im gleichen Maße auch auf der anderen Seite.
Will heißen, wenn es Ihnen gelingt, einen Schritt von Ihrem Partner zurückzutreten, so kann es sein, dass dieser plötzlich einen Schritt auf Sie zumacht um dadurch die vorher vergrößerte Distanz wieder zu verkleinern.
Verkürzen Sie aber immer wieder von sich aus die Distanz zu Ihrem Partner, ohne von diesem dazu eingeladen worden zu sein, so "muss" er immer wieder die Distanz vergrößern, also von Ihnen wegrücken, um seinen Sicherheitsbereich, den er meint haben zu müssen, herzustellen.
Im übrigen müssen Sie ihrem Partner überhaupt nicht helfen, solange dieser Sie nicht darum bittet. Helfen können Sie aber sich selbst - wenn Sie wollen - indem Sie sich mit Ihren Bedürfnissen nicht vom Partner abhängig machen, sondern sich auch danach umsehen, wo und mit wem die Erfüllung Ihrer Bedürfnisse gelingen kann, als in den immer wieder gleichen gewohnten Bemühungen gegenüber ihrem Freund, die bei Ihnen letztlich immer wieder Wut, Mitleid (als eine versteckte Form von Aggression) und Hilflosigkeit erzeugt und damit weiter vom Ziel weg- anstatt hinführt.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 30. Januar 2006 01:42
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Frage
Hallo,
ich hoffe es ist ok daß ich Ihnen schreibe, ich weiß nicht genau ob Sie kostenfrei eine Auskunft geben können, dennoch wende ich mich vertrauensvoll an Sie.
Ich bin mit meiner Freundin schon ca. 2 Jahre zusammen.
Dennoch ist es nicht mehr so wie früher und wir haben uns sehr auseinandergelebt.
Nun habe ich eine andere Frau kennengelernt (bisher nur per Telefon und Internet-kennengelernt ist also zuviel gesagt) und ich weiß nicht genau, ob ich dieser anderen Frau ehrlicherweise gleich von Anfang an, von meiner jetzigen Freundin erzählen soll! Ich möchte meine jetzige Freundin nicht betrügen, aber mich dennoch gerne mit dieser anderen Dame verabreden, da ich mir bei meiner jetzigen Freundin überhauot nicht sicher bin.
Ist es ok sich mit einer anderen Frau zu verabreden, ohne ihr von der jetzigen Freundin zu erzählen?
Gilt hier Ehrlichkeit vor allem anderen?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
M.f.G.
...
Hallo Herr ... ,
ob das o.k. ist? Kommt drauf an für wen. Für mich wäre es o.k. Für Sie wäre es vielleicht auch o.k.
Für Ihre Freundin wäre es vielleicht nicht o.k.
Was meinen Sie denn, ob es für Ihre Freundin o.k. wäre?
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 19. Januar 2006 23:37
An: info@maennerberatung.de
Betreff: projektion des vater auf die frau
Guten Tag
Mit grossem Interesse habe ich Ihren Artikel über Projektion gelesen.
... .
Nun habe ich eine Frage:
Voraussetzung:
Bei mir ist es nicht, wie bei Ihnen beschrieben-
". Männer sehen in ihren Partnerinnen häufig die eigene Mutter. Und da sich der kleine Junge vor der als übermächtig erlebten Mutter verteidigen oder verschließen musste, vielleicht deswegen sogar Asthma bekam, führt der nun erwachsene Mann in der Übertragung auf seine Frau den Kampf mit seiner eigenen Mutter fort."
und in Ihrem Originaltext:
"Schon als Junge haben sie meist erlernt, dass sich ihre Mutter für familiäre Konflikte zuständig fühlte und der eigene Vater mehr oder weniger abwesend war. Andererseits war die Mutter gegenüber dem Sohn häufig grenzüberschreitend und möglicherweise auch gewalttätig, woraus beim Jungen und späteren Mann Selbstwertprobleme und Angst vor Frauen resultieren können. Männer versuchen diese Probleme oft durch aggressives Verhalten auf der einen Seite oder Selbstisolation und Rückzug auf der anderen Seite zu lösen."
sondern
mein Selbstentwurf: ist nun dieser:
Meine Mutter war gegenüber dem Sohn, mir, häufig grenzüberschreitend und sehr liebe- und verständnisvoll/ möglicherweise auch zu gefühlvoll,
woraus beim Jungen und späteren Mann ein übersteigertes Selbstwertgefühl und ein grosser Hang zu Frauen resultieren können.
Ich versuche diese Probleme oft durch liebevolles Verhalten auf der einen Seite oder Distanzlosigkeit und vielfältige Annäherung auf der anderen Seite zu lösen.
Hingegen war nun das Verhätnis zu meinem Vater
häufig grenzüberschreitend und möglicherweise auch gewalttätig, woraus beim Jungen und späteren Mann/mir Selbstwertprobleme und Angst vor Männern resultieren können. Ich versuchen diese Probleme oft durch aggressives abwehrendes Verhalten auf der einen Seite oder Selbstisolation und Rückzug vor Männerbeziehungen auf der anderen Seite zu lösen."
nun habe ich heute festgestellt, daß wohl eine "seltsame" (??) Art von Projektion bei mir stattgefunden hat
ich habe mein Männerbild und mein Verhalten dazu (aggressives Verhalten auf der einen Seite oder Selbstisolation und Rückzug) auf meine Frau übertragen, mit der ich seit fast 20 jahren verheiratet bin.
Sie hat siuch für mich sich stark verändert hat in den letzten Jahren
und von meinem Traum einer liebenden Frau / Ersatzmutter entwickelt
zu einer Motorrad-Amazone in Unisex, die ausschließlich in Jeanshosen herumlaufend, mich reglementiert und eineingt, etc.
kennen Sie dieses Problem von Projektion des Vaters (den ich wirklich gehasst habe) auf die eigene Frau...?
und hätte Sie einen Rat?
Danke
...
Hallo .... ,
Danke für Ihre Anfrage und Ihre Hinweise.
Möglicherweise haben Sie einigen Anteil daran, dass Ihre Frau so ist, wie sie jetzt ist. Vielleicht brauchten Sie dass auf einer unbewussten Ebene, eine Amazone. Nun haben Sie diese und es stellt sich heraus, dass das nicht die Erfüllung ist, sondern neues Ungemach.
So wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Vielleicht spüren Sie einmal nach, wonach Sie noch suchen und tauschen sich darüber mit Ihrer Partnerin aus. Wenn Sie selber Klarheit gewissen, was Sie wollen und dies auch ausdrücken, so hat Ihre Partnerin eine Orientierung für sich. Möglicherweise tauchen dann ganz neue Überraschungen am Horizont auf.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 3. Januar 2006 13:35
An: info@maennerberatung.de
Betreff: das leiden lieben
mein exfreund (27) hat ein problem, weshalb er sich von mir trennen mußte. er ist ständig unglücklich über sich. er zweifelt seinen job an und redet seit ewigkeiten davon ins ausland zu gehen. aber er tut nichts dafür, dass sich auch tatsächlich etwas in seinem leben in der hinsicht verändert. bei gesprächen mit ihm hat er mir mit tränen erzählt, dass er angst habe wenn er ins ausland gehen würde oder tatsächlich seinen job ändern würde, auch enttäuscht zu werden.zudem kommt, dass er noch nie eine beziehung geführt hat, die länger als ein jahr gedauert hat.und auch schon vor mir wollte er einmal mit einer freundin zusammenziehen, aber als der mietvertrag auf dem tisch lag, trennte er sich von ihr. so auch bei mir, obwohl er zu mir sagte, dass die beziehung nicht zu vergleichen wäre mit seinen anderen, da die vorherigen meist über das sexuelle entstanden und bei mir, weil er mich als person faszinierend fand.zudem bin ich die erste frau, die er in sein leben (freunde und familie) integriert hat. was allerdings bei allen beziehungen gemeinsam war, war eine starke intensität seinerseits, und dass seine exfreundinnen alle aus problemfamilien kamen. so auch ich. in der zeit, in der wir zusammen waren, wäre ... und er stand mir ganz toll zur seite. die probleme bei uns kamen erst auf, als meine ... alles überstanden und wir zusammenziehen wollten.da hatte ich das gefühl, dass er sich zurückzog und sich sehr stark mit sich selber beschäftigte (er las bücher wie: wie räume ich in meinem leben auf, verbrannte alte fotos...).zu der zeit wurde er ganz stichelig zu mir und sagte mir, dass er nicht mehr verliebt sei, aber dass er mit mir zusammenbleiben wolle. aber es wurde alles immer schlimmer, und obwohl er zu seinen freunden sagte, dass wenn er es mit einer frau schaffen könnte, dann mit mir, trennte er sich. nach zwei monaten feiern und affäre meldete er sich wieder bei mir und wollte mich unbedingt sehen. das treffen war wie in unserer schönsten zeit (ohne ins bett zu gehen), was er auch bestätigte, aber er sagte auch, dass er das gefühl habe sich selber zu verlieren, wenn er in einer beziehung ist, da er sich so fallen lassen würde, dass er zu bequem wäre sich zu verändern.naja, es sind mittlerweile weitere drei monate vergangen und er hat noch nicht einmal ansatzweise etwas verändert in seinem leben.
meine frage ist nun, was könnte sein problem sein? und was hat seine trennung von mir mit mir zu tun?
dazu muß ich sagen, dass er eine sehr enge bindung zu seiner mutter hat, noch ... jüngere schwestern hat und sein vater die famile verlassen hat, als er ... war (falls das auch eine bedeutung haben könnte)
Hallo ... ,
Sie schreiben:
"meine frage ist nun, was könnte sein problem sein? und was hat seine trennung von mir mit mir zu tun?"
