Angst

 

 

 

 

 

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Peter Thiel - Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF

14.12.2011

 

 

 

 

 

Schlüsselwörter: Angina, Angina pectoris, Angst, Angsthase, Angstschweiß, Angst vor Frauen, Angst vor Männern, Asthma, Begegnung, Enge, Erschrecken, Furcht, Grundformen der Angst, Kontakt, Leistungsangst, Panik, Panikattacken, Phobie, Prüfungsangst, Schreck, Trennungsangst, Verlustangst, Versagensangst

 

 

 

Noch bist du da

 

Wirf deine Angst

in die Luft

 

Bald

ist deine Zeit um

bald

wächst der Himmel

unter dem Gras

fallen deine Träume

ins Nirgends

 

Noch

duftet die Nelke

singt die Drossel

noch darfst du lieben

Worte verschenken

noch bist du da

 

Sei was du bist

Gib was du hast

 

 

Rose Ausländer

 

 

 

 

 

Unser deutsches Wort Angst ist verwandt mit dem lateinischen Wort für eng - angustus. Engbrüstigkeit heißt im griechischen Asthma. Angina pectoris ist ein schmerzhafter Herzanfall bei Verengung der Herzkranzgefäße. Eine typische "Angstkrankheit" ist das Asthma Bronchiale. Auch bestimmte Sexualstörungen kann man als Angststörungen verstehen.

Angst steht immer in Verbindung mit dem Atem. "psyche" oder "animus" heißt Atem. Angst, als Störung des Atmens, begleitet jede Funktionsstörung des Selbst, wie Perls sagt (S. 197). Er zieht daraus den Schluss, als ersten Schritt in der Therapie mit dem Atem Kontakt aufzunehmen. 

 

Angst wird häufig ausschließlich negativ aufgefasst. So heißt es oft, Sei nicht so ein Angsthase, du machst dir vor Angst noch in die Hosen, ich will endlich keiner Angst mehr haben. Kaum jemand sagt, schön dass ich Angst habe, das zeigt mir, dass ich in einer ungewohnten Situation bin, in der es hilfreich sein kann, aufmerksam und achtsam zu beobachten und zu handeln. Oder, schön dass ich Angst habe, da ist das Leben nicht langweilig.

Dabei suchen die Menschen öfter die Angst als man gemeinhin denkt, nicht nur auf der Achterbahn, in der Gespensterbahn oder beim Bungee Jumping. Der eine oder die andere riskiert einen Seitensprung, da die Ehe, in der man seit 20 Jahren lebt, so langweilig geworden ist, dass man nicht nur vor dem Fernseher, sondern auch vor dem für Sonnabend Abend angesetzten ehelichen Geschlechtsverkehr einschläft. 

 

 

 

 

Angst als Begleitung  des Wandels

Wenn wir uns ändern wollen oder müssen, sei es in unseren Lebensumständen, in unseren Lebensauffassungen, in unserem Charakter oder unserer Identität, so ist der Wandel oder dessen Herausforderung immer von Angst begleitetet.

Das Problem des menschlichen Charakters ist es, dass Kontinuität in der Regel als angstreduzierend erlebt wird, deshalb auch der Widerstand der jeweils herrschenden Gruppierungen oder Eliten ihre Machtpositionen aufzugeben oder wenigstens zu teilen und neue Verhältnisse zuzulassen. Andererseits strebt der Mensch nach einem sinnerfüllten und glücklichen Leben, kurz, er ist unzufrieden, wenn ihm sein Leben als Beamter in einer bürokratischen Organisation, als Ehemann in einer von Angst und Machtkämpfen gezeichneten Beziehung, als sich von Medien, Öffentlichkeit und den eigenen hohen Ansprüchen gehetzt sehender Politiker oder als Langzeitarbeitsloser dem die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben versperrt scheint, weder Sinn noch Glück zu bieten scheint. 

So steht der Mensch vor dem Dilemma von Bewahren und Erneuern, vor Tradition und Moderne und es geht ihm wie in dem Gedicht "Der Radwechsel": 

 

 

Der Radwechsel

 

Ich sitze am Straßenrand

Der Fahrer wechselt das Rad.

Ich bin nicht gerne, wo ich herkomme.

Ich bin nicht gerne, wo ich hinfahre.

Warum sehe ich den Radwechsel

Mit Ungeduld?

 

Bertolt Brecht

 

 

 

So strebt der Mensch auf der einen Seite danach, dass alles so bleibt wie es war (konservatives oder reaktionäres Element) und auf der anderen Seite provoziert er die Veränderung und fordert sie ein (progressives Element), sei es durch offene Forderung, unbewusstes taktisches Kalkül wie eine heimliche parallele sexuelle Beziehung, einen psychotischen Schub oder einen Skiunfall.

Das Scheitern vieler unbewusst ausagierter Veränderungsbemühungen ist erklärlich, denn Veränderungen müssten dem Menschen gemäß sein. Kein Mensch wird in ein Bekleidungsgeschäft gehen und aufs gerate Wohl ein Kleidungsstück kaufen, dessen Größe er nicht kennt oder dass er nicht anprobiert hat. Das Kleidungsstück muss passen, in Größe, Form, Farbe und im Stoff. Nicht anders ist dies bei den Kleidungsstücken des Wandels, diese müssen uns und unserer sich verändernden Identität entsprechen, sonst kommen wir aus dem Regen in die Traufe, statt zu kleiner drückender Schuhe, haben wir sonst Schuhe in der Größe wie sie eine Clown benutzt. Statt Erfolg, Beschämung - der schlimmste Feind des Wandels.

