Paarberatung

 

 

 

 

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF

30.06.2014

 

 

 


Schlüsselwörter

Clinch, Co-Abhängigkeit, Interaktion, Interpunktion, Paarberatung, Paartherapie

 

 

 

 

Treffen sich zwei Männer auf der Straße. Fragt der eine: „Wie geht’s?“ 

Klagt der andere: „Geht so. Meine Frau macht mich fertig. Ständig will sie Geld von mir.“ 

„Und“, sagt der Erste, „wie viel gibst du ihr?“

„Nichts“, antwortet der frustrierte Gatte.

 

 

 

Männern wird allgemein unterstellt, sie würden weit weniger zur Kommunikation bereit sein als Frauen. Frauen seien wesentlich emotionaler als Männer. Zum Nachweis dafür wird dann angeführt, dass es fast immer Frauen sind, die die Erstanmelder in einer Beratungsstelle sind. Und dass es Frauen sind, die in der Paarbeziehung die emotionalen Themen ansprechen. 

Tatsächlich stehen Männer Beratungsangeboten oft skeptisch gegenüber. Dies hat offenbar mehrere Gründe.

 

1. Männer vermuten, nicht zu unrecht, dass in Beratungsstellen überwiegend Frauen tätig sind, die Probleme haben, sich auf die Sichtweise eines Mannes einzulassen, bzw. mit diesem in einen konstruktiven und respektvollen beraterischen Kontakt zu kommen. Es viele mit öffentlichen Mitteln geförderte Beratungsstellen, an denen nur oder fast nur Frauen arbeiten. Gelegentlich werden sogar Paarberatungen oder Mediationen durch zwei im Co-Team arbeitende Frauen durchgeführt. Den umgekehrten Fall, dass zwei männliche Berater im Co-Team eine Paarberatung durchführen, kann man sich wohl kaum vorstellen. 

Der eklatante Männermangel in Beratungsstelen ist ein unakzeptabler Zustand, doch der Geld verteilenden Bürokratie auf der Ebene der Länder, Städte und Gemeinden fehlt der politische Wille und die Kompetenz, dies als ernstes Problem zu erkennen und abändern zu wollen. Man ist sich selbst genug.

Ist die Beratungsstelle nur oder überwiegend mit Frauen besetzt und die wenigen männlichen Berater erwecken auch noch den Eindruck, sie wären kastriert und verstünden sich als minderwertige Männer, wird der Mann in seiner Sorge bestätigt, ob er überhaupt ernst genommen wird.

 

2. Wenn die Frau Initiative für eine Paarberatung ergreift, ist der emotionale Beziehungskessel oft schon kurz vor der Explosion. Von daher trägt die Frau den Vorschlag an ihren Mann, eine Paarberatung aufzusuchen, oft in einem harschen Befehlston vor, was eine logische Folge der massiven Beziehungsstörung ist. Dem Mann bleibt aus Gründen des Selbstrespekts dann gar nichts anderes übrig, als den Befehl seiner Frau zu verweigern.

Im übrigen würden viele Männer aber auch eine freundliche Einladung ihrer Frau zu einer Paarberatung verweigern, denn ein richtiger Mann braucht keine Paarberatung, ein richtiger Mann braucht ein Bier, eine deftige Mahlzeit und will im übrigen in Ruhe gelassen werden mit solchen Psychokram, den die Frau aus irgendwelche Frauenillustrierten aufgeschnappt hat. Im übrigen müsste seine Frau nur wieder so sein wie früher, als man sich kennengerlernt hat, dann gäbe es auch kein Problem.

 

3. Viele Männer haben eine starke Aversion sich mit emotional geladenen Themen zu beschäftigen. Dies kann auch nicht verwundern, denn die traditionelle Jungenerziehung beruht darauf, den Jungen beizubringen, dass sie für die harten Sachen (Geld verdienen, Haus bauen, Auto fahren, Krieg führen, etc.) zuständig sind, während Frauen sich um die weichen Sachen kümmern (Bügeln, Wäsche legen, Babys den Po abwischen, Gefühle). Ein solcherart zum rational, asketischen und gefühlsreduzierten dressierten Mann macht auf Dauer keine einigermaßen sensible und kluge Frau glücklich, im Gegenteil, der Clinch ist vorprogrammiert, wird aber in vielen Beziehungen unter der Decke gehalten und verdrängt oder somatisiert (Verdrängung ins Körperliche), so etwa durch Störungen sexueller Funktionen, Herzprobleme, Autoimmunkrankheiten, Bandscheibenvorfälle, etc. 

