Liebe
Berlin Pankow - 2008
Das sagt mein herz dazu:
gesetzt ich verliere dich
und habe dann zu entscheiden
ob ich dich noch ein mal sehe
und ich weiß:
das nächste mal
bringst du mir zehnmal mehr unglück
und zehnmal weniger glück
was würde ich wählen?
ich wäre sinnlos vor glück
dich wiederzusehen
Erich Fried, Meine Wahl
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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut (DGSF)
19.04.2010
Schlüsselwörter:
Annahme, Aufmerksamkeit, Eifersucht, Frustration, Geben, gebrochenes Herz, Geiz, Gier, Hass, Herz, Herzflattern, Herzinfarkt, Herzneurose, Herzrasen, Herzschmerz, Hingabe, Knistern, Leiden, Liebe, Liebesbeweis, Liebesentzug, Liebeskummer, Liebesspiel, Liebessucht, Misstrauen, Narzissmus, Nehmen, platonische Liebe, romantische Liebe, Selbstliebe, Sparsamkeit, Suizid, Verbotene Liebe, Verliebt sein, Verschmelzung, Verschwendung, Vertrauen, Zärtlichkeit
"Was tun Sie", wurde Herr K. gefragt, "wenn Sie einen Menschen lieben?"
"Ich mache einen Entwurf von ihm", sagte Herr K., "und sorge, daß er ihm ähnlich wird."
"Wer? Der Entwurf?"
"Nein", sagte Herr K., "der Mensch."
Bertolt Brecht, Geschichten vom Herrn Keuner
Mit der Liebe ist das so eine Sache. Keiner hat sie je gesehen, doch wohl fast jede/r macht sich Gedanken um sie. Jeder mag etwas anderes damit meinen, ein Glücksgefühl, ein Verbundenheitsgefühlt, ein Wunsch, eine Sucht oder einen Auslöser von Leiden.
Messen kann man die Liebe zum Leidwesen vieler zwanghaft-neurotischer Psychologen, die in Deutschland weitestgehend Narrenfreiheit genießen und die es glatt fertig brächten, ihren an den psychologischen Instituten der deutschen Universitäten hochgezüchteten Messwahn auch noch auf die Liebe zu erstrecken, nicht. Daher vermuten einige misstrauische Menschen es gäbe gar keine Liebe, denn sie wäre ihnen weder je begegnet, noch lägen autorisierte Messergebnisse von sogenannten psychologischen Experten über die Liebe vor.
Manche Menschen meinen auch:
"Liebe bedeutet Paarbindung. Diese kann kirchlich oder weltlich begründet sein. Weltlich begründete Liebe kann sinnlich oder geistig-seelisch sein. Sinnliche Liebe kann sich mit oder ohne Zeugungsabsicht im Rahmen einer Ehe oder einer nicht-ehelichen Freundschaft vollziehen. ..."
Wilhelm Arnold; Hans-Jürgen Eysenck; Richard Meili: "Lexikon der Psychologie"; Augsburg 1997
grad so als ob es eines Paares bedürfte, um zu lieben und Liebe "begründet" werden müsste oder "sich mit oder ohne Zeugungsabsicht im Rahmen einer Ehe oder einer nicht-ehelichen Freundschaft" vollzieht. Auf so eine eigentümliche Begriffserklärung können wohl nur drei Professoren kommen, Wilhelm Arnold aus Berlin; Hans-Jürgen Eysenck aus London und Richard Meili aus Bern. Man könnte bald vermuten, dass die drei Herren zwar jahrelang Psychologie studiert haben, aber von der Liebe nur sehr wenig verstehen, das würde jedenfalls die eigentümliche Begriffsdefinition erklären.
Immerhin, der Begriff der "Bindung" scheint recht hilfreich für die Erklärung des Phänomens zu sein, das wir Liebe nennen. So gesehen ist Liebe im Kern Bindung. Dazu bedarf es nicht zwingend eines Paares, das sich liebt (bindet). Auch der unglücklich Verliebte, von dessen Verliebtheit die Angebetete vielleicht gar nichts weiß, liebt, denn er bindet sich an die begehrte Frau. Das Unglück besteht in der Regel darin, dass die Wechselseitigkeit fehlt, der andere bindet sich leider nicht und so bleibt die Bindung einseitig und letztlich unbefriedigend, da der Mensch ein kommunizierendes Beziehungswesen ist.
Einfacher ist es da mit der Liebe zur Natur oder der Liebe zu einem Hund. Die Natur ist das Göttliche an sich, es bedarf hier keiner expliziten Antwort, um zu wissen, dass man eins mit ihr ist. Der Hund ist der Liebende schlecht hin, er bindet sich an seinen Herren oder seine Herrin, bis dass der Tod sie scheidet.
Wenn wir an den Anfang der menschlichen Entbindung denken, so fällt die Suche des Neugeborenen nach Liebe, also nach Bindung sofort ins Auge. Hier entwickelt sich zwischen dem Neugeborenen und seiner nächsten Bezugsperson, das ist oft die Mutter und auch der Vater eine starke Bindung. Oder anders ausgedrückt, das Neugeborene entwickelt seine ersten - nicht ungefährdeten - Liebesbeziehungen.
vergleiche hierzu:
John Bowlby: Frühe Bindung und kindliche Entwicklung.; München, Basel, Ernst Reinhardt Verlag, 1991
Bei dieser Bindungsentwicklung treten in der Regel immer Störungen von einem idealtypisch gedachten Verlauf auf, denn das Leben ist, sehr zum Leidwesen auf harmoniebedachter Menschen, wie es z.B. die Zeugen Jehovas oder die Anthroposophen par excellence sind, eben nicht eine Abfolge laufenden Glücks. Frustrationen, Zurückweisungen, Stress gehören zum Leben dazu, können aber bei einer insgesamt guten Einbindung vom heranwachsenden Menschen toleriert oder verarbeitet werden.
Ist die Entwicklung des sich in Rückkopplung zu den wichtigsten Bezugspersonen bindenden Kindes aber von länger andauernden Zeiten chronischen Notstandes oder von traumatischen Erlebnissen geprägt, reduziert der kindliche Organismus seine Lebensfunktionen auf die für das psychische oder tatsächliche Überleben wichtigsten Funktionen. Doch dies hat in der Regel die Folge, dass das Kind bei einer Beendigung des chronischen Notstandes oder des traumatischen Erlebnisses, das es von allein nicht integrierten konnte, der Notstand im inneren Erleben des Kindes andauert, obwohl er längst nicht mehr akut ist. Gleiches gilt aber auch für gesunde erwachsene Menschen, die Beispielsweise durch eine Geiselnahme oder durch erlittende Folter ein Trauma erlitten haben. Die im Menschen angelegte Liebesfähigkeit, also seine Fähigkeit sich zu binden, ist stark beeinträchtigt oder sogar völlig zusammengebrochen.