 

 

Dass die Zeit des Wandels mit Träumen gefüllt ist, die das Thema der Angst widerspiegeln, muss nicht wundern.

 

 

 

Verwandlung

 

Traum 1

Ich stehe vor der Eingangstür eines Hochhauses. Ich habe keinen Türschlüssel. Da kommt von drinnen ein Mann, der nach draußen will und öffnet die Tür. Ich halte einen Schlüssel in der Hand, den ich zufällig dabei habe und tue so als ob es der Schlüssel für die Haustür ist und ich damit gerade aufschließen will, damit der fremde Mann denkt, ich wäre ein Mieter aus dem Haus und daher berechtigt, dort hinein zu gehen. Der Mann schöpft keinen Verdacht und so schlüpfe ich durch die geöffnete Tür, um sogleich vor dem Fahrstuhl zu stehen und auf die Ruftaste zu drücken. Der Fahrstuhl kommt und ich steige ein. Der Fahrstuhl fährt mit mir nach oben, doch an den Etagen, an denen ich vorher einen Halt gedrückt habe, fährt der Fahrstuhl vorbei, immer weiter nach oben. Der Fahrstuhl hat eine gläserne Frontseite und auch der Fahrstuhlschacht ist verglast, so dass ich während der Fahrt nach draußen gucken kann. Während der Fahrstuhl ohne zu halten immer höher fährt, sehe ich die unter mir liegende Stadt und den durch sie hindurchfließenden Fluss. Als der Fahrstuhl sich dem obersten Stockwerk nähert, sehe ich dass dort kein Halt ist, sondern der Fahrstuhl über eine Umlenkrolle wie bei einem Paternoster wieder nach unten gelenkt wird. Kaum hat der Fahrstuhl die Umlenkrolle passiert, geht es in rasender Fahrt nach unten. Der Fahrstuhl wird immer schneller, ich drücke alle Knöpfe für die Etagen, doch der Fahrstuhl hält nirgends an, gleich schlägt er in einem irren Tempo auf - doch bevor das schreckliche Ende kommt wache ich schweißgebadet auf. 

 

Traum 2

Ich stehe vor der Eingangstür eines Hochhauses. Ich habe keinen Türschlüssel. Da kommt von drinnen ein Mann, der nach draußen will und öffnet die Tür. Ich halte einen Schlüssel in der Hand, den ich zufällig dabei habe und tue so als ob es der Schlüssel für die Haustür ist und ich damit gerade aufschließen will, damit der fremde Mann denkt, ich wäre ein Mieter aus dem Haus und daher berechtigt, dort hinein zu gehen. Der Mann schöpft keinen Verdacht und so schlüpfe ich durch die geöffnete Tür, um sogleich vor dem Fahrstuhl zu stehen und auf die Ruftaste zu drücken. Der Fahrstuhl kommt und ich steige ein. Der Fahrstuhl fährt mit mir nach oben, doch an den Etagen, an denen ich vorher einen Halt gedrückt habe, fährt der Fahrstuhl vorbei, immer weiter nach oben. Der Fahrstuhl hat eine gläserne Frontseite und auch der Fahrstuhlschacht ist verglast, so dass ich während der Fahrt nach draußen gucken kann. Während der Fahrstuhl ohne zu halten immer höher fährt, sehe ich die unter mir liegende Stadt und den durch sie hindurchfließenden Fluss. Als der Fahrstuhl sich dem obersten Stockwerk nähert, sehe ich dass dort kein Halt ist, sondern der Fahrstuhl über eine Umlenkrolle wie bei einem Paternoster wieder nach unten gelenkt wird. Das kann ja heiter werden, denke ich, wenn der Fahrstuhl, womöglich ungebremst nun mit mir nach unten rauscht. Doch als der Fahrstuhl den Wendepunkt passiert, fährt er nicht wie vermutet in rauschender ungebremster Fahrt nach unten, sondern wie eine Seilbahn an einem Berghang gleitet der Fahrstuhl in einer geneigten Ebene der Erde entgegen, wo die Fahrt schließlich auch sanft endet. Ich steige aus und gehe zu Fuß weiter meinen Weg.

 

 

 

 

 

 

Grundformen der Angst

Angst verhilft uns, Gefahren wahrzunehmen und gegebenenfalls die uns als gefährlich erscheinende Person der Situation anzugreifen", um sie zu vertreiben, zu neutralisieren oder zu vernichten. Scheint uns ein Angriff nicht sinnvoll zu sein, dann verteidigen wir uns oder ergreifen die Flucht, durch die wir uns aus der gefährlich erscheinenden Situation entfernen. Wenn weder Angriff noch Flucht sinnvoll oder möglich erscheinen, stellen wir uns tot. Evolutionsbiologisch haben sich diese drei Handlungsalternativen, die über das Entstehen von Angst, eingeleitet werden, offenbar als sinnvoll erwiesen.