Der traditionell erzogene Mann ist daher mehr oder weniger beratungsresistent, ja mehr noch, er stirbt lieber, als dass er auch nur probeweise mal mit seiner Partnerin in eine Beratungsstelle ginge. Einzig und allein eine tatsächlich im Raum stehende Trennung seitens seiner Partnerin wirkt gelegentlich noch als Notbremse. Da der Mann aber kein wirkliches Beratungsinteresse hat, sondern nur den Wunsch, dass die Frau durch sein konformes Verhalten ihre Trennungsabsicht doch noch einmal aufgibt. 

Trennt sich die Frau von einem solchen traditionellen Mann, so neigt dieser nicht selten zur Gewalt, was in tragischen Einzelfällen bis hin zur Tötung seiner ehemaligen Partnerin oder sogar seines eigenen Kindes geht. Offene und versteckte Suizide sind nicht selten.

 

4. Dass Männer in heterosexuellen Beziehungen zu den von ihren Partnerinnen  "vorgeschlagenen" Themen oft schweigen, hat oft weniger mit der generellen Ablehnung von Kommunikation durch die Männer zu tun, sondern oft damit, dass Frauen in ihrem Kommunikationsangebot schon vorab definieren, wo das Problem liegt, nämlich beim Mann und was getan werden müsste, damit das Problem behoben wird, nämlich der Mann muss sich ändern. Er muss liebevoller, pünktlicher, fleißiger,  ehrlicher, offener sein, seine Gefühle zeigen, nicht so wehleidig sein, er soll endlich erwachsen werden, nicht mehr so viel arbeiten, mehr Geld verdienen, früher nach Hause kommen, berufliche Karriere machen, mit Rauchen aufhören, nicht so nervös sein, sich mehr um die Kinder kümmern, sich um mehr soziale Kontakte bemühen, zu Elternabenden gehen, nicht zu Elternabenden gehen, nicht so lange von zu Hause wegbleiben, nicht vor dem Fernseher sitzen, in der Küche helfen, in der Küche nicht alles durcheinanderbringen, usw. usf. 

Um so mehr die Frau die Nähe sucht, um so mehr zieht sich der Mann zurück, dies ist ein Muster, das man wohl in vielen heterosexuellen Partnerschaften beobachten kann. Das dies so ist, hat vermutlich viel mit den Sozialisationsbedingungen zu tun, unter denen viele Männer und Frauen als Junge und Mädchen aufgewachsen sind. Der eigene Vater war meist real oder psychisch abwesend, was bei der Mutter dazu geführt haben kann, den Sohn als männlichen Partnerersatz zu benutzten.  Der Sohn erfuhr damit zweierlei, zum einen narzisstische Aufwertung durch die Mutter und zum anderen ein Abgrenzungsproblem zur Mutter. Dieses setzt er als erwachsener Mann fort. Die Suche nach narzisstischer Bestätigung durch die Partnerin bei gleichzeitigen Bemühen um Distanzierung von ihr.

Der Mann phantasiert die Partnerin als Mutterfigur. So kann man als Berater in der Einzelberatung oft erleben, dass sich Männer versprechen und sagen "meine Mutter", wenn sie ihre Partnerin meinen (Freudscher Versprecher). Auf Grund der noch nicht vollzogenen Ablösung von der eigenen Mutter sind viele Männer auch nicht in der Lage, sich in angemessener und konstruktiver Weise von Frauen abzugrenzen. Dies kann man auch bei vielen männlichen Politikern beobachten, die zu allen politischen Forderungen von Frauen ungeachtet ob deren Sinnhaftigkeit unreflektiert Ja und Amen sagen oder sich in traditioneller Männlichkeit im Schweigen und Aussitzen üben.

Angesichts der vielen widersprüchlichen Anforderungen ihrer Partnerinnen und fehlender Befähigung zur konstruktiven Abgrenzung, gehen viele Männer in die innere Emigration. Das haben sie schon als kleiner Junge mit ihrer Mutter gelernt und es scheint der einzig gangbare Weg zu sein, um sich der unerwünschten Erwartungen, Vorhaltungen und Ratschläge zu erwehren.

Der Gang in innere Emigration hat jedoch in der Regel eine Eskalation des Paarkonfliktes zur Folge. Denn der Gang in die Emigration stellt seinerseits einen versteckt aggressiven Akt der Verweigerung durch den Mann dar. Die Partnerin wird mit dem Beziehungsproblem allein gelassen. Es kommt zur Frustration und Wut. Der Konflikt spitzt sich zu. Früher oder später kommt zur inneren auch die äußeren Trennung. Paare die innerlich getrennt sind kann man gut in Restaurants beobachten, sie sitzen gemeinsam schweigend am Tisch, starren mürrisch in verschiedene Richtungen und als zufälliger Beobachter fühlt man sich wie erlöst, wenn sie endlich bezahlen und gehen.