Wie kommen Sie darauf, dass Ihr Ex-Freund ein Problem haben könnte? Probleme für einen Menschen entstehen ja nicht dadurch, dass andere meinten, sie hätten ein Problem, sondern dadurch, dass der betreffende Mensch meint, er hätte ein Problem.
Man müsste also Ihren Freund fragen, ob er ein Problem hat und wenn ja welches oder welche. Ob Sie dazu von Ihrem Freund eine Antwort bekommen, da bin ich skeptisch.
Aber vielleicht haben Sie ja ein Problem und wenn ja welches? Wenn Sie Ihr Problem erkennen, falls Sie eins haben, dann können Sie überlegen, ob Sie es lösen wollen oder nicht. Wenn Sie es nicht lösen wollen, dann können Sie es einfach liegen lassen. Manchmal liegt es dann noch nach drei Jahren so, da wie sie es damals haben liegen lassen. Manchmal verändert es sich auch und manchmal ist es sogar verschwunden und man weiß gar nicht wann und warum.
Sie schreiben:
"meine frage ist nun, was könnte sein problem sein? und was hat seine trennung von mir mit mir zu tun?"
Mit Ihnen hat es offenbar zu tun, dass sich Ihr Freund von Ihnen trennen wollte. Das mag trivial klingen und ist es auch. Welche Gründe Ihr Freund für seine Trennung hat, darüber kann man ihn fragen oder wenn er nicht antwortet nur spekulieren. Vielleicht waren Sie ihm nicht reich genug, vielleicht nicht arm genug, vielleicht nicht sexy genug, vielleicht zu sexy. Gründe gibt es ohne Ende.
Vielleicht suchen Sie sich beim nächsten mal einen Freund, der Ihnen auch sagt, was er über Sie denkt oder was er in Bezug auf Sie fühlt. Vielleicht nehmen Sie auch mal an einer gemischtgeschlechtlichen Selbsterfahrungsgruppe teil, in der Sie von anderen Gruppenteilnehmern Rückmeldungen (Feedback) bekommen und so etwas über sich erfahren können.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 1. Januar 2006 16:51
An: info@maennerberatung.de
Betreff: (Kein Thema)
Sehr geehrter Herr Thiel,
ich habe seit 1 Jahr eine schwierige Beziehung mit einem 31jährigen Mann und weiß als Frau einfach keinen Rat mehr.
Seine Lebenssituation gestaltet sich wie folgt:
- Er macht im Moment sein ... Examen, ... .
- Er leidet unter starken Angstzuständen, das Examen nicht schaffen zu können und nimmt seit ca. 4 Wochen ein Antidepressivum. Auch fühlt er sich "schlechter" als die anderen Studenten, die bessere Noten schreiben.
- Die Eltern, ... , unterstützen ihn soweit wie möglich.
-Vor mir -obwohl er gutaussehend ist, hatte er jahrelang keine Freundin mehr. Zu mir sagte er ziemlich am Anfang unserer Bekanntschaft: "man kann ja nicht immer abhauen..."
-Er hat ein starkes Bindungsproblem, dass sich so äußert: Er ist für seine Mutter oder für mich oder auch seine Freunde tagelang nicht zu erreichen. D.h. er geht nicht ans Telefon, ruft auch nicht zurück. Er ruft nur dann an, wenn er es für den richtigen Zeitpunkt hält bzw. ihm in den Kram paßt. Die letzten Monate habe ich sein Verhalten mit der Lernerei entschuldigen können, selbst zur Hochzeit seines Bruders ist er während der Hausarbeitsphase nicht erschienen (dazu muss ich anmerken, dass die Juristen 80 Seiten innerhalb von 4 Wochen zu Papier bringen müssen, was einem keine Sekunde zum Verschnaufen läßt). Vor 4 Wochen hat er diese Hausarbeit nun abgegeben und hätte jetzt Zeit, sich auch mal um mich zu kümmern, da die nächste Prüfung erst Ende März ansteht. Leider hat sich nichts geändert, er bemüht sich nicht, mich öfters zu sehen.
Meine Frage ist, ob man dieses extreme "Einengungsproblem" (natürlich spielt auch die Depression eine Rolle), unter dem er leidet, jemals ändern kann?
Über eine Antwort würde ich mich freuen
Ich wünsche Ihnen ein frohes Neues Jahr.
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo ... ,
Verhalten kann man in der Regel immer ändern, nur muss dazu auch ein Bedürfnis bei dem Betreffenden, hier also Ihrem Freund, da sein.
Vielleicht fragen Sie Ihren Freund einmal, ob er ein solches Bedürfnis hat und wenn ja, was er bräuchte, um es Wirklichkeit werden zu lassen.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 29. Dezember 2005 13:04
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Beratung
Sg. Herr Thiel,
Meine Partnerschaft befindet sich momentan in einer Krise, und ich sorge mich sehr, da ich keine Lösungsmöglichkeiten sehe.
Ich bin 37 Jahre alt und seit 22 Monaten verheiratet, kenne meine Frau aber nun schon seit 14 Jahren. Sie ist ... , an der ... in ... angestellt und lernt ... intensiv für eine Prüfung.
Ich selbst bin bei ... angestellt und berate ... .
Seit mehreren Monaten merke ich, dass in unserer Beziehung die Spontanität abgeht. Wir leben nebeneinander her. Jeder ist mit seinem eigenen Leben beschäftigt und die gemeinsame "Frei"-Zeit gibt es kaum noch.
Ich tue mir schwer persönliche Nähe von mir aus aufzubauen und habe daher meine Bedenken und Sorgen in mich hineingeschwiegen.
Gestern hat mir meine Frau mitgeteilt, dass Sie bei einer Psychotherapeutin in Behandlung ist, da sie ebenfalls große Probleme mit unserer momentanen Beziehung hat. Laut ihre Meinung nach bin aber ich SICHERLICH nicht der Schuldige dabei, sondern sie selbst sei es.
Sie kann aber momentan keine Nähe von mir annehmen, da sie mit sich selbst genug zu tun hat, wobei sie einerseits ihren harten Arbeitsalltag andereseits auch ihren Prüfungsstress meint.
Dadurch fühle ich mich aber in keiner Weise irgendwie entlastet. Es ist vielmehr, dass mir jegliche Initiative weggenommen wurde und ich nur auf den Ausgang einer Besprechung warten kann, in der Hoffnung, dass ich nicht schuldig gesprochen werde. Kafka....
Kurz zu mir:
Ich bin bei meiner Mutter als uneheliches Kind aufgewachsen. Meine Mutter war ... . Mein Vater ... war mit einer anderen Frau verheiratet und nur an wenigen Tagen im Monat anwesend. Meine Eltern haben geheiratet nachdem die Frau meines Vaters gestorben war. Ich war damals ... Meine Mutter hat mich an sich immer als Partnerersatz gesehen und nun, da mein Vater ... , bin ich ihre einzige Stütze und Anlaufstelle.
Kurz zu meiner Frau:
Meine Frau ist in einer Kleinfamilie mit einer ... Jahre jüngeren Schwester aufgewachsen. Ihr Vater wurde, als sie ... war, psychisch krank und muss seitdem Psychopharmaka zu sich nehmen. Soweit mir bekannt ist, ist er manisch depressiv. Ihre Mutter war immer daheim und hat sich um die Familie intensiv gekümmert.
Wie kann ich aus dieser Situation entkommen. Ich liebe meine Frau und versuche ihr das auch zu zeigen, mit schwindendem Erfolg. Ich schätze Ihre Intelligenz und ihre gerechte Art, sie spornt mich zu Ideen an, die mir selbst nicht kommen würden, sie gibt mir Kraft. Ich denke, dass sie mich auch zumindest sehr schätzt, jedoch von meiner zurückgezogenen Haltung nicht gerade angezogen wird.
Wie schaffe ich es mich meiner Frau anzunähern?
Danke für Ihre Hilfe
...