Hier setzt nun der Gedanke ein, mittels psychotherapeutischer Unterstützung die Liebesfähigkeit (Bindungsfähigkeit) des Menschen, die diesem von Geburt an, prinzipiell gegeben ist, wieder zu beleben.
vergleiche hierzu:
Frederick S. Perls; Ralph F. Hefferline; Paul Goodman: Gestalttherapie Grundlagen. dtv, 1979, (amerikanische Originalausgabe 1951)
Frederick S. Perls; Ralph F. Hefferline; Paul Goodman: "Gestalttherapie. Wiederbelebung des Selbst", Ernst-Klett-Verlag, Stuttgart 1979 (amerikanische Originalausgabe 1951)
Manche Menschen meinen, sie oder er gibt ihm oder ihr so viel Liebe und bekäme vom anderen kaum etwas zurück. Der andere sagt darauf mit Schuldnerblick, er will sich zukünftig anstrengen, mehr zu lieben. Das ganze funktioniert oft schließlich so, dass beide dauerhaft unglücklich sind.
"Ich liebe Dich" - der Satz kann bedeuten, ich brauche Dich, ich will etwas von Dir haben, ich fühle mich Dir verbunden, ich genieße Deine Nähe, ich will mich mit Dir auseinandersetzen.
Wenn das Gegenteil von Liebe Angst ist, nicht aber, wie oft gesagt wird, Hass, dann geht es bei der Erweiterung der eigenen Liebesfähigkeit auch darum, sich mit der eigenen Angst vor dem anderen Menschen, der Frau oder dem Mann, den Erwartungen, des Verlassenwerdens, des nicht genügen können, etc., auseinander zu setzen und Ängste dort loszulassen oder zu überwinden, wo sie uns nicht erweitern und offen werden lassen, sondern und eng machen und behindern.
Ich liebe Dich, ich hasse Dich
Internetverbot: Mädchen (14) ersticht Mutter
Wien - Ein völlig belangloser Streit um das Internet führte in Wien zu einem Familiendrama. Ein 14-jähriges Mädchen stach mit einem Küchenmesser auf ihre eigene Mutter ein.
Die 14-jährige Wienerin hat ihre eigene Mutter erstochen, weil die ihr das Surfen im Internet verbieten wollte. Der 12-jährige Bruder des Mädchens und der Vater fanden die blutverschmierte Leiche der Frau mit mehreren Messerstichen am Oberkörper am Dienstagabend in der gemeinsamen Wohnung, berichtete die Polizei in Wien am Mittwoch. Von der Tochter fehlte zunächst jede Spur. Am späteren Abend erreichten die Beamten dann das Mädchen über ihr Handy und nahmen es wenig später zur Vernehmung mit auf die Wache. Dort habe die deutlich verstörte 14-Jährige die Tat gestanden.
Nach ihren Worten hatte sie schon seit langem Konflikte mit ihrer 37-jährigen Mutter. Die Tat beschrieb sie so: Am Dienstagnachmittag kommt sie von der Schule in die gemeinsame Wohnung im Wiener Stadtteil Margareten, setzt sich gleich vor den Computer und surft im Internet. Ihre Mutter will ihr das verbieten, es gab Streit. Dabei soll die Mutter auch handgreiflich geworden sein. Nach dem Streit geht die Mutter ins Badezimmer, das Mädchen in die Küche. Sie holt sich ein Messer und sticht mehrfach auf die Mutter ein. Sie habe sie damit aber nicht töten wollen, sagte die 14-Jährige der Polizei.
Die Polizei werde Mordanklage gegen das Mädchen erheben, sagte ein Sprecher. Ob sie schon vorher gewalttätig aufgefallen ist, sei noch unklar. Die Jugendliche sei vor kurzem erst 14 Jahre alt geworden - vor diesem Alter erhebe die Polizei keine Daten über mögliche Delikte. Am Mittwoch wurde das Mädchen von der Staatsanwaltschaft vernommen. Ob es bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft bleibt, ist laut Polizei noch unklar. Die Familie werde psychologisch betreut.
Dpa
214.04.2010
http://www.merkur-online.de/nachrichten/welt/internetverbot-maedchen-14-ersticht-mutter-714730.html
Hass ist das Gegenteil von Liebe, meinen die Professoren Wilhelm Arnold, Hans-Jürgen Eysenck und Richard Meili. So einfach kann man sich die Welt erklären. Doch was ist das "Gegenteil von Liebe"? Im "Lexikon der Psychologe" finden wir zu diesem Begriff leider nichts.
Wilhelm Arnold; Hans-Jürgen Eysenck; Richard Meili: "Lexikon der Psychologie"; Augsburg 1997
Wo die Aggression gegen das gehasste Objekt, sei es die Mutter, der Vater oder eine autoritäre Führungsfigur, verboten ist und bestraft wird, oder sich das geliebte Objekt der Aggression entzieht oder ihr entzogen wurde (Stichwort " Vaterlosigkeit") muss der hassende Mensch seinen Hass auf Stellvertreter oder wenn diese nicht verfügbar sind, gegen sich selbst richten. Dieses Phänomen kann man bei Hooligans oder rechtsradikalen Schlägern (stellvertretende Externalisierung von Aggression) beobachten oder retroflektiv (gegen sich selbst gerichtet) bei jungen Frauen, die sich selber verletzen.
Liebeskummer
Liebeskummer lohnt sich nicht
Liebeskummer lohnt sich nicht my Darling
Schade um die Tränen in der Nacht
Liebeskummer lohnt sich nicht my Darling
Weil schon morgen dein Herz darüber lacht
...
Siw Malmkvist
text+music C. Bruhn
Jahr 1964
Wo geliebt wird, sind Enttäuschung und Kummer nicht immer zu vermeiden. Dies müssen schon die Kinder erfahren. Der erste Liebeskummer den ein Kind, ein Mädchen oder ein Junge kennen lernt betrifft meist die eigene Mutter oder den eigenen Vater.