 

Auch Töchter wachsen (wie auch Söhne) oft unter permanenten Vatermangel auf. Die Tochter  hungert nach erfahrbarer Männlichkeit (Väterlichkeit). Für die erwachsen gewordene Tochter muss dies nun ihr Partner gutmachen und befriedigen. Die Katastrophe ist vorprogrammiert. Die Frau giert nach der Aufmerksamkeit und Zuwendung durch den Mann, während der Mann sich gleichzeitig von der Frau zurückzieht. Bleibt der Konflikt ungelöst, kommt es in der Partnerschaft früher oder später zu massiven Symptomen wie Krankheit, psychische und physische Gewalt. Eine Trennung ist dann mehr oder weniger unvermeidlich, wenn die beiden nicht im ungelösten Kampf miteinander verbleiben wollen.

 

Um die Beziehung wieder lebendig werden zu lassen, ist es notwendig den Konflikten in einer ehrlichen, konstruktiven und den anderen respektierenden Art und Weise Raum zu geben. Bei uns heißt Paartherapie - ein besseres Wort fällt und leider nicht ein - sich dem Konflikt zu stellen, denn - die Wahrheit beginnt zu zweit - wie der verstorbene Paartherapeut Michael Lukas Moeller so schön sagte. 

Erfahrungsgemäss werden zentrale Paarkonflikte häufig durch eine Reihe vorgeschobener Nebenkampfschauplätze vernebelt. Berühmt geworden ist der historische Streit um das richtige Ausdrücken von Zahnpastatuben. Seitdem diese aber nicht mehr aus Aluminium bestehen, müssen notwendigerweise andere Konfliktobjekte her. Beliebt ist z.B. der Konflikt, wo und wie werden die Schuhe im Haustürbereich der Wohnung abgestellt oder wer bringt den Mülleimer runter.

In einer Paarberatung (Paartherapie) , es geht bei nicht darum, "den Schuldigen" oder "die Schuldige" herauszufinden oder Ratschläge zu erteilen. In einigen Frauenberatungsstellen mag das anders sein. Dort wird, zumindest nach dem was öffentlich wahrzunehmen ist, häufig eine Täter-Opfer-Dichotomie unterstellt, bei der die Frau immer das Opfer und der Mann immer der Täter ist. Möglicherweise hängt das mit der eingeschränkten Wahrnehmung der dort tätigen weiblichen Beraterinnen zusammen, die eigene Verantwortlichkeit ablehnen und eigene Anteile von Täterinnenschaft verdrängen oder auf den Mann projizieren.

 

Paarberatung (Paartherapie) heißt bei uns, den jeweils wichtigen Konflikten Raum zu geben und sie sich von Angesicht zu Angesicht entwickeln zu lassen. Dabei den jeweils eigenen familiären Hintergrund, im Blick zu haben, denn die mitgebrachten Muster aus der eigenen Herkunftsfamilie leiten uns im Hier und Jetzt der eigenen Partnerschaft an. 

Als Aufgabe für Männer steht oft die emotionale oder reale Abnabelung und Emanzipation von der eigenen Mutter an. Als Aufgabe für die Frauen, die Aufgabe der Idee, Zuwendung, Liebe und Anerkennung in der Partnerschaft erzwingen zu können. Beide, Mann und Frau können lernen, besser für sich selbst zu sorgen, so dass dies nicht an den Partner delegiert werden muss.

 

Paarberatung (oder auch Paartherapie) heißt für uns auch, unserer eigenen Vorstellung von Mann- und Frausein nachzuspüren. Viele Vorstellungen behindern uns im Hier und Jetzt. Darf ich als Mann nie nachgeben oder die passive Rolle übernehmen? Muss ich als Frau immer in der Rolle der hilflosen und abhängigen Person bleiben?

Dem Therapeuten oder wie auch diese Person auch immer nennen mag,  kommt in diesem Entwicklungsprozess des Paares eine mitgestaltende und moderierende Funktion zu. Ratschläge sind weitestgehend überflüssig, es sei denn sie werden stillschweigend oder ausdrücklich erwünscht. Der Therapeut kann dann seine persönliche Meinung vortragen, von der die anderen entscheiden, was sie davon annehmen wollen und was nicht.

Unser theoretischer und praktischer Arbeitshintergrund speist sich aus der systemischen Therapie und Beratung, bzw. der systemischen Familientherapie, aus der humanistischen Psychotherapie, insbesondere der Gestalttherapie und der Körperpsychotherapie.