Die vierte Möglichkeit des Umgangs mit Angst besteht darin, festzustellen, dass es keinen realen Anlass für die Angst gibt. So etwa wenn vor unserer Tür zwei Polizisten stehen würden, die uns mitteilen, dass sie uns jetzt verhaften. Bei den meisten Menschen würde so fort massive Angst entstehen, wenn uns dann die Polizisten mitteilen, dass sie nur Schauspieler sind und gerade ein Film mit versteckter Kamera für die Sendung "Verstehen sie Spaß" aufgenommen wurde, löst sich im allgemeinen die Angst sehr schnell auf. Möglicherweise entsteht statt dessen dann Ärger, dass man in einem verheimlichten Spiel als unwissender Mitspieler benutzt wurde.

Viele Ängste sind nicht situationsadäquat. So etwa bei einer Frau, die bei einem Spaziergang an der Uferpromenade des Rhein eine Panikattacke bekommt, obwohl keine reale Bedrohung vorhanden ist. Der Auslöser der Panikattacke war ein vorbeikommendes spazieren gehendes Paar mit Kind, durch dass die Frau mit ihrem Kinderwunsch konfrontiert wurde, was bei ihr aus lebensbiografischen Gründen mit massiven Ängsten verbunden ist.

In Situationen, in denen wir uns bedroht fühlen, entwickeln wir Angst.  Dies können Bedrohungssituationen sein, wie sie bei einem Überfall oder eine Geiselnahme auftreten. Angst kann sich aber auch entwickeln, wenn ein Mann in einen Blumenladen geht und einen Strauß Blumen kaufen will. Ein anderer  Mann geht ebenfalls in den selben Blumenladen und entwickelt keine Angst. Wir können Angst haben, wenn wir unbekannten Menschen begegnen oder vor vielen Leuten sprechen sollen.

Angst entsteht  wenn wir ein uns unbekanntes Terrain betreten (müssen) für das uns die innere Landkarte und somit die Sicherheit mehr oder weniger fehlt. Das kann ein unbekannter Ort sein, ein neuer Job, der Verlust eines Partners, der Verlust des gewohnten Arbeitsplatzes, der Auszug der eigenen Kinder aus dem Haus, die Begegnung mit einem uns unbekannten Menschen. Der anstehende Konflikt mit der Partnerin oder den eigenen Eltern.

Andererseits ist Angst keine absolute Größe. Der geübte Politiker hat relativ wenig Angst, vor einem großen Publikum zu sprechen. Ein ungeübter Mensch kann jedoch in erhebliche Angstzustände kommen, wenn er vor vielen Menschen sprechen soll.

Angst tritt ein, wenn Veränderungen anstehen, wir aber am gewohnten Alten festhalten wollen, weil uns dieses vertraut ist. Das alte nährt zwar nicht mehr, aber die Angst vor dem Aufbruch in das unbekannte neue, ist oft so groß, dass wir den neuen Schritt nicht wagen. Lieber gehen wir mit Pauken und Trompeten - wie die Mehrzahl der Deutschen gegen Ende des 2. Weltkrieges in Komplizenschaft mit den nationalsozialistischen Massenmördern - unter, als uns gegen die Gewaltherrschaft aufzulehnen und etwas zu riskieren. 

 

Angst entsteht auf Grund von Lernerfahrung. Dies kann schon vorgeburtlich im Uterus der werdenden Mutter stattfinden. Wesentliche Prägungen - so kann man annehmen - finden in den ersten Lebensjahren statt. Ein Neugeborenes, was stundenlang allein gelassen wird - eine durchaus übliche Praxis in den Geburtstationen der Krankenhäuser des 20. Jahrhunderts - macht die Erfahrung der Isolation, des Alleinseins, des trotz intensiven Schreiens nichts bewirken können.

Wen kann es da wundern, dass so viele Erwachsene gibt, die so viel Angst vor dem Leben haben.

 

Angstkonditionierungen können auch in späteren Lebensjahren stattfinden. Wer einmal vom Hund gebissen wurde, kann zukünftig schon beim Anblick eines Hundes Angst bekommen, selbst wenn der Hund überaus sanft ist. Wer einmal eine traumatische Trennung erlebt hat, kann Angst bekommen, wenn er nur einen Menschen sieht, dem er seine Liebe schenken will, nur weil dann eine erneute Trennung und ein erneuter Verlust eintreten kann.

Traumatisch empfundene Erlebnisse wie eine Geiselnahme, eine Vergewaltigung oder die Entführung des eigenen Kindes durch Unbekannte oder sogar den anderen Elternteil, können aus einem bisher wenig ängstlichen Menschen einen ängstlichen machen.

 

 

 

 

Vorangst und manifeste Angst

Angst kann man hinsichtlich ihrer Fixiertheit unterscheiden in Vorangst und manifeste Angst. In der Vorangst sind wir noch dabei die verschiedenen Möglichkeiten zu Bewältigung der Angst durchzuspielen und entscheiden uns dann für eine der drei Möglichkeiten, Angriff, Verteidigung oder Tot stellen.

Das "sich tot stellen" ist eine weit verbreitete Form der Bewältigung von Angst. Um sich tot zu stellen und damit für den vermeintlichen oder tatsächlichen Angreifer als Angriffsziel unattraktiv zu werden, hält der Organismus die Atmung flach oder stellt sie für kurze Zeit ein. Der Organismus hat sich in dieser Situation entschlossen, auf einen Angriff oder eine Flucht zu verzichten. Dies ist die Situation, die wir im Alltag oft erleben. Der Chef in der Firma, der Personalchef im Krankenhaus, die uns gegenüber sitzende fremde Frau in der Eisenbahn, die uns auf diese oder jene Weise beunruhigt.  Wir greifen nicht an, wir fliehen nicht, wir versuchen uns tot zu stellen, um uns so aus der vermeintlich oder tatsächlich gefährlichen Situation zu entfernen. 