So z.B. künstlerisch dargestellt in dem Film
A. I. - Künstliche Intelligenz
In der Regie von Steven Spielberg
USA 2001
Ein ein künstlich hergestellter Junge, der, von seinen menschlichen Schöpfern ungewollt, über menschliche Gefühle verfügt, begibt sich auf die Suche nach seiner ihm verloren gegangenen und innig geliebten (Pflege)Mutter.
Der beste Schutz gegen Liebeskummer ist, erst gar nicht zu lieben. Und so kommt es, aus dem Wunsch der Vermeidung zukünftiger Verletzung, nicht selten dazu, dass das ausgreifende Verlangen nach einer geliebten Person gar nicht erst zugelassen wird, weil eine früher gemachte Erfahrung der Enttäuschung so groß erscheint, dass aktuell eine wiederum enttäuschende Reinszenierung als Folge dieser alten, längst vergangenen Erfahrung erscheint.
Johann Wolfgang von Goethe hat 1774 seinen Klassiker des Liebeskummer "Die Leiden des jungen Werthers" beschrieben:
Als junger Mann, der noch nicht recht weiß, was er im Leben machen möchte, flieht Werther aus der Stadt in die bürgerliche Welt eines Dorfes, das als „Wahlheim“ bezeichnet wird. Dort genießt er es, in der Natur umherzustreifen und sich im Zeichnen zu üben, da er sich selbst als Künstler betrachtet. Eines Tages lernt Werther einen Amtmann kennen, der ihn zu seinem Haus einlädt. Lange findet Werther dafür keine Zeit. Auf der Fahrt zu einem Tanzvergnügen zusammen mit anderen jungen Leuten macht die Kutschgesellschaft beim Haus des Amtmanns Halt, um dessen Tochter Lotte abzuholen. Er sieht sie, umringt von sechs jüngeren Geschwistern, denen sie ihr Abendbrot von einem Brotlaib Stück für Stück abschneidet. Werther ist tief beeindruckt von der Szene und ihrem Mittelpunkt, dem schönen Mädchen, das eine Mutterrolle übernommen hat. Der Amtmann ist verwitwet.
Während des Tanzens dann schlägt Lotte „mit der liebenswürdigsten Freiheit von der Welt“ Werther vor, einen bestimmten Tanz, den „Deutschen“, mit ihr zu tanzen. „Es ist hier so Mode, fuhr sie fort, daß jedes Paar, das zusammengehört, beim Deutschen zusammenbleibt“. Auf Grund des glücklichen Einverständnisses, das Lotte und Werther beim Tanzen zeigen, erinnern ihre Freundinnen sie an „Albert“. Auf Werthers Frage erklärt ihm Lotte, indem sie ihm „die Hand zur Promenade bot“, „Albert ist ein braver Mensch, dem ich so gut als verlobt bin“. Sie sagt „so gut als verlobt“ und nicht: „Ich bin verlobt“. Und sie nennt Albert einen „braven Menschen“, was nach Achtung und Duldung klingt, aber nicht nach großer Liebe.
Eines Tages sind Werther und Lotte zusammen auf einem Ball. Während des Balles kommt es zu einem Gewitter. Sie denken beide an das gleiche Gedicht von Klopstock und bemerken so ihre tiefe Seelenverwandtschaft. Von da an verbringen Lotte und Werther viel Zeit miteinander.
Als Albert, Lottes Verlobter, von einer geschäftlichen Reise zurückkehrt, „ändern“ sich Werthers Gefühle allmählich. Die Anwesenheit des Verlobten macht ihm die Hoffnungslosigkeit seiner Liebe bewusst. Obwohl Albert ein sympathischer, gutmütiger Mensch ist, bleibt das Verhältnis zwischen ihm und Werther gespannt. Als Werther bemerkt, dass er seine starken Gefühle für Lotte aufgrund der problematischen Konstellation nicht ausleben kann, verlässt er die Stadt, um Abstand zu gewinnen. Werther arbeitet eine Zeit lang bei einem Gesandten, aber die Geschäftspedanterie und die Enge der Etikette zerstören seine Hoffnungen. Er kann sich mit der oberen Gesellschaftsschicht und dem Leben der Adligen nicht identifizieren. Enttäuscht kehrt er nach W. zurück. Inzwischen sind Lotte und Albert verheiratet.
Dann besucht Werther Lotte immer wieder bis es ihr zu viel wird und (auch Aufgrund von Alberts „Wünschen“) sie ihm beteuert, ihn erst Weihnachten (4 Tage später) wiedersehen zu wollen. Als Werther vor Ablauf dieser Frist in Albert’s Abwesenheit Lotte besucht und ihr aus Ossians-Grabgesängen vorliest, wird Werther von seinen Gefühlen übermannt, umarmt sie und sie küssen sich. Lotte reisst sich dann aber los. Nach diesem Ereignis verzweifelt Werther endgültig. Er schreibt einen letzten Abschiedsbrief, leiht sich unter dem Vorwand einer Reise von Albert zwei Pistolen (gereinigt und wieder in stand gesetzt von Lotte) und erschießt sich. Am nächsten Morgen wird er in seiner charakteristischen blau-gelben Kleidung schwer verwundet aufgefunden und stirbt schließlich gegen zwölf Uhr Mittags. Lessings "Emilia Galotti" liegt dabei aufgeschlagen auf seinem Pult. Ein christliches Begräbnis bleibt dem Selbstmörder verwehrt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Leiden_des_jungen_Werthers
Stand 11.12.2006
Männer haben - wenn sie nicht gerade Dichter oder Sänger sind - für gewöhnlich keinen Liebeskummer zu haben und wenn doch dann wenigstens so, dass niemand anderes es bemerkt. Ansonsten haben gewöhnliche Männer die Klappe zu halten, zu funktionieren und bei Bedarf für Führer, Volk oder Vaterland zu sterben. Frauen begleiten sie auf dem Weg zur Schlachtbank - wie es Marlene Dietrich besingt - und dürfen, wenn es um ihren Liebsten dann geschehen ist auch Gefühl zeigen. Zum Dank für ihre Treue bekommen Sie vom Alphamännchen Adolf Hitler dann eine Ehrenurkunde.
Marlene Dietrich
1. Wenn die Soldaten
Durch die Stadt marschieren,
Öffnen die Mädchen
Die Fenster und die Türen.
Ei warum? Ei darum!
Ei warum? Ei darum!
Ei bloß wegen dem
Schingderassa,
Bumderassasa!
Ei bloß wegen dem
Schingderassa,
Bumderassasa!