Paarberatung geschieht üblicherweise mit zwei Teilnehmenden, dem Paar. Das zu sagen mag trivial erscheinen, wir bieten aber auch Paarberatung für Männer und Frauen an, deren Partner/in eine Teilnahme nicht möglich ist, so etwa wenn sich dieser zeitweilig im Ausland befindet, krank ist oder schlichtweg der Meinung ist, so ein Psychokram wäre nur was für Gestörte und im übrigen nur finanzielle Abzocke. 

Paarberatung (Paartherapie) für Einzelne kann sinnvoll sein, wenn einer der beiden Partner kein Interesse an einer gemeinsamen Sitzung zeigt. Relativ häufig scheint dies bei Männern so zu sein, denen es nicht geheuer ist, sich mit der Partnerin von Angesicht zu Angesicht auseinander zu setzen oder in Anwesenheit der Partnerin, dem Berater Einblick in ihre persönlichen Angelegenheiten zu gewähren und sich dessen tatsächlicher oder mutmaßlicher Meinung auszusetzen.

 

 

 

Literatur

Sabine Kirschenhofer, Verena Kuttenreiter: »Doing gender«: Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung; Kontext - Zeitschrift für Systemische Therapie und Familientherapie; Heft 1/2014 / S. 23 - 36

Paul Watzlawick;  Janet H. Beavin; Don D. Jackson: "Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien", Verlag Hans Huber, Bern; 1969/2000/2003

Paul Watzlawick; John H. Weakland; Richard Fisch: "Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels", Verlag Hans Huber, Bern; 1974/1992/1997/2001/2003

Paul Watzlawick: "Die erfundene Wirklichkeit. Wie wir wissen, was wir zu wissen glauben. Beiträge zum Konstruktivismus", Piper Verlag, München, 1985

Jürg Willi: Die Zweierbeziehung. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 1997, 69. - 73. Tsd.

Jürg Willi: Die Zweierbeziehung - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 1995, 57. - 64. Tsd.

Jürg Willi: "Therapie der Zweierbeziehung"; Rowohlt 1978, 1991

 

 

 

 

Paarberatung

Wir bieten die Möglichkeit, Paarberatung (oder Paartherapie) wahlweise mit einem männlichen Therapeuten, einer weiblichen Therapeutin oder einem gemischtgeschlechtlichen Therapeutenteam wahrzunehmen. 

 

 

 

 

Paarberatung per Telefon

Bei Bedarf bieten wir eine telefonische Paarberatung oder auch Familienberatung an. Technisch ist das  bei einem vorhandenen ISDN-Anschluss kein Problem. In einer Konferenzschaltung sind die drei Teilnehmer (Paar und Berater) gleichzeitig auf einer Leitung miteinander verbunden. Es können auch vier oder mehr Teilnehmer gleichzeitig an einer solchen Konferenzschaltung teilnehmen, so etwa bei einer Familienberatung.

Eine telefonische Paarberatung kann beispielsweise  sinnvoll sein, wenn das Paar an verschiedenen Orten lebt und keine geeignete oder zeitnahe Möglichkeit gegeben ist, gemeinsam zu einer Paarberatung an einen Ort zu gehen. 

Eine telefonische Paarberatung bietet sich auch an, wenn das Paar im ländlichen Raum lebt, wo es in Ortsnähe kaum Beratungsangebote gibt oder wo die Wartezeiten  für einen Termin bei örtlichen Anbietern von Paarberatung zu lang sind.

 

 

 

 

Einzelberatung

Ist einer der Partner beratungsunwillig, kann man auch die Möglichkeit einer Einzelberatung nutzen. Der abwesende Partner ist dann gewissermaßen virtuell mit im Raum. Und wie man weiß, kann ein Schmetterlingsschlag in Europa einen Wirbelsturm im fernen Südamerika auslösen. Wenn das keine Perspektive ist.

 

 

 

Kosten

Der Regelsatz für eine Stunde beträgt 80,00 €. Eine Ermäßigung ist möglich.

Wir bieten Beratungstermine auch im Mann-Frau Beraterteam an. Die Kosten betragen in diesem Fall das Doppelte.

 

 

 

Beratungszeiten:

Montag bis Freitag zwischen 13 und 19 Uhr. 

Oder nach gesonderter Vereinbarung.

Für Termine am Wochenende oder zu ungünstigen Zeiten erheben wir einen erhöhten Kostensatz.

 

 

 

 

Ort

Persönliche Beratungstermine finden in Berlin-Pankow statt. 