 

Physiologisch gesehen entsteht manifeste Angst aus der Unterbrechung einer Erregung und dem Anhalten des Atems. Die einfachste Lösung von Angst wäre daher, einfach normal weiterzuatmen, doch genau dass kann der sich geängstigt fühlende Mensch/Mann erst einmal nicht.

Physiologisch gesehen ist Angst identisch mit körperlicher Enge, Angst, die nicht in Aktion umgesetzt wird, führt zu einem anhaltenden Gefühl der Enge, fixiert z. B. in dem Krankheitsbild des Asthmatikers.

 

 

 

 

Trennungsangst

 

Neulich sah ich ein Haus. Es brannte. Am Dache

Leckte die Flamme. Ich ging hinein und bemerkte

Daß noch Menschen drin waren. Ich trat in die Tür

und rief ihnen zu, daß Feuer im Dach sei, sie also

auffordernd schnell hinauszugehen. Aber die Leute

Schienen nicht eilig. Einer fragte mich

Während ihm schon die Hitze die Braue versengte

Wie es draußen denn sei, ob es auch nicht regne,

Ob nicht Wind gehe, ob da ein anderes Haus sei

Und so noch einiges. Ohne zu antworten,

Ging ich wieder hinaus. ...

 

Bertolt Brecht; Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus

 

 

Trennungen von einem geliebten oder für wichtig gehaltenen Menschen können Angst machen. Dies gilt sowohl für den Menschen, der sich trennt oder trennen will, als auch für den, der sich nicht trennen will. Dies ist auch ein wichtiger Grund dafür, dass Menschen an einer Beziehung festhalten, die sich längst überlebt hat oder an der die Beziehungspartner leiden.

Trennungen lösen häufig auch aggressive Gefühle aus. Eine an sich ganz gesunde Reaktion, wenn wir an ein Kind denken, dass sich von seiner Mutter verlassen fühlt. Aggression kann hier sowohl bei dem sich Trennenden, als auch bei dem Verlassenen entstehen.

Im allgemeinen kann der Mensch mit der Angst vor einer Trennung angemessen umgehen, sie aushalten oder durch Neugestaltung seines Lebens überwinden. Andere können dies nicht. Sie klammern wie ein Kleinkind an ihrem Beziehungspartner, was bei diesem in der Regel den Wunsch auslöst, sich aus dieser Umklammerung zu lösen. Die Folge ist dann eine Verstärkung des Trennungswunsches. Der Klammernde befördert mit seinem Verhalten somit genau das, wovor er Angst hat - eine Trennung.

Wenn Erwachsene emotional noch auf der Stufe eines Kindes stehen, können sich leicht Dramen wie das folgende entwickeln.

 

 

 

 

 

Furcht und Schrecken

Angst ist zu unterscheiden von Furcht und von Erschrecken. Menschen, die behaupten, sie hätten nie Angst, haben in erheblichen Maße den Kontakt zu sich selbst und ihrer Umwelt verloren. Besonders Männer dürften von dieser Beeinträchtigung ihrer Wahrnehmung betroffen sein, da sie häufig als Junge lernen mussten, sich zu desensibilisieren. Die Angstgefühle können aber nur dadurch vermindert werden, indem der Junge/Mann den Kontakt zur Umwelt und sich selbst abbricht. Auf der Ebene des Körpers kann dies durch eine muskuläre "Körperpanzerung" erreicht werden. Durch diese Panzerung wird aber nicht nur das Gefühl von Angst verhindert, sondern auch alle anderen Gefühle sind in erheblichen Maße eingeschränkt. 

Eine typische Männerangst, ist die Angst vor Frauen. Natürlich haben auch Frauen vor Frauen Angst, doch hier ist die Komponente der Gegengeschlechtlichkeit und eines möglichen geschlechtlichen Begehrens nicht in dem Maße wie bei Männern gegeben. Die hinter der Angst stehenden Themen sind vielfältig. Es können z.B. Versagungsängste oder auch Trennungsängste sein. Die Angst des Mannes vor Frauen, hängt in nicht geringen Maße mit seiner Erfahrung mit der eigenen Mutter zusammen.

 

 

 

 

Film: 

Rainer Werner Fassbinder: "Angst essen Seele auf", 1973

 

 

 

 

Interview von Peter Thiel für das Lifestyle Magazin "Matador", Juni 2006

 

 

 

 

 

 

Anfragen und Mitteilungen zum Thema

Unsere E-Mail Beratung ist kostenfrei für die erste von Ihnen an uns gesendete E-Mail und unsere darauffolgende Rückmeldung, bzw. unsere Antwort auf Ihre Fragen. Für eventuelle weitere Korrespondenz, in der wir ausführlicher als in unserer ersten Rückmeldung auf Ihre Fragen eingehen können, kostet je E-Mail 20 €.

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Die auf Ihre Anfragen gegebenen Antworten stellen nicht "die Wahrheit" darüber dar, "wie es wirklich ist", sondern sind eine subjektive Ansicht oder Meinung zu diesem Thema. 

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In dringenden Fällen empfehlen wir Ihnen eine zeitnahe telefonische oder persönliche Beratung. Geeignete Beratungsstellen und Berater finden Sie in Wohnortnähe oder auch über das Internet.