2. Zweifarben Tücher,
Schnauzbart und Sterne
Herzen und küssen
Die Mädchen so gerne.
Ei warum? . . .
3. Eine Flasche Rotwein
Und ein Stückchen Braten
Schenken die Mädchen
Ihren Soldaten.
Ei warum? . . .
4. Wenn im Felde blitzen
Bomben und Granaten,
Weinen die Mädchen
Um ihre Soldaten.
Ei warum? . . .
5. Kommen die Soldaten
Wieder in die Heimat,
Sind ihre Mädchen
Alle schon verheirat'.
Ei warum? . . .
Wenn Männer zu sehr lieben
Wenn Männer zu sehr lieben, dann sind sie zu stark identifiziert. Für eine solche überstarke Identifikation kann es viele Gründe geben, häufig wird behauptet, es wäre so etwas wie ein Naturgesetz, dass jemand der liebt, auf Leben und Tod identifiziert sein müsste. Wäre dem so, dann müssten wir - so wie Goethes Werther den Freitod wählen - wenn unser Liebeswunsch nicht den erhofften Wiederhall findet.
Der Stalker ist eine männliche oder auch weibliche Person, die positiv gesprochen, zu viel liebt. Der Stalker steht vor der Haustür seiner Angebeteten und will ihr seine Liebe zeigen, um sie erwidert zu bekommen. Doch mit treffsicheren Instinkt hat er sich gerade solch eine Frau ausgesucht, die von ihm nichts wissen will. Denn vor einer wirklichen Begegnung hat der Stalker große Angst. Die Ablehnung durch die Frau macht den Stalker dennoch wütend und so verschärft er seine Aufdringlichkeit immer mehr, bis sie voller Angst des Nachts nicht mehr schlafen kann.
Aber auch der sogenannte männliche Frauenversteher, der, so lange er in seiner selbstgewählten Rolle bleibt, oft einen guten Stand bei Frauen hat, ist ein Mann, der zuviel liebt (gibt). Der Frauenversteher erscheint oft sehr unmännlich, da er mit dem männlichen Prinzip auf Kriegsfuß steht. Daher kann es nicht verwundern, dass schwule Männer oftmals gute Frauenversteher sind. Beim schwulen Frauenversteher geht das meistens gut aus, denn dieser ist an einer Beziehung zu einer Frau nicht sonderlich interessiert und dies weiß auch die Frau, was ihr Entlastung verschaffen kann. Der heterosexuelle Frauenversteher hat es da schon wesentlich schlechter, denn sobald zwischen ihm und der Frau eine nähere und intime Verbindung entsteht, trifft die Frau eben nicht den ersehnten Mann, sondern welch Überraschung den Frauenversteher. Dies kann ein Grund sein, warum engere Beziehungen eines Frauenverstehers zu einer Frau wohl relativ oft scheitern mögen.
Wenn Frauen zu sehr lieben
An sich kann man nicht zu sehr lieben. Dies gilt jedenfalls dann, wenn Liebe nicht auf Geben und Nehmen achtet, sondern sich als Selbstzweck begreift. Doch es gehört wohl zu den Mythen, die sich um das Thema Liebe ranken, dass es hier nicht um Geben und Nehmen ginge, sondern altruistisch um Verschenken.
Doch schon die Mutter und ihr Baby tauschen Liebe aus. Die Mutter streichelt ihr Baby und das Baby lächelt die Mutter an. Ein Baby, dass immer nur traurig gucken und schreien würde, hätte bald keine liebende Mutter mehr, sondern eine wütende, bei der das Baby schließlich in höchste Gefahr käme, misshandelt, vernachlässigt oder verlassen zu werden. Dies ist das Schicksal von Kindern, deren trauriges Leben uns immer wieder in den Medien erscheint.
Ein historisch überlieferter Fall des Stauferkaiser Friedrich II. aus dem Jahr 1211 verdeutlicht uns die Bedeutung der Liebe für ein aufwachsendes Kind. Der Kaiser wollte herausfinden, welche Sprache die Ursprache der Menschheit sei. Deshalb veranlasste er, dass sieben Säuglinge ausschließlich von Ammen genährt wurden, die den Kindern keinerlei Zuneigung entgegenbringen und kein Wort mit ihnen sprechen durften. Ergebnis des Experiments: Nach ungefähr drei Monaten starben die Kinder.
Wenn Frauen zu sehr lieben, heißt dies offenbar, dass Geben und Nehmen nicht im Gleichgewicht ist. Das ganze hat zwei Perspektiven.
1. Die Frau erwartet mehr, als der Mann scheinbar oder tatsächlich gibt.
2. Die Frau gibt mehr, als sie scheinbar oder tatsächlich vom Mann bekommt.
Über das Thema "Wenn Frauen zu sehr lieben" hat die Familientherapeutin Robin Norwood ein recht anregendes Buch geschrieben. Danach scheint es ein eher weibliches Thema zu sein, viel zu geben, in der Hoffnung etwas zurückzubekommen. Dieses Verhalten tut aber nicht nur der Frau nicht gut, sondern auch dem Mann, weil er bei dieser Form des Liebe Gebens seiner Partnerin ständig in die Position des Schuldners gerät, denn sie hat ja schon so viel für ihn getan.
Wenn Frauen zu sehr lieben, kann man auch als Liebessucht bezeichnen. Die Sucht kann hier häufig auf einen frühen chronischen Notstand oder auf ein relativ massives kurzeitiges frühes Trauma zurückgeführt werden. Als Kinder sind wir existentiell abhängig von der Zuwendung (Liebe) erwachsener Bezugspersonen. Liebesentzug kann hier ganz unmittelbar zum Tod des Kindes führen, wenn dieses nicht Kompensationsstrategien entwickelt.
Dies ist bei Erwachsenen an sich gänzlich anders. Diesen stehen in der Regel vielfältige Beziehungsmöglichkeiten offen. Der Abbruch einer Beziehung wäre daher an sich nicht gefährlich, denn bei aller Trauer könnte der Mensch ausreichend in einem weiten Beziehungs- und Sinngeflecht verwurzelt sein. Dass dies aber oft anders ist und Menschen in Beziehungskonflikten oder Trennungen den Boden unter den Füßen verlieren, kann so verstanden werden, dass hier alte, nicht aufgelöste Traumata aktiviert werden. Die Panik und Ausweglosigkeit der frühen Situation erscheint nun als die einzige Wirklichkeit. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, der Blick verengt sich zum Tunnelblick - es ist der Blick des Kindes, das sich in großer Gefahr wähnt.