 

Beratungspraxis 

Wollankstraße 133

13187 Berlin-Pankow

 

 

 

 

Kontakt

 

Telefon (030) 49 916 880 (Beratungspraxis)

 

Telefonische Erreichbarkeit in der Regel werktags 10 - 12 Uhr.

 

Außerhalb dieser Zeit ist ein Anrufbeantworter geschaltet.

 

 

E-Mail (auch anonym möglich):  

info@maennerberatung.de

 

 

 

 

 

 

Ansprechpartner

Peter Thiel, Familienberater, Systemischer Berater, Systemischer Therapeut / Familientherapeut (DGSF);  zertifizierte Ausbildung in Lösungsorientierter-systemischer Psycho-Somatik und körperintegrierter Psychotherapie - www.gstb.org

 

 

 

 

 

Anfragen und Mitteilungen zum Thema

Unsere E-Mail Beratung ist kostenfrei für die erste von Ihnen an uns gesendete E-Mail und unsere darauffolgende Rückmeldung, bzw. unsere Antwort auf Ihre Fragen. Für eventuelle weitere Korrespondenz, in der wir ausführlicher als in unserer ersten Rückmeldung auf Ihre Fragen eingehen können, kostet je E-Mail 20 €.

Bitte beschränken Sie sich bei Ihren Anfragen auf maximal 40 Zeilen. Wird die Zeilenzahl von 40 Zeilen überschritten, beantworten wir Ihre Mail in der Regel nur nach Vorabüberweisung von 20 €.

Kontakt: info@maennerberatung.de

 

Die auf Ihre Anfragen gegebenen Antworten stellen nicht "die Wahrheit" darüber dar, "wie es wirklich ist", sondern sind eine subjektive Ansicht oder Meinung zu diesem Thema. 

Wegen der Vielzahl der uns per Mail erreichenden Anfragen bitte wir Sie um Verständnis, falls Sie nicht sofort eine Antwort von uns erhalten. In dringenden Fällen empfehlen wir Ihnen eine zeitnahe telefonische oder persönliche Beratung. Zeitdauer und Kosten nach Absprache. 

Bei Bedarf können Sie eine persönliche Einzel- oder Paarberatung bei uns vereinbaren. 

Falls Sie eine  telefonische oder persönliche Beratung wünschen, finden Sie nähere Informationen hier.

 

Nachfolgend können Sie ausgewählte Anfragen an uns und unsere Antworten darauf einsehen. Die persönlichen Angaben (Namen, Alter, Orte, etc.) der Absender und anderer beschriebener Personen wurden teilweise verfremdet, um die Anonymität der betreffenden Personen zu wahren.

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 12. Juni 2007 23:43

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage Paartherapie

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

Sie sind uns von einem befreundeten Paar (... ) empfohlen worden.

Wir (... und ... ) wären interessiert an der Durchführung einer Paartherapie. Können Sie uns einen Termin für ein Erstgespräch anbieten? Wenn ja, wann wäre dies möglich?

Hier nun noch kurz ein paar persönliche Angaben:

Wir (... , ... Jahre und ... , ... Jahre) sind seit mehr als ... Jahren ein Paar. In dieser Zeit gab es natürlich viele Höhen und Tiefen.

Von meinem persönlichen Standpunkt aus gesehen lieben wir uns sehr, es gibt jedoch anscheinend einige gravierende Kommunikationsprobleme. Außerdem "schleppen" wir beide über die gesamte Zeit unserer Beziehung alte Probleme mit uns herum, die regelmäßig wieder hervorbrechen, jedoch von uns beiden aus eigener Kraft offensichtlich nicht gelöst bzw. "zu den Akten gelegt" werden können.

Wir hoffen, dass Sie uns uns für eine Gesprächstherapie zur Verfügung stehen können, denn ich denke, wir würden gern unsere Beziehung weiter vertiefen, auch wenn wir schon eine recht lange Zeit zusammen sind. Auf jeden Fall sind wir uns einig, dass wir beide an unseren Problemen arbeiten wollen.

Mit freundlichen Grüßen,

...

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 8. Februar 2007 13:16

An: info@maennerberatung.de

Betreff:

 

Ich lebe seit 8 Jahren in einer Beziehung. Seit einen halben Jahr stecken wir allerdings in einer Krise aus der wir kein Ausweg finden. Bei der Klärung der Frage, kämpfen wir um die Liebe unseres Leben oder kletten wir an 8 Jahre Beziehung, scheitern wir immer wieder an unserem Kommunikationsproblem. Und selbst darüber gibt es keine Einigkeit. Ich finde, wir brauchen dringend Hilfe, wieder miteinander reden zu können oder vielmehr, auch überhaupt erstmal dem Reden einen gleichen (oder ähnlichen) Stellenwert ein zu räumen.