Hallo Herr ... ,
Ihre Frage enthält schon eine Antwort.
Sie schreiben:
"Ich denke, dass sie mich auch zumindest sehr schätzt, jedoch von meiner zurückgezogenen Haltung nicht gerade angezogen wird.
Wie schaffe ich es mich meiner Frau anzunähern?"
Eine mögliche Lösung könnte sein, dass Sie ihre Zurückgezogenheit zugunsten einer Bezogenheit verändern und sich damit Ihrer Frau annähern. Ob Ihre Frau dann auch Nähe annehmen kann oder sich ihrerseits zurückzieht, um Distanz zu schaffen oder auch aufrecht zu erhalten wird man sehen müssen.
Bei Interesse können Sie sich hier Unterstützung holen.
...
Mit freundlichem Gruß
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 28. Dezember 2005 02:38
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Hier sucht eine Frau Rat...
Hallo Herr Thiel,
ich würde gerne ein paar Fragen loswerden. Vielleicht hilft mir schon allein der Versuch, das Problem strukturiert zu formulieren, aber ganz sicher würde ich mich über Ihre Antwort und Ihren Rat freuen.
Mein Partner und ich sind seit zwei Jahren zusammen. Da er ins Ausland versetzt wurde und eine Beziehung über diese Entfernung nicht in Frage kam ... habe ich nach langem Hin und Her ... und gehe nun mit ihm. Soviel zu den Rahmenbedingungen.
Mein Problem ist, dass ich große Schwierigkeiten mit seiner Art zu kommunizieren habe. Im Beruf ist er Vorgesetzter von mehreren Mitarbeitern und sicher kein schlechter, wenn ich mir das Betriebsklima so von außen betrachte. Aber seinen Chef-Habitus legt er auch im Privatleben nicht ab. Und da habe ich oft das Gefühl, von ihm überfahren zu werden. Er trifft einsame Entscheidungen, die auch mich betreffen, ohne Rücksprache; hält sich nicht an Absprachen, wenn ihm gerade eine Planänderung in den Sinn kommt; geht darüber hinweg, wenn ich mich mitzuteilen versuche. Das sind oft Kleinigkeiten, die von der Sache her nicht wirklich bedeutsam sind, aber ich fühle mich dann einfach übergangen. Und auch Dinge, die mir wichtig sind, muss ich xmal wiederholen, bis ich einigermaßen sicher sein kann, dass es bei ihm angekommen ist. Wenn ich mit der ganz großen Keule (sprich: Heulen) komme, schaffe ich es in der Regel, dass er mir zuhört und dann geht er auch auf mich ein. Mal mehr, mal weniger, aber so generell geht das für mich in Ordnung. Nur will ich natürlich nicht bei jeder Gelegenheit in Tränen ausbrechen müssen, damit mein Partner mir seine Aufmerksamkeit schenkt.
Ganz schlimm ist es zur Zeit, weil er bereits im Ausland ist und ich noch in Deutschland bin. Wir sind also aufs Telefon angewiesen und die Gespräche verlaufen nach einem sehr eigentümlichen Muster. Er erzählt eine Viertelstunde lang, was er so alles erlebt hat. Ich will dann gerne mein Zuhören und mein Interesse an dem was er sagt durch gelegentliche Zwischenfragen oder Bemerkungen bekunden, komme aber schlichtweg nicht zu Wort. Wenn ich versuche, in einer Atempause einzuhaken, redet er einfach konsequent darüber hinweg. Ich verstehe meine Funktion für ihn an diesem Punkt nicht. Wenn er nur erzählen will, es ihm aber gleichgültig ist, ob ich zuhöre oder mir nebenbei die Fingernägel feile und den Fernsehkrimi verfolge, dann könnte er doch ebenso gut mit der Parkuhr reden. Wenn er mit seinem Monolog dann am Ende angekommen ist, fragt er mich, was bei mir so los war. Ich habe dann die Gelegenheit, drei kurze Sätze loszuwerden, bevor er dann beschließt, dass das Telefonat jetzt zum Ende kommen sollte, weil er schlafen will oder noch arbeiten muss oder essen oder zum Sport oder oder oder. Und da spielt es auch keine Rolle, ob ich vielleicht gerade bei einem mir sehr wichtigen Thema war. Das wird dann vertagt. Diese Gespräche entwickeln sich nie mal einfach irgendwo hin. Vom sprichwörtlichen Hölzchen zum Stöckchen oder so. Sie finden nicht zu einem "natürlichen" Ende, bis zu dem beide alles sagen konnten, was sie gerade zu sagen hatten. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich ohne jede Irritation seinerseits an aufeinander folgenden Tagen jeweils dasselbe erzählen kann. Es fällt ihm schlichtweg nicht auf. Das kennt man ja sonst eher von Alzheimer-Patienten.
Wenn wir uns gegenüber sitzen, ist es nicht ganz so krass, aber im Kern doch ähnlich. Er wechselt dann oft aus dem Stand das Thema, wenn er der Meinung ist, dieses oder jenes sei jetzt hinreichend besprochen. Ich erzähle zum Beispiel, dass ich mich über einen Kollegen geärgert habe und erwarte darauf irgendeine Reaktion, aber er kontert mit Reiseplänen für den Sommerurlaub. Das ist ein konstruiertes Beispiel, aber es beschreibt die Situation ganz gut. Ich muss sehr viel Energie aufwenden, um zu ihm durchzudringen. Und das ist auf die Dauer nicht nur anstrengend, sondern auch entmutigend. Ich fühle mich nicht wahrgenommen und auch nicht ernst genommen. Und das ist angesichts meiner bevorstehenden Ausreise ein sehr unerquickliches Gefühl. Er sagt häufig, dass er mich liebt und ich glaube das auch. Andere Frauen würden sich nach diesem Bekenntnis wahrscheinlich die Finger lecken. Aber für mich bleibt das so theoretisch. Wenn er mich liebt, warum komme ich mir dann vor, als würde ich mit meiner tauben Oma chinesisch sprechen wollen? Auf diese Weise kommt doch kein Dialog in Gang!
Wenn ich versuche, dieses Problem zum Thema zu machen, höre ich ziemlich schnell einen aggressiven Unterton raus. Dabei will ich das gar nicht als Kritik rüberbringen, sondern ihm nur mitteilen, wie ich mich fühle und was bei mir ankommt, wenn er sich so verhält. Er will mich dann immer auf konkrete Beispiele festnageln und wenn ich eins bringe, kontert er, dass sei doch eine Lappalie gewesen, nicht der Rede wert und ich sei zu sensibel. Vielleicht bin ich das, aber ich lasse ungern meine Gefühle von anderen bewerten und versuche selbst, dass bei meinem Gegenüber auch nicht zu tun. Und das ist dann der Punkt, an dem ich ärgerlich werde oder Resignation sich breit macht. Je nach Tagesform. Und für ihn ist das dann meist das Ende der Durchsage und er mogelt sich aus dem Gespräch raus.
Ich brauche eine Strategie, wie ich meine Bedürfnisse da unterbringe und an diesem Punkt stehe ich einfach auf dem Schlauch. Es nützt mir nichts, zu wissen, dass er im Job den großen Zampano gibt und keine Erfahrung mit "ernsthaften" Liebesbeziehungen hat und Einzelkind ist und von seinen Eltern angebetet wird. Vielleicht ist er deshalb einfach darauf eingepegelt, dass man ihm vorbehaltlos zuhört, er aber seine Aufmerksamkeit sparsam dosieren kann. Aber mit Erklärungsversuchen komme ich nicht weiter, denn an diesen Gegebenheiten kann ich ja nichts ändern. Ich wünsche mir aber, dass wir uns beide in unserem Miteinander wiederfinden können. Ich will ihn ja nicht verbiegen. Aber mich selbst auch nicht und das Mäuschenhafte ist so gar nicht meine Art. Fast schon erheiternd ist, dass er, als wir uns kennenlernten, sehr betont hat, dass er sich eine Frau mit eigenem Kopf wünscht... Muss ich den jetzt in den Sand stecken?
Herzliche Grüße
...
Hallo ...,
den Kopf brauchen Sie nicht in den Sand zu stecken. Was sollte der Kopf auch da.
Es ist sicher schon mal hilfreich, sich so wie Sie es getan haben, "das Problem" genauer anzusehen und zu beschreiben (Problemanalyse). Viele Leute kommen erst gar nicht soweit und erwarten dennoch von anderen Hilfe, ohne dass der andere weiß, wobei er eigentlich helfen soll.
Sie schreiben:
"Ich brauche eine Strategie, wie ich meine Bedürfnisse da unterbringe .. "
Sie meinen offenbar Ihr Bedürfniss, dass Ihnen Ihr Freund besser zuhört, auf Sie eingeht, etc.
Er will es aber anscheinend gar nicht. Wie sollen da Ihre Bedürfnisse erfüllt werden?