Wege aus der Liebesfalle
Die Einengung des Menschen auf frühe Kindheitsmuster und die daraus resultierende Handlungsunfähigkeit oder Hilflosigkeit des Erwachsenen, ist Ursache und Wirkung zugleich. Handlungsunfähigkeit und Hilflosigkeit führt zu Handlungsunfähigkeit und Hilflosigkeit. Ein Teufelskreis, über dessen Lösung schon Karl Marx in der 3. Feuerbachthese nachgedacht hat. In seiner 3. Feuerbachthese hat er es auf den Punkt gebracht::
Die materialistische Lehre von der Veränderung der Umstände und der Erziehung vergißt, daß die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie muß daher die Gesellschaft in zwei Teile - von denen der eine über ihr erhaben ist - sondieren.
Das Zusammenfallen des Ändern[s] der Umstände und der menschlichen Tätigkeit oder Selbstveränderung kann nur als revolutionäre Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.
Marx wäre nicht Marx, wenn er resignieren würde angesichts des Teufelskreises, dass die Umstände von den Menschen verändert werden müssten, die selbst von diesen Umständen geprägt sind, und dass der Erzieher von sich selbst erzogen werden muss. Marx nennt den Prozess des sich selbst Veränderns "revolutionäre Praxis".
Watzlawick deutet bestimmte anstehende Veränderungen des Menschen als einen Prozess, der vor ähnlichen Herausforderungen steht wie einst Baron von Münchhausen, als er samt Pferd in den Sumpf gefallen war und zu versinken drohte. Die glückliche Lösung in der Geschichte, Münchhausen zog sich und auch das Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Physikalisch ein Ding der Unmöglichkeit, doch als Metapher eine Aufforderung, dass bisher Undenkbare Wirklichkeit werden zu lassen. Physikalisch machbar, in dem Münchhausen das selbstrückbezügliche System verlässt, in dem er das mitgeführte Lasso so zu einem naheliegenden Baum wirft, dass sich dieses im Geäst verfängt und sich Reiter samt Pferd daran herausziehen können Im Marx`schen Sinne ein Beispiel revolutionärer Praxis.
Paul Watzlawick: "Münchhausens Zopf oder Psychotherapie und `Wirklichkeit`", Verlag Hans Huber, 1988; Piper Verlag April 2005
Und etwas konkreter:
Die Therapie liegt in der Weitung des eigenen Blickes und der eigenen Wahrnehmung, in der Begegnung mit dem eigenen bedürftigen Kind und der stützenden Begegnung mit anderen zugewandten Menschen. Schließlich wird Verabschiedung von Überholtem möglich und der Weg zum Erwachsenen frei, der die Fülle des Lebens kennen, schätzen und genießen kann.
Die Therapie liegt im Loslassen und in der Lösung von der Identifikation. Wie das gehen kann, zeigen mediative Praktiken, so etwa Vipassanā.
Vipassan
ā (Pali) ist eine buddhistische Meditationsform, deren Ursprung auf Lehrreden des historischen Buddha zurückgeht. Diese Lehrreden finden sich im Pali-Kanon des frühen Buddhismus Theravāda (Südostasien, Sri Lanka). Vipassanā wird meist mit „Achtsamkeitspraxis“ oder „Einsichtsmeditation“ übersetzt. Zweck dieser Meditationsform ist das zunehmende Erkennen der „Höchsten Realität“ oder „Wahrheit“ (paramattha-sacca), was nach buddhistischem Verständnis letztlich zur vollkommenen Überwindung von Leiden (dukkha) und damit zum Zustand des Nirvāna (Sanskrit; im Pali: Nibbāna) führt. Vipassanā wird heute auch als Sammelbegriff für die frühbuddhistischen Praxismethoden und die sie vermittelnden Traditionen verwendet, in deren Zentrum die systematische Entwicklung von Achtsamkeit steht.http://de.wikipedia.org/wiki/Vipassana
In einer zeitgemäßen und für das westliche Verständnis kompatiblen Form kann man mit einer von Jeru Kabbal, in den siebziger oder achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelten , als Quantum Light Breath bezeichneten dynamischen und auf den Atem gerichteten therapeutisch intendierten Trance, die Idee des Vipassanā kennen lernen. Hier ist insbesondere die als QLB 1 bezeichnete Aufnahme zu empfehlen.
Die als QLB 1, QLB 2 und QLB 3 bezeichneten Tonaufnahmen kann man sich im Internet bestellen.
Clarity Clarity Process - www.clarityproject.de
Literatur:
Erich Fromm: "Die Kunst des Liebens", Ullstein, Berlin 1971
Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (In späteren Ausgaben auch Die Leiden des jungen Werther), Erstausgabe 1774, überarbeitete Fassung 1787
Robin Norwood: "Wenn Frauen zu sehr lieben. Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden.", Rowohlt: 1986, Reinbek bei Hamburg
Wolfgang Schmidtbauer: Die heimliche Liebe. Ausrutscher, Seitensprung, Doppelleben. , (2004) 3. Auflage, rororo Sachbuch.
Hubert Speidel: "Herzschmerz und Leidenschaft", In: "Balint-Journal" (Zeitschrift der Deutschen Balintgesellschaft), 2005, S. 1-9
Jürg Willi und Bernhard Limacher : Wenn die Liebe schwindet. Möglichkeiten und Grenzen der Paartherapie. Klett-Cotta. (2005)
Filme:
Adams Äpfel (Schwarze Komödie)
Musik:
Udo Lindenberg - Ich lieb dich überhaupt nicht mehr - www.youtube.com/watch?v=0rE_Hp3HLF4
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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Freitag, 1. Mai 2009 08:39
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Narzissmus
Sehr geehrter Herr Thiel,
Ich habe mich vor einem Jahr sehr in einen Narzissten verliebt. Als es ihm zu eng wurde hat er mich sehr stark zurückgewiesen durch verbale Beleidigungen und Demütigungen. Ich habe dadurch ein wenig zu mir selbst zurückgefunden, mich mehr zurückgezogen und ihm auch gesagt, daß ich ihn nicht mehr liebe. Habe ihm auch ein Abschiedsmail geschickt, worauf er sofort telefonisch reagiert hat und gefragt hat, was das soll. Jetzt sucht er häufig den Kontakt über seine Kinder, die ich sehr liebe. Aber er kränkt mich immer wieder. Erst gestern hat er mir von seiner großen Liebe erzählt, mit der er aber auch Probleme wegen ihrer Forderung nach einer Ehe hat. Merkwürdigerweise erwähnt er bei jedem Treffen, daß ich ja nun nicht mehr in ihn verliebt sei. Warum? Er wollte es ja so, oder nicht? Was will der Mann von mir? Was glauben Sie?