Vielleicht können sie uns helfen bei Fragen, wie finde wir eine Therapie, ist vielleicht sinnvoller sie erstmal getrennt zu machen und vor allem gibt es Möglichkeiten sich diese von der Krankenkasse, ganz oder zum Teil, finanzieren zu lassen.

Ich bedanke mich für Ihre Mühe

mfg 

...

 

 

 

 

 

 

Hallo ...,

idealer Weise natürlich eine Beratung / Therapie zu zweit. Falls sich dabei herausstellen sollte, dass eine Einzelarbeit sinnvoll ist, dann kann man das immer noch machen.

Paarberatung und Paartherapie wird von den Krankenkassen in der Regel nicht bezahlt. Dies liegt daran, dass bei den Krankenkassen noch ein Verständnis von Gesundheit und Krankheit gültig ist, das aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts stammt. In diesem Verständnis gibt es nur einzelne Kranke, die geheilt werden sollen und keine Systeme (Familien, Paare, etc.) deren Mitglieder Konflikte und Probleme haben.

 

Aber viele Psychotherapeuten, die über Krankenkasse abrechnen, sind darin geübt, ein bisschen bei der Abrechnung zu schummeln und schreiben das eben so auf, dass sie eine Einzeltherapie gemacht hätten, an der gelegentlich auch ein Angehöriger teilgenommen hat.

Die über Krankenkasse abrechnenden Therapeuten müssen dann nur noch eine Krankheit erfinden, die derjenige hat, der die Therapie von der Kasse bezahlt bekommen möchte. Aber das ist für einen Psychotherapeuten, der über Kasse abrechnet nicht sonderlich schwer, denn er hat im im Psychologiestudium die Namen einer ganzen Reihe sogenannter psychischer Erkrankungen gelernt und auch für die menschlichen Verhaltensweisen, für die noch keine passende Schublade erfunden worden ist, findet sich noch ein Platz in einer Schublade "sonstiger psychischer Erkrankungen".

Vielleicht informieren Sie sich ja schon vorher im Internet, welche psychischer Erkrankung für Sie oder Ihren Partner am besten passt.

Wenn Sie eine genaue Bezeichnung suchen, dann vielleicht auch mal hier nachschauen: 

 

"Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen DSM-IV", Hogrefe, Verlag für Psychologie, 1996, ISBN 3-8017-0810-1 

 

Da gibt es so schöne Krankheiten wie z.B.:

Schizoide Persönlichkeitsstörung oder wenn Sie so etwas nicht mögen auch eine Agoraphobie oder eine Soziale Phobie

 

...

 

 

 

Vielleicht verlassen Sie sich aber auch nicht auf die halbstaatliche Segnung der Krankenkasse, sondern suchen sich eigenverantwortlich einen ihnen geeignet erscheinenden Berater oder Therapeuten aus, den sie auch bezahlen und der Ihnen und Ihrem Partner eine gute Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Partnerschaft gibt.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Sonntag, 28. Januar 2007 22:54

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Paarberatung sinnvoll?

 

Hallo,

ich wende mich an Sie, weil mir Ihr langer Text zur Paarberatung aus männlicher Sicht sympathisch erschien und weil es vielleicht ein Ansatz ist, der es meinem Freund einfach macht, sich beraten zu lassen.

Die Frage ist: Ist es sinnvoll? Oder sind unsere Problem (als klassische Frau denke ich natürlich in Wahrheit: SEINE Probleme, zu groß?)

Ich bin 35, mein Freund 51, wir sind seit Februar 2004 zusammen, mit mehren Trennungen.

Ich habe in der Zeit eine Einzeltherapie begonnen. Folgendes Problem: Mein Freund ist, nachdem er sich in mich verliebt hat, nach 19 Jahren Beziehung von zuhause ausgezogen, er hat einen 13-jährigen Sohn. Der Auszug war recht undramatisch, die beiden hatten seit Jahren keine Sex mehr, es fehlte wohl auch eine enge intellektuelle Verbindung, sie führten eine offene Beziehung, die im Alltag gut klappte, sie waren (und sind) gute Freunde und tolle Eltern.

Ich war anfangs nicht so wahnsinnig stark in meinen Freund verliebt bzw. meine Gefühle für ihn waren recht ambivalent: Ich bewunderte ihn beruflich ... ich war dankbar, dass er mich in einer beruflichen Krise unterstützte, ich war glücklich einen Mann gefunden zu haben, der beziehungserfahren war und sich als beziehungsfähig darstellte, und der von ersten Date an mit mir zusammensein wollte und dafür sogar seine Ehe aufgab.