Bei Interesse können Sie bei uns eine Einzelberatung, Paarberatung oder telefonische Beratung vereinbaren. Zeitdauer und Kosten nach vorheriger Absprache.

Falls Sie eine persönliche oder telefonische Beratung wünschen, finden Sie nähere Informationen hier.

 

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-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Dienstag, 19. Juli 2011 16:52

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Beratung wegen sozialer Phobie

 

Guten Tag,

Ich habe ein paar soziale Schwierigkeiten, wo Ich eine Phobie dahinter vermute.

Da Ich mich noch nie darauf untersuchen lassen habe, bin Ich mir natürlich nicht sicher ob Ich tatsächlich unter einer Phobie leide.

Deswegen würde Ich sehr gerne ein Beratungsgespräch durchführen.

Wann und wie wäre das bei ihnen möglich?

Schönen Abend,

...

 

 

 

Hallo Herr ...,

ob Sie an einer Phobie "leiden", können Sie ja nur selbst beurteilen.

Was anderes wäre die Frage, ob Sie soziale Ängste haben. Auch diese Frage können Sie selber beantworten. Ebenso wie die Frage, ob Sie einen Kühlschrank in der Küche stehen haben oder auch nicht.

Dennoch können Sie gerne zu einem Beratungstermin kommen.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 19. Januar 2011 15:39

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Bitte um Rat

 

 

Sehr geehrter Herr Thiel,

mein Name ist ... , ich bin 50 Jahre und lebe in ... bei ....

Während der Trennungsphase mit meiner Frau erhielt ich bereits einen Rat von Ihnen. Mittlerweile ist die Scheidung durch und die Sache ist jetzt in Ordnung für mich. Nicht zuletzt durch die Trennungsereignisse beeinflusst hat sich mein Leben seitdem ziemlich verändert. Ich nehme diese Veränderung an und mir geht es gut damit.

Ich bitte Sie um einen Rat bei einem Problem, welches sich in der letzten Zeit sehr stark bei mir manifestiert hat. Ich hoffe, daß ich damit bei Ihnen richtig bin, denn ich denke im Vergleich zu den anderen Themen von denen Sie so hören, macht sich die Sache eher klein aus. Möglicherweise können Sie mir jedoch weiterhelfen.

Ein Bereich, den ich verändert habe, betrifft meine berufliche Situation, mit der in die letzten Jahre sehr unglücklich war. Ich bin aus meinem langjährigen Job ausgestiegen und verändere mich derzeit. Auch hiermit bin ich zufrieden und vor allem damit, meine Tätigkeit bei einem ... hinter mir gelassen zu haben.

Ich mache derzeit eine Weiterbildung zum ...berater und möchte dort zukünftig tätig werden. Da dies nicht so einfach ist bewerbe ich mich gleichfalls in meinem bisherigen Bereich. Die Resonanz auf meine Bewerbungen ist ausgesprochen gut.

Bei Bewerbungsgesprächen und Einstellungstest passiert es mir aber immer häufiger, dass ich aufgrund von Versagensängsten und meinem eigenen Erwartungsdruck total blockiere und mir oft damit alles vermassele. Das geht soweit, dass es mir vorher massiv den Schlaf raubt, ich höchst nervös bin und eigentlich regelmäßig durchdrehe. Die Situation wird von mal zu mal schlimmer und ich kann dadurch mein ganzen Können und Wissen überhaupt nicht richtig vorbringen. Ich kenne dies bereits von früher, aber damals gelang es mir viel besser damit fertig zu werden.

Ich möchte die Sache therapeutisch verfolgen, dies ist kurzfristig leider sehr schwierig. Was kann ich tun, damit es etwas erträglicher wird und ich mir nicht selbst immer im Wege stehe.

Vielen Dank und viele Grüsse

...

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

schnellen und auch wirksamen Rat kann man da wohl kaum geben.

Vielleicht sollten Sie sich zu diesem Thema doch ein paar Stunden Coaching gönnen. Termine ließen sich sicher zeitnah organisieren.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Mittwoch, 21. Juli 2010 22:56

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Sex sucht?

 

Hallo,

ich habe Sozialphobie. und bin in medikamentische sowohl auch therapeutische Behandlung..

 

ich wohne jetzt allein. und habe echt ein komisches Gefühl..

da ich immer Angst hatte Frauen anzusprechen. usw.

kommt es mir leichter Pornos anzuschauen und zu masturbieren.

 

so jetzt mein Problem.

seit dem ich mehr Selbstbewusstsein habe und die Ängste bekämpfen will rede ich auch mal Frauen an .

doch jedes Mal mitten im Gespräch :bekomme ich einen Ständer. Diese Erregung bekomme ich jetzt häufiger da ich denke es kommt von den Medikamenten. und hatte schon die Pillen umschrieben liess.

 

 

ich gehe manchmal ins puff um den drang wegzubekommen, doch jetzt will ich nicht mehr masturbieren. weil diese sucht immer kommt.

fast jeden 2.ten tag.

 

ich muss auch sagen laut meine Therapeutin habe ich keine Identität…weil ich komisch erzogen wurde. bin 27 und will endlich mal eine Freundin..

da ich meinen Symptom erkannt habe versuche ich alles wieder zu reparieren und wie ein normaler Mensch Leben zu führen.