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus,
...
Hallo Frau ... ,
der Mann will, dass Sie ihn bedingungslos lieben. Das können Sie natürlich nicht, wie das überhaupt niemand machen kann.
Das Problem des Narzissten, wenn es denn einen solchen in Reinkultur gibt, ist, dass er mit Kränkungen und Zurückweisungen, die nun mal zum Leben dazu gehören, nicht konstruktiv umgehen kann oder will.
Aber das Problem des Narzissten sollte nun nicht ihr Problem sein, was es aber anscheinend ist, da sie ja mit ihm - warum auch immer - im Kontakt bleiben. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.
Gleichwohl kann jeder der es möchte an seiner Charakterstruktur arbeiten und diese auch verändern. Man darf nur nicht glauben, der andere würde sich schon verändern, wenn man nur eindringlich genug auf ihn einwirkt.
Womöglich ist es aber Ihre Aufgabe im Kontakt mit einem Narzissten die eigenen Lebensthemen zu bearbeiten und so könnten Sie dies auch als eine Chance zur Emanzipation und eigenen Entwicklung sehen.
In so fern kann man es mit Brecht als einen Glücksfall betrachten, dass Sie gerade auf diesen Mann gestoßen sind, der Ihnen Gelegenheit gibt, in der persönlichen Auseinandersetzung zu wachsen.
Aber rühmen wir nicht nur den Weisen,
Dessen Name auf dem Büchlein prangt!
Denn man muß dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.
Darum sei der Zöllner auch bedankt:
Er hat sie ihm abverlangt.
Bertolt Brecht
Legende von der Entstehung des Buches Taoteking
Beste Grüße
Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Freitag, 15. Mai 2009 09:30
An: info@maennerberatung.de
Betreff: AW: Narzissmus
Lieber Herr Thiel!
Ich danke Ihnen sehr für Ihre ausführliche Antwort. Ihre Erklärung ist überraschend für mich. Ich halte immer noch Kontakt mit dem Mann, weil er für mich so faszinierend ist, obwohl ich sehr darunter leide, da er sehr viele Frauen anzieht und das auch sehr genießt.
Ja, Sie haben vermutlich recht, ich kann etwas über mich durch ihn lernen, z. B. ist mein Altes Thema Zurückweisung/Kränkung wieder zentral geworden. Er hat mich als Frau heftig zurückgewiesen, obwohl er soviel intime Beziehungen hat, aber ich kenne mittlerweile den Grund. Wir gehören beide einer religiösen Gruppe an, die sehr Wert darauf legt, dass alles moralisch korrekt zugeht. Der Mann ist verheiratet und er legt sehr Wert auf seine guten Ruf. Die Frauengeschichten sucht er geheim zu halten. Daher hat er es sich mit mir verboten. Das Thema Sexualität ist auch ungelöst bei mir. Durch den Mann habe ich das begriffen und weiß jetzt, dass ich es bei mir ernst nehmen soll. Leider aber nicht mit ihm. Darunter leide ich immer wieder sehr. Aber so was kann man nicht erzwingen, nicht wahr?
Danke für das Brecht-Zitat! Ich lese gerade im Taoteking und habe mir schon vorgenommen, das Werk von Brecht dazu anzuschauen. Lustig, diese "Zufälle".
Alles Gute!
...
Hallo Frau ...,
erzwingen kann man einiges, wie man daran sieht, dass es Gerichte und Staatsanwaltschaften gibt, die ja häufig nur deshalb wirksam sind, weil sie bei Bedarf auch das Element des Zwanges benutzen.
In der Liebe ist das sicher etwas schwieriger, wenn nicht sogar kontraproduktiv. So hat der ganze Zwang in der DDR, die ja auch eine Utopie der Liebe war, dieser Utopie letztlich sicher mehr geschadet als genutzt.
Johannes R. Becher
1. Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muß uns doch gelingen,
Daß die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|
Nationalhymne der DDR
Melodie - Melodie - Hanns Eisler, 1898-1962
Dem militanten Entwurf von Becher stand der Entwurf einer Nationalhymne des feinsinnigeren Brecht gegenüber.
Kinderhymne
Anmut sparet nicht noch Mühe,
Leidenschaft nicht noch Verstand,
daß ein gutes Deutschland blühe
wie ein andres gutes Land.
Daß die Völker nicht erbleichen
wie vor einer Räuberin,
sondern ihre Hände reichen
uns wie andern Völkern hin.
Und nicht über und nicht unter
andern Völkern woll'n wir sein
von der See bis zu den Alpen,
von der Oder bis zum Rhein.
Und weil wir dies Land verbessern,
lieben und beschirmen wir's.
Und das liebste mag's uns scheinen
so wie andern Völkern ihr's.
Bertold Brecht
Die sich konstituierende "Partei- und Staatsführung der DDR" entschied sich für die militante Fassung von Becher und so zog sich dass Element des Zwanges als Gründungskonstitution der DDR bis zur Implosion der DDR wegen mangelnder Liebe fort. Brecht starb 1956 im Alter von nur 58 Jahren, man kann sicher sagen, an Liebesleid.
Hinterlassen hat Brecht uns, neben einigen trivialen Sachen, gewichtige Werke. Von Becher, dessen Vater Richter am Bayrischen Obersten Landgericht war und der das Leben zwingen wollte und schon bei einem versuchten Doppelselbstmord 1910 seine Freundin erschoss und sich selbst scher verletzte, kann gleiches sicher nicht berichtet werden.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Montag, 23. Juli 2007 16:39
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Habe Scheisse gebaut. Was tun?
Ich habe ein Problem. Vor 5Monaten lernte ich einen Mann uber eine Partnerboerse kennen, der mir zu meiner eigenen Ueberraschung sehr gut gefiel und in den ich mich dann auch an Ort und Stelle verguckte so wie umgekehrt. Das habe ich nach so langer Zeit (vor 11Jahren das letzte Mal/ bin 33Jahre) nicht mehr erwartet und liess mich zwar einerseits darauf ein, aber andereseits stand ich mir selbst im Weg, da ich Angst vor der Liebe habe, Angst Vertrauen zu finden. Daher enttaeuschte ich ihn, in dem ich mal betrunken zum Treffen erschien (wollte sehen wie er reagiert). Er war sauer, aber er lies nicht ab von mir. Ich kam zu spaet zum Treffen. Er war sauer, aber lies nicht ab. Ich bekundete Zweifel. Er war sauer, aber liess nicht ab.