...

 

(Nach einer langen Beziehung, die 2000 endete, hatte ich vor allem kürzere Beziehungen mit Männern, die sich nicht festlegen wollten bzw. eine sehr harmonische  Beziehung und meine Große Liebe scheiterte an seinem nicht vorhandenen Kinderwunsch.)

Umso dankbarer war ich, einen Mann getroffen zu haben, der gerne Vater war, gerne noch eine Familie gründen wollte und mir sehr deutlich zeigte, wie sehr er in mich verliebt war. Mit dem ich wunderbar reden konnte, den ich unheimlich klug fand, mit dem der Sex toll war, der zärtlich und liebevoll war und entscheidungsfreudig und ehrlich.

Dennoch hatte anfangs Zweifel: Er schien mir ... 

 

Im ersten halben Jahr war die Frage: Wäre unsere Beziehung tragfähig genug, dass er dafür sein Zuhause aufgab? Ich habe meine Zweifel ein einziges Mal geäußert, im Oktober 04, als ich sagte, dass ich mich noch nicht emotional von ihm abhängig fühle aber das erste Mal bemerke, dass ich die starken Gefühle eines anderen Menschen, seine Abhängigkeit gut aushalte. Daraufhin stand er auf und ging, ich fühlte sich zurückgewiesen.

Am nächsten Tag, nach einem klärenden Gespräch, kam er zurück, entschuldigte sich, sagte, dass er durch eine traumatische Kindheit (seine Mutter hat ihn körperlich misshandelt, täglich) große Angst davor habe verlassen zu werden. Ich hatte durch seinen Weggang gleichzeitig gemerkt, wie wichtig mir diese Beziehung war, was ihm wiederum Sicherheit gab, wir machten also weiter.

Es ging monatelang gut. Meine Gefühle wuchsen, ich fand es zunehmend schön, dass dieser Mann mich wirklich wirklich wollte, dass eine Familiengründung möglich schien, sein ... störte mich bald nicht mehr, das ... bemerkte ich nicht so, da ich ihn ja jeden Tag sah. Ich hatte das Gefühl, zwar nicht glühend in ihn verliebt zu sein, sondern eher milde, aber nach ausführlicher Selbstprüfung beschloss ich, dass diese Basis ausreichen könnte.

... . Das Wichtigste, so sagte ich mir, wäre, dass zwischen uns eine Liebe wachsen würde, getragen von Kommunikation (über uns und über die Welt da draußen), von Zärtlichkeit und Sex, von gemeinsamen Familienplänen, beruflicher Zusammenarbeit.

Er sprach mit seiner Frau, die Trennung verlief (zusammengefasst) undramatisch.

Probleme gab es allerdings immer wieder in Konfliktsituationen. Ein paar Beispiele.

... 

 

Zu meiner Überraschung hat sich dann doch wieder mehr entwickelt: Mein Freund oder Exfreund ist unheimlich zärtlich, gleichzeitig sehr viel lässiger (weil distanzierter), wir verbrachten wunderschöne Abende und Nächte, kurzfristig dachten wir sogar ich könnte schwanger geworden sein und wir beschlossen beide, dass ich nicht die Pille danach nehmen sollte, dass wir eine Elternschaft auf jeden Fall hinbekämen, auch ohne Liebesbeziehung. Er hätte gerne noch ein Kind.

Ich hätte gerne mein erstes Kind. Er ist ein guter Vater. Sein Sohn ist klasse. Wir vereinbarten auch, uns im Falle einer Schwangerschaft auf jeden Fall beraten zu lassen, weil das Vertrauensproblem zwischen uns ja nun offensichtlich ist. Ich war nervös, er war klasse. Erfahren, beruhigend, er sagte: Wir sind vielleicht nicht perfekt, wir müssen es auch nicht sein, wir sind klug genug, um unsere Probleme nicht auf dem Rücken eines Kindes auszutragen, wir schaffen das schon, ein Kind ist ein Grund zur Freude, ich genieße es immer sehr, wenn er die Ruhe bewahrt und mich auffängt.

Dann war ich nicht schwanger. Erleichterung und Enttäuschung hielten sich bei uns beiden die Waage.

Natürlich war wieder eine große Nähe entstanden.

Jetzt ist die große Frage: Finden wir eine Form, mit der es besser klappt?

Wenn wir so weiter machen wie vorher, dann wird das in einer baldigen Trennung enden, das ist uns beiden klar.