Stellen Sie sich vor, Ihr Freund wäre ein armer Mann und Sie wünschen sich von Ihm, dass er mit Ihnen eine Weltreise macht.
Wie soll das gehen, wenn er kein Geld hat? Wollen Sie ihm die Reise bezahlen?
Sie können in erster Linie nur Ihr eigenes Verhalten verändern. Vielleicht legen Sie beim nächsten Mal, wenn Ihr Freund Ihnen nicht zuhört, den Telefonhörer einfach beiseite, ohne aufzulegen, und gehen dann erst fünf Minuten wieder ran und hören weiter zu. Bei der nächsten Gelegenheit bei der Ihnen Ihr Freund nicht zuhört, machen Sie das wieder genau so.
Wenn Ihr Freund Sie fragen sollte, was Sie da machen, so antworten Sie ihm wahrheitsgemäß, Sie dachten, es wäre ihm nicht wichtig, dass Sie persönlich zu hören, aber Sie würden gerne wissen, wie Sie herausfinden können, ob und was ihm wichtig sei.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 6. Dezember 2005 11:59
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Hilfe erforderlich
Sehr geehrter Herr Thiel ,
in der letzten Woche gab es in meiner Ehe einen Vorfall , der trotz meiner Bemühungen mir zeigte, dass ich gewisse Sachen in den Griff bekommen muß. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit einer Trennung / Scheidung nicht mehr abzuwenden.
Unter Alkoholeinfluss habe ich meiner Frau eine geklebt. Wir hatten vor ein paar Jahren schon handfeste Streitigkeiten , uns aber bemüht das in den Griff zu bekommen. Nicht das hier der Eindruck erweckt wird das ich ständig trinke, aber was mich so erschreckt ist , dass ich Konflikten dann absolut unbeherrscht gegenüber auftrete.
Es muß einen Weg geben mein Aggressionspotenzial soweit zu steuern das ich sie vor allem unter Alkoholeinfluß nicht so negativ zum Ausbruch kommen zu lasse. Welche Art von Hilfe / Therapie für mich in Frage kommt ist nicht so einfach für mich zu erfassen. Denn ich weiss das meine negativen Auffälligkeiten nicht nur gegenüber meiner Ehefrau zum tragen kommen.
Vielleicht ist eine hilfreiche Beratung sehr vorteilhaft für die Bewältigung der momentanen Schwierigkeiten. Meine Frau und ich sind zwar bemüht in gemeinsamen Gesprächen nach diesem Vorfall alles aufzuarbeiten. Aber wir scheitern immer dann wenn ich oder Sie glaubt, zu unrecht kritisiert zu werden. Ein Problem in dem Sie schon in Ihrem Einführungschreiben Ihrer Webseite schon passende Worte gefunden haben. Ihre Analyse war im übrigen sehr informativ und ist auch ein Grund, weswegen ich mich auf diesem Wege an Sie wende.
Mit freundlichen Grüßen
...
Hallo Herr ... ,
danke für Ihre Anfrage. Sie geben mir einen willkommenen Anlass, mich zu der Frage, was Beratung oder Therapie eigentlich erreichen kann oder sollte, zu äußern.
Zum einen besteht die Möglichkeit, sozusagen ein Trainingsprogramm in Beherrschung zu machen. Von dieser Idee scheinen die konventionellen Anti-Gewalttrainingsprogramme beherrscht zu sein. Aus Sicht möglicher Opfer von Gewaltattacken scheint das auch richtig zu sein. Allerdings ist den Tätern damit nur wenig geholfen. Sie müssen sich nun den Rest ihres Lebens damit bemühen, die Kontrolle zu behalten und sich zu beherrschen, statt die Gründe aus der Welt zu schaffen, die zu Kontrollverlust mit anschließendem Gewaltausbruch führen. Eine solche totale Kontrolle geht aber zu Lasten der Vitalität des Menschen und dürfte damit über kurz oder lang in die Krankheit führen.
Mein Therapieansatz ist daher nicht auf die Themen Kontrolle und Beherrschung orientiert, sondern auf die Lösung wichtiger Konfliktthemen zwischen den Konfliktbeteiligten, so dass zukünftig Kontrolle und Beherrschung in diesem Umfang gar nicht mehr benötigt werden, weil die wichtigen Konfliktthemen gelöst oder wenigstens abgeschwächt sind.
Wenn Sie und Ihre Frau daran Interesse haben, können Sie gerne einen Termin bei mir vereinbaren.
...
Beste Grüße
Peter Thiel, systemischer Berater, systemischer und Therapeut/Familientherapeut (DGSF)
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 22. November 2005 23:34
An: info@maennerberatung.de
Betreff: uneindeutigkeit
Bin mit interesse auf ihre site gestossen wo nicht mit den üblichen stereotypen „schlechter mann belästigt sittliche frau“ gehandelt wird.
Ich habe folgendes problem und erwarte mir von ihnen eine neue sicht:
Ich unterhalte mich des öfteren mit einer kollegin über die übliche smalltalk-dauer hinaus und habe dabei ein gutes gefühl, dass da auf beiden seiten was läuft.
So und jetzt beginnt der troubles: ich lasse durchklingen, dass ich interesse an ihr habe. Sie zeigt sich verbal freudig angetan und flirtet mit mir mittelmäßig sprühend. Dann erzählt sie mir mittendrin, dass sie sich dessous gekauft hat, aber nicht im versandhaus, denn sie möchte sehen, was sie sich anzieht. So und wie wir dann, und weil ich der meinung war, dass die ampel auf grün steht, nur sie und ich alleine beim kaffee stehen, wage ich ihr zu sagen, dass ich mir mit ihr eine intime beziehung wünsche, weil sie mir gefällt und ich sie möchte. Darauf kommt sie leicht hysterisch: na du mußt probleme haben und ich meine wir können auch zum chef gehen, wenn du mich weiterhin belästigst… Platsch!! „Na gut, du hast kein interesse“ sage ich, um mein gesicht zu wahren und trete verwirrt meinen rückzug an. So und jetzt kommts: den nächsten tag strahlt sie mich an, als ob sie nun erwarten würde, dass ich den nächsten angriff starte. Ich denke aber nicht daran, habe keine lust, meinen job zu gefährden.
Sehe ich da etwas verrückt oder hat die einen Huscher oder will die ich über die klinge springen lassen oder was geht da ihrer meinung nach ab??
Hallo Herr ...,
Sie vermischen offensichtlich den privaten und den dienstlichen Kontext. Das kann durchaus auch gut gehen, aber wie Ihr Fall zeigt auch mal schief.
Laden Sie das nächste Mal die Frau außerhalb zum Kaffee ein. Da ist dann wohl auch ein sicherer Ort gegebenenfalls über Dessous und intime Wünsche zu sprechen. Eine Abfuhr und einer erneute Einladung können Sie sich dann immer noch einholen. Das wäre dann wahrscheinlich ein typische Nähe-Distanz Problem und ich kannIihnen dann nur eine gute Verwurzelung wünschen, andernfalls müssen Sie sich auf Achterbahnfahren einstellen und das ist bekanntermaßen nicht jedermanns und jederfraus Sache.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Dienstag, 25. Oktober 2005 00:18
An: info@maennerberatung.de
Betreff: BEratungswunsch
...
Sehr geehrter Herr Thiel,
über das Internet bin ich auf Ihre Beratungsdienste aufmerksam geworden. Ich schreibe Ihnen, weil ich eine geringe Hoffnung habe, dass mir ein Kontakt mit Ihnen vielleicht helfen könnte. Hintergrund ist, dass ich in einer Ehe lebe, bei der ich mich frage, ob sie noch Substanz hat.
Ich bin 18 Jahren verheiratet. Seit über etwas sechs Jahren habe ich mit meiner Frau keinen Sex mehr. Für mich ist das ein Zeichen für fehlender Kommunikation. In der Anfangszeit habe ich diesen Zustand noch angesprochen, aber für sie war das offensichtlich kein Problem. Ich habe sie auch direkt gefragt, ob sie möchte, dass ich fremd gehe. Dazu kam keine Antwort.
Und so ist es all die letzten Jahre gewesen – offensichtlich ist es für sie keine Beeinträchtigung, dass unser Sexualleben praktisch nicht existent ist. Ich könnte manchmal platzen, insbesondere dann, wenn ich wieder einmal einen Versuch der Annäherung mache.
Es geht mir dabei nicht nur um Sex, es geht mir auch um Zärtlichkeit. In punkto Zärtlichkeit spüre ich manchmal ein Entgegenkommen. Immer geht die Initiative dann aber von mir aus. Aber es geht mir auch nicht nur um Zärtlichkeit.