Er stellte mich seinem besten Freund und dessen Familie vor. Wir verlebten ein verlaengertes Wochenende auf dem Land miteinander. Wir verbrachten beinahe jeden Samstag und Sonntag miteinander. Unter der Woche sind wir vielbeschaeftigt (14stunden Tag und reisen) und daher nur via SMS im Kontakt.
Das Problem war ferner. Ich meldete mich gleich nach Kennenlernen bei der Partnerboerse ab. Er hingegen kuendigte zwar nach Anfrage von mir seine 6monatige Mitgliedschaft, loggte sich aber 1mal pro Woche dort ein, um wie er sagt, seinen Posteingang zu leeren – was meiner Meinung nach unlogisch ist. Das sah ich natuerlich als Hindernis und vielleicht auch als Vorwand fuer meine Aktionen. Obwohl ich bekundete, dass mir das ein Dorn im Auge sei, liess er sich nicht stoeren. Vielleicht wollte er somit auf mein uneingeschraenktes Vertrauen hoffen, da er mir schon mehrfach zeigte, dass er zu mir steht. Das sah ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht und das wurde mir auch nicht so kommuniziert. Ich legte mir letztendlich auch ein Profil dort an und chattete ihn an. Darauf liess er sich ein und arrangierte sogar ein Treffen mit mir (unbekannter Chatpartner). Daraufhin rief ich Ihn an und erzaehlte seinem AB, dass es vorbei sei und ich ihm viel Spass mit seinem Date wuensche.
Ich vermisste Ihn unsagbar und die angebliche Erkenntnis schmerzte mich zutiefst; sie machte nach allem was war und wir uns sagten keinen Sinn. Ich habe noch nie solche Schmerzen empfunden und noch niemals diese Sehnsucht. Bisher war alles immer ein leichtes Spiel fuer mich, Ich bestimmte den Anfang und das Ende. Hier nicht. Ich war kopflos und wusste nicht um meine Gefuehle, handelte wie oben dargelegt offensichtlich wie eine orientierungslose Irre. Ich schrieb Ihm also einen Brief und fragte nach dem Warum. Er antwortet mir; schrieb, dass er wusste, ich haette dahinter gesteckt und er vor dem Hintergrund der Geschehnisse nicht laenger daran festhalten wolle. Das kaufe ich Ihm ab und es fiel mir wie Schuppen von den Augen, Ich habe Ihn geliebt, seine kleinen Macken, seine Zuversicht und Geduld, seine Staerken und Schwaechen. Weiss, dass das total kitschig klingt, denn was man liebt, verletzt man nicht. Nur, ich bin ein sehr gutaussehender und in der Regel beherrschter, halbwegs intelligenter weiblicher Kontrollfreak mit Bindungsaengsten bzw. mit Angst vor meinen Gefuehlen. Das und mehr erklaerte ich ihm in einem anschliessenden Gespraech, welches er zuliess. Ich sagt Ihm das grosse L-Wort und beteuerte, dass ich auch anders koennte und ihn wiederhaben wolle. Er meinte, er wolle eigentlich auch nicht von mir ablassen, aber brauche eine Auszeit von 10Tagen zumal er jetzt sein Herz ausgeschaltet und den Kopf eingeschaltet habe . Nach 15Tagen ohne Nachricht, meldete ich mich, weil ich mich sorgte. Er schrieb, er haette es nicht vergessen , habe viel zu tun (was aufgrund seiner momentanen Projektlage fuer mich nachvollziehbar ist) und wuerde sich in einigen Tagen nochmal melden. Darauf hin antwortete ich nicht, um Ihn nicht zu belaestigen. Jetzt ist wieder eine Woche rum und keine Antwort. Was soll ich tun? Prueft er meine Nachhaltigkeit oder hat er die Schnauze gestrichen voll….Keine Ahnung wohin mit meinen Gefuehlen und wie damit umgehen, was tun….?
Ich danke im Voraus fuer Ihre ANtwort. Schlimmer kann's wohl nicht werden.
Hallo ...,
Sie schreiben:
"Jetzt ist wieder eine Woche rum und keine Antwort. Was soll ich tun? Prueft er meine Nachhaltigkeit oder hat er die Schnauze gestrichen voll….Keine Ahnung wohin mit meinen Gefuehlen und wie damit umgehen, was tun….?"
Meine Antwort:
Vielleicht nehmen Sie an einer Selbsthilfegruppe zum Thema Liebeskummer teil. Möglich ist aber auch die Teilnahme an einer therapeutisch angeleiteten Gruppe.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Mittwoch, 25. Juli 2007 23:02
An: mb
Betreff: RE: WG: Habe Scheisse gebaut. Was tun?
danke fuer die mail, die mir aber vermutlich nicht weiterhilft. glaube nicht, dass man wegen jedem wehweh gleich zur therapie stuerzen muss.
fakt ist, ich kann garnichts tun als abzuwarten und irgendwann, bei ausbleibender nachricht, mich damit abfinden und aus meinen fehlern versuchen zu lernen.
nichts zu tun, zu hoffen und abzuwarten ist eine grosse aber bescheidene herausforderung, die ich nach all meinen aktionen wohl verdient habe ;-)
danke aber fuer die nachricht und ihnen auch alles gute.
...
Hallo ...,
Sie schreiben: "glaube nicht, dass man wegen jedem wehweh gleich zur therapie stuerzen muss."
Das hörte sich bei mir aber nicht so an, dass es sich hier bei Ihnen um ein "wehweh" gehandelt hätte, sondern eher so als ob es eine handfeste Krise gewesen wäre.
Aber wenn es nur ein "wehweh" ist, um so besser, das ist in einer Woche vorüber.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Donnerstag, 12. Oktober 2006 07:12
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Frühzeitiger Orgasmus und Zwanghaftes Onanieren
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin 23 Jahre alt und habe Probleme mit meiner Sexualität sprich (was man so sexualität nennen kann) ich bekommen immer einen zu frühen orgasmus ich kann das nicht kontrollieren außerdem masturbiere ich sehr oft Bitte schenken sie mir einen Rat woran das liegt das ich immer schon nach wenigen Sekunde zum Höhepunkt komme und warum dieser Zwang zum Onanieren besteht ???