Könnten wir, zumindest für eine Zeit, mit einer distanzierteren Beziehung besser leben, die offen ist für andere Partner, aber auch ehrlicher? (Im Gegensatz zu früher können wir im Moment recht offen über unsere Gefühle und Ambivalenzen sprechen.)

Wäre es vielleicht sogar möglich gemeinsam ein Kind zu bekommen, indem Wissen, dass wir es nicht als Liebespaar großziehen werden, aber in Freundschaft?

(Wir hätten beide einfach gerne ein Kind.)

Oder machen wir uns etwas vor, verlängern wir zwecks Schmerzvermeidung eine Sache, die einfach nicht hinhaut?

Würde es etwas helfen, wenn er sich in Einzeltherapie begibt, eine Sache, zu der ich ihn nicht mehr drängen möchte, ...

Kann ich mich bewegen? Kann er es lernen, anders mit seinen Ängsten umzugehen? Oder sind sie zu stark? Könnte beides multiplizierte unsere Dynamik positiv verändern, also ein Klima schaffen, in dem er sich sicherer fühlt und in Konflikte nicht in Beziehungsabbruch enden?

Ich schreibe diese Mail ... , könnte mir aber gut vorstellen, dass er zur Zeit offen ist, für eine Beratung, die gar nicht als Paar beginnt. Sondern mit zwei Leuten, die sich eigentlich unheimlich gerne mögen, die oft eine richtig gute Zeit miteinander haben, die sich beide Geborgenheit und Nähe wünschen und genau das Gegenteil davon erreichen, was uns, bei Lichte betrachtet, immer wieder absurd vorkommt. Die Frage also: Könnten wir mit ihrer Hilfe Licht ins Dunkel bringen, die Möglichkeit einkalkulierend, dass es auf eine Trennung hinausläuft?

Danke fürs lange Lesen. Kürzer ging's irgendwie nicht.

Beste Grüße,

 

...

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

 

Sie fragen: Könnten wir mit ihrer Hilfe Licht ins Dunkel bringen, die Möglichkeit einkalkulierend, dass es auf eine Trennung hinausläuft?

 

Meine Frage, wozu wollen Sie "Licht ins Dunkel" bringen?

 

Wenn es ihnen beiden aus irgend einem Grunde wichtig sein sollte, "Licht ins Dunkel zubringen", kann ich ihnen beim Ausleuchten helfen, vorausgesetzt sie wollen das beide. Mitunter sieht man aber beim Ausleuchten nicht mehr, als man auch ohne sieht. Stellen Sie sich nur einmal vor, es ist ein stürmischer Herbsttag, so gegen 12 Uhr und sie laufen beide mit einer Taschenlampe durch die Straßen, weil sie "Licht ins Dunkel" bringen wollen, obwohl es gar nicht Dunkel, sondern nur verdammt stürmisch und regnerisch ist, der Regenschirm vom Wind kaputt geblasen und der Regen sie durchnässt und sie anfangen zu frieren. Da braucht es kein Licht ins Dunkel, sondern ein gutes Dach über den Kopf und ein Glas heißen Tee. Wenn Sie mögen, kann ich Ihnen dabei behilflich sein. 

 

Vielleicht vereinbaren sie beide einfach mal einen Termin bei mir, dann können sie feststellen, ob ich ihnen nützlich sein kann.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 29. Januar 2007 16:33

An: Männerberatung

Betreff: emotionale Azoren

 

Hallo Herr Thiel,

danke für ihre schnelle & trockene Antwort.

Ich glaube, ich verstehe ihr Fazit nicht ganz: Meinen Sie, eine Beratung könnte zwar beim Ausleuchten helfen, aber da Ausleuchten bei Wind und Regen sinnlos ist, wäre es besser, sich ein warmes Plätzchen zu suchen, sprich die Sache zu beenden statt es in einer Beratung noch hinauszuzögern.

Oder meinten Sie eine Paarberatung könnte sogar dabei einem Paar wir uns helfen, das Mikroklima etwas freundlicher zu gestalten?

Danke für Ihre Direktheit.

Thanks again,

...

 

 

 

Hallo ...,

es geht nicht darum, "die Sache zu beenden", sondern zu schauen und auszuprobieren, wie "die Sache" sich neu entwickeln kann. Dazu braucht man nicht ins nicht vorhandene Dunkel zu leuchten, sondern auf den vor einem liegenden Weg, falls dieser nicht beleuchtet ist. Dabei kann eine Paarberatung nützlich sein. Wenn Sie nicht so spät abends kommen, wird es auf dem Weg in die Beratungspraxis sogar noch hell sein. Und für Licht im Beratungsraum werde ich schon sorgen.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


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