Für mich gehört Sexualität zu einem erfüllten Leben. Dieses Thema bei meiner Frau immer wieder anzusprechen, ist, wie wenn man weitschweifig einen gerade erzählten Witz erklären will. Es ist für sie kein Thema. Und ich spüre es auch an ihren physiologischen Reaktionen, dass ich sie nicht errege. Dabei glaube ich, dass ich ihr und uns genügend Zeit lasse. Ich komme nicht gleich „zur Sache“. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, dass es für uns irgendwann noch einmal eine intakte Beziehung geben könnte. Sie hat kein Interesse an mir. Das verletzt mich.
Offensichtlich bin ich aber für viele andere Frauen nicht unattraktiv. In den letzten Jahren bin ich mehr und mehr empfänglich geworden, wenn mir attraktive Frauen schöne Augen machen. Daraus haben sich einige Liebesbeziehungen ergeben. Die Bezeichnung „Affären“ wäre nicht angemessen dafür, dafür war auch bei mir zu viel Gefühl dabei. Die Liebe war aber von Anfang nie so stark, dass ich bereit gewesen wäre, alles aufzugeben, was mein Leben bestimmt – insbesondere meine Familie. Das habe ich meinen Partnerinnen von Anfang an gesagt. Sie haben dies in Kauf genommen, aber irgendwann wurden dann doch die Forderungen erhoben, mich für sie zu entscheiden. Die Konsequenz war früher oder später, dass die Beziehung endete. Alle Frauen, mit denen ich in den letzten Jahren zusammen war scheinen aber den Sex mit mir genossen zu haben. Drei von ihnen haben wir auch ausdrücklich gesagt, dass ich ein „wundervoller Liebhaber“ sei. Und man spürt es doch auch, ob körperlich etwas überspringt.
Gegenüber meiner Frau habe ich einmal auch mit offenen Karten gespielt. Ich sah damals keine anderen Ausweg, um meiner Geliebten zu zeigen, dass ich sie nicht verstecken möchte, dass ich meiner Frau von dem Verhältnis erzählt hatte um zu erreichen, dass wir uns zu dritt in einen modus vivendi einrichteten. Wenn meiner Frau Sexualität nichts bedeutete, dann wäre das vielleicht ein gangbarer Weg – zumal ich ein ähnliches, offensichtlich funktionierende Beispiel aus dem Bekanntenkreis vor Augen hatte. Die Sache ging gründlich schief, weil dann beide Frauen an mir herumzerrten.
Dieses rastlose Leben führe ich nun seit acht Jahren. Seit knapp zwei Jahren habe ich eine „feste“ Liebesbeziehung mit einer ... . Wir treffen uns vielleicht alle zwei Monate, ... . Eigentlich es das mir zu wenig, aber das berufliche Umfeld – ... erlaubt es nicht, dass wir zusammen kommen.
Was mich stört, ist, dass sie die Nummer zwei ist, die ich verstecken muss, zu der ich mich nicht bekennen kann. Wir haben kein Leben mit Aktivitäten, wo wir als Paar auftreten können.
Weiterhin führe ich mein Doppelleben und habe den Eindruck sehr gehetzt zu sein und immer in einem unehrlichen Zustand zu leben. Die Lügerei geht mir auf die Nerven.
Ich könnte mir aber vorstellen, mit meiner Frau wieder da anzufangen, wo wir vor sagen wir einmal acht Jahren waren. Bislang waren alle meine Bemühungen erfolglos. Auch wenn ehrlich gesagt kein keine große Hoffnung habe, möchte ich doch den Kontakt mit Ihnen suchen, vielleicht haben Sie eine Idee?
Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Zeilen zu lesen. Über eine Antwort würde ich mich freuen.
...
Hallo ... ,
Erstens: Erzwingen lässt sich spontane Sexualität und Zärtlichkeit nicht. Daher sind auch alle offensichtlichen Versuche durch Manipulation dies erreichen zu wollen zum Scheitern verurteilt.
Zweitens: "Ich könnte mir aber vorstellen, mit meiner Frau wieder da anzufangen, wo wir vor sagen wir einmal zehn Jahren waren." Das können Sie nicht, da gestern gestern ist und heute heute. Sie können aber da anfangen, wo Sie heute sind. Dazu brauchen Sie das gestern nicht.
Drittens: Bitten Sie Ihre Frau, an einer Paartherapie teilzunehmen.
Viertens: Ist dies nicht möglich, können Sie eine Einzelberatung beginnen und dies gegenüber Ihrer Frau auch öffentlich machen, dass sie dort in bestimmten Abständen eine Stunde in Anspruch nehmen um wichtige Lebensthemen zu besprechen. Es ist kaum möglich, dass dies bei Ihrer Frau nicht auch zu bestimmten Aktivitäten führt. Das System wird so destabilisiert und es wird wieder Entwicklung möglich.
Fünftens: Führt das alles nicht weiter, sehe ich hier zur Zeit nur die beiden Möglichkeiten, dass es so weitergeht wie bisher oder dass Sie und Ihre Frau den den Konflikt zuspitzen. Sie können das machen, in dem Sie gegenüber Ihrer Frau "mit offenen Karten" spielen und das Verhältnis zu der anderen Frau publik machen und dies auch stärker als bisher auch öffentlich leben. Dies kann - muss aber nicht - in letzter Konsequenz zu einer Trennung von ihrer Frau führen. Aber wo gibt es schon Entwicklung zum Nulltarif.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 8. September 2005 15:29
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Bin weiblich.
Hallo,
mit viel Vergnügen habe ich Ihre Seite gelesen und musste sehr oft schmunzeln.
Ich hätte da mal eine Frage an Sie und hoffe sehr, dass ich diese stellen darf, obwohl ich eine Frau bin. ;-)
Es geht um meinen Freund, der ein solches Prachtexemplar wie von Ihnen beschrieben, zu sein scheint. ( Alles in allem ein sehr guter Kerl - doch sehr wortkarg, leicht eingeschnappt und dann durchaus auch mal eine längere Zeit auf Tauchstation. ) Naja.
Gerade wieder aufgetaucht, erklärt er mir, dass er mich nur noch auf freundschaftlicher Basis treffen möchte, da er dem Druck, mich mir als "richtiger" Partner mit allen Pflichten umgarnen zu müssen, nicht stand halten kann. Er habe Angst und davor, keine Freiheit mehr haben zu können, weil ich auch immer frage "Wann sehen wir uns wieder usw.?" und deswegen sei es leichter für ihn, keinen Sex mehr mit mir zu haben, da er dann mit unverbindlicheren Gefühlen zu mir kommen kann. Nochmal naja. Irgendwie versteh ich schon, was er meint. Aber doch bin ich auch sehr erstaunt. Denn unser Sex war sehr zufriedenstellend.
Wir "verkehrten", im wahrsten Sinne des Wortes- sehr gut miteinander. Deswegen wundert es mich schon sehr, dass er da die radikale Schiene fährt. Eine andere Frau hat er nicht.
Nun meine Frage: Würden Sie mir als Mann mal bitte einen Tipp geben, wie ich ihn aus dieser Position wieder rauskriege? Besteht da eine Chance oder soll ich es lassen?
Anmerkung: Wir verstehen uns gut. Haben ein entspanntes Verhältnis. Nach wie vor. Mein Bauchgefühl sagt mir lediglich, dass er jede Form von "kommst du am Freitag-Fragen" verabscheut, weil er seine "Freiheit" davon laufen sieht.
Was meinen Sie zu diesem heißen Thema?
Danke für ein paar Zeilen.
...
Hallo Frau ...,
Sie berühren hier das interessante Thema von Abhängigkeit und Autonomie. Beides kann man als sinnvolle Pole auf einem Beziehungsband ansehen. Einerseits sind wir als Menschen und im speziellen als Männer und Frauen von einander und natürlich auch von der uns umgebenden Natur abhängig, andererseits suchen wir nach einem gewissen Maß von Unabhängigkeit, also Autonomie. Das individuelle Bedürfnis nach Autonomie ist bei jedem Menschen verschieden und kann auch nicht losgelöst von der jeweiligen Beziehung gesehen werden, in der man sich gerade befindet. Um so größer der Wunsch des einen Partners nach Verbindlichkeit und Nähe sein mag, um so größer kann der Wunsch des anderen werden, sich dieser Verbindlichkeit und Nähe zu entziehen, um so real oder vermeintlich seine Handlungsfreiheit zu bewahren.