Bitte geben sie mir ein rat.

danke

 

 

 

 

 

Hallo Herr ... ,

Sie sind auf einem guten Weg, dass es besser wird. Offenbar haben Sie auch schon eine Therapeutin gefunden, von der Sie gute Unterstützung erhalten.

Sicher wäre es aber auch gut, wenn Sie sich einem männlichen Berater oder Therapeuten anvertrauen könnten.

Schauen Sie doch mal unter

 

www.familientherapie.org

 

da finden Sie sicher einen guten Therapeuten ganz in Ihrer Nähe.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 22. März 2007 12:23

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Anfrage 

 

Hallo Herr Thiel!

Ich bin 40 Jahre alt. Ich habe eine mehr oder weniger starke Angst vor Frauen. Wenn ich mit einer Frau zusammenkomme, senke ich meinen Blick wie automatisch auf die weiblichen Intimbereiche, also Busen und den Genitalbereich. Das ist mir aber in der täglichen Begegnung mit Frauen nicht angenehm. 

Die letzten vier Jahre waren sehr anstrengend für mich, das hat sich offenbar auch in körperlichen Veränderungen meiner Hoden und meines Penis niedergeschlagen (Verkleinerung).  Zur Zeit bin ich sexuell völlig lustlos. 

Seit meiner Pubertät habe ich massive Auseinandersetzungen mit meiner Mutter. Durch ein Studium der Sozialwissenschaften habe ich versucht, Klarheit über diese Konflikte zu bekommen. Leider hat dies letztlich nicht dazu geführt, dass ich die inneren und äußeren Auseinandersetzungen mit meiner Mutter vernünftig abschließen konnte. 

Was mich aber aktuell beschäftigt, ist die Frage, wie ich meine zwanghafte Blickfixierung auf Busen- und Genitalbereich von Frauen auflösen kann. Haben Sie dazu eine Idee?

Danke.

... 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

das Problem ist sicher nicht, dass Sie Frauen auf Busen und den Genitalbereich gucken, sondern dass Sie Frauen nicht ins Gesicht gucken, denn dabei würden Sie sich vermutlich emotional mit Ihrer Mutter und mit Ihrem Selbstwertgefühl konfrontieren.

Wenn Sie hier, etwas ändern möchten, dann üben Sie jeden Tag, Frauen ins Gesicht zu gucken. Im Bäcker, im Jobcenter und wo auch immer. Wenn Ihnen das zu gefährlich erscheint, machen Sie einen Termin bei einer kompetenten weiblichen Therapeutin aus, mit der Sie sicher das "ins Gesicht schauen" erlernen können.

Im übrigen können Sie sich auch mal Ihrem Vater zuwenden und sich da ein paar männliche Energien abholen, die Ihnen vielleicht fehlen. Wenn Ihr Vater dafür nicht in Frage kommt, können Sie sich einen guten männlichen Therapeuten suchen oder auch an einer fachlich kompetent angeleiteten Männergruppe teilnehmen. 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Donnerstag, 23. November 2006 19:20

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Bitte um Rat

 

Hallo Herr Thiel,

ich bitte Sie mir bei folgendem „Problem“ zu helfen.

Ich habe letzte Woche ejakuliert, das Tempo in die Toilette geworfen und mir danach die Hände gewaschen. Seitdem mache ich mir Gedanken, ob es irgendwie möglich ist, dass Sperma beispielsweise zwischen den Fingern „hängen geblieben“ sein könnte. Ist es möglich, dass wenn ich kurze Zeit danach eine Tür (in diesem Fall, in einem Laden) angreife , dass Spermareste an der Klinke bleiben und somit evtl. für eine ungewollte Schwangerschaft sorgen könnten? Szenario: Die Verkäuferin greift an die Klinke, usw. usw. = kleines Horrorszenarion in meinem Kopf zur Zeit.

Danke für Ihren Rat.

...

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo ...,

das Problem scheint mir weniger zu sein, dass Sie tatsächlich Vater werden könnten, als dies, dass Sie offenbar ein Meister darin sind, sich Horrorszenarien vorzustellen.

 

So richtig entspannt scheinen Sie nicht zu sein.

 

Wenn Sie gerade im Schwarzwald wandern, befürchten Sie wahrscheinlich, dass ein Flugzeug abstürzen könnte und ihnen geradewegs auf den Kopf fallen könnte.

 

Wenn Sie auf der schönen Ostseeinsel Sylt am Strand spazieren, werden Sie wahrscheinlich befürchten, ein Tsunami könnte Sie wegspülen.

 

Die vor Ihnen liegende Aufgabe heißt offenbar "Vertrauen lernen".

Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 24. Juli 2006 12:16

An: info@maennerberatung.de

Betreff: (Kein Thema)

 

Sehr geehrter Herr Tiel,

ich und meine Partnerin haben ein großes Problem. Ich bin nicht in der Lage unter normalen Bedingungen einen Geschlechtsverkehr zu haben. War schon beim Urologen, der feststellte das ich zwar eine leichte Durchblutungsschwäche habe, aber das nicht der Grund dafür sein kann. Nun habe ich, trotz Viagra; Versagensängste, was dazu führt, das ich Angst habe überhaupt noch mit meiner Partnerin Intim zu werden. Würde mich freuen, wenn sie mir einen Rat geben könnten, welcher Arzt oder Therapeut uns helfen könnte.

mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

Hallo Herr ...,

ob hier ein Arzt nachhaltig helfen kann, da habe ich meine Zweifel, denn was soll dieser schon anderes machen, außer dem Mann irgend ein Medikament geben, was angeblich helfen soll.