Hallo ...,
Ihr Bedürfnis oft zu masturbieren, liegt möglicherweise darin begründet, dass Sie kein befriedigendes Sexualleben mit einer Partnerin haben.
Beim Masturbieren haben Sie Ihre Ejakulation offenbar gut unter Kontrolle, was beim Sex mit Ihrer Partnerin nicht der Fall zu sein scheint, dort ejakulieren Sie offenbar schon recht frühzeitig, obwohl Sie das nicht wollen. Dass das so ist, mag an der Art der Beziehung mit Ihrer Partnerin liegen.
Ändern Sie die Beziehung und es ändert sich Ihre Art Sexualität zu leben.
Vielleicht besuchen Sie mal eine Liebesschule.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ...
Gesendet: Sonntag, 30. April 2006 00:50
An: info@maennerberatung.de
Betreff: Homosexuelle Liebe zu einem ehem. besten Freund
Hallo! Bin durch Zufall auf ihre Seite gestossen, als ich unter "Traumdeutung Küssen" gesucht habe.
Wollte mal wissen was dies zu bedeuten hat, da meine nächtlichen Ausflüge mal wieder heftig waren.
Tja, und damit wäre ich beim Thema und bin auf ihrer Seite vielleicht sogar besser aufgehoben.
Mein Name ist Jochen (Name geändert, Anmerkung P. Thiel) und ich bin 27 Jahre alt.
Mit 16 habe ich Sebastian (Name geändert, Anmerkung P. Thiel) (1 Jahr älter als ich) kennen gelernt und seit dem stand für mich fest, ich stehe auf Männer.
Solche Gefühle konnten nicht täuschen.
Es entwickelte sich eine sehr enge Freundschaft zwischen uns die ca. 1 Jahr sehr intensiv war.
Hatte nie den Mut ihm meine Liebe zu gestehen und es entwickelte sich auch nie etwas Sexuelles .
Wobei die Freundschaft auf einer solch ungewöhnlichen Ebene basierte wie ich es bis jetzt nie wieder erleben durfte. Fest stand für uns beide: Wir zwei, das ist was Besonderes! Unsere unterschiedlichen Wege haben uns schliesslich getrennt.
Heute weiss er von meinen Gefühlen, wir haben auch noch Kontakt.
Ich lebe momentan in ... , er in Deutschland mit seiner Freundin.
Ich lebe die Homosexualität (mehr oder weniger) und er ist in eine spiessbürgerliche Beziehung mit Heiratsplänen verstrickt.
Um auf den Punkt zu kommen: Denke das wir beide ein Problem haben.
Ich damit, dass ich ihn nicht vergessen kann und aus tiefstem Herzen liebe.
Deshalb habe ich auch immer wieder Probleme mich auf Partner einzulassen. Im Prinzip bin ich überhaupt nicht offen für irgendwas. Konnte mit der Sebastian Geschichte nie richtig abschliessen.
Und teilweise zieht mich das Ganze so runter, dass es mich schon fast erschreckt (wenn man schon die Träume deuten will?!?!)
Er damit, dass er meiner Meinung nach seine Sexualität und sogar ganze Persönlichkeit unterdrückt. In einer Scheinwelt lebt in der er Halt sucht. Ich denke von mir, mittlerweile ein so reflektierter und auch sensibler Mensch zu sein, dass ich solche Dinge mitbekomme. Und er kann mir nicht erzählen nicht mindestens Bisexuell zu sein. Auf seine Art und Weise zeigt er mir auch wie wichtig ich ihm bin, nur reicht dies nicht.
So kann es auf jeden Fall für uns beide nicht weiter gehen und ich hoffe Sie haben ein paar gute Tips und Ratschläge parat. ...
Vielen dank und Grüsse aus ... , Jochen
Hallo Jochen,
es mag sein, dass Ihr Freund ein Problem hat, aber Sie müssen das ja dann nicht zu dem Ihren machen und schon haben Sie ein Problem weniger.
2. Sie dürfen Ihren Freund auch weiterhin lieben, auch wenn er ihre Zuneigung möglicherweise nicht erwidert. Sie brauchen ihn auch nicht zu vergessen. Damit hätte sich schon das nächste Problem gelöst.
3. Bleibt noch das Problem, dass Sie sich nicht auf andere Partner (männlich oder auch weiblich) einlassen wollen. Vielleicht ist jetzt für Sie auch noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen, sondern erst in zwei, vier oder gar erst in zehn Jahren. Also gibt es auch hier kein echtes Problem, denn wenn Sie sich zur Zeit gar nicht auf andere Partner einlassen wollen, wozu sollten Sie das dann gegen ihren Willen tun? Das wäre ja schizophren, was immerhin den Vorteil hätte, dass man dann in unserer modernen abergläubischen Gesellschaft als kranker Mensch gilt und Rücksicht von den anderen Menschen verlangen kann.
Gruß Peter Thiel
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:
Gesendet: Donnerstag, 14. April 2005 16:47
An: info@maennerberatung.de
Betreff:
Hallo,
ich brauche ihre Hilfe. Ich weiss nicht ob sie mir weiterhelfen koennen, aber ich werde es trotzdem versuchen.
Ich habe mich in jemanden verliebt, der fuer mich unerreichbar scheint.
Ich bin Studentin und mache ein Austauschjahr und habe mich dummerweise in einen meiner Mentor/Lehrer verliebt. Ich habe viele Unterrichtsstunden mit ihm zusammen und versuche auch in den Pausen immer wieder smaltalks einzubringen was auch die meiste Zeit funktioniert. Das Problem bei dieser Sache ist, dass er eine Freundin hat und mit ihr auch vor 3 Monaten zusammengezogen ist.
Wie auch immer, wenn alle Maenner wirklich gleich sind (wie man immer so schoen sagt) dann man doch auch seine Aufmerksamkeit erregen koennen, oder??
Ich habe mir Angst was einzureden, aber wie ticken den nun Maenner und besteht ueberhaupt die Chance seine Aufmerksamkeit zu eregen??
Hallo Frau ... ,
es kann ja durchaus sein, dass Sie auch die Aufmerksamkeit bei dem Mann wecken können und er sich dennoch aus unterschiedlichsten Gründen dafür entscheidet, mit Ihnen keine nähere Beziehung einzugehen.
Wenn Sie dann kein anderes passendes Liebesobjekt finden, so werden Sie vielleicht einige Zeit Leiden. Vielleicht hat das ja auch seine nützlichen Seiten.
Beste Grüße
Peter Thiel