Das ist vielleicht so ähnlich wie in der netten Geschichte, die der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick erzählt:
"In einem Reitclub von São Paulo passiert es, dass von einer dort befindlichen Terrasse, die nur über ein niedriges Geländer verfügt, immer wieder Personen hinunterfallen und sich dabei schwer verletzen. Ein Anthropologe soll der Sache nachgegangen sein und kam zu einem Resultat, dass es in verschiedenen Kulturen verschiedene Regeln gibt, wie der Abstand zu sein hätte, wenn zwei Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Der "richtige" Abstand bei einem Gespräch in Nordamerika ist die Armlänge. In Südamerika (und Mitteleuropa) ist der "richtige" Abstand geringer als eine Armlänge. Ein Nordamerikaner und ein Brasilianer kommen auf der Terrasse ins Gespräch. Der Nordamerikaner stellt den "richtigen" Abstand her, eine Armlänge, der Südamerikaner stellt darauf hin den "richtigen" Abstand her, er rückt auf. Der Nordamerikaner rückt zurück und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her, der Südamerikaner rückt auf und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her. Der Nordamerikaner rückt zurück und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her, der Südamerikaner rückt auf und stellt damit wieder den "richtigen" Abstand her. ... , der Nordamerikaner rückt zurück, um den "richtigen" Abstand herzustellen und fällt schließlich rücklings über das zu niedrige Geländer.
Tiefenpsychologisch betrachtet würde die Diagnose gestellt, der Nordamerikaner folge seinem Todestrieb. Wir sehen jedoch, dass es das Beharren und Insistieren auf den "richtigen" Abstand in der Interaktion der beiden Gesprächspartner ist, dass schließlich dazu führt, dass der Nordamerikaner die Terrasse herunter fällt."
Vermutlich bekommen Sie Ihren Freund aus der Position wieder raus, in dem Sie eine größere Distanz zu ihm einnehmen. Vielleicht planen Sie mal IHre Freitage ohne ihn. Und wenn er sich meldet, können Sie ihn fragen, was er denn für Wünsche nach Kontakt hat und schauen, ob Sie ihm diese erfüllen können und wollen oder nicht.
Fragt sich nur, ob Sie das erreichen, denn möglicherweise läuft das Ihrem Interesse nach Nähe und Verbindlichkeit recht stark zuwider. Wenn dem so wäre, steht für Sie vielleicht das Thema Leiden auf der Tagesordnung.
"Wir wollen nun auch die Bedeutung des Leidens untersuchen. Die schöpferische Lösung, so haben wir gesagt, ist den kriegführenden Parteien nicht bekannt; sie ergibt sich erst aus dem Konflikt. In diesem Konflikt werden die Parteien, ihre Gewohnheiten und Interessen, teilweise zerstört; sie erleiden Niederlagen und Schmerzen, In sozialer Kooperation streiten sich die Partner also und machen sich kaputt, sie hassen den Konflikt. Der Dichter, der ein Gedicht macht, ärgert sich über ein störendes Bild, das sich eindrängt, oder über einen Gedanken, der ihn vom Thema wegführt; er zerbricht sich den Kopf, klammert sich an seinen Vorwurf, kommt durcheinander und ins Schwitzen. Wer in einen Konflikt verwickelt ist, kann den Schmerz aber nicht vermeiden, denn ihn jetzt zu unterdrücken, würde nicht Lust, sondern Unlust bereiten, Langeweile, Unbehagen und nagenden Zweifel. Außerdem wirkt der Konflikt selbst im Schmerz noch erregend. Wie wird nun der Schmerz tatsächlich am Ende doch noch verringert?
Indem man schließlich »aus dem Weg geht«, um die große Regel des Tao zu zitieren. Man löst sich von seiner vorgefaßten Idee, wie es ausgehen »müßte«. Und in die so entstandene »fruchtbare Leere« strömt die Lösung ein. Das heißt, man wird handgemein, spielt die eigenen Interessen und Fertigkeiten aus, läßt sie aufeinanderprallen, um den Konflikt zuzuspitzen und um sie zerstört und verändert in die heraufdämmernde Ideeeingehen zu lassen; und schließlich klammert man sich an seine Interessen nicht mehr als an die »eigenen Interessen. Inder Erregung des Schöpfungsvorgangs findet man zu einer schöpferischen Unparteilichkeit zwischen den sich befehdenden Kontrahenten, und dann, in einem ganz unverantwortlichen, fröhlichen Gemetzel, tobt nun wahrscheinlich jeder der Kontrahenten alle seine Aggressionen für und wider die eigene Seite aus. Aber das Selbst wird nun nicht länger zerstört, denn es findet letzt erst heraus, was es ist.
Die Frage ist nun wieder, ob dieselbe Interpretation der Bedeutung von Schmerz und Leiden und der Mittel, sie zu lindern, für somatische wie für emotionale Schmerzen und Leiden gilt. Wir wollen uns für einen Augenblick vergegenwärtigen, welches die Funktion von Schmerz ist.
Schmerz ist in erster Linie ein Signal; er lenkt Aufmerksamkeit auf eine unmittelbar drohende Gefahr, zum Beispiel für ein Körperorgan. Die spontane Reaktion ist, aus dem Weg zu gehen, oder, wenn das nicht möglich ist, den Gefahrenherd zu vernichten. Kreatürliches Leben bleibt beim Schmerz oder Leiden nicht lange stehen; wenn der Schaden fortwirkt und nichts sinnvoll getan werden kann, um ihm abzuhelfen, wird das Lebewesen für den Schmerz taub oder sogar ohnmächtig. (Die neurotische Reaktion, den verletzten Körperteil zu berühren, um den Schmerz hervorzulocken, ist ein Wunsch nach Empfindung an der unempfindlichen Stelle; auch dies ist wahrscheinlich ein nützliches Signal, wenn auch schwer zu interpretieren.)
Welches ist nun die Funktion langwierigen Leidens, wie es unter Menschen häufig ist? Wir wollen die Vermutung wagen, daß es uns dazu bewegen soll, uns des unmittelbar gegenwärtigen Problems anzunehmen und dann aus dem Weg zu gehen, alle Kräfte gegen die Gefahr aufzubieten und dann aus dem Weg zu gehen, nutzloses Befangensein zu lockern, den Konflikt toben und zerstören zu lassen, was zerstört werden muß.
Nehmen wir zwei einfache Fälle zur Illustration: Ein Mann ist krank; er versucht, seinen Geschäften nachzugehen und leidet; zu der Einsicht gezwungen, daß er nun ein ganz anderes Geschäft hat, kümmert er sich um seine Krankheit, legt sich hin und wartet; das Leiden läßt nach, und er schläft ein. Oder der Tod eines geliebten Menschen: Es gibt einen traurigen Konflikt zwischen intellektuellem Hinnehmen einerseits, Wünschen und Erinnerungen andererseits. Der Durchschnittsmensch versucht sich abzulenken, wer aber mehr von sich verlangt, gehorcht dem Zeichen und gibt sich dem Leiden hin; er ruft sich die Vergangenheit zurück und sieht seine Gegenwart hoffnungslos versperrt. Er weiß nicht, was er tun soll, jetzt, da alles aus den Fugen ist; die Trauer, die Verwirrung und das Leiden dauern lange, denn so vieles muß zerstört und vernichtet und so vieles assimiliert werden, und währenddessen darf er nicht seinen unwichtigen Geschäften nachgehen und den Konflikt vorsätzlich unterdrücken. Schließlich ist die Trauerarbeit erledigt, der Mensch verändert; er nimmt nun eine Haltung schöpferischen Desinteresses ein, und alsbald werden neue Interessen vorrangig.
Emotionales Leiden ist ein Mittel, die Isolierung des Problems zu verhindern, damit das Selbst im Durcharbeiten des Konflikts im Felde des Gegenwärtigen wachsen kann. Je eher man bereit ist, im Ankämpfen gegen den zerstörerischen Konflikt nachzugehen, desto schneller ist das Leiden vorüber. (Diese Interpretation des Leidens als Trauer, als Mittel, das alte Selbst fahren zu lassen, um sich zu ändern, erklärt, warum Leiden von selbstzerstörerischem Verhalten begleitet ist, wie etwa sich die Haut zu zerkratzen, sich gegen die Brust zu schlagen, sich die Haare zu raufen.)
Der Arzt sieht natürlich im Gefühlskonflikt und im Leiden die Gefahr, der Patient könne sich im Wüten gegen sich selbst zerstören, sich in Stücke reißen. Dies ist wirklich eine Gefahr. Aber man begegnet ihr nicht notwendig mit der Schwächung des Konflikts, sondern mit der Stärkung des Selbst und des Selbstgewahrseins. Wenn man sich klarmacht, daß der Konflikt der eigene Konflikt ist und daß man sich selber in Stücke reißt, so tritt ein neuer dynamischer Faktor in die Situation ein, nämlich man selbst. Dann, wenn der Konflikt ausgefochten und zugespitzt wird, erreicht man früher oder später die Haltung der schöpferischen Unparteilichkeit und identifiziert sich mit der heraufdämmernden Lösung."
Perls/Hefferline/Goodman "Gestalttherapie. Grundlagen", dtv Klett-Kotta, 150-152
Ich wünsch Ihnen einen interessanten Weg.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Montag, 5. September 2005 15:33
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Trennung - mein Vater ist verunsichert
Guten Tag Herr Thiel,
ich bin zwar weiblich aber da es meinen Vater betrifft und er die e-mail nicht schreiben würde, hoffe ich trotzdem auf Ihre Hilfe.