 

Wenn Sie sich einen Therapeuten suchen, dann am besten einen, der kompetent genug ist und der auch mit Paaren arbeitet.

Doch wer ist kompetent? In aller Bescheidenheit würde ich da u.a. mich selbst empfehlen, wenn ich auch zugebe, dass ich nicht immer Erfolg habe und manche Entwicklung auch länger dauern kann.

Ansonsten können Sie natürlich auch jeden anderen ansprechen, zu dem Sie Vertrauen haben oder von dem Sie meinen, er könnte Sie und Ihre Frau unterstützen.

...

 

 

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 


 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: ...

Gesendet: Montag, 3. Juli 2006 16:29

An: info@maennerberatung.de

Betreff: Kontakte

 

(18 Jahre, Männlich, Hetero, Jungfrau)

HI

Ich bin sehr unzufrieden mit meinem Sexualleben. Habt ihr nicht ein Paar Tipps was ich machen kannte um mich zu befriedigen außer SB? Am liebsten würde ich natürlich mit einem Mädchen zusammensein, aber ich habe so meine Kontaktprobleme. Wie komme ich zu Sexellenkontakt ohne es zu erkaufen habt ihr nicht ein Paar Tipps für mich?

Danke...

 

 

 

 

Hallo ...,

worum geht es Ihnen? Wollen Sie sexuelle Kontakte zu Frauen, um sich sich sexuell befriedigen oder wollen Sie Kontakt zu einer Frau, weil Sie eine Frau als ganzer Mensch interessiert?

Wenn Sie sich nur befriedigen wollen, dann glaube ich nicht, dass Sie nur für diesen Zweck eine Frau finden werden, die sich dafür kostenlos für Sie zur Verfügung stellt. Sie müssten sich dann notgedrungen eine Prostituierte nehmen und diese dafür bezahlen. So wäre ein Gleichgewicht hergestellt, Sie werden befriedigt und die Frau bekommt dafür Geld.

Wenn Ihnen das zu teuer ist, dann masturbieren Sie einfach. Das ist sehr praktisch, man braucht dafür keine Frau, zahlt kein Geld, die Übertragung von Geschlechtskrankheiten oder Aids ist ausgeschlossen und eine ungewollte Schwangerschaft mit anschließender 18jähriger Unterhaltszahlung kann auch nicht eintreten.

 

Wenn Sie aber eine Frau "an sich" kennen lernen wollen, dann tun Sie das am besten ohne dabei gleichzeitig ein Film ablaufen zu lassen (zu projizieren) was jetzt alles passieren müsste. Lassen Sie sich statt dessen lieber auf die persönliche Begegnung ein, das ist aufregend genug, so dass Sie die bereits vorliegenden Filme in Ihrem Kopf gar nicht brauchen.

 

Viel Spass beim Ausprobieren.

 

Gruß Peter Thiel

 

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von:... 

Gesendet: Freitag, 11. November 2005 21:10

An: info@maennerberatung.de

Betreff: <kein Betreff>

 

hallo,

ich weiß nicht so recht wo ich mit meiner Geschichte anfangen soll... deswegen bitte ich zu entschuldigen wenn meine Ausführungen etwas unstrukturiert erscheinen...

Es ist mitlerweile gut 4 Jahre her, dass ich in einer (Studenten-) WG gewohnt habe, in der einer meiner Mitbewohner sich plötzlich als bisexuell geoutet hat. Ich war schon immer sehr liberal eingestellt und habe ihm auch gesagt das ich damit überhaupt gar kein Problem habe... Wir lebten also vor uns hin und ohne das ich mich in irgendeiner Weise von ihm angezogen fühlte...

Ich habe einen Humor der sehr ironisch genannt werden kann, hab also regelmäßig kleine Spitzen, ihm gegenüber ausgeteilt, die zwar nicht böse gemeint waren, aber Ihn warscheinlich mehr verletzten als ich das zum damaligen Zeitpunkt wahrgenommen hatte.

Ich mache es kurz... Er hatte seinen Eltern noch nix erzählt und schien darunter schon sehr zu leiden. Außerdem hatte er eine für ihn entscheidende Prüfung verrißen. Ich habe das damals nicht bewußt wahrgenommen, aber er hatte einen Nervenzusammenbruch... mit der folge das er, was ich nicht einordnen konnte häufig wirres Zeug erzählte oder sprunghaft das Gesprächstema wechselte bzw. völlig verstummte... Ich war dann für eine gewiße Zeit bei meinen Eltern... als ich wieder in der WG ankam, es waren 14 tage vergangen, traf ich seine am boden zerstörte Mutter in unsrer Wohnung an. Ich erfuhr dann ... Ich war völlig geschockt...

Ich zog wieder zu meinen Eltern in eine Kleinstadt, ich hatte mein studium schon ein Semester zuvor faktisch aufgegeben, und war ziehmlich mit den Nerven runter... Ich habe meinem alten Freundeskreis die Geschichte erzählt, die kamen mir dann mit diversen Vorurteilen gegenüber Schwulen... sie haben mich regelrecht bemitleidet dass ich mit einer Schwulensau zusammen wohnen mußte... Ich habe dann in dieser Situation Partei ergriffen und ihnen offenbart das ich ihre Homophobie nicht nachvollziehen kann.