Das Problem liegt in der Beziehung - besser gesagt der jetzt erfolgten Trennung - meines Vaters mit einer Frau.
Die Frau war jetzt schon seit über 7 Jahren mit ihm liiert. Sie ist etwas begriffsstutzig und hatte auch sonst einige Probleme bei uns, was sich aber mit der Zeit gelegt hatte. Doch in letzter Zeit ist ziemlich viel passiert.
Als ich und mein Vater auf meinem Abiball waren ist sie grund- und wortlos verschwunden, das gleich für eine Woche. Meinem Vater ging es sehr schlecht und als sie wiederkam gab sie mir irrsinnigerweise die Schuld, weil ich sie nicht dabei haben wollte. Deswegen hat sie meinen Vater eine Woche leiden lassen. Sie hat kein Vertrauen mehr zu ihm, meint er ginge ihr fremd, diskutiert über alles, egal ob sinnig oder unsinnig, redet ihm ständig in Entscheidungen rein und verletzt ihn permanent mit dummen unüberlegten Bemerkungen. Außerdem wirft sie ihm vor, dass er faul und geizig sei. Die Zeit die sie mit ihm verbringt ist nur abends vor dem Fernsehr und halt nachts sowie an Wochenenden, an denen er aber meist auch allein unterwegs
ist.
Die wenigen positiven Punkte die ich finden konnte sind dass sie das Essen bezahlt hat, sie war über 6 Jahre mit ihm zusammen, mein Vater braucht eine Frau an seiner Seite und sie hat die Wohnung sauber gemacht.
Ich finde aber, dass das nicht reicht. In letzter Zeit habe ich meinen Vater während ihrer Anwesenheit kein einziges Mal zufrieden gesehn. Da ich zwischen Abitur und Studium stehe bin ich zurzeit zu Hause und deswegen konnte ich das die gesamte Zeit beobachten.
Nun hat mein Vater am Samstag den Schlussstrich gezogen. Er meint, dass sie keine Beziehung mehr unter diesen Umständen führen können, zumal sie nur noch schimpft und Misstrauen gegen ihn hegt. Sie ist aus der Wohnung wieder in ihre eigene gezogen, da sie bei uns nur Anziehsachen und weniges anderes hatte.
Seitdem tyrannisiert sie ihn aber richtiggehend mit Anrufen und SMS und sagt es täte weh und sie wolle zurück.
Eben hat mich mein Vater angerufen. Er arbeitet heute, trotzdem hat er die Mittagspause dafür genutzt. Er denkt ständig an sie und fühlt sich mies und allein. Ich denke, dass das normal ist, bei dem Stress den sie macht. Und ich finde es unfair von ihr.
Nun weiß er nicht mehr was er tun soll. Ich werde in einem Monat ausziehn und er hat Angst vor der Einsamkeit.
Aber reicht das aus, um es schon wieder zu versuchen? Dieser Zustand zwischen ihnen dauert mittlerweile nämlich schon über ein halbes Jahr an, wenn nicht noch länger und es gab immer wieder Fast-Trennungen.
Ich denke, dass da endlich ein Schlussstrich gezogen werden muss, weil es meinen Vater jetzt schon so lange so stark belastet.
Aber für ihn ist es nicht so einfach. Wie gesagt, gerade jetzt leidet er besonders.
Heute Abend möchte er mit mir darüber sprechen. Und ich weiß wirklich nicht,
was das Beste ist. Bitte helfen Sie mir.
Vielen Dank.
--
Hallo ...,
was "das Beste" ist, weiß sicher niemand. Ihr Vater und seine Frau sind offenbar in einem destruktiven Kommunikationszirkel verfangen, aus denen sie von allein nicht herauskommen zu scheinen. Von daher kann ich den beiden von hier aus nur empfehlen, mal zu einem kompetenten Paarberater zu gehen.
...
Einen "Schlussstrich" können die beiden bei Bedarf dann immer noch ziehen.
Wenn die beiden das nicht machen und ihr "Spiel ohne Ende", mit dem sie immer wieder Distanz herstellen und Nähe vermeiden, weiterführen, so muss man das als Außenstehender und dazu gehören Sie als Tochter auch in einem gewissen Maße, sicher respektieren, auch wenn es weh tut.
Aus ihren Zeilen entsteht bei mir der Eindruck, dass Sie als Tochter und die Frau Ihres Vaters in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Wenn dem so wäre, könnte es eine lohnenswerte Aufgabe für beide Frauen sein, sich diese bewusst zu machen und nach einem anderem, vielleicht auch zukünftig freundschaftlichen Umgang miteinander zu suchen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Vater nicht als Beraterin zur Seite stehen müssen und daran scheitern. Ich glaube, das kann keine gute Aufgabe für eine Tochter sein.
Gutes Gelingen
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Freitag, 5. August 2005 20:32
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Paarberatung
Sehr geehrter Herr Thiel,
Ich weiss nicht mehr weiter und wuerde mich freuen, wenn Sie mir einen Tipp geben koennten.
Ich bin 28 Jahre alt und seit 3 Jahren verheiratet. Ich kenne meinen Mann seit 4 Jahren. Mein Mann ist US Buerger und wir sind seit April in ... stationiert.
Unsere Beziehung eskaliert immer mehr. Mein Mann redet nie ueber seine Gefuehle oder laesst mich wissen was ihn bedrueckt. Er gibt mir das Gefuehl, das ich nichts wert bin. Ich koche, wasche, putze und versuche ihm eine gute Frau zu sein. Er unternimmt gar nichts mit mir und ich langweile mich. Mir faellt die Decke auf den Kopf.
Ich versuche ihn dann mit Erpressungen zu irgendwelchen Reaktionen zu zwingen, aber ohne Erfolg. Er moechte keine Scheidung, aber er ist auch nicht faehig mit mir zu Eheberatung zu gehen, da er der Meinung ist, dass wir keine Probleme haben.
Ich bin daher zu einer Eheberatung alleine gegangen und die Therapeutin meinte, mein Mann waere narzisstisch veranlagt und ich muesste ihn verlassen. Ich habe meinem Mann natuerlich davon erzaehlt und jetzt hat er gar keine Lust mehr, irgendwas zu unternehmen.
Kurz zu mir:
Mein Vater ist ... und war nie da, nur am Wochenende (... Jahre lang).
Meine Mutter hat mich immer fuer ihr Leben verantwortlich gemacht und mich emotional missbraucht.
Seit Jahren versuche ich zu mir selbst zu finden und dachte mein Mann waere endlich die Erfuellung, als ich ihn geheiratet habe.
Kurz zu meinem Mann:
Er ist bei seiner ... aufgewachsen. Seine Mutter hat nur ein paar Haueser weiter gewohnt, aber sie war zu jung, um ihn zu erziehen (... Jahre).
Er ist sehr introvertiert und spricht nie ueber seine Gefuehle. Auch hat er keine Ziele und keine Traueme, behauptet er.
Ich weiss wirklich nicht mehr weiter. Ich moechte uns helfen, aber weiss nicht wie.
Wenn ich in Deutschland waere, wuerde ich Ihre Klinik besuchen. Leider ist das nicht der Fall, hoffe aber, dass Sie mir vielleicht trotzdem antworten?
Ich waere Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Gruessen
...
----- Original Message -----
From: männerberatung.de
To:
Sent: Saturday, August 06, 2005 5:05 AM
Subject: AW: Paarberatung
Liebe Frau ... ,
leider habe ich gerade keine Idee, wie ich Sie unterstützen könnte. Haben Sie vielleicht eine?
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Samstag, 6. August 2005 21:13
An: männerberatung.de
Betreff: Re: Paarberatung
Lieber Herr Thiel,
Danke fuer Ihre schnelle Antwort.
Jetzt zu Ihrer Frage:
- Ich kann mir schon vorstellen warum Sie mir diese Frage stellen.
Wahrscheinlich moechten Sie mich nicht belehren, sondern mir helfen meine eigene Antwort auf meine Fragen zu finden/akzeptieren.
Ich habe viele Seiten im Internet bezueglich "Narzissmus" gelesen und muss feststellen, dass mein Vater teilweise oder auch ein Narzist ist.
Ich liebe meinen Vater sehr und bin stolz auf beide Eltern, weil diese seit ... Jahren verheiratet sind.
Meine Eltern haben beide viel durchgemacht, aber trotzdem sind sie noch zusammen.
Von meiner Mutter habe ich die Einstellung, dass es nunmal normal ist fuer den Mann den Haushalt zu schmeissen, in die Arbeit zu gehen und ihn zu unterstuetzen.
Die amerikanische Therapeutin hat eine andere Einstellung. Sie antwortete, meine Auffassung haette auch etwas mit der Nationalitaet zu tun.....right.
Ich glaube, dass ich mich erst selbst finden muss, damit ich meinem Mann Liebe geben kann.
Ich bin immer der Meinung, wenn ich putze, dann zeige ich ihm wie sehr ich ihn liebe.
Wenn ich von meinem Mann dann keine Aufmersamkeit bekomme, bin ich traurig oder entaeuscht.
Ich sollte ihn nicht zwingen, mir Liebe zu geben oder zu zeigen.
Ich habe mich wieder beruhigt und nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es in der Welt keinen Menschen geben kann, der 100%ig normal ist. Mein Mann misshandelt mich nicht. Er ist introvertiert, aber das muss doch nicht heissen, dass er ein Narzisst ist?
Er arbeitet und hat im Moment alle Verantwortung, da ich noch keine Arbeit gefunden habe.
Ich werde jetzt einfach abwarten. Am ... habe ich ein Vorstellungsgespraech und hoffe, dass ich bald eine Arbeit bekomme.
Wenn ich bald einen Job habe und es sollte sich dann immer noch nichts verbessern (auf beiden Seiten), dann muss ich eine Entscheidung treffen.
Ich wuerde wirklich gerne in Ihre Beratungsstelle kommen. Leider bin ich ein paar Kilometer zu weit entfernt, smile!
Wie funktioniert das mit der Online Sitzung?
Wieviel wuerde mich das kosten? Ist Einzelberatung sinnvoll?
Fuer Ihre Zeit bedanke Ich mich.
Ich hoffe darauf, von Ihnen eine Antwort zu bekommen.
Liebe Gruesse,
...
Liebe ... ,
Sie haben wohl recht, ich will Sie nicht belehren. Allerdings könnte ich das wohl auch gar nicht, da ich gar nicht wüsste worüber ich Sie belehren sollte.
Ich könnte Ihnen aber meine Auffassung mitteilen, z.B. die, dass ich nicht viel von Etikettierungen wie z.B. das Etikett "Narzisst" halte. Wozu sollte das gut sein, außer dazu zu glauben, man wüsste nun woran man ist und was man zu tun hätte.
"Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es in der Welt keinen Menschen geben kann, der 100%ig normal ist".
Ich wiederum weiß gar nicht, was "normal" ist.
"Ich glaube, dass ich mich erst selbst finden muss, damit ich meinem Mann Liebe geben kann."
Was soll das denn sein, sich selbst zu finden? Der Mensch ist ja kein Einsiedler, der sich in der Einsamkeit finden kann, sondern ein Beziehungswesen, das der anderen Menschen bedarf, um sich "zu finden".
"Wenn ich bald einen Job habe und es sollte sich dann immer noch nichts verbessern (auf beiden Seiten), dann muss ich eine Entscheidung treffen."
Wieso müssen Sie da eine Entscheidung finden? Was denn für eine von den Millionen und Abermillionen möglichen Entscheidungen.
Lieber Gruß
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 7. August 2005 22:34
An: männerberatung.de
Betreff: Re: Paarberatung
Lieber Herr Thiel,
Ich moechte Ihnen danken. Danke fuer Ihre Auffassung.
Es waere wirklich schoen gewesen Sie persoenlich kennen zu lernen. Vielleicht habe ich/wir einmal die Chance.
Ich hatte die selbe Schlussfolgerung, aber ich war mir nicht sicher, ob ich daran festhalten sollte.
Ich hab an mir und unserer Beziehung gezweifelt, weil eine Therapeutin mich/uns in eine Schublade stecken wollte.
Mein Mann und ich hatten gestern Abend ein wunderbares Gespraech und ich bin mir sicher, dass alles wieder gut wird. Wir muessen uns nur beide die Chance geben zu wachsen.
Vielen, lieben Dank Herr Thiel.
Sonnige Gruesse aus ... .
...
PS: Sie machen Ihren Job wirklich gut. Sie sind wirklich ein sehr guter "Berater".
Liebe ... ,
alles wird sicher nicht gut, denn zum Leben gehört es wohl auch, dass wir Schwierigkeiten und Probleme haben und wenn wir die einen bewältigt haben, tauchen auch mal neue auf.
Das ist wie mit dem Wetter, da scheint ja auch nicht jeden Tag die Sonne.
Ich wünsch Ihnen und Ihrem Mann viel Lebensfreude.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Dienstag, 21. Juni 2005 08:01
An: info@maennerberatung.de
Betreff: fehlende kommunikation und mehr...
Wichtigkeit: Hoch
Hallo und einen sonnigen guten tag,
heute bin ich auf ihre webseite gestoßen und fand es toll, dass man sich bei ihnen per mail einen rat einholen darf, was ich hiermit gerne tue.
Mein thema ist die fehlende kommunikation mit meinem freund.
Wir sind grade über 2 jahre zusammen. Wir lieben uns sehr und ich weiß, dass er zu mir steht.
Wir führen eine fernbeziehung, die ganz gut funktioniert, da wir uns meistens alle 2 wochen für ein we. oder jetzt in der sommerzeit sogar auch für 2 wochen am stück sehen.
Nach ca. 2-3 monaten beziehung ist mir aufgefallen, dass mir etwas bei ihm fehlt, die kommunikation.
Wir reden heute auch nicht über unsere gemeinsame zukunft (er 42 j., ich 35 j.), beide kinderlos.
Vieles ist für ihn selbstverständlich geworden, was ihm aber auch bewusst ist, er aber sich nicht bemüht etwas daran zu ändern.
Er sagte er ist eben ein ruhiger geselle, so verbrachten wir z.B. ein We. In ... ohne interessante gespräche oder liebevolle worte füreinander.
Solche momente frustrieren mich endlos und machen mich sehr unglücklich, weil wir uns ja lieben und entsprechend auch glücklich miteinander sein sollten. Für ihn ist alles perfekt, ok und er ist zufrieden so wie unsere beziehung ist.
Er tut alles für mich (naja fast ;-), aber die tiefgehenden gespräche z.B. über das was uns bewegt, was wir uns wünschen unsere gemeinsamen visionen fehlen mir einfach. Er sagte es kommt eh immer anders als man plane und sich vornimmt, daher sprechen wir auch nicht über eine gemeinsame zukunft. Ich wünsche mir sehnlichst noch ein kind, er ist absolut dagegen, hat angst um seine freiheit und er fühle sich (als verantwortungsvoller u. erflogreicher geschäftsmann) der sache nicht gewachsen.
Ich habe ihn schon häufig wegen dieser mankos in unserer beziehung angesprochen. Diskussionen, liebesbriefe, verzweifelte briefe, szenen…
ich habe ihm das buch „männer sind anders, frauen auch“ geschenkt, das ungelesen im regal steht.
Meine gedanken kreisen nur allzuoft darum die beziehung zu beenden, da ich mich nicht von ihm verstanden fühle und weil er meine bedürfnisse anscheinend „wirklich unwissentlich“ ignoriert. Er würde auch nie auf den gedanken kommen mich mal zwischenzeitlich zu fragen, wie ich mich denn nun fühle. Er hatte mir in einem sehr ersten gespräch versprochen (ich war nahe dabei die beziehung zu beenden) sich hinsichtlich der fehlenden kommunikation zu bemühen mir einwenig entgegen zu kommen. Mehr erwarte ich auch nicht…
Ich könnte jetzt endlos meine geschichte schreiben, aber das bekannte fenomän kennen sie nur zu gut.
Mein wunsch ist mit diesem man zusammen zu bleiben, ihn auch mehr zu verstehen, dass er eben ruhiger ist als andere menschen.
Es ist aber auch mein wunsch mit ihm meine gedanken und gefühle zu teilen und dass er sich einwenig mit einbringt.
Ich möchte, trotz seiner bedenken, mit ihm eine familie gründen…naja, all das was sich fast jede frau wünscht.
Meine fragen an sie sind folgende:
Ich fühle mich mit meinen gedanken wie ein sklave meiner selbst. Wie kann ich am besten davon lösen?
Wie kann ich geschickt etwas in ihm bewegen, dass er tatsächlich versteht, dass mir etwas wichtiges in der beziehung fehlt.
Wie kann ich ihn liebevoll dazu bringen mehr auf meine bedürfnisse einzugehen?
Wie kann ich für ihn mehr verständnis aufbringen, ich möchte ihn auch nicht mehr mit vorwürfen und unproduktiven diskussionen einengen und nerven. Wie kann ich dieses frau/man dilemma am geschicktesten lösen, damit beide seiten zufrieden in eine gemeinsame zukunft eintauchen können, mit mehr verständnis füreinander?
Für ihre zeit und ratschlag möchte ich mich bereits jetzt herzlichst bedanken.
Wenn sie meinen, dass sie bereits für die erste beratungsmail ein honorar benötigen, dann lassen sie mich das wissen.
Ich bin gerne bereit für meine zukunft und für ein weiteres zufrie