Allein durch diese Aussage und diverse Gerüchte die daraus entstanden, war ich innerhalb von wenigen Tagen die Schwule-sau im "Dorf", denn das war diese Kleinstadt für mich mittlerweile geworden...

Ich bin mir der Tatsache durchaus bewußt, dass diese Geschichte sich irgendwie über überzogen anhört aber so habe ich dass damals erlebt... wenn man auf bestimmte Art und Weise sensibilisiert ist für Anspielungen, die sich auf deine (zum dahmaligen Zeitpunkt) vermeintliche Sexualität beziehen, ist die Grenze zur Einbildung fließend... mann fängt an auf jede Geste zu achten, jede unklare Äußerung nach zwischentönen zu durchsuchen...

Eines abends ging ich zu einem Kumpel von mir bei dem sich immer meine ehemalige Clique traf. An diesem Abend sagte einer dieser "Freunde" folgenden auf mich bezogenen Satz: " .. Wer weiß was da schon alles drin war...". Ich bin sofort gegangen, und habe an diesem Abend kein Auge zugemacht.

Ich war am Ende. hatte einen Nervenzusammenbruch... gefolgt von schweren Depressionen, inklusive Selbstmordgedanken. Ich verlor jegliches Konzentrationsvermögen und litt an Schlaflosigkeit und hatte plötzlich Angst vor anderen Menschen. Das kann man sich nicht wirklich vorstellen, wenn, was ich niemandem Wünsche, man das nicht selbst erlebt hat. Es war einfach eine Angst vorhanden die in ihrer intensität variierte aber nie völlig verschwand. Es ist ein ziehmlich schizoider Zustand wenn jede Faser deines Körpers schreit "renn weg"... während dein Verstand registriert, dass an der Situation in der man sich befindet absolut nichts bedrohliches ist. Was den Grad meiner Verzweiflung betrifft so habe ich eine annähernde Beschreibung nur bei Dostojewski gefunden. Nennen sie mich Rodja. Ich war kurz davor völlig den Verstand zu verlieren.

Ich habe lange gebraucht um mich davon zu erholen... Ich habe mich in dieser Zeitz intensiv selbst analysiert. Und festgestellt, dass ich, was ich jahrelang verdrängt hatte, als Kind eine homoerotische Erfahrung hatte (mit zwei Schulfreunden von mir...). Diese verdrängte Erfahrung war ursächlich für meine Ängste. Ich habe mich mit der Psychologischen Modellen Freuds und Jungs beschäftigt, besonders Jung war jemand mit dem ich mich sehr stark identifizieren konnte da auch er (was in geminderter Form auch auf Freud zutrifft), wie sie sicher wissen, eine lange Zeit im Grenzgebiet zum Wahnsinn verbrachte und dadurch einen Großteil seiner Theorien erst entwickeln konnte.

Mittlerweile steht für meine Familie fest, dass ich schwul bin und mich nur nicht traue mich zu outen. Aber in Wirklichkeit bin ich wie, und davon bin ich überzeugt, jeder Mensch bisexuell. Erst durch den Zusammenbruch ist mir dass bewußt geworden... Aber Emotional verkrüppelt bin ich immernoch denn ich bin in keiner Weise in der lage mich einem Mann "zu nähern". Ich habe es versucht indem ich mich mit einem schwulen Freund von mir getroffen habe, aber seine homosexuelle Philosophie kann ich für mich einfach nicht übernehmen... ich hatte nie sex mit ihm denn immer wenn er es forciert hat habe ich einfach nur buchstäblich Angst bekommen... ich bin mir der neurotischen Ursprünge dieser Angst sehr wohl bewußt, kann jedoch nichts daran ändern.

Ich habe das gefühl in einer Sackgasse angelangt zu sein... zumindest was mein Sexualleben anbelangt... 

Ich bin unglücklich mit meiner Situation und weiß nicht was ich dagegen tun soll. Denn auch auf Frauen kann ich nicht mehr zugehen... Ich werden dann von einer ähnlichen Angst begleitet.

Mich haben die eben beschriebenen Ereignisse stark traumatisiert. Ich dachte zunächst ich hätte gelernt Demütigungen nicht mehr an mich heran zu lassen, aber mittlerweile begriffen immer mehr, dass ich verlernt habe Menschen an mich heran zu lassen. Ich bin in der Lage mit jemandem bekannt zu werden, halte aber jeden auf distanz... diese Aura der Unnahbarkeit hat eine unglaubliche Wirkung auf Frauen... was ich jedoch nicht genießen kann... Das selbe gilt für Männer die ihre homosexalität leben...

Ich bin mir bewußt das sie mir kein einfaches Rezept, liefern können wie ich diese Problem am besten bewältige. Möchte sie aber doch um einen Rat bitten...

mfG ... 

 

 

 

 

 

Hallo ... ,

 

ich verstehe Sie so, dass Sie lernen möchten, mit anderen Menschen, Männern und auch Frauen besser in Kontakt zu kommen. Das können Sie vielleicht am besten im geschützten Rahmen einer begegnungsorientierten Gruppentherapie lernen und entwickeln. Selbstanalyse wird Ihnen in dieser Sache glaube ich, nicht viel weiter helfen.

 

 

 

Kompetente Ansprechpartner finden Sie vielleicht hier:

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Gruß Peter Thiel

 

 

 

 

